Warum Elektromobilität angeblich nicht geht

Vielleicht sollte das ein Abwehrangebot sein, weil man einfach nicht will. Man rechnet mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor 1 und Sicherheitsfaktor 10 und schon braucht man 1MW Anschlussleistung und am besten noch ein Kohlekraftwerk :wink: und natürlich Faktor 10 Marge auf jede einzelne Wallbox.

Vielleicht reicht ja auch eine Lösung mit 5 Wallboxen am Anfang, die sich den Anschluss teilen. Gibts da nicht Modelle, die bereits ein Lademanagement integriert haben?

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@dexic @PaulBerlin

Klar ist das ein Abwehrendes Angebot. Jeglicher Einwand und ein alternatives Angebot (von privat) wird abgelehnt mit blablabla.

Ja, der Hauptanschluss muss eh erneuert werden. Ist 1970 rum nur für paar Lampen und Garagentorantrib gedacht gewesen.

Es sind in der Anlage einzelne, abgeschlossene Garagen. Da geht nichts mit paar Ladeplätze. Jede Garage hat einen Eigentümer (gekauft).

Einige möchten einen Stromanschluss, viele sind strikt dagegen (überwiegend ältere). Skeptisch weil ja der Strom eh nicht reicht, die Autos brennen und es sich eh nicht durchsetzt.

Pauschal überwiegt der Anteil derjenigen die sich dagegen aussprechen.

Preis je Wallbox ohne Installation liegt bei circa 4000 Euro, nur das hinschrauben ist mit dabei…

Wer weiß, kommt ja immer drauf an. In unserer WEG sind die zahlen ähnlich stattlich.

80 Stellplätze, „Grundinstallation“ inkl. Lastmanagement ca. 85.000 €, je Wallbox dann nochmal ca. 3.000 €. Wenn man das inkl. Wallbox rechnet sind es auch eben mal lockere 320.000 € - achja, Baujahr 2023 also muss nicht die gesamte Elektrik neu gemacht werden, nur ein paar Kabelschienen unter die decke dübeln, Kabel, T-Stücke, ein neuer Schrank und ein Zähler neu (alles nicht-Elektrikerfachsprech).

Oder pro Stellplatz eben gute 4.000 € bis zur Wallbox - bei Grundinstallation Zwang, Wallbox wer will- es wollten bisher 3… ich nicht, das rentiert sich für mich nicht bei diesen Kosten bzw. ist das Geld dieses Jahr zumindest nicht dafür da. Achso und dann noch monatlich eine Pauschale von 20 € für den Anschluss und Abrechnung der Wallbox, das läuft nämlich alles über einen zentralen Zähler und die Hausverwaltung muss das monatlich auseinanderfrickeln.

Und bevor jetzt wieder die Experten kommen - die WEG hatte mehrere Angebote eingeholt, sofern Betriebe überhaupt eines abgeben wollten, und die lagen alle in diesen bereichen. Wenn das in anderen WEGs besser/anders/günstiger geht ist das doch super. Bei vielen sieht es leider so oder so ähnlich aus wie bei uns.

PS: Und trotzdem fahre ich BEV und will nichts anderes mehr. Ich kann aber nachvollziehen, wenn manch einer da derzeit noch keine Lust zu hat. Auch mich nervt die Laderei manchmal extrem- grade an den Wochenenden bei den häufig gefahrenen 300-500 km, weil ich (nicht Herr XYZ, sondern ich) da regelmäßig auf das Auto warten muss, bis es weitergehen kann und noch dazu durch das unterwegs Laden das Auto längst sich so günstig bewegt wird, wie bei anderen.

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Das ist der Tropfen auf den heissen Stein:

Chemische Industrie 342 Mrd. Kwh/a :wink:
Aber klar das BEV des CEOs hilft die ESG EU zu erfüllen… :see_no_evil:

An die Experten „zurück“, bei mir als auch bei meiner Frau gibt es Wallboxen an jedem Firmenstandort. Manche Ladeplätze sind draußen, meistens aber überdacht im Parkhaus/Tiefgarage. Meistens 8…12 Wallboxen pro „Ladeplatz“. Ich wusste gar nicht, dass das jeweils Investitionen im hohen 6stelligen Bereich waren :joy:

Die Kosten waren auch bei uns erheblich, aber in einer komplett anderen Größenordnung.

Parkhaus mit 100 Stellplätzen
63A Anschluss für das Parkhaus
Ein Zähler für alle Wallboxen
8 Wallboxen
Beschluss, bei dem sich alle Wallboxeigentümer verpflichten, künftige Wallboxen „diskriminierungsfrei“ zuzulassen und sich an ggf. anfallenden sprungfixen Kosten (Hausanschluss, anderes Lastmanagement, …) zu beteiligen.

Das waren die tatsächlichen (gerundeten) Kosten:

Zusatz: wir nutzen KEIN professionelles Backend-System und keinen Dienstleister für die Abrechnung. Die Abrechnung machen wir untereinander aus, koordiniert durch mich, auf Basis der von Keba bereitgestellten Verbrauchsmails sowie der Wallbox-internen Zählerstände.

