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Warum sind AC Ladegeräte eigentlich im Auto?

Bei einer Diskussion mit KAPSCH und auch anderen Anbietern von Ladestationen und Geräten, kam bei mir folgende Frage auf:

Warum baut man in ein EV ein AC Ladegerät ein anstatt „einfach“ das Ladegerät aussen zu lassen und damit per DC Stecker das Auto zu laden?

Also simpel: Ladegerät raus, einen „Kasten“ drum rum, rechts einen AC Stecker (zB. CEE 32A rot), links einen DC-Stecker fürs Auto.

Vorteile:
Solche Ladegeräte mit tollen Features könnten am Drittmarkt angeboten werden.
Ich hab nie wieder das Problem „Doppellader oder Nicht“ bei Tesla.
Ich kann mir einfach ein entsprechendes Ladegerät zulegen oder leihen, welches ich gut und passend finde.
Ich brauche kein interes Ladegerät, welches bei Defekt teuer zu tauschen ist.
Autos wären billiger.
Aktuell habe ich ein internes AC Ladegerät und ZUSÄTZLICH eine Ladestation oder einen Ziegel/UMC ausserhalb des Autos. Das muss doch einfacher gehen!

Also was spricht gegen ein EV ohne internes Ladegerät, stattdessen NUR (schnell) DC-ladefähig mit aussenliegenden Ladesystemen? Nur Größe? Gewicht?

Handies laden ja auch so. Der AC/DC Adapter liegt auch „ausserhalb“ des Handies.

Blöde Idee oder umsetzbar?

Dagegen spricht dass Du dann an keiner AC Ladestation mehr laden kannst, es sei denn Du nimmst Deinen „Kasten“ immer mit.

Klar. Jetzt hab ich den Kasten ja auch mit. Halt unflexibel im Auto verbaut.

Der Lader im Tesla wird aktiv mit Kühlwasser gekühlt.
Wie groß und laut (Luftkühlung) soll/darf ein transportabler Kasten sein, um dies leisten zu können?

Du willst also bei AC-Ladesäulen (und das Stromnetz ist nun mal AC) nicht nur das Kabel rauskramen sondern auch noch Deinen mobilen Gleichrichter? :slight_smile:

Schau Dir mal an wie groß die stationären DC-Ladestationen heute schon sind, damit sie Platz haben für die Gleichrichter und Kühlung, dagegen ist das Tesla-Ladegerät extrem klein :slight_smile:

Also liegts „nur“ an der Größe und Unhandlichkeit, wenn ich das so zusammenfassen kann. ( => Optimierungspotenzial vorhanden!)

P.S. Dennoch gibt es natürlich sowas auch am Markt. Aber so günstig und kompakt ist es dann doch nicht :wink:

goingelectric.de/wiki/%C3%9 … _%2B_mobil

Z.B. design-werk.ch/#produkte

Also so gewaltig groß ist der Lader eigentlich nicht, nur nicht praktikabel für einen Transport. Er benötigt etwas die halbe Sitzbankbreite, und da ist die Kühlung nicht mit dabei.

Ein 22 kw Designwerk DC Lader wiegt ca. 20 kg ohne Kabel und kostet samt Chademo Kabel ca. 20.000 € in DE (incl. Transport und Zoll). Ein Supergerät für z.B. den Leaf, der kann an AC nur mit 3,3 / neuere mit 6,6 kW laden. Das Handling ist aber lästig (Gewicht, Größe), da ist es bequemer, einfach ein Kabel einzustecken. Andererseits kann meine Frau erst damit an die Nordsee fahren, ist halt jeweils eine persönliche Entscheidung. Ach ja, natürlich hat der „Koffer“ eine eingebaute Wasser/Luftkühlung!

Dieses Gedankenmodell geistert mir schon lange (nicht teslaspezifisch) im Kopf herum, signifikante Nachteile fallen mir kaum ein.

Laden nur noch auf DC Basis, entweder am Heimlader in bedarfsgerechten Leistungsklassen (genormte Bauweise, variable Leistung durch 1 bis x Ladegeeinschübe in modularen Racks in Parallelschaltung)
Als Minimalausstattung ist ein tragbares 3,7kW Ladegerät ähnlich einem überdimensionalem UMC denkbar (Vielfahrer können sich das meist nicht vorstellen, aber täglich >30kWh bei einer 10h Nacht reicht bereits für mehr als 2/3 aller PKW Nutzer :wink: ).
Für unterwegs superschnelle DC Lader >= Supercharger (oder was auch immer die Zukunft noch an Leistungen/ Ladeoptionen bereithält)
Nach und nach wird öffentliche Ladeinfrastruktur durch DC Lader mittlerer Leistungsklasse ergänzt und sehr langfristig ersetzt.
In der Übergangszeit müssten die Heimlader oder Zweitgeräte bei Bedarf im Fahrzeug mitgeführt werden können

Gerade der Designwerklader mit Brusa NLG664 inside und integrierter Kühlung zeigt, dass das bei kompakten Abmessungen und moderatem Leistungsgewicht (>1kW/kg) durchaus nicht abwegig ist.

Vorteile:

  • Die Ladetechnik ist herstellerunabhängig -> höhere Stückzahlen, mehr Wettbewerb, sinkende Preise.
  • Ladeleistung kann an individuellen Bedarf angepasst werden
  • Kann von einem zum nächsten Fahrzeug übernommen werden
  • Kein unnötiges Gewicht im Fahrzeug

Klar, wer die Vorzüge von 22kW AC onboardladern in Verbindung mit der aktuellen Ladesituation kennt, dem kommt das erstmal als deutlicher Rückschritt vor.
Mit etwas vorausschauendem Blick ist diese DC Geschichte jedoch gar nicht so abwegig

Wird sich zum aktuellen Zeitpunkt aber kaum noch etablieren können, da sind die Weichen schon länger gestellt.

Genau DAS wollen doch die deutschen Hersteller…
AC Lader komplett raus und nur noch DC Ladung.
Ein AC Lader kostet doch nur Geld :frowning:
Also wieder eine Abhängigkeit von den grossen Stromanbietern bzw. Konzernen, die das Geld für SC Lader haben…
Und dann die EV Fahrer mit min. 50ct/ kwh abzocken :frowning:

Heimlader? Und dann noch selbsterzeugter Strom?

Nee, warum nur… das macht Unabhängig, aber das wollen doch die Konzerne nicht!
3,7kW einphasig AC muss reichen…

Weiss nicht, wie ein User nur auf so ein schmales Brett kommen kann :frowning:

Grüsse

Mario

Wie leitest Du von DC Laden die Abhängigkeit ab? Ich meine freilich DC Laden im Sinne dieses Threads (mit eigenem Ladegerät).

Ein " richtiges" DC Ladegerät kostet nunmal viel Geld :frowning:
Die Autohersteller würden AC Geräte komplett weglassen.
DC Laden und gut. Mit der Infrastruktur wollen die quasi nichts zu tun gaben, genauso wie Jahrzehnte gelebt.
Weiterer Vorteil wären Kosten sparen und mehr Gewinn schaffen.

Dann kommen die Strom Konzerne und bauen DC Lader auf.
Auf dem Schild steht dann nicht mehr Liter sondern Kwh.

Niemand (wenige) stellen sich eine Tanke zuhause hin…

Ohne AC Ladung gibt es kaum eine Möglichkeit alles selbst in die Hand zu nehmen.
Klar könnte man sich einen AC-DC Lader hinstellen, aber das ist nicht komfortabel…

Ich kenne sowas von EV Roller.
Der Lader extern. Total umständlich auf Touren…
Also nicht wirklich Alltagsrauglich…

Ein eingebauter Lader ist IMMER einem externen vorzuziehen.

Grüße
Mario

Auch wenn ich 11-22kW im Auto besser finde:

Warum kostet ein „richtiges“ DC Ladegerät richtig Geld? In großen Stückzahlen müsste ein ähnlicher Preis erzielbar sein, wie du ihn ja sowieso schon für das Ladegerät im Auto zahlst. Ist ja das gleiche Ding. Nur die Kühlung kommt noch dazu.

Warum sollte man einen Gleichrichter der bei 90+ % der Ladevorgänge (Home Charging, typische Tagesstrecken) gebraucht wird nicht ins Auto bauen? Nur weil es selten unterwegs mal nicht gebraucht wird? Das ist doch irgendwie seltsam :question:

Wenn das so wäre, warum kostet bei denen dann CCS immer einen heftigen Aufpreis?

Ich glaube dass en Kompromiss die beste Lösung ist.

Im Auto verbaut ein kleines Ladegerät. Das ist günstig und nicht zu schwer. Es ermöglicht Destination Charging, notfalls an Schuko. So kann man am Ziel mindestens soviel nachladen dass man zum nächsten Schnellader kommt, und reicht in dem Pendler aus um seinen Tagesbedarf zuhause und komfortabel nachzuladen. Oft ist ja auch nicht die Infrastruktur für sehr hohe Ladeströme vorhanden. Wer hat schon Mittelspannung oder zumindest 200kW Anschluß zuhause(ich schon :mrgreen: )?

DC Schnellader an den Hauptverkehrsadern um Langstrecke zu ermöglichen. Die teure Infrastruktur wird intensiver genutzt.

Und siehe da, Tesla verfolgt genau diese Strategie. Richtig gemacht.
Es wäre jedenfalls ein Bärendienst für die Verbreitung von EVs wenn man auch noch eine externe Ladebox mit sich rumschleppen müsste. Das würde die Sache sehr unattraktiv machen. Den meisten Nutzern fehlt auch jede Kenntnis über DC /AC usw… Wenn der Stecker passt… -> rein damit.

So ganz verstehe ich allerdings auch nicht die hohen Preise für DC Schnelladestationen. Das sind doch nur einfache Gleichrichter.

DC Lader sind in keinster Weise nur simple Gleichrichter.
Das sind durchaus aufwändig zu bauende DC-DC Wandler. Aus der AC muss durch eine Elektronik eine Stromquelle mit einstellbarer Stromstärke erzeugt werden.
Wäre es ein simpler Gleichrichter dann wäre es eine der AC Spannung folgende Spannungsquelle und diese würde ihren Strom lediglich über den Innenwiderstand des Akkus steuern. Das funzt nicht.
In Prinzip sind die DC Ladegeräte technisch ähnlich der Solarwechselrichter.

Genau so sehe ich das auch. Der Hyundai Ioniq wird forenübergreifend dafür gerügt dass er nur einphasig mit 6,6KW laden kann. Ich sehe darin überhaupt keinen Nachteil denn zu Hause langt das für meine Bedürfnisse immer (in knapp 6 Stunden wieder voll), unterwegs lädt man DC mit 70KW und das bis 80(!)% SOC - das ist fast so schnell wie Tesla (im Schnitt) lädt.

Es ist nunmal so, dass ein AC Lader im Auto Geld kostet.
Ein 1 phasiger kostet weniger als ein 3 phasiger.
Da die Autohersteller Geld sparen wollen und Kosten drücken wollen, wird nur das mindeste eingebaut, zusätzlich wird die Meinung gestärkt, dass EVs doch nicht gehen, also lieber einen ICE kaufen.

Für die Stromkonzerne ist es auch ein Problem, viel Geld in die HAnd zu nehmen und DC Lader in ausreichender Menge zu installieren, so lange es nur wenige EVs gibt ( das einfache Henne Ei Problem…)

1 Phasig reicht zuhause bei kleineren Akkukapazitäten.
aber ab einer gewissen Grösse geht das nicht mehr ( siehe Ampera E)

Die Masse der Leute fährt wie beim ICE gewohnt das Auto leer und will den Akku dann schnell geladen haben, genauso wie es Jahre funktionierte.
Über Nacht vollmachen wird teilweise akzeptiert.

AC Infrastruktur ist recht einfach und günstig, 3 Phasig ist inzwischen quasi ein Muss im Pfichtenheft der Hersteller geworden ( siehe Ioniq)

Grüße

Mario

Für zuhause reichen diese Lader mit 3,7 und 6,7/7,7kw sehr gut aus.

Das Problem ist doch eher, daß die meisten Typ2 Ladestationen 22kw haben, die wenigsten mit mehr als 11kw laden können, aber den gleichen Preis bezahlen müssen, wie einer der mit 22kw lädt.
Ich hätte öfters auch gerne noch den 22kw Lader…