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warm- und kalt- fahren?

Frage an die E-Motor-Spezialisten!
(Kenne ich bisher nur aus dem Modellbau)

Wie schon in meiner Vorstellung beschrieben, bin ich eigentlich ein Benzin-Junkie und stelle mir vor meinem geistigen Auge immer vor, was so ein Kolben in einem (aufgeladenen) Motor mit macht. Teilweise baue ich die Motoren selber zusammen und habe dann enormes Mitgefühl.
Wenn ich nur kurz zur Post oder zum Bäcker muss, würde ich daher nie im Leben einen 4.4L V8 starten um 2km zu fahren. Im Winter - bei minus 10Grad - uahh - das macht mir Gänsehaut.
Das tut mir in der Seele weh.
Meinen 11er fahre ich i.d.R. immer erst 40km warm. Und am Ende fahr ich ihn dann 10km kalt. Und dazwischen hab ich 50km Spass.
Meine Frau hat diesbezüglich weniger Mitgefühl. Was hin und wieder eine Diskussion über „zu teure Autos, mit denen man nicht mal eben zum Bäcker fahren kann“ aus löst.

Daher liegt hier IMHO einer der absoluten Pluspunkte des elektrischen Antriebs.
Trotzdem: gibt es irgendwelche Flüssigkeiten in dem Fahrzeug (Fett in Lagern) die man lieber warm fahren sollte?
Oder einfach: Einsteigen - Knallgas!

Zumindest das „Kaltfahren“ des Turbos kann ich mir vermutlich in Zukunft schenken. Oder?

Bin gespannt auf die Meinung der E-Motor-Spezialisten.

Grüße
Christian

Keine fundierte Meinung/Erfahrung, aber hier im Forum wurde meiner Erinnerung nach öfter die fehlende Notwendigkeit des Warmfahrens gelobt.

Das Vorklimatisieren dient ausschließlich dem Wohlbefinden des Fahrers

Mit dem Tesla fahre ich vollkommen entspannt auch mal zur Videothek, um noch in der Nacht einen Film zurück zu bringen. Das sind weniger als zwei Kilometer. “Knallgas“ fahre ich da trotzdem selten… Aber wenn ich Lust dazu hätte, würde ich.

Dass das ökonomisch wenig sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Wahrscheinlich verdoppelt sich die Leihgebühr für das Video dadurch, dass ich den Weg mit dem Auto zurücklege, statt zu Fuß oder mit dem Rad… :wink: Ich bin aber überzeugt, dass “kalte“ und “warme“ km im Tesla gleich viel kosten (abgesehen von der Heizung für die Fahrgastzelle, die beim Losfahren am Anfang natürlich erst mal mehr zu tun hat).

Verbrennungsmotoren sind für den mobilen Betrieb leider vollkommen ungeeignet. Damit Verbrennungsmotoren halbwegs effizient, schadstoffarm und verschleißarm arbeiten können, und für eine dauerhaft hochwirksame Abgasnachbehandlung, müssen sie

  • groß sein (richtig groß, 4.4 L ist Spielkram),
  • durchgehend laufen (damit sie nie kalt werden),
  • mit konstanter Drehzahl und Last laufen.
    Das geht nur stationär. Der einzige Grund, warum wir mit diesem Quatsch überhaupt angefangen haben, ist die enorme (fast unvorstellbare) Energiedichte von Erdöl und die Tatsache, dass es sich sehr leicht lagern und transportieren lässt. Das treibt dann so kuriose Blüten wie 7-, 8- und 9-Gang-Getriebe, Doppelkupplung usw. Alles beeindruckende Ingenieursleistungen, aber ja auch nicht “for free“ (Gewicht, Rohstoffe, Kosten, …). Alles nur, um den Hubkolbenmotor irgendwie für den mobilen Betrieb zu vergewaltigen. Was für ein Irrweg.
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Das Vorklimatisieren erwärmt auch die Batterie.

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Was im Prinzp nicht die Lebensdauer des Motors beeinflußen würde, wie bei einem Verbrennungsmotor mit Trockensumpfschmierung, aber den Verbrauch auf den ersten Kilometern verbessert.

Zu Fett in Lagern etc. kann ich nichts sagen. Aber ansonsten musst Du nicht warmfahren, die Software achtet auf alles (ggf. gelbe Begrenzungslinien).

Die Performance der Reifen verbessert sich nach einer gewissen (Warmfahr-)Zeit vermutlich ebenfalls. Im Stadtverkehr bzw. auf Kurzstrecke dürfte das aber keine Rolle spielen, wenn Du nicht an jeder Ampel Vollstrom gibts und dann wieder voll in die Eisen gehst.

Nach Auskunft bei der Auslieferung wird die Batterie durch das Vorklimatisieren nicht erwärmt! Es dient tatsächlich nur dem Wohlbefinden. Die Batterie ist isoliert und wird immer auf mind. 20 ° C gehalten - also auch im Winter wird sie keinen Minusgraden ausgesetzt!

Das ist Quatsch, wer hat denn das erzählt? Die Batterie wird in der Tat nur dann temperiert wenn sie geladen werden soll. Solange das Fahrzeug abgestellt ist wird die Batterie nicht temperiert. Es ist dann mit deutlich geringerer Reichweite zu rechnen bis sie beim Fahren aufgewärmt wurde.

Wenn der Innenraum vorklimatisiert wird, wird auch die Batterie vorklimatisiert, außer im Range Mode.

Puuuuh. Ja, die Fette in den Lagern. Das ist wirklich ein Problem. Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Vielleicht sind es deshalb nur 3,5 Sek. 0-100km/h, wenn ich aus der Garage fahre. :mrgreen:
Ich werde mir heute mal die Lager auf 43,5 Grad vorwärmen und dann nochmal die Beschleunigung testen.

