Was begrenzt die maximale Zuladung beim Elektroauto?

Moin,

ich habe die Vorstellung vom Toyota bZ4X gelesen(1) und dort wurde eine maximale Zuladung von 270 kg (75 kg Fahrer?) veranschlagt.

Das ist nach meinem subjektiven Empfinden ein neuer Tiefpunkt, insbesondere in Anbetracht der Größe des Fahrzeugs. Jedoch scheint das ziemlich viele aktuelle Elektroautos zu treffen, dass die maximale Zuladung knapp dimensioniert ist (Ich würde da z.B. auch M3SR und MY dazuzählen).

Daher meine Frage an die Spezialisten im Forum: warum ist das so? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es technisch schwierig ist 100 kg mehr zu ermöglichen, oder täusche ich mich da? Gerade bei Elektroautos würde ich ja ausschließen, dass der Mehrverbrauch oder fahrdynamische (tiefer Schwerpunkt) Überlegungen eine Rolle spielen. Gibt es „juristische“ Gründe wie kombiniertes Gewicht mit dem Anhänger in Europa? Oder gibt es schlicht keine Nachfrage weil eh alle alleine im Auto sitzen?

(1) Rund 500 km Reichweite | heise Autos

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Die maximale Zuladung ist die Differenz aus zulässigem Gesamtgewicht und dem Leergewicht des Fahrzeugs. So einfach ist das.
Und BEVs sind schwer.

Allein das verfügbare Volumen begrenzt die mögliche Zuladung :wink:

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Darauf wäre ich nicht gekommen :wink: Dann noch Mal die Frage für dich: Warum baut man als Autohersteller nicht ein Auto mit 100 kg mehr zulässigem Gesamtgewicht? Das wären immerhin bei den hier genannten Autos so was um die 5% mehr.

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Ich kann das Model 3 sicher überladen ohne dass die Fahrgäste außergewöhnlich schwer sind. Beispiel Urlaubsfahrt mit 3+ Personen, Gepäck, Fahrradträger auf der AHK (+ 60 kg), eventuell Dachbox (bis 75 kg).

Mehr Zuladung bedeutet ein stabileres Auto, mehr Blech, besseres Fahrwerk…etc.
Also mehr Gewicht und somit weniger Reichweite. Zudem noch teurer. Ein Teufelskreis.
Da die Autohersteller überall bisherige Technik verbauen bleibt am Ende wenig Zuladung über.
Schwere Batterien, schweres Chassis und dazu noch der SUV Wahn.

Mercedes EQA kann 430 Kg zuladen, Model S je nach Ausführung 370-450 kg.

Ein höheres Gesamtgewicht bedeutet verstärktes Fahrwerk, Reifen mit höherer Tragkraft, verstärktes Chassis, also immer noch mehr Gewicht.
Es macht keinen Sinn.
Im Übrigen fragtest Du in der Titelüberschrift, was die Zuladung begrenzt. Die Frage hatte ich Dir beantwortet. :stuck_out_tongue_winking_eye:

Der EQS liegt mit 2.6 to auch schon nahe an der 2.8to Grenze - irgendwann ist Schluss.

Beim Leergewicht ist der Fahrer bereits mit eingerechnet - mit 75 kg.

Jedes Fahrzeug muss gewisse Kriterien erfüllen, die gewichtsabhängig zu höheren Belastungen führen.

Bau ich ein Auto dass 266km/h fahren darf, dann muss das Fahrwerk dann auch mit der vollen Zuladung auskommen.

Bau ich ein Auto mit max. 160km/h gehen die Belastungen runter.

Begrenzte ich das Drehmoment, gegen die Belastungen runter, aber auch der Fahrspass.

Dann gibt es noch normierte Belastungen wie Crashtests, die auch zu mehr Aufwand führen können, wenn das Gewicht steigt.

Und das ergibt natürlich eine Unmenge an wirtschaftlichen Zielkonflikten.

Das zulässige Gesamtgewicht und damit die Zuladung sind dann eben der Ausdruck des Herstellers, wie er den Zielkonflikt als ideal gelöst ansieht. Natürlich könnte ich jedes Auto zum Familienpanzer machen, aber das heisst dass die Käufer die das nicht brauchen das dann eben auch bezahlen.

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Du hast die Frage beantwortet wie man die Zuladung anhand der Werte im Fahrzeugschein die Zuladung berechnet, was mit meiner Frage nichts zu tun hat. Ich frage welche Gründe es gibt, dass niemand T-Shirts größer als XL herstellt, du antwortest mir wo ich am T-Shirt die Größe nachschauen kann. Tolle Wurst.

Das bedeutet a) nur mehr Gewicht wenn wirklich einer dieser Faktoren vorher begrenzend war (ob und welches Element begrenzt war Teil meiner Frage) und b) wird z.B. der Reifen wenn überhaupt kaum mehr wiegen um 100 kg mehr Auto zu tragen.

Der im Eingang erwähnte Toyota wäre ja dafür ein gutes Beispiel: mit 160 kW ist der jetzt wahrscheinlich nicht durch hohe Geschwindigkeit oder riesige Drehmomente begrenzt.

Crashtests sind natürlich ein guter Punkt an den ich bisher noch nicht gedacht hatte.

Das ist mir klar, was ich nicht verstehe ist warum die E-Auto Hersteller bisher noch keinen Familienpanzer hervorgebracht haben…

Das hört sich gefühlt schon sinnvoller an, aber wenn ich sehe das ein BMW 3er oder A4 Limousine jeweils 500 kg+ befördern können (bei gleichem Leergewicht wie das TM3), dann kommt mir das auch nicht übermäßig viel vor für die Fahrzeugklassen.

Richtig.
Aber der Reifen wird teurer, steifer und muss mit mehr Druck gefahren werden. Das willst Du nicht wirklich.

Mal im Ernst, nehmen wir mal 400 KG ohne Fahrer! Dann nimmst Du noch 4 Personen mit und hast noch ca. 100 kg für Gepäck. Somit volle 5 Personen, das sollte reichen…

Ja, ich meine das ist immer Geschmackssache, aber sagen wir mal wenn ich mit meinem Ruderverein einen Ausflug mache, dann muss das Equipment noch separat transportiert werden :wink:

Ich wollte aber eigentlich auch nicht so sehr diskutieren was jetzt ausreichend ist, sondern warum bisher alle Elektroautos so knapp bemessen sind bei der Zuladung. Vielleicht gibt es aber tatsächlich nicht einen Grund sondern es gab für verschiedene Fahrzeuge unterschiedliche Gründe (TM3 → hohes Drehmoment, Endgeschwindigkeit, Preis überwiegen, TMY → Plattform von M3 geerbt, …).

Der BMW i4 scheint hier interessanterweise aus der Reihe zu fallen: Leergewicht 2125 kg, maximale Zuladung 480 kg. Das ist dann auch wirklich eine Größenordnung die trotz Mehrgewicht mit dem BMW 3er vergleichbar ist.

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ein gutes und unklares beispiel ist auch das model 3 je nach baujahr.
habe neulich ein fahrzeugschein eines aktuellen m3 LR gesehen und das sind mal locker flockig fast 75 kg weniger zuladung als bei meinem m3 LR aus Q3 2020. da bleibt die frage ob das model 3 mittlerweile filigraner gebaut wird? das leergewicht ist gleich aber einfach 75 kg weniger erlaubtes gesamtgewicht - was erlaube tesla :face_with_raised_eyebrow:

Eventuell auch durch Reifen begrenzt. Wenn man E-Autos mit so viel Topspeed bauen will braucht es vor allem bei den Reifen halt ungleich viel mehr Aufwand. Da sinkt die Traglast schnell mal nach unten.
Und da das bei PKW ja quasi nie kontrolliert wird und auch nicht bestraft lässt man die Zuladung halt geing, da das ja nur ein sehr kleiner Teil der Kunden je mal beachtet. Wer drüber ist is dann ja selber schuld.