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Ich fahre morgen nach Hamburg. 850 km hin- und zurück. Werde mit meinem 513 PS Tesla ca. 160 kWh brauchen. Gehe aktuell von ca. 80 kWh á 0,29 € (23,20 €) Hausstrom und ca. 80 kWh á 0,40 € (32 €) SuC Strom aus. Heißt 55 € für Hin- und Rückfahrt und nachladen auf meinen SoC von zu Hause. Vorher fuhr ich einen 310 PS starken TTS. 9,0 Liter (in meinem kombinierten Langzeitverbrauch von 110.000 km) auf 100 km Super Plus. Kostet aktuell 1,809 €. Wären grob 140 €. Habe also nen Delta = Preisersparnis von ca. 85 € für die selbe Strecke.

Ja in DE ist der Strom bekanntermaßen teurer als im europäischen Ausland. Trotzdem schlägt der Strompreis nach wie vor um Längen den Spritpreis.

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Wenn ich mir eure Zahlen so durchlese, läuft es mir kalt den Rücken runter.

Ich versteh da immer noch nicht, warum das so viel Kohle kostet. Dafür verstehe ich, warum sich so viele in Wohnungsblöcken so wehement gegen die eMobilität wehren. Bist du da die Kosten wieder drin hast, Jessas…

Da hat man es als Häuslebesitzer wohl definitiv einfacher, gut meines war ein Neubau von 2018.

Damals gleich ein Starkstromkabel für 220 Euro vom Schaltkasten zum geplanten Carport verlegen lassen.

2023 für 150 Euro ne CCE vom Elektriker anschließen lassen, incl Verlängerungskabel.

go-e Wallbox für 700 Euro gekauft und angeschraubt.

Mein Nachbar hat nun auch ein DiensteAuto, da legt sein Chef für Kabel und Wallbox um die 8k hin. Dafür kannste viel Sprit tanken.

Und warum kostet die Wallbox von Deinem Nachbar 7000€ mehr?

Und bevor hier jemand in Diesel Dieter Manier um die Ecke kommt: schaut auf meine PS-Zahlen. Ich habe mein altes Auto gegen ein neues Auto in der etwa gleichen Leistungsklasse getauscht. Wenn hier irgendein 3 Liter Diesel Sparbrötchen um die Ecke kommt, ja das passt dann nicht wirklich. Aber da sollte man dann das M3SR+ mit aktuell um die 10 kWh / 100 km (wir haben Sommer) zu Grunde legen. Ich liege mit meinen ca. 20 kWh da schon um das Doppelte drüber. Fahre dafür aber auch eine ganz andere Leistungsklasse.

Schau mal meine Zahlen aus Post 705 an.
Die Kosten entstehen hauptsächlich durch folgende Faktoren:

  • Lange Leitungs- und Installationswege
  • Notwendigkeit eines Lastmanagement-Systems
  • Notwendigkeit vergleichsweise teurer Wallboxen (könnte man inszwischen vielleicht auch mit biligeren lösen)
  • Notwendigkeit eines zusätzlichen Sicherungsschranks mit Sicherungen, Verkabelung, …

Meine Wallbox direkt am Haus habe ich komplett selber vorbereitet und der Elektriker hat sie im Rahmen der PV-Installation einfach mit angeschlossen. Gesamtkosten <800€ (inkl. einer easee home).

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Weil man damit sehr viel Geld verdienen kann als Elektrofirma.

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Mag einer unserer Fachmänner einem Laien erklären, was an einem Großserienblechkasten 3500 € kosten muss?

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Wir sind doch hier im Faden, warum Elektromobilität angeblich nicht geht.
Elektromobilität ist zu teuer.

Angefragt wird eine einfache Lösung:

Angeboten wird sowas (zumindest würde ich das bei den Preisen erwarten):

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Weil man mit so etwas leicht Geld machen kann.
Die ganzen Sachen kosten wenig im Großhandel.
Dann wird erst mal saftig aufgeschlagen und zuletzt kommt noch die Arbeitszeit dazu, und die ist in Deutschland teuer. Dann kommt man locker auf die Summe.

Der Kasten selber, die Verkabelung darin und vor allem die Zeit, das alles zusammenzubauen.
Die Positionen in meiner Aufstellung beinhalten jeweils die Arbeitsleistung.
Ist hier aber in der Tat OT und Elektromobilität geht ggf. nicht (wirtschaftlich mit eigener Wallbox), wenn man keine Installation am Stellplatz vorm EFH mit moderner Elektroinstallation machen kann.

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Weil der von Stromkasten zu Carport eine Leitung braucht, die Wallbox von der Firma kommt, die die Elektroinstallation macht und die lieben Handwerker dafür ordentlich abkassieren.

Ich habe ihn auch gefragt, ob das der ernst dieser Firma ist. Aber ihm ist’s egal, sein Chef zahlt das.

In London fahren die Taxen mit 33kWh-Akkus + Range extender herum. Die werden 1x in der Mittagspause und nachts geladen. Der REX wird für weitere Fahrten nach außerhalb genutzt. Aber mit einem 75kWh MY würde das vermutlich auch nicht mehr nötig sein. Also wenn man will, geht’s schon

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Wenn ich mir anschaue, wie viele Taxen z.B. in Hamburg schon EVs sind, dann sehe ich da wenige Probleme.
Besonders mit den größeren Akkus im ID.4/MY.

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Taxi hat ca. 300km am Tag. Ist kein Thema, geht sicher selbst mit 60kWh LFP.

Wir werden schon noch Gründe finden warum es ja nicht gehen kann.

Mal so ne Fantasietaxifahrt mit 300km rund um Muc, 2x Airport, 1x Holzkirchen, MY LR…

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