Werden die Lagerfette bei so starker Beschleunigung eigentlich ranzig wenn sie nicht vorgewärmt wurden? :wink:

…ist das mit ein Grund für die Lagerschäden der DUs?

Werd ich getrollt?
War nur ein Beispiel. Kugellagerfette machen sicher keine Probleme. Aber vielleicht sowas wie ein Differenzial-Getriebe?
Oder wirklich gar keine Flüssigkeiten? (Bremsflüssigkeit ist ja eh lieber halt :wink: )

Hervorragend! Ich freu mich schon…
Und zu Thema Effizienz. Ich denke, man könnte da Fahrzeug noch deutlich effizienter bauen.
Aber ich für meinen Teil, kaufe den Tesla auch wegen dem Fahrspaß. Und der Liegt nicht nur am 17" Display.
Hand aufs Herz!

Grüße
Christian

Effizienter? Ich glaube es gibt kein Serien-E-Fahrzeug, das bei 130km/h weniger Energie benötigt. Ach Quatsch: gar kein Serienfahrzeug (mit 4 Rädern) :wink:

Frage: Muss ein neuer MS eigentlich zuerst „eingefahren“ werden (so wie Verbrenner)?

:open_mouth:
Hi HansDampf
Ich bin auch ein „Technikphobiker“ der sich beim Auto in alle Vorgänge reindenkt und Angst bekommt.
Aber du übertreibst es meiner Meinung nach maßlos und das auch noch in eine falsche Richtung.
Mit einem Fahrzeug mit Start-Stop Automatik müsstest du Panikattacken bekommen. Was da grausiges passiert: Dauernd wird beim Stopp der Schmierfilm unterbrochen. Dann verharren Metallteile unterschiedlicher Temperatur eine Weile mit direktem Kontakt (Spannungen im Material). Und dann wieder mit Gewalt Mischreibung bis sich das Ölpolster aufgebaut hat. :wink:
Und mit einem Plug in Hybrid müsstest du tot umfallen: Da startet der Verbrenner ja sofort volles Rohr aus dem Stand. :sunglasses:

Ich halte deine Warm und Kaltfahrwege für absurd übertrieben. Du darfst nicht vergessen, dass auch wenn der Motor vollständig warm ist die Lastwechsel beim „Spaßfahren“ um ein vielfaches schädlicher sein dürften als die „Warmfahrfase“ wenn du da das Fahrzeug nur wie ein rohes Ei behandelst.

Du machst dir meiner Meinung nach selbst was vor. Denn jede Art der Benutzung eines Autos was „Spass bringt“ wirkt enorm negativ auf die Lebensdauer. Und das beinhaltet nicht nur Motor sondern auch Getriebe und Fahrwerk.

Gruß Helmut

Hallo Helmut, dann versuch mal von Porsche irgendeine Garantieleistung bzgl. Motor zu bekommen, wenn die im Protokoll feststellen, dass Du denn Motor kalt auf Volllast gebracht hast, und sei es nur kurz gewesen. Da kannst Du genauso gut versuchen, mit bloßen Händen gegen eine Bentonmauer anzurennen. Es gibt hier im Forum Leute mit einschlägigen Erfahrungen… (Nein, ich hatte nie ein Auto mit mehr als vier Zylindern.)

Und ich denke schon, dass Porsche damit recht hat, weil es nun mal technisch/physikalisch unvermeidlich ist, dass ein kalter Verbrennungsmotor unter Volllast extrem verschleißt.

Natürlich kann man diese ganze Warm- und Kaltfahrthematik auch religiös überhöht betreiben. Zum Glück sind wir Elektrofahrer von derlei Regungen frei und können darüber nur milde lächeln… oder? Wie lädst Du Deinen Akku…?! :wink:

Oh ha! Das verfestigt mein negatives Urteil über diese Firma.

Hmh! Gerade das wage ich zu bezweifeln. Warum sollte der Verschleiß höher sein? Kaltes Motoröl hat sogar eine höhere Tragfähigkeit als warmes. Kritisch ist deswegen nur unmittelbarer Motorstart bis sich der Öldruck aufgebaut hat (ua. Kurbelwellelager) und wirklich alle Stellen benetzt sind. Das ist eine Sache von höchstens Sekunden. Die andere Sache ist natürlich die unterschiedliche Ausdehnung der Bauelemente bei Temperaturänderung. Blöde Sache bei der man als Fahrer aber kaum wissen kann wo und was da kritisch ist. Ich vermute der Lastwechsel z.B. auf der Autobahn wenn man den Bleifuß wieder anhebt, weil vor einem einer die Spur blockiert ist viel schlimmer als nach dem losfahren etwas höhere Last und Drehzahl. Da ist auch die Frage wie der Motor eingelaufen ist, also was er gewöhnt ist.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich trotzdem erst nach erreichen der Betriebstemperatur mein jetziges Auto und auch frühere „trete“ bzw getreten habe. Theorie hin Theorie her. Sicherheitshalber richtige ich mich doch nach der Volksweisheit zum Umgang mit Verbrennern auch wenn mein Maschinenbaustudium mir dafür keine Bestätigung gegeben hat.

Na, ich habe ja noch kein E-Auto. Im Zuge meines starken Interesse daran und speziell an Tesla habe ich mir bei Akkus aber auch viel Wissen angeeignet.
Und Akkus habe ich ja einige zu Laden (Handy, Werkzeug usw.). Ich wünschte ich wüsste nichts über Akkus! Denn es ist ja grausig wie man die zwangsläufig quasi vergewaltigt im Vergleich zu eine E-Auto wo das alles viel besser gesteuert wird. :frowning: