Warum kein 3-phasen Notstrom?

Ich frage nur mal so aus Interesse: warum produziert mein GW2 mit 3 PWs (auf jeder Phase eine) nicht auch auf allen drei Phasen Notstrom? Da bei korrekter Installation des Systems alle Drehstrom-Verbraucher auf der Non-Backup-Seite des GW angeschlossen sind, wäre es doch völlig egal, ob die drei Phasen richtig synchronisiert sind oder nicht…:thinking: Habe ich einen Denkfehler? :sweat_smile:

die ehrliche kurze Antwort? Weil es nicht vorgesehen ist.

Wieso Tesla das nicht macht? Keine Ahnung. Haftung vielleicht.
Aber Notstrom gibt es mit egal wie vielen PW’s ohne basteln nur auf einer Phase.

Schaue Mal auf YT bei Proofwood vorbei.

Der erklärt, warum es, außer bei sehr teuren Anlagen, lebensgefährlich ist, dreiphasig einzuspeisen.

Stichwort Sternpunktverschiebung bei ungleicher Last auf den Phasen!

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geht ja nicht um Einspeisung sondern um Ersatzstrom auf drei Phasen :wink:

Genau aus diesem Grund kann das keine 3phasige Notstromlösung. Es ist ein signifikanter Unterschied ob 230V auf 3 Phasen irgendwie oder eben Drehstrom mit Schieflast erzeugt wird.
Um das durchaus gefährliche Problem für Drehstromverbraucher zu umgehen erlaubt Tesla eben nur Notstrom auf einer Phase. Damit geht bei falsch angeschlossenen Drehstromverbrauchern nichts kaputt.

Solaredge bringt gerade einen Wechselrichter auf den Markt, der 3 phasig Ersatzstom kann. Gehen tut es also.

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klar geht es. E3 DC macht das soweit ich weiß schon länger. Is aber halt aufwändiger. Und der dreiphasige Markt ist, global gesehen für Tesla, eine winzige Minderheit …

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Richtig 3 phasig. Aber eben nicht Drehstrom mit kontinuierlicher Phasenverschiebung von 120 Grad.

3phasig kann auch RCT und Fronius etc. Aber eben nicht Drehstrom. Das sind dann immer 3phasen ohne Phasenverschiebung (RCT) oder mit beliebigem Drehsinn (viele andere). Das ist alles nichts um Drehstrom Verbraucher in der Insel zu betreiben.
SMA hat mit 3St SunnyBoy Island mal damit geworben. Aber davon hört man auch nichts mehr…

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Wobei ich das Tesla System da als konsequenter empfinde.

Nur die wirklich System relevanten Kreise mit dem bisschen an Energie möglichst lange zu versorgen. Und eben keine elektrischen Zuheizer oder Backöfen in Betrieb zu halten die dann den Rest im Akku in wenigen Stunden leer lutschen.

Es geht bei falsch angeschlossen Drehstromverbrauchern sehr wohl was kaputt: Mein Installateur hat damals flussabwärts vom GW2 eine drehstrompumpe angeschlossen. Darauf hat im Notstrombetrieb die einzig vorhandene Phase über den Drehstrommotor in den anderen beiden Phasen einen Strom induziert. Nach etwa zwei Minuten hat sich dann das GW2 verabschiedet und musste getauscht werden. :sweat_smile:

Schieflast auszuregeln ist kein Problem. Aber was machst Du, wenn ein Akku vorzeitig leer ist?
Das Tesla-Konzept ist nicht für drei Geräte gemacht und vermutlich ist Drehstrom auch in den meisten Gegenden der Welt nicht üblich.
Victron kann z.B. 12 Geräte synchronisieren. Mir ist kein technischer Grund bekannt, warum eine 30.000€ Lösung das nicht können sollte.

Und für Drehstrommotoren gibt es Motorschutzschalter. Die schalten den Motor ab, wenn eine Phase fehlt. Unklar ist jedoch, was passiert wenn alle drei Phasen irgendwas hergeben. Wenn der Motor stehen bleibt, dann sollte der Motorschutzschalter helfen, aber der Motor könnte auch rückwärts laufen. Das mögen viele Geräte nicht.

Wie viele Drehstromgeräte gibts denn heute überhaupt noch? Wird das überhaupt noch verbaut? Im Notfall wenn man Notstrom braucht denke ich nicht dass die Kreissäge im Hobbyraum eines der wichtigeren Geräte ist die laufen müssen?

Hab mal kurz nachgesehen, ich hab im ganzen Haus kein einziges. Da ist alles nur einphasig angeschlossen. Dafür kann ich wenn ich will mal locker 50A Schieflast produzieren :rofl: Für Notstrom auf 3 Phasen wäre mir ne Drehstromoption also komplett egal.

Das mag alles gut sein.
Seh es aber mit der Sicht des Herstellers.
Natürlich könnte Tesla auch alle Autos mit 500kW ausliefern. Aber macht das Sinn :wink:
Da muss mit der Möglichkeit gerechnet werden. Nicht mit dem best case.

Wärmepumpe?

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Es geht mir nicht darum, Drehstromgeräte zu nutzen, sondern darum, bei Stromausfall alle drei Powerwalls verwenden zu können.

Oki dann ist die Fragestellung eine andere.
Das hatte ich anders verstanden.
3 PW2 auch alle 3 für Notstrom zu verwenden geht schon, aber NUR wenn Du alle 3 PWs auf die Notstromphase hängst. Was in D aber nicht zulässig ist wegen der Schieflastregel.

das geht prinzipiell. Aber nicht von alleine. Zumindest Stand heute.

Variante 1: Du baust bei PW L2 und PW L3 je einen Umschalter ein. Mit dem kannst du manuell von L2 respektive L3 manuell auf L1 umschalten. So bringst du alle drei PWs auf eine Phase. Davor bitte die PW L2 und L3 am Netzschalter oder am LS (oder am besten beides) abschalten. Dann musst du einmal den Konfigurationsassistenten durchlaufen lassen mit der Phasenerkennung. Der sollte dann alle PWs auf der backup Phase erkennen und dementsprechend auch freischalten.

Variante 2: Alternativ „könnte“ (und ich kann das KÖNNTE gar nicht genug betonen) es auch funktionieren wenn man die PWs alle auf die Backup Phase klemmt, dann den Konf.-Assi laufen lässt und alle als Backup speichert und dann je eine auf L2 und L3 umklemmt. Das habe ich (im Gegensatz zu Variante 1) noch nicht getestet. Nach meinem Verständnis sollte das die Powerwalls als „backup“ markieren. Da jede PW für sich einen eigenen eingebauten WR hat der (im Normalbetrieb) Netzgeführt arbeitet, sollten die PWs ganz normal arbeiten im Netzbetrieb. Wenn das Netz weg fällt „SOLLTEN“ alle drei Powerwalls Notstrom produzieren, da die Phasenprüfung nicht dauerhaft läuft sondern nur im Konf-Assi. Aber das is Theorie. Ich habe noch keine dritte PW und hatte noch nicht den Mut das zu testen :wink:

ACHTUNG !!! HIERBEI KANN MAN SICH POTENTIELL SEINE POWERWALLS ZERSTÖREN !!! ICH ÜBERNEHME KEINERLEI HAFTUNG FÜR EXPERIMENTE !!!

problem gibts doch schon in der küche: der herd ist mit drehstrom (3x16A) angeschlossen. da sind 3 phasen und EIN nulleiter. wegen drehstrom wird der nulleiter maximal mit 16A belastet, egal, was die 3 phasen liefern (16A, wenn nur 1 phase mit 16A an ist bis zu 0A, wenn alle 3 phasen gleichzeitig 16A haben).
das ist so wegen der phasenverschiebung um je 120 grad.
ohne phasenverschiebung liefern die 3 phasen auch 3x16A - der nulleiter aber wird mit 3x16A = 48A belastet. und der nulleiter hat keine eigene sicherung, die bei überlast auslöst.

Unabhängig von den technischen Unwägbarkeiten, die andere besser verstehen als ich, entwickelt Tesla für den amerikanischen Markt, welcher größtenteils einphasig ist.

das ist so nicht ganz korrekt. Der Herd ist NICHT mit Drehstrom angeschlossen. Bzw. angeschlossen ja, weil’s gar nicht anders geht. Aber dem Herd/Backofen ist der DREHSINN vollkommen egal. Der nimmt je nach Modell ein oder zwei Phasen für das Kochfeld und die restlichen ein (oder zwei) für das Backrohr. Ein Herd funktioniert problemlos mit dreiphasigem Ersatzstrom.

Was korrekt ist, ist die vermeintliche Überlastung des N-Leiters. Drum sollte man, wenn man sowas bastelt, auch wissen was man tut und eben wie schon beschrieben einen LS in den N einsetzen. Früher wurden Herde in 5x1,5 verkabelt. Da kann durchaus bei 15,5A auf dem N schon Schluss sein. Heutzutage werden Herde immer in min. 5x2,5 verkabelt. Das sind je nach Verlegeart dann schon 18 bis 24A. Auch hier gilt natürlich sämtliche Abschläge zu berücksichtigen, zB für Umgebungstemperatur.

Ich habe wie beschrieben an meinem N der vom Herd/Backofen kommt einen LS eingesetzt. Damit ist die Überlastung des N ausgeschlossen. Aber das Induktionsfeld zB arbeitet in meinem speziellen Fall (wieso auch immer) nicht wenn einer der beiden L fehlt. Dem alten Ceranfeld war das egal, da liefen halt dann nur zwei Platten von vier.