Was übersehe ich?

Moin zusammen,

ich nähere mich seit einiger Zeit dem Thema Elektromobilität an und habe mich dazu entschlossen, das der nächste Firmenwagen den Arbeitsweg (60 Kilometer) ohne Sprit schaffen soll - also Elektro oder Hybrid.

Da ich absoluter Technik Enthusiast bin, war Tesla bei den Überlegungen von Anfang an vorne mit dabei. Als „Familien Auto“ existiert bereits ein Cupra Leon (Kinderwagen etc. werden nicht mehr gebraucht und mit Dach Box reicht das locker aus), so das das Model 3 (soll aktuellste Software drauf gehabt haben) für mich von der Größe absolut ausreicht. Zudem finde ich ihn auch optisch absolut ansprechend.

Nun hatte ich die Möglichkeit den „neuen“ 3er über das Wochenende Probe zu fahren, was für mich leider ernüchternd verlief. Warum?

Nun zuerst einmal das Positive:

Die Ausstattung ist wirklich gut für den Preis. Qualität und das „Anfassgefühl“ der Materialien im Innenraum haben mir sehr gut gefallen und müssen sich vor den deutschen Herstellern nicht verstecken.

Das Fahren in der Stadt und auf dem Land macht, mit Fokus auf Ansprechverhalten und Beschleunigung wirklich viel Spaß.

Laden bei den Superchargern kann einfacher nicht sein. Keinerlei Sorgen über Kompatibilität etc.

Der Verbrauch war wirklich gut, wenn man sich etwas zurückhalten kann was die Endgeschwindigkeit betrifft.

Es gibt viele lustige Gimmicks und eine App, die wirklich was taugt - schaffen ja auch nicht alle Hersteller.

Nun aber das Negative:

Neben den Gimmicks war ich erschrocken, wie schlecht die Assistenzsystem in dem Auto sind, das so viel Lob für seine Technik erfährt. Der Leon ist keineswegs ein Auto, das als Maßstab gelten sollte, aber bei so ziemlich Allem, was Assistenz beim Fahren betrifft, schien er besser, souveräner und vor Allem zuverlässiger zu sein.

Ein adaptiver Tempomat soll doch das Fahren erleichtern. Wenn es aber schon bei der Schilderkennung scheitert, kann der Rest ja nicht fehlerfrei funktionieren. Aber auch das Spurhalten, Baustelleneinfahrten oder Bremsungen ohne wirklichen Grund habe ich so bisher nicht gekannt.

Selbiges gilt beim Fernlicht und dem Wischer. Beim Wischen hatte ich nicht den Eindruck, die Geschwindigkeit hatte etwas mit dem Regen draußen zu tun. Die Fernlichtautomatik schien auch nicht wirklich zu wissen, warum sie gerade Auf- oder auch Abblenden sollte und verfiel teilweise fast in ein Stroboskop (ja ja, ist etwas übertreiben :wink: )

Auch das Fahren beim Tempo über 120 wurde irgendwie unangenehm. In der Stadt und auf dem Land liegt das Auto super auf der Straße. Auf der Bahn und bei hoher Geschwindigkeit wirkt die Straßenlage aber wenig souverän.

Das Blinken am Lenker war auch nicht wirklich meins. Wie bei vielen Dingen aber sicher etwas, woran man sich gewöhnt. Ein Bedenken bleibt dabei, wie es ist, wenn man Frau, Kinder oder Bekannte sich den Wagen leihen.

Was bleibt bei mir hängen. Das Model 3 ist ein super hübsches Auto mit viel Technik, die einen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Was das Fahren betrifft (und das ist für mich immer noch die Kernkompetenz eines Autos) und in meinem Fall Langstrecke auf der AB, scheint da aber noch viel Luft nach oben zu sein und gerade der Bereich der Assistenzsysteme, wo ich immer der Meinung war, Tesla würde ganz vorne mit fahren, hat mich wirklich nicht überzeugen können.

Übersehe ich was? Sind Teslas nicht für meinen Gebrauch konstruiert? Wäre die Erfahrung mit einem Y oder X anders verlaufen?

6 „Gefällt mir“

Nein, ist so. Je nachdem wie man die Punkte gewichtet muss man dann für sich entscheiden ob das Auto etwas für einen ist oder nicht.

Ich liebe mein M3, war mit ihm in Italien, Frankreich und auf der Isle of Skye unterwegs und hatte überall keinen wirklichen Stress.

Aber mein Skoda Superb, BJ 2016, war in den Punkten Scheibenwischerautomatik, Lichtautomatik & Schildererkennung um Längen besser. Braucht man sich nicht schönzureden. (Adaptiver Abstandshalter läuft aber soweit gut).

10 „Gefällt mir“

Du übersiehst nichts. Tesla baut tolle Autos mit vielen überlegenden Technologien. Die Assistenzsysteme hierzulande sind aber leider viele Jahre zurück.

4 „Gefällt mir“

Eigentlich übersiehst du da wenig. Du hast die gängigen Mängel der Assistenzsysteme gut zusammengefasst. Nun ist wahrscheinlich der ausschlaggebende Faktor für einige gefühlte Rückschritte im Vergleich zu anderen Fahrzeugen die rein kamerabasierte Assistenz. Im Vergleich zu meinem alten Seat Leon ST muss sich das Model 3 leider bei Punkten wie Einparkhilfe, Wischautomatik etc. hinten anstellen.
Dennoch muss ich sagen, dass diese Dinge das Gesamtbild des Fahrzeugs für mich erstens kaum trüben und zweitens die noch nicht ganz ausgereiften Funktionen stetig verbessert werden.
Fernlichtautomatik und Fahren bei hohen Geschwindigkeiten funktionieren bei mir aber problemlos, da habe ich noch nichts Negatives festgestellt.
Ehrlicherweise würde ich das Auto in jedem Fall kaufen, auch ich würde definitiv wieder zuschlagen. Punkte für Kritik und Verbesserung gibt es aber in jedem Fall.

1 „Gefällt mir“

Fahr noch den ein oder anderen BEV zum Vergleich, dann stelle alle +/- gegenüber
und entscheide dich. Deine persönlichen Neigungen kann niemand einschätzen
und wieviel du bereit bist, dafür auszugeben, ebenfalls nicht.
Was ein Tesla kann und was nicht, wird hier in vielen Threads diskutiert,
einfach mal die Suche verwenden und einlesen … Gruß :slightly_smiling_face:

5 „Gefällt mir“

Das mit der Straßenlage kann (und wird vermutlich) im übrigen Mal wieder an einer schlecht eingestellten Spur liegen.
Das kann Tesla wirklich nicht, aber das kann man nach dem Kauf direkt neu vermessen und einstellen lassen.
Gibt dazu hier auch einige Berichte.

Was Assistenzsysteme angeht, ja da ist Tesla echt kein Vorreiter in Europa.
Was die Autos in den USA mit FSD können ist wirklich echt top und bietet quasi niemand anderer, aber unsere EU Software ist dagegen echt ein Witz. Muss man halt auf das erlösende Update warten, dass wir auch Mal eine neue AP Version seit vielen Jahren erhalten.

1 „Gefällt mir“

Da kann man mit einem Fahrwerk die Situation verbessern, komfortabel wirds aber nicht.
Laut bleibt es ab 120.
Ich würde mit heute keinen Tesla mehr kaufen.

1 „Gefällt mir“

Tesla fahren heißt mit den Mängeln der Assistenzsysteme leben lernen. Sind auch nicht wirklich Verbesserungen zu erkennen. ABER beim elektrisch fahren liegt Tesla immer noch vorne. Ungeschlagene Effizienz und ein sehr gut ausgebautes Ladenetz mit meistens im Marktvergleich günstigen Preisen.
Hätte ich allerdings eine eigene Lademöglichkeit und würde nicht 25.000 sondern vielleicht 10.000 km im Jahr fahren würde es wohl kein Tesla.
Und ein Hybrid ist kein Elektroauto, mit den Auspuffrohren muss man sich ja an jeder Ladesäule schämen!

Erst einmal danke für eure Antworten. Da waren meine Eindrücke ja nicht ganz falsch. Klar, das ist alles subjektiv und auf meine Bedürfnisse bezogen.
Das mit dem Parken hatte ich auch bemerkt, aber fand es etwas unfair es auch noch aufzuführen, da man diese Funktionen manchmal erst kennen lernen muss.

Künftig werde ich mich weiter etwas schämen müssen @anon86087381, denn es wurde nun erst einmal ein Hybrid, der die tägliche Strecke aber rein elektrisch schafft und auf der Arbeit, wie auch daheim geladen wird.

1 „Gefällt mir“

Hybrid würde ich heutzutage auch auf keinen Fall mehr nehmen.
Vereint halt die Nachteile beider Antriebsarten, wüsste jetzt nicht für was man sowas kaufen sollte.

Wenn du mal die rein elektrische Konkurrenz die dir gefällt probefährst kannst du dir dann entscheiden was dir besser gefällt. Trotz der Assistenznachteile kommen weiterhin viele zu Tesla zurück, weil es das bessere Allround Paket ist.
Wobei das erwähnte Ladenetz kein exklusiver Vorteil mehr ist, kann ja jedes andere <500V Auto auch dran laden.

1 „Gefällt mir“

Aber dann hätte es auch ein richtiges eAuto getan. Hybrid ist ein Relikt aus der Zeit, als es noch nicht genug Ladeoptionen gab. Aber Hauptsache Dir gefällt‘s, viel Spaß damit.

Manchmal frage ich mich echt ob es so einen TFF-Bot gibt, der hier im regelmäßigen Abständen ähnliche Geschichten schreibt nach dem Motto: ich finde Tesla ja super und mein nächste sollte einer werden ABER dann Fernlichtassistent, Tempomat, Wischerautomatik, Fahrwerk, Spaltmaße, …

Dann lasst es doch einfach und kauft euch ne Seifenkiste. Jedem das seine. Meine Meinung!

2 „Gefällt mir“

eben: Hybrid ist nicht so schlecht, wie hier alle sagen.
Würde mir auch passen, z.B. so ein RAV4 Plug in, fürs Pendeln reichts, auf Langstrecke gibt es zwar Ladesäulen, aber nachts Zwangspausen sind auch nicht meins; und nein, ich muss nicht alle 2h pinkeln!

Geht nur mit schmezhaftem Verlust! Dran gewöhnen, dass nix richtig funktioniert ist einfacher!

95 % der hier im Forum beschriebenen Probleme oder Aussetzer hat mein M3 nicht (oder ich merke es nicht). Und ich bin mir sicher, dass hier auch nur die sich äußern, die negative Erfahrungen gemacht haben und die schweigende Mehrheit zufrieden ist. Nicht die lautesten sind die Mehrheit - wie in der großen Politik!

6 „Gefällt mir“

Wenn es dich nervt, warum antwortest du dann hier? Tesla konnte ich bisher nicht super finden, da ich jetzt erste Praxiserfahrung erst gesammelt habe und mir hier einfach eine Rückmeldung von Menschen einholen wollte, die täglich mit Tesla konfrontiert sind.

4 „Gefällt mir“

Ich fahre das Model 3 seit über drei Jahren und bin sehr zufrieden damit. Für mich und mein Fahrprofil passen die Assistenzsysteme
Bezüglich Fernlichtautomatik, da kam mir (ich war als Fußgänger unterwegs, er hatte aber Gegenverkehr) ein Mercedes entgegen, da konnte man wirklich an Stroboskop denken. So ein wildes Geflacker habe ich noch nie vorher gesehen.

2 „Gefällt mir“

Es nervt @Albatros_LE nicht sondern er wollte Dir einen Blick auf seine Sichtweise der Dinge bieten. Und ja , der Bestand der Tesla-Fahrer wächst rasant , weil Sie gute Autos bauen zu relativ fairen Preisen und lieferfähig sind.
Meine Vermutung : Du bist für dieses Fahrzeug nicht gemacht .

Ein X ist eine ganz andere Fahrzeugklasse und kein Vergleich. Auf Verbrenner Basis wäre das zwischen dem BMW3er und einem X7 .
Ein Y ist ebenfalls ein SUV , preislich aber identisch und noch aktuell mit der "normaleren " Technik (Lenkstockhebel etc.)
Die Frage die ich mir bei Dir stelle : Was nimmst du als Referenz zum Vergleich aus deiner Vergangenheit? (Audi A6 Avant Quattro BMW 5er etc…)

1 „Gefällt mir“

Privat ist die aktuelle Referenz der Cupra Leon. Beruflich fahre ich derzeit (keine eigenen Dienstwagen sondern Fuhrpark für mehrere Mitarbeiter) auch E-Autos - in dem Fall den E-Up und ID 3 und 4.
Ich bin an die Suche völlig ergebnisoffen gegangen und habe vieles Probe gefahren und viele Infos eingeholt. Generell mag ich das Gefühl des elektrischen Fahrens und die Möglichkeit immer ein fahrbereites Auto vor dem Haus zu haben (also unabhängig von der Tanke), daher ja auch das Interesse an dem Modell3.

Wobei es mir da gar nicht um einen Vergleich 1 zu 1 ging, oder darum, Tesla schlecht zu machen - habe ja auch versucht die positiven Dinge, die es auf jeden Fall gab und gibt mit zu erwähnen.

Der Vermutung das ich nicht für das Fahrzeug gemacht bin, oder umgekehrt :upside_down_face: kann ich mich nach den Rückmeldungen hier guten Gewissens anschließen.

3 „Gefällt mir“

Beschwert man sich über das Licht am Tesla, kriegt man oft den Hinweis, man möge einen Augenarzt aufsuchen, oder den Führerschein abgeben. Was diese Herren tun, wenn mal ihre Sehfähigkeit nachlässt, wird man sehen, aber wohl nie erfahren.
Natürlich kann man sich auch einen Mercedes kaufen, der hat besseres Licht und kostet das Doppelte.
Bleiben Beschwerden in Foren aus, wird Tesla auch nix verbessern.

Beschwert man sich über den Autopiloten, kriegt man auch gern Gegenwind. Das liegt oft daran, dass die Antwortenden gar keinen adäquaten Vergleich haben. Wer kennt schon 10 unterschiedliche, aktuelle Fahrzeuge gut genug, um tatsächlich relevante Unterschiede benennen zu können.
Wenn man das Ding nicht regelmäßig im Stadtverkehr verwendet, um sich ne Zichte zu drehen, oder so irre ist, autopilotiert in eine Baustelle reinzufahren, funktioniert der Tesla-Autopilot ebenso gut, wie jeder Andere, aber eben leider nur bis 140 Stuckies.

Ein Auto in 2023 ohne Einparkhilfe vorne überhaupt auf den Markt zu bringen, ist für mich ne Zumutung. Hier wird einem dann auch gern entgegnet, dass es das in den 70ern auch nicht gab, mit spaßfreien Aussagen nach dem Motto: „Wie sind wir damals nur unfallfrei durch den Verkehr gekommen.“ Diesen Leuten wünsche ich dann ein Türschloss und eine Kurbel im Bug zum Anschmeißen ihres Fahrzeugs.

Sich über die Wischerautomatik zu beschweren ist müßig, da hat jeder Fahrer andere Ansprüche und Gewohnheiten. Wie oft höre ich von meiner Freundin, ich möge doch mal wischen, obschon ich mit der Wischfrequenz grad total zufrieden bin.
Dass Tesla die Wischautomatik zuschaltet, wenn der Autopilot eingeschaltet ist und der Wischer dann wischt, obwohl der Himmel blau ist, ist total irre und natürlich auch schlecht für die Wischerblätter.

An die meisten Macken meines Model 3 habe ich mich gewöhnt, aber vor Allem will ich nie wieder ein Auto haben, das nur auf Knopfdruck startet und keine Furzkissen hat :smirk:

Das neue Model 3 soll ab 120km/h mies auf der Straße liegen. Ich sah das in einem Video von Felixba, die Begründung findet man evtl. im aktuellen Video von AT Zimmermann, denn Tesla hat wohl die anfälligen Uniball-Gelenke der Vorderachse gegen irgendeine 80er-Jahre-Technik ersetzt. Ob das Einstellen der Spur da hilft, wird sich zeigen. Ich war etwas enttäuscht, als ich von diesem Mangel erfuhr und hoffe sehr, dass das bald behoben wird. Ansonsten muss man sich wohl ne fette Frittentheke auf den Kofferraumdeckel kleben.

3 „Gefällt mir“