Was wäre wenn: Solar-Speichersysteme flächendeckend

Hier gibt es ein Dokument mit Gedanken zu der Frage, ob / wie es klappen würde, wenn in Deutschland 176GWh stationärer Speicher und 426GWh in Elektromobilen „am Netz“ wären. Außerdem 150GW PV. Als Aufhänger wird die Tesla Powerwall erwähnt.

agora-energiewende.de/de/the … %A4nde%3F/

Habe mir das nicht alles zu Gemüte geführt, aber interessant fand ich die Darstellungen am Anfang zu den verschiedenen „Betriebsweisen“. Ungünstig für das Netz ist es demnach, wenn jeder seine Batterie mit dem aktuell nicht verbrauchten Solarertrag auflädt und dann erst bei voller Batterie ins Netz einspeist, weil dann im Netz keine langsam mit dem Sonnenaufgang ansteigende PV-Einspeisung mehr herrscht, sondern vormittags ein Stück von der Kurve „abgeschnitten“ wird, darauf folgt ein relativ steiler Anstieg der Einspeisung sobald die Batterien der Haushalte voll sind. Die Einspeisung anderer Kraftwerke / Einspeiser müsste also relativ zügig reduziert werden.

„Netzdienlich“ ist es daher mehr, wenn man von der PV-Einspeisekurve dank Akku mittags die Spitzen „abflachen“ kann. Ist für den Betreiber aber wirtschaftlich etwas unattraktiver, denn er ist nun auf Prognosen angewiesen – sind diese falsch, schafft er es ggf. nicht, an einem Tag den Akku auch wirklich voll zu bekommen, wenn sich der Himmel mittags plötzlich verdunkelt, obwohl morgens noch genug Sonneneinstrahlung für die Akkufüllung verfügbar war.

„Systemdienlich“ ist es, wenn man auch noch die Börsenstrompreise berücksichtigt und den Akku bei „Billigstrom“ lädt und zu teuren Zeiten den Strom aus dem Akku verbraucht. Damit wird der Preisverlauf geglättet.

Wie wichtig die verschiedenen „Dienlichkeiten“ sind weiß ich nicht, vielleicht kann man das Marktumfeld ja entsprechend gestalten, dass das attraktiv wird. Auf jeden Fall fand ich die ersten Seiten im Dokument interessant. Falls das alles Quatsch ist, gibts hier hoffentlich ein paar Leute „vom Fach“ die es richtigstellen können. :slight_smile:

Diese Story vom steilen Gradienten, wenn der Akku voll ist, hört man immer wieder, aber:

  • haben denn wirklich alle Akkus die selbe Größe?
  • haben wirklich alle die gleiche Leistung auf dem Dach?
  • ist denn in ganz Deutschland das gleiche Wetter (100% wolkenlos mal abgesehen)?
  • haben alle Haushalte den gleichen Verbrauch?
  • kommen alle gleichzeitig nach Hause, zum Autoladen?
  • sind alle Autos wieder gleichzeitig voll, weil alle gleich viel gefahren sind?
    Das sind mir zu viele gleichzeitige Zufälle.

Wir wissen doch, dass der Ladestrom ganz langsam heruntergeregelt wird, je voller der Akku ist.
Und die Ladekurve für „zu-Hause-Akkus“ kann man am Ende sicher noch flacher einstellen, wenn das notwendig wird.
Selbst die Sonnenfinsternis ist im „50Hz Rauschen“ untergegangen.

Der 50Hz Wert ist ein guter Indikator, ob momentan zuviel oder zu wenig Strom im Netz ist.
Und seit der 50.2Hz Umstellung sind Sonne und Wind und Akku eigensicher, da sie sich selbst in Millisekunden auf der Kennlinie weich abregeln können.

Fazit:
zu viel Strom kann gar nicht im Netz sein, es sei den es ist „windstille Nacht“ während Kohle und Atom Amok laufen (= zu langsame Regelung).

Ich denke dieses „was währe wenn“ wird nicht mehr Lange dauern und die Netzbetreiber in Angst und Schrecken versetzten :wink:

Was bei sinkender Nachfrage passiert hat man ja beim Trinkwasser bemerkt. Es wird sich eine Preisspirale in Gang setzten die nicht mehr auf zu halten ist. Die Netzumlagen werden enorm steigen, zum Nachteil für die, die ihren Strombedarf nicht über Solarenergie decken können. Auf lange Sicht (2050) wird sich zentral erzeugter Strom nur schwer halten können, auch Windstrom sehe ich in Gefahr wobei man aus dem ja noch syntetisch Methan erzeugen kann.

Wenn man auf lange Sicht 50-80% des deutschen Strombedarfs mit Solar und Windkraftwerken in direktester Umgebung decken kann, warum sollte man dann 2 Netze zur Energieverteilung betreiben. Den bisschen Rest an Strom kann ich mir dann auch mit BHKW´s die mit Erdgas laufen erzeugen. Der Strompreis dürfte bei so wenig Nachfrage dann ja Regionen erreichen :unamused: :unamused:

Alles natürlich seeehr hypothetisch, vor allem weil man ja nie weiß was sich die Regierung so einfallen lässt :wink:

Zum Thema Netzschwankungen; die schöne Glockenkurve wird schon für ein halbwegs ausgeglichenes Verhalten der gesamten Speicher sorgen. Wegen Schieflasten in normalen Wohngebieten hat ja auch keiner Stress, dass regelt schon alles Dr. Zufall. Ich glaube synchrone Werbepausen der großen Fernsehsender verursachen größere Schwankungen, weil sich dann viele nen Tee kochen :smiley: :smiley: Wir haben hier in zentral Europa ohnehin das stabilste Netz der Welt trotz/wegen der ganzen reg. Energien. Die Prognosen und Abläufe sind einfach Unfassbar gut geworden. Ein großes Problem ist nur, dass die Netzbetreiber verpflichtet sind unser Stromnetz mit der n-1 Regel zu Betreiben. Diese besagt, dass ein einzelner Fehler nicht zum Zusammenbruch der Stromversorgung führen darf. Zur Zeit sind die Netzte aber oft bist zur Kotzgrenze damit beschäftigt Wind/Solarstrom aus Norddeutschland nach Süddeutschland zu Transportieren für die Netzfrequenz erstmal kein Problem, für die Sicherheit der Netze aber schon.

Wenn an einem Tag mit viel Wind z.b. die Hauptachse von Nord nach Süd mal ausfällt und man fährt die schon auf knapp über 50% hat man im Norden auf ein mal mit einem extremen Überangebot und im Süden mit Unterangebot zu kämpfen. Sowas ist für beide Teile fast gleich gefährlich und kann im schlimmsten Fall eine Kettenreaktion auslösen.

Cool bleiben. Einen Blackout zu verursachen ist gar nicht so einfach: https://media.ccc.de/v/32c3-7323-wie_man_einen_blackout_verursacht :ugeek: