Wie lade/pflege ich den Akku optimal?

Moderator Note: Der ursprüngliche Beitrag, auf den hier geantwortet wird, stammt aus folgendem Thread:
Probefahrten / Preisnachlass ?

Solange er nicht so warm wird darf er beim laden gerne so klingen, bei temperierten Akkus ist wie schon gesagt die Ladezeit stark Ausschlaggebend für die parasitären Effekte im Elektrolyten. Also bei gleicher Temperatur lieber schnell… So verstehe ich die Coulomb Inefficiency Kurven.

https://www.youtube.com/watch?v=pxP0Cu00sZs&feature=youtube_gdata_player

Ca. Min. 21 ff.

Moderator Note: Der ursprüngliche Beitrag, auf den hier geantwortet wird, stammt aus folgendem Thread:
Reichweitenverlust nach 41.000km

Das ist ja wieder genau das Gegenteil von dem was man bis jetzt gehört hat.

Kein Wunder wenn man dabei verwirrt ist.

nein nicht ganz! Wie gesagt wenn du wirklich willst das dein Akku lange hält dann lade nur soviel wie du wirklich brauchst! Das was Eberhard sieht ist nur vorübergehend und kann mit dieser Methode wieder rückgängig gemacht werden. Jedoch schadest du damit auch den Zellen. Ich trotzdem nur bis 80% laden und veileicht eimal im Jahr ein paar Wochen auf 100% um den Akku wieder auszubalancieren und alle Zellen auf die gleiche Spannung bringen.

lg

Und die große Frage ist: Lieber mit einem nicht ausbalancierten Akku durch die Gegend fahren oder gelegentlich mal balancieren und dazu auf 100% laden (was ja auch nicht gut ist) ?
Und die weitere Frage ist: Wie balanciere ich richtig, wie häufig etc. ?? Ich habe gelesen mal soll in diesem Fall möglichst langsam laden um den Zellen ausreichend Gelegenheit zu geben ihre Spannung anzupassen. Aber wie lange lasse ich ihn auf 100% ? Und was ist die optimale Temperatur dafür ? Wie häufig sollte man Balancieren ? Alles unbeantwortete Fragen über Fragen …

Warum gibt uns Tesla für solche wichtigen Fragen keine Information oder „Anleitung“ ob Balancieren sinnvoll ist und wenn ja, wie häufig und wie es abläuft ? Sollte doch auch im Interesse von Tesla im Hinblick auf die Garantie für den Akkupack sein.

Mein Informationsstand ist, dass nichts gegen gelegentliche (und auch häufige) 100%-Ladungen spricht, solange man das Auto danach nicht ewig stehen lässt, ohne zu fahren, schon gar nicht bei Hitze.

Hierzu fehlen in der Tat belastbare Informationen. Ob man schnell oder langsam laden sollte, ist ja auch bereits in einem anderen Thread heiß umstritten. Hat wer den Link griffbereit?

Ich hoffe mal, das Tesla sich dazu mal „schriftlich“ äußert.

Denn so im unsicheren zu sein finde ich nicht gut. :open_mouth:

Es geht ja auch um ihre Garantie/Sicherheit/Ruf der Marke

Denn wenn die Batterie sich selbst ausbalanciert und dadurch die Lebensdauer erhöht, hilft das ja allen.
Ich glaube ja nicht, das Tesla einen Akkuwechsel als zukünftige Geldquelle sieht.

@Leto : Danke für diesen super Link (Video), sehr interessant !
@Volker.Berlin : Kannst Du für diesen Punkt ein neues Thema aufmachen ? Moderator Note: Done. :slight_smile:

Im Teslamotorsclub-Forum habe ich folgendes gefunden:

[i]From a Tesla field engineer responding to a Feb 2014 complaint of „range has dropped“, don’t ask how I got it:

„The algorithm that evaluates the HV battery capacity is a feedback loop and it will take a few weeks to have it completely set to the customer’s habit. I would recommend charging to 100% once a month and driving down to below 20% following the full charge. At 100%, the vehicle should seat, unplugged for 30 minutes and same thing at 20% prior to charging it. This is usually not necessary nor recommended but our algorithm needs improvements in evaluating of HV battery capacity which is directly related to range displayed. It currently under shoots the actual capacity when the customer doesn’t charge to max or doesn’t drive to below 50% (which is normally not the best for the life of the HV battery). Until we fix our algorithm, the customer should perform a deep cycle once in a while with rest periods at each end (30 minutes, not driving, not charging).“
[/i]
Wenn das stimmt, dann sollte man also wie folgt verfahren: Circa 1x monatlich auf 100% voll aufladen, 30 Minuten warten, danach bis 20% Akku herunterfahren und wieder 30 Minuten warten bevor aufgeladen wird.

Die einzige Frage die für mich dann noch offen bleibt: Ist es generell besser für den Akku langsam aufzuladen oder schnell aufzuladen ? Sollte bei der Balancierungs-Ladung auch schnell/langsam aufgeladen werden oder gibt es vom Standard Abweichungen (also statt generell schnell aufzuladen im Falle der Balancierung ausnahmsweise langsam aufzuladen).

Und es scheint in der Tat sinnvoll zu sein den Akkupack gelegentlich zu balancieren:

To briefly address others who believe this to be a non-issue: Operating an imbalanced can cause significant degradation because certain cells are being cycled to much lower SOC. Therefore, this thread is about much more than just a few owners reporting that their range isn’t quite as high as it used to be.

Ich habe schon mal an anderer Stelle geschrieben: Ich fahre und lade so wie ich es brauche und habe den Anspruch, dass die Software sich um den Rest kümmert. Tesla soll bitte das BMS so ausgestalten, dass ich als Dummuser nichts falsch machen kann und nicht mehr nachdenken muss, als bei einem Verbrenner: Nachladen bevor alle. Nach meinem Verständnis hat Tesla diesen Anspruch auch.

Das heißt natürlich nicht, dass es nicht interessant ist, sich all diese Gedanken zu machen, und hier und dort zu optimieren, wenn man die Muße dazu hat. Aber bevor jemand diesen Thread liest und es mit der Angst zu tun kriegt, weil er den Eindruck gewinnt, dass wir hier alle nach der Pfeife einer Diva namens Akku tanzen – so ist es nicht oder zumindest muss es nicht so sein. Einfach machen, und gut ist.

Case in point: Der Regentanz, der hier beschrieben wird, dient dazu, die Anzeige zu optimieren. Es geht hier ausdrücklich nicht darum, tatsächlich dem Akku selbst was Gutes zu tun, sondern Unzulänglichkeiten im Algorithmus für die Berechnung der Range zu kompensieren. Und dieser Algorithmus ist vielleicht längst verbessert/korrigiert, oder das passiert mit der nächsten Firmware-Version. Also: Alles sehr interessant, aber für Volker Dummuser vollkommen irrelevant.

Das BMS sorgt garantiert für einen sauberen LVC, ein unbalanciertes Pack hat also zwar als Gesamtes weniger Kapazität (wegen dem LVC) aber Schäden an den Zellen können/sollten dadurch nicht entstehen können.
Selbstverständlich kommt man weiter, wenn nicht ein Zellenstring schon bei 75% der Gesamtkapazität in den LVC fällt. Deshalb ist es sicher kein Nachteil, ab und zu komplett voll zu laden (6 mal im Jahr dürfte bei weitem ausreichen).

Selbstverständlich sollte Tesla aber dafür sorgen, dass auch Packs welche ohne Range Mode geladen werden balanciert werden, so sie denn lange genug am Lader hängen. Das scheinen viele zu vergessen: Die Balance-Phase dauert locker nochmal so lange wie die Ladephase, je nachdem wie weit ausser Balance einzelne Zellen sind.

Was ist „LVC“ ?

Ok, Entschuldigung, das hatte ich anders verstanden. Wenn das ganze Procedere nur dazu dient dem Algorithmus auf die Sprünge zu helfen, dann kann man sich das in der Tat sparen. Ich hatte das so verstanden, dass damit der Akkupack balanciert wird und in Folge der Balancierung wieder eine höhere Reichweite angezeigt wird. Scheint ja aber nicht so zu sein, sondern nur der Anzeige zu dienen.

Heisst das also, wenn ich 8 Stunden und auf Voll geladen habe, dann muss ich ihn nochmal 8 Stunden balancieren lassen ? Oder geht das auch, wenn ich z.B. nur auf 80% lade und dann 8 Stunden stehen lasse, balanciert er dann auch ? Ich verstehe -ehrlich gesagt- langsam gar nichts mehr.

Jetzt nochmal konkret: Weiß jemand ob Tesla eine Balancierung im BMS implementiert hat und wann und wie diese funktioniert ? Oder muss man das (zur Zeit) noch „manuell“ machen und wenn ja, wie ist es richtig ?

Es ist eine Mischung aus beidem denke ich. Anzeige und wohl auch die geladene Kapazität. Aber Fazit bleibt auch für mich wie für Volker: Die Physik der Akkus verbessert das nicht, sondern schadet im Zweifel. Das schreibt auch der Tesla Mitarbeiter. Und Tesla ist an der Anzeige / Kapazität durch die Optimierung der Firmware dran. Bis dahin schone ich die Physik meiner Akkus und schere mich nicht um Reichweitenanzeigen.

+10

Hallo,
hier äußert sich ein Besitzer eines 60er Modell S im Video. Der Kman macht auf mich den Eindruck als wüsste er wovon er redet.
Titel: Tesla Model S/X Explained: Battery Care, Maintenance & Charging

youtu.be/d5vEQtpi1ok

Gruss Siggy

Ich finde den ja ein wenig „creepy“ :slight_smile: aber amüsant. Am Anfang war viel quatsch bei seinen Aussagen aber er hat sich schon sehr lange und sehr intensiv beschäftigt und Informationen gesammelt. Gute Eigenschaft die einigen fehlt, er schmeißt auch mal Falsches über Bord von dem er überzeugt war.

Wirklich etwas strange der Typ.
Schön erklärt, aber: warum braucht der nen Taschenrechner (iPhone) zu Berechnen der Ladeschlussspannung bzw. Entladeschlussspannung von 10 in Reihe geschalteten Zellen? :open_mouth:

Und: wenn eine Zelle in einer Reihenschaltung (im Bsp.: 10 Zellen) etwas weniger Kapazität als die anderen 9 hat, erreicht sie FRÜHER die Ladeschlussspannung. Dafür ist sie aber SCHNELLER an der Entladeschlussspannung als die anderen. Das BMS beendet dann ZU FRÜH die Ladung bzw. Die „Zero Range“ Anzeige kommt ZU FRÜH.

Ein weiteres Problem ist das zwar die Zellen die gleich Kapazität haben, sich aber über die Zeit ihre Spannung gegeneinander ändern. Im Summe kommt dann eine „gültige“ Spannung raus. Aber beim Laden sind die Zellen mit der höheren Zellenspannung eher Gefährdet überladen zu werden, bzw. beim Entladen die Zellen mit der niedrigeren Spannung Gefährdet tiefentladen zu werden. Das ist mit ein Grund warum die Hersteller den Akku nicht bis an die Theoretische Ladeschlussspannung laden, bzw. warum sie so früh mit dem Entladen aufhören. Die 100% beim MS sind unter Garantie noch mind. 2% davon entfernt. Wurde auch in dem Video „Warum Li-Zellen sterben“ erwähnt.

Ich und anscheinend keiner weiß bisher so genau wie, wann das MS seine Zellen balanciert. Die Vermutung ist das dies erst am Abschluß einer 100% (Range) Ladung stattfindet. Dies ist aber nur eine Möglichkeit zum Balancieren. Beim Modellbau gibt es schon seit Jahren Ladegeräte die schon während des Ladevorgangs die Zellen balancieren. Am Schluss muss zwar immer noch Balanciert werden, das dauert aber dann nicht mehr SOO lang. Außerdem ist bei solchen Ladegeräten die Gefahr kleiner das einzelne Zellen komplett „weglaufen“ und dadurch den Akku frühzeitig in die Knie ziehen.

PS: ein Akkupack kann NUR während er geladen wird balanciert werden. Beim Balancieren wird „einfach“ ein Teil des Ladestroms an der Zelle mit der höchsten Spannung vorbeigeleitet. Dadurch wird sie weniger geladen und die anderen Zellen können „aufholen“.

Bye
mikeljo

Das stimmt so nicht.

+1, das Gegenbeispiel Roadster, da werden die Zellen(Zellenblöcke) mit einer höheren Spannung über einen kleinen Widerstand nach Beendigung des Ladevorgangs entladen, nach 24 h wird der Ladevorgang (top off) wieder gestartet.