Wie weit ist Tesla der Konkurrenz voraus? (Teil 2)

Ich meinte mit Varianten auch weniger so Innenraum- und Ausstattungsdinge. Die sind jenseits der Anhängerkupplung für den Gigacast weitgehend egal und die kann man in der Konstruktion vorsehen.

Ich meinte eher Karosserievarianten. Auch da übertreiben es manche deutschen Hersteller maßlos (BMW nicht ganz so, vor allem sehe ich das bis vor kurzem bei Mercedes, aber die wollen ja auch wieder etwas davon weg).
Aber es ist halt auch nicht irrelevant. Wenn BMW es schafft, zB auf dem i4 ein anständiges Cabrio anzubieten und Tesla nicht mal ein Schiebedach hat, dann bin ich für Tesla als Kunde halt weg, da können sie Software schreiben, bis sie blau werden.

Bisher ist das im Stromer-Bereich noch nicht angekommen, weil alle - selbst Tesla - noch vor allem damit kämpfen, überhaupt lieferfähig zu sein. Aber irgendwann ist die Phase vorbei und dann kauft jemand, der einen Kombi will, halt einen Kombi und wenn der Hersteller der ersten Wahl keinen hat, dann geht er halt zum Hersteller der zweiten Wahl. Dann werden Varianten wichtig.

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Die meisten Menschen, die sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen, kaufen von der Stange. Da sind die Häuslebauer drauf konditioniert, Typ a, b oder c, dann noch Bodenbelag und Fliesen aus dem Faltblatt aussuchen und unterschreiben.
Bei den Autos ist das auch so. Letztlich sehen die Passats oder 3er/5er doch alle gleich aus, da sorgen eben gute Verkäufer dafür. Der Sinn liegt doch darin, aus einem 50t€ Produkt nackt ein 70t€ Produkt verkaufsfertig zu machen, das dann mit 10% Rabatt für ganz schlaue Grünschnäbel, andere bekommen 12%, verkauft werden.
Das hat mit Individualität nichts zu tun.
Die selbst bewohnte Immobilie haben wir mit dem Architekten unseres Vertrauens auf einem leeren Blatt neu entworfen, die Mietshäuser natürlich nicht, die sind von der Stange. Wenn ich mir ein Auto bauen dürfte, würde es vielleicht ein auf BEV umgebauter 911er werden. Als Verbrenner will ich den nicht. Das wäre dann auch nicht selbst entworfen, aber individueller als alles, was uns die Industrie als individuell verkaufen will.
Das Thema ist keines bei Tesla, daher liegt dort der Vorsprung!

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Klar ist ein EFH mit 160m² ein EFH mit 160m², es hat eine Haustüre, ein Schlafzimmer, Kinderzimmer, Treppe… Da gibt es aber schon massive unterschiede und Möglichkeiten. Und klar, ein anderer Bodenbelag ist ja auch nichts anderes als einen anderen Teppich im Auto, oder Sitzbezug wie die Couch. Das Haus stellt ja „nur“ die Hülle dar und dann kommt noch die Ausstattung. Der eine will viele Steckdosen der andere alles noch mit CAT verkabelt, der nächste „nur“ Laminat und der andere Parkett, dann geht man ins Küchenstudio und so weiter und so fort.

Es ist ja nicht so, dass man bei einem Auto jetzt wirklich alles konfigurieren muss, aber zwischen nichts und jede Leiste gibt es sicher noch ein paar Grauzonen.

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War das nicht von Uli Keuler?

„… Eine Couch aus dem Programm wohnen für Individualisten, das hän’ bei uns elle in dere Siedlung…“ :slight_smile:

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Ist nicht Dein Ernst, oder? Wir reden ja über die USA. Dort gibt es viel hier von:

Ich habe lange genug dort gelebt um ganz viele Vororte in diesem Stil zu sehen…

Aber das ist ja gar nicht das Argument. Das hier ist das Argument:

Gepaart mit dem hier:

Kurz: Tesla (muss) derzeit keinerlei Konfigurationskosten erdulden, weil deren Autos a) in der Gesamtschau ziemlich ok da stehen und sich gut „von der Stange“ verkaufen und b) im Gegensatz zu vielen anderen Tesla auch liefern kann.

Ich hatte vor Jahren das hier schon mal gepostet, aber neben anderen Problemen bei Audi zeigt das hier die Kosten der „Konfiguritis“ recht eindrucksvoll (interessant ist, dass der Autor letztlich darauf beharrt, dass die Konfiguritits gut sei):

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Natürlich kenne ich das Konzept Traact Housing aber auch hier ist nicht alles gleich, sondern ähnlich.

Schau Dir mal das Bild genauer an, da ist selbst die Form der Häuser unterschiedlich, da sind Gauben drin, die Küchen anders, etc… Natürlich ist der krasse induviduelle Hausbau in Deutschland anders, aber darum geht es ja nicht.

Ein BMW i4 M50 oder Standard mit oder ohne AHK ist ja kein komplett unterschiedliches Fahrzeug, sondern unterscheidet sich in den Sitzen, dem Display oder den Felgen. Klar kommen da schnell viele Varianten raus, aber das ist beim Haus auch so. Der eine hat Fliese A, und Küche B, der anderen Sofa Y und Wandfarbe C. Ich habe auch in den USA gelebt und habe in Ontario eine Firma mir ist das Konzept durchaus bekannt, aber wie gesagt, es ist nicht immer und überall alles genau identisch.

Es wird halt für alles einen begrenzten Faktor geben. Wenn alle das gleiche haben wird es ein paar geben die was anders haben wollen.

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Wenn man was individuelles will muss man zum Tuner seiner wahl.

Individuell von der Stange wie bei ABMVW ist doch nur fake individuell

Ich denke alle ausser Porsche werden erkennen, dass sie weg von der Konfiguritis müssen um mehr Geld zu verdienen. Da gibts sicher genug Zahlen, Forschung und Fakten dazu.

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Solange Porsche und Audi zusammen 60% des Konzerngewinns des VW Konzern erwirtschaften, kann es nicht so schlimm sein.

Was hier nicht gesehen wird.
Diese Logistik der verschiedenen Teile/ Kundenwunsch muss man ersteinmal im Griff haben.
Wenn man bei Tesla am Band es sogar schafft, unterschiedliche Rückleuchten einzubauen und niemand bekommt es mit, dann liegt der Grund, warum es keine Wahl gibt, eher in dieser Tatsache geschuldet.

Nochmal: zumindest beim Gigacast geht es nicht um Konfiguritis, das ist ja fast alles Kram im Innenraum oder Anbauteile.
Es geht um Karosserievarianten.

Auch da wird vieles übertrieben („Crossover-Maxi-Coupe…“), aber ein Kombi, ein Cabrio, evtl. eine Kurzversion für die Stadt mit knappem Parkraum etc. sind durchaus Dinge, die mittelfristig wichtig werden. Und das sind dann die Dinge, wo so große Castings schnell auch mal ihren Kostenvorteil verlieren können.

Bei dem von Tesla eingeführten Skateboard-Design sehe ich gute Chancen für zukünftige Karosserievarianten. Es erinnert mich historisch an die Leiter- und Plattformrahmen der 1930er- bis 1950er-Jahre, die damals zu einer sehr großen Karosserievielfalt und Blüte der europäischen Karosseriebauer führten, die entweder vom Hersteller ein nacktes Chassis bekamen, oder bestehende Karosserien abwandelten. Mit den sich später durchsetzenden selbsttragenden Karosserien wurde das Ende dieser Vielfalt eingeläutet. Wenn Tesla jetzt Teile dieses Chassis im Spritzgussverfahren statt aus Einzelblechen herstellt, so ändert es an dem Prinzip nichts, dass die darauf befestigte Karosserie entweder leicht ausgetauscht oder vom Hersteller leicht Varianten hergestellt werden könnten.

Im Moment befinden wir uns aber sowohl aus Hersteller- als auch aus Kundensicht in der Hochlaufkurve des neuen und stark wachsenden E-Auto-Marktes, bei der die Individualisierung noch keine bedeutende Rolle spielt. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird es solche Varianten geben, wenn die Late Adopter erreicht werden müssen oder die Zweit- und Drittwagen gekauft werden. Ein Hersteller wie Tesla, dem derzeit das standardisierte Massenprodukt aus den Händen gerissen wird, hat diese Individualisierung schlicht weg (noch!) nicht nötig. Das ist historisch vergleichbar mit dem Erfolg der Standard-Modelle des VW Käfer und des Fiat 500 in den 1950er-Jahren.

Traditions-Hersteller (aka OEM) wie VW, BMW und Mercedes, die jetzt schon versuchen, ihre noch vergleichsweise unausgereiften Elektro-Plattformen mit dem von ihren Kundenzielgruppen gewohnten (Karosserie- und Ausstattungs-)Individualisierungen anzubieten, dürften meines Erachtens ein erhebliches Kostenproblem bekommen, weil sich deren Stückzahlen entsprechend reziprok reduzieren.

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Ich bin wirklich erstaunt was für ein guter, objektiver und neutraler Artikel das geworden ist.

Ich hätte gerne ein M3 von Pininfarina oder von Flavio Manzoni. Der hat den Ferrari Roma gezeichnet :heart:

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Das glaubt du nicht wirklich?!?

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Für mich müsste es etwas offenes sein: Für einen italienischen Spider auf der M3-Plattform (oder gerne kleiner) könnte ich mich begeistern.

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Ist doch so passiert. Einer hier hatte alt und neu gleichzeitig verbaut …

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Das kommt in den besten Familien vor. :rofl:

Ein Freund hatte einen Polo-TDI bestellt. Komplett blaue Innenausstattung, nur der Fahrersitz war rot. :pleading_face:
Da hat sich auch niemand von alleine gemeldet, sondern er musste da wochenlang hinterhertelefonieren.

Ich habe mal einen Mercedes mit Tempomat bestellt. Geliefert wurde er leider ohne. Erst wollten die nur anteilig das Geld zurückerstatten, habe aber auf Erfüllung bestanden. Der war dann 2 Wochen in der Werkstatt zur Nachrüstung.

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Ja, genau das meinte ich.
Das wird aber in diesem Fall nicht so lange so bleiben wie damals (OK, wahrscheinlich verklärt man das, und es blieb damals in Wahrheit auch keine 10 Jahre lang bestehen). Die Produktionskapazitäten für Autos sind da, wie man ein halbwegs brauchbares E-Auto konstruiert haben die meisten inzwischen auch begriffen, bleiben halt als Engpass die Akkus.
Das wird wohl auch noch 5 Jahre so bleiben, aber irgendwann kippt das dann eher ins Überangebot und dann werden die Varianten ganz schnell wieder wichtig.

Und ob das Skateboard dann der Weisheit letzter Schluss ist, muss man auch sehen. Man kann ja jetzt schon erkennen, dass alle (auch Tesla) da Probleme mit der Bauhöhe bekommen. Da kommt der SUV-Trend allen derzeit entgegen aber flache Varianten werden schwieriger. Das Model 3 ist ja eher ein 2+2-Sitzer und selbst der EQS bekommt es nicht hin, auf den Rücksitzen ein ähnliches Raumangebot zur S-Klasse bereitzustellen.
Am Ende profitieren dann noch so Leute wie BMW, die einfach den Mitteltunnel mit Akku vollräumen können. Zwei gut brauchbare Sitze hinten sind schließlich in machen Fällen immer noch besser als 3 schlecht brauchbare.
Das ist ja das schöne an Wettbewerb, man weiß vorher nie so genau, wie es ausgeht…

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Ich denke, etliche Familien haben sich längst mit den vielen Vorteilen und den auch vorhandenen Nachteilen der Skateboardarchitektur angefreundet. Für uns als 5-köpfige Familie ergibt sich kein entscheidender Vorteil der hochbauendenden Fahrzeuge. Die sind uns einfach zu schwer, haben einen zu hohen Luftwiderstand, verbrauchen also mit schlechtem Fahrverhalten zu viel Ressourcen.
Besser sind da eben kleinere Autos wie das Model 3 oder die Zoe, die leider auf der AB auch noch zuviel Energie verbraucht.
Verbrenner belasten nur noch zukünftige Generationen und scheiden für mich als rein egoistische gemeinwohlschädliche Alternative aus.

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ja den Fall gab es einmal hier im Forum.

die Rückleuchten wurden aber nicht „am Band“ sondern nachträglich im Auslieferungszentrum in Haag montiert.
Am Quartalsende.