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Vorwärmen der Batterie

Hallo zusammen

Ich habe sehr viele Beiträge im Forum zum Thema Batterievorwärmen an kalten Tagen gelesen. Irgendwie bin ich aber immer mehr unsicher, ob diese Infos alle noch aktuell sind und ob ich dasselbe unter Vorwärmen verstehe. Ich erlaube mir deshalb, nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse zu fragen.

Ich habe die Möglichkeit, in der MUC eine geplante Abfahrtzeit einzugeben. Das würde dann bedeuten, dass die Batterie auf diesen Zeitpunkt hin vorgewärmt wird, oder? Egal, ob ich an einer Ladestation hänge oder nicht. Ist das so?

Und wenn ich dies manuell machen möchte, könnte ich ca. 1 Stunde vorher die Klimaanlage anschalten und durch den Verbrauch wird die Akku auch etwas warm, was auch hilft. Bringt’s das überhaupt mit Blick auf die Reichweite? Oder macht das nur dann Sinn, wenn ich auch an der Ladestation hänge und dann „ohne Reichweitenverlust“ heizen kann, weil die Energie für’s Heizen mehr Reichweite frisst, als das Vorwärmen bringt?

Danke für eure Antworten…

Gruss

Danielos

Nein, damit wird das Fahrzeuginnere vorgewärmt. Wenn Du am Strom hängst, wird zu dem Zeitpunkt die Batterie geladen (bis zu deinem Limit), dadurch wird die Batterie etwas warm. Verminderte Rekuperation wirst Du bei Kälte trotzdem haben.

Hallo Danielos,

das sind ja ganz viele Fragen auf einmal. Dann mal der Reihe nach:

Jein, wie von meinem Vorredner bereits geschrieben. Aktiv erwärmt wird der Akku für die Abfahrt nicht. Womöglich geht einwenig Abwärme aus dem Ladegerät in den Akku (minimal) oder wenn der Wagen schon länger steht und es wirklich kalt ist draussen (-10°C) wird der Akku vor dem Ladevorgang einwenig erwärmt. Ist aber südlich von Oslo fast nie der Fall :wink:

Durch diesen Verbrauch (1-3 kW) erwärmt sich im Akku rein gar nichts.

Wenn du nicht eingesteckt bist, ist das definitiv kontraproduktiv. Da kriegst du maximale Reichweite wenn du erst dann irgendwas machst, wenn du im Fahrzeug drin sitzt, alles andere wäre verloren.

Das einzige was ich mir vorstellen könnte, was wirklich einen spürbaren Reichweitenvorteil hat, ist das Aufwärmen der Kabine 10-20 Minuten vor Abfahrt ab Steckdose. So nimmst du kWh in Form von Wärme mit, da das Aufheizen mehr Energie benötigt als das Warmhalten, und startest dennoch mit einem vollen Akku. Bringt vielleicht so 10-30 km, je nach Aussentemperatur.

Sonderfall: Deine Strecke geht gleich zu Beginn mehrere hundert Höhenmeter bergab. Da wäre ja dann ein kalter Akku sehr stark in der Rekuperation eingeschränkt und man müsste „klassisch“ bremsen. In diesem Fall würde ich versuchen vor Abfahrt mit 11 kW zu laden und ggf. den Innenraum 30min vorheizen (denn dann geht manchmal auch die Akkuheizung zusätzlich an, keine Ahnung wann genau und mit welchem Sollwert für die Zellen).

Ich muss meinen Vorrednern widersprechen.

Geplante Abfahrtszeit heizt auch die Batterie vor, sodass sie bei Abfahrt nicht kalt ist, siehe Screenshot aus dem Handbuch:

https://www.tesla.com/sites/default/files/model_s_owners_manual_europe_de_de.pdf

Und auch beim Vorheizen per App wird die Batterie nach Bedarf geheizt. Dies wird dann in der App durch ein rotes Batteriesymbol angezeigt.

Allerdings stimme ich zu, dass es reichweitentechnisch nur etwas bringt, wenn du gleichzeitig an einer Ladestation hängst, dadurch spart man sich die Heizenergie bei der Fahrt. Wenn das Auto nicht an einer Ladestation hängt, geht es primär um Komfortgewinn (warmes Auto).

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Danke euch allen vielmals für die sehr hilfreichen Antworten. Kannst du, Ensor, mir noch sagen, wo in der App ich vorheizen kann? Ist das in der Sektion „Klima“? Aktuell hat’s bei uns so gegen 10 Grad, ich finde aber nichts. Vielleicht ist es dafür aber auch noch zu warm - oder besser gesagt, zu wenig kalt. :wink:

Ja, einfach bei Klima die Klimaanlage anmachen. Während der Innenraum temperiert wird, wird die Batterie geheizt, falls sie kalt ist. Kann bei 10 Grad passieren, öfter aber eher bei niedrigeren Temperaturen. Ist die Batterie nicht kalt, wird sie auch nicht beheizt.

Wenn die Batterieheizung anspringt, wird dies durch ein rotes Batteriesymbol innerhalb des Klima-Bildschirms der App angezeigt.

Hier ein Screenshot aus dem Internet:

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Danke, Ensor. Ich habe einen offiziellen Knopf gesucht, um das zu starten. Aber somit passiert das automatisch. Danke!!

Ja genau. Einen Knopf nur für die Batterie gibt es nicht.

… obwohl Elon den versprochen hat.

Mir reichen 5-10min Innenraumheizung. Je nach Situation benötigt der Akku aber deutlich länger (>30min) um auf Temperatur zu kommen, was z.B. in den Bergen oder für Schnellladen wichtig sein kann.

Die Automatik verschwendet so unnötigerweise etliche kWh.

fürn Innenraum reichen 10 Minuten (bei mir), wenn ich die Batterie anwärmen will, brauch ich also einen Zeitraum von 30 Minuten Minimum? kann man das so verallgemeinern?

Ach ja, wenn Model S und das Handy zuhause im selben (W-)LAN hängen, dann geht die Verbindung ruck-zuck.

Der Akku wird laut SMT nur