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Wie kann ich meinen BGM überzeugen, Ladestationen einzuplanen

Hallo zusammen,

ich bräuchte mal euren Rat. Ich wohne in Osterode am Harz, ein kleines Städtchen südlich des Harzes. Osterode hat eine wunderschöne Innenstadt mit einem tollen Wochenmarkt, einem überregional bekannten Café und ist quasi das Tor zum Harz, wenn man aus Westen kommt. Viele Niederländer machen Urlaub im Harz (und da sind E-Autos noch mehr verbreitet als hier), die autobahnähnliche B 243 führt in Steinwurfnähe der Stadt vorbei. Direkt an der Bus- und Bahnhaltestelle ist ein großes Parkplatz mit einem alten CCS (20kW) / AC / Chademo-Lader und einer Mittelspannungsstation des örtlichen Energieversorgers. Nun sehe ich als E-Autofahrer, wie sehr sich Mobilität gerade ändert: Dort 10 AC-Ladesäulen für die Innenstadtbewohner und ein HPC wären zukunftsträchtig: Touristen könnten ihr Auto aufladen und die Innenstadt ansehen, unter der Woche laden die Anwohner, Durchreisende können schnell am HPC den Akku vollmachen und die öffentliche Toilette 100m nutzen. Der nächste HPC ist in Rhüden an der A7, in die andere Richtung Sangerhausen. Quasi der ideale Standort.

  • Zuerst habe ich den Energieversorger kontaktiert: Der Berater E-Mobilität ist davon auch überzeugt, sein Controlling nicht (muss sich in 3 Jahren rechnen). Ich solle mal den Bürgermeister anschreiben.
  • Dann habe ich den Bürgermeister angeschrieben, der meine Mail ans Bauamt weitergeleitet hat. Mit dem Menschen habe ich auch telefoniert: Mmmh, ja, da ist ja ein Schnelllader (20kW), und in 1-2 Jahren wird der Platz ohnehin neu gemacht, da wollen wir jetzt nichts überstürzen (ein Harzes Argument, daher hängt der Tourismus im Westharz auch dem im Ostharz hinterher). Ich entgegne, dass Schlellader mindestens 150kW Leistung haben und frage, ob denn in der Ausschreibung zumindest Leerrohre für Ladestationen geplant sind. Dem Mitarbeiter sind Schnellader dieser Größenordnung neu (huch). Ich werde…
  • …an Mitarbeiter B im Bauamt verwiesen, der die Ausschreibungen für den Architektenwettbewerb macht. Da renne ich offene Türen ein und er empfiehlt mir, den örtlichen Energieversorger zu kontaktieren (den hatte ich ja schon am Telefon) oder doch den Bürgermeister anzuschreiben (von dem er meine Mail bekommen hat). Wir verabreden, dass ich über die Ausschreibung benachrichtigt werde.

Mein nächste Eskalationsstufe ist jetzt, nochmal einen persönlichen Gesprächstermin mit dem Bürgermeister zu machen. Was wären eure Tipps für das weitere Vorgehen? Sollte ich Osterode weiter im WInterschlaf der 80/90er Jahre lassen oder mich weiter engagieren? Sollte ich ein E-Auto-Flashmob organisieren? Ich hoffe etwas auf euer Schwarmwissen.

MfG und Dank im Voraus

stahlone

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Mit dem Bürgermeister auf dem Beifahrersitz auf den Brocken im Tesla. Während ihm bei Ankunft noch schwindlig ist, den vorbereiteten Bauantrag unterschreiben lassen. Danach lässt du ihn selbst im Tesla im Valetmodus runter fahren :-).

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Moin!
Bei den dauerklammen Kassen in den Gemeinden sehe ich hier keine Chance einen HPC samt Nebenkosten zu bekommen. Irgend jemand muss sich ja später auch um Abrechnung, Wartung und Co kümmern.

Mit der HarzEnergie bis Du ja durch wie ich lese, da bleiben dann nur noch zwei Möglichkeiten in meinen Augen:
-lokale Gewerbebetriebe (Obi, Lidl,…)
-überregionale Anbieter (Fastned, EnBW,…)

Immer aber wird die Frage sein wem gehört das Grundstück und was kann der nächste Trafo noch verkraften.

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Ist ein schwieriges Thema. An ehesten könnte ich mir vorstellen die Entscheider ins Boot zu bekommen wenn denen klar wird das die angeblich so saubere Luft vor Ort auch nur so sauber sein kann wie die Fahrzeuge im Ort.
Raucher fallen inzwischen ja auch vielerorts überwiegend negativ auf…

Alle sagten das geht nicht, bis einer kam der das nicht wusste und es gemacht hat. :+1:

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Ich hab für sowas den Tesla Negotiation Master gekauft. Der Lack war nicht ganz perfekt an allen Stellen und bei Auslieferung war am Griff noch die Schutzfolie dran aber sonst funktioniert das Teil tadellos.

Hut ab für dein Engagement! Ich überlege auch gerade, die Gemeinde zu etwas mehr Ladeinfrastruktur zu inspirieren.

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Versuche mal mit https://www.on-charge.com/ in Verbindung zu treten. Evtl können die helfen.

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Was für ner Partei gehört der BM an und wie sind die Mehrheitsverhältnisse im Rst?

Das schöne ist, dass das Grundstück der Stadt gehört und das danebenliegende Brachgrundstück auf drei Seiten von Straßen/Schienenwegen umgebene ist. Das will sowieso keiner haben.
EnBW und Fastned waren auch schon meine Ideen.

MfG stahlone

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SPD 16 Stimmen
CDU 13, Grüne und FDP je 3 Stimmen. Der Bürgermeister ist parteilos, seine Stimme wird aber mitgezählt.

MfG stahlone

Ich würde an die Fraktionen rangieren. Richtung Tourismus argumentieren. Wenn zahkungskräftige Gäste kommen und übernachten, einkaufen, stoppen sollen, dann mit einem E-Konzeot binde zuvor Handel und Gastronomie ein, die interessiert sowas

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Gibt’s da nicht irgendein passendes Förderprogramm von Bund oder EU? Vielleicht sogar in Verbindung mit der Parkplatz erneuerung?

Über mehrere Wochen Buchungsanfragen über Stadttourismus und dabei immer wieder telefonisch und per Mail durch viele (in dem Sinne also durch einen mehrere Wochen andauernden Flashmob) nach Lademöglichkeiten fragen lassen. Das gleiche bei den Betrieben, deren Inhaber Funktionen bei der DEHOGA haben.

Das ist eine gute Idee - Danke für den Tipp!

MfG stahlone

Soll nächstes Jahr kommen - ebenso wie die Neugestaltung des Platzes. Eigentlich passt das wie die Faust aufs Auge…

MfG stahlone

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Ja, OHA ist schön. Vor allem, wenn man dann an der Sösetalsperre vorbei in das ehemalige Niemandsland gen Osten fährt. Wunderschön.

Vielleicht wäre da der Ansatz der Tourismusförderung durch Ladesäulen viel versprechend?

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Ich telefoniere jetzt die Fraktionen durch und werde gerade die Tourismusförderung ansprechen. Die Wasserstofftankstelle kann dann jemand anders machen :wink:

stahlone

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Ja, seit 12. April 2021 läuft das Förderprogramm „Ladeinfrastruktur vor Ort“ mit max. 80% Förderanteil: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/richtlinie-ladeinfrastruktur-vorort.pdf?__blob=publicationFile

Insbesondere Unternehmen des Einzelhandels und des Hotel- und Gastgewerbes sind zur Antragstellung aufgerufen. Ziel ist es, den Aufbau von Ladestationen an attraktiven Zielorten des Alltags wie Supermärkten, Hotels oder Restaurants zu beschleunigen.

Die Vergabe erfolgt nach dem Windhundverfahren.

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So, nach dem Bürgermeister habe ich jetzt mit einem Mitglied im Bauausschuss gesprochen. Erinnert ihr euch an das Faultier aus Zoomania? Naja, jetzt habe ich noch zwei andere Fraktionen kontaktiert, mal sehen was das wird.

MfG stahlone

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