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Wer darf an welcher Säule laden?

Hallo zusammen,

ich fahre selbst noch kein E-Fahrzeug, habe aber eine Frage :slight_smile:

Ich bin für den (lokalen) Aufbau der Ladeinfrastruktur einer Niederlassung eines großen Automobilherstellers zuständig. Unter anderem haben wir 2 DC-Ladesäulen.

Eine Ladesäule ist während der Öffnungszeiten für jedermann frei zugänglich, die andere rund um die Uhr 24h (beide stehen auf den Kundenparkplätzen unserer Autohäuser)

Selbst in unserem Konzern ist man sich nicht einig, ob und wer diese Ladesäulen benutzen darf (Abgerechnet wird über Chargepoint)

Ich bin der Meinung, dass ich einem E-Fahrzeugfahrer die Nutzung der Säule nicht verbieten kann, dass ergibt sich für mich aus der Ladesäulenverordnung, mal abgesehen davon das wir so nie eine Ladeinfrastruktur hinbekommen, wenn jeder nur seine eigenen Fahrzeuge an die Säulen lässt und unsere eigenen Kunden werden sich sicher auch bedanken wenn sie bei und zu Besuch sind. Aber mir geht es hier nicht um „moralische“ Aspekte, sondern um die „knallharte“ Rechslage.

Darf ich also einem Teslafahrer den Zugang zu unseren Säulen verweigern?

Zu allem Überfluss, soll ich jetzt auch noch einen Aufkleber an den Säulen anbringen.

„Ladesäule nur für betriebsinterne Zwecke. Stromentnahme ohne Berechtigung wird strafrechtlich geahndet“

Dummerweise ist mein „Gegenspieler“ 3 Ebenen über mir und für meine Argumente nicht sehr zugänglich…

Grüße
Veganer

Wenn sich die Ladesäulen auf dem Gelände der Firma befinden, dann darf die Firma sehr wohl festlegen, wer sie benutzen darf, sie hat ja das Hausrecht. Ich habe auf meinem Grundstück eine frei zugängliche Steckdose, an die darf auch nicht jeder einfach so ran. Also klare Antwort: Wenn die Ladesäulen auf Deinem Grundstück sind, darfst Du die Nutzung verwehren/verbieten.

Kommt vielleicht auch auf die Verträge mit Chargepoint noch an. Könnte ja klauseln haben.

Klar, aber rein rechtlich betrachtet ändern diese Klauseln nichts am Hausrecht, wenn sich Säulen auf nicht öffentlichem Grund befinden

Ist das nicht bei Tesla genau so? Meines Wissens können an SuC nur Tesla’s laden. Die Fahrzeuge werden dort per Software erkannt. Andere sind damit ausgeschlossen.

Zum Glück ist das so.

Wenn die Säulen mit öffentlichen Fördermitteln gebaut sind, muss natürlich Zugang gewährt werden.

Wine Ladestation die öffentlich zugänglich ist fällt auch wenn sie auf Privatgelände steht unter die LSV

Da ist relativ klar geregelt, dass man laden lassen muss …
Wenn eine Schranke davor ist könnte man diskutieren, dass die ladestation nicht öffentlich zugänglich ist aber ohne Schranke keine Chance …

Die Frage ist auch, warum packt man die Säulen ins chargepoint Netzwerk wenn man eigentlich nur private wallboxen installieren will.
Der nächste App Nutzer kann doch garnicht wissen das das laden dort nicht erwünscht ist.
Mit der Aufnahme in das Netzwerk hat man doch der Öffentlichkeit mitgeteilt das man hier eine Ladesäule bereit stellt und diese auch zum laden genutzt werden kann.
Ich würde das ganze vielleicht an chargepoint delegieren, sicherlich finden die das ganz interessant.

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Es gibt ja auch Autohäuser, die das dadurch lösen, dass die Ladesäule grds. der Allgemeinheit zugänglich ist (keine Schranke), aber leider häufig Vorführwagen der Säule blockieren.

Welche Behörde überwacht denn die Einhaltung der LSV?

Die Ladesäulen musste ich auf Anweisung meiner Zentrale der Bundesnetzagentur melden, weil es sich eben um öffentliche Ladsäulen handelt und sie sind ohne Zugangsbeschränkung/Kontrolle von jedermann anfahrbar. Die Ladesäulen fallen also ganz klar unter die LSV. Deshalb sehe ich das ganz genau so wie Du.

Hier gilt es auch §4 zu beachten, der das punktuelle Laden anspricht:

„Der Betreiber eines Ladepunkts hat den Nutzern von Elektromobilen das punktuelle Aufladen zu ermöglichen…“

Klar könnten wir die Säulen durch eigene Fahrzeuge blockieren oder so tun als seien sie defekt, aber darum geht es ja nicht. Auch greift meiner Meinung nach hier nicht das Hausrecht, dann könnte ja jeder irgendeine Gruppe ausschließen, so nach dem Motto „Hier dürfen nur weiße Männer laden“

Besitzer der Säulen sind wir, nur die Abrechnung erfolgt über Chargepoint.

Wie gesagt, ich bin kein Jurist, aber ich behaupte mal, wenn morgen einer vor unserer Säule mit diesem Aufkleber steht und es darauf anlegt, dann sehen wir alt aus.

Gruß
Veganer

Hier im Forum gab es vor einiger Zeit eine seitenlange Diskussion, wie Tesla die Vorgaben der LSV umsetzt, denn die SuC sind ja auch an den Rasthöfen öffentlich zugänglich. Wie es offensichtlich rechtskonform gelöst ist, kann man an jedem SuC sehen: ein Schild mit dem Text „Nur für Teslafahrer während des Ladevorgangs zugänglich“.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es das Schild alleine bringt. Wenn ich das Kabel eines Superchargers in einen Nicht-Tesla einstöpsele, kommt es ja gar nicht erst zum Ladevorgang. Das ist wirksamer als jede Schranke. Das Schild weist aus meiner Sicht nur auf diesen Umstand hin.

Ich schließe mich der Empfehlung an, die Position von Chargepoint zu der Angelegenheit einzuholen. Wenn die Ladepunkte aus deren Sicht öffentlich sind und man auch tatsächlich jedes e-Mobil daran technisch laden kann, sehe ich wegen der fehlenden baulichen Zugangsbeschränkungen keine Chance für das vom Chef gewünschte Schild.

und sind die Säulen denn irgendwo gelistet?

Kenne die dt. Rechtslage nicht. Wollte dir nur empfehlen das Bild zu entfernen. Wer sich ein bisschen mit Autos auskennt erkennt sofort am font um welche Marke es sich handelt.

… und das Schild macht sie nicht gerade beliebter denke ich.

Insgesamt wäre es wünschenswert wenn jeder bei jedem laden kann. Verstehe aber auch, dass man nicht gerade will dass vor dem eigenen Haus ein Konkurrent lädt und den eigenen Kunden die Säule verstellt.

Was spricht dagegen? Ist bei Tankstellen ja auch nicht anders. Quasi jede größere Spedition hat firmeneigene Tankstallen wo man theoretisch auch einfach so hin fahren könnte und dort tanken. Darf und kann man aber trotzdem nicht. Solange die Ladesäule auf Firmen-/Privatgrund steht, keinerlei Förderungen oder sonstige Vergünstigungen dafür genutzt wurden, sie nirgendwo als öffentliche Säule gelistet und angeboten wird spricht eigentlich nichts dagegen dass man den Zugang beschränkt.
Ihr fahrt ja auch nicht zur nächstbesten Firma, packt euren Juicebooster aus und verlangt dass ihr an der vorhandenen CEE32 laden dürft.
Heikel wirds erst wenn sie als öffentlich angeboten wird oder man sogar noch Förderungen für den Aufbau etc. bezieht. Aber solange das ne „privat“ Säule ist. Ist ja nix anderes als ne im Aussenbereich installierte Steckdose, nur halt mit anderem Anschluss und Stecker…

Du meinst, jetzt haben sie schon das Fadenkreuz und treffen noch immer nicht …? :wink:

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Der Unterschied zur normale Tankstelle ist, dass es hier keine LSV gibt.

Gruß
Veganer

Derzeit sind die DC-Säulen weder in der Chargepoint-App sichtbar, noch bei der Bundesnetzagentur. Alle AC-Säulen sind sichtbar.

Von der Straße aus allerdings gut sichtbar.

Gruß
Veganer

Ich habe den Ausgangsbeitrag entsprechend editiert, nicht das ich hinterher noch arbeitsrechtliche Konsequenzen zu erwarten habe.

Gruß
Jörg

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Und wenn die Firma für die LKW Ladesäulen aufstellt? Wenn du 10 LKW hast und dafür 10 Säulen aufstellst sind die noch lange nicht öffentlich und zwingend für alle zu nutzen. Ich kenne die LSV nicht wirklich, aber bezweifle dass die private Infrastruktur mit reguliert :wink: Sonst wären auf einmal ganz viele private Wallboxen als öffentliche Ladesäulen sofort zugänglich zu machen. Alle DeC ebenfalls…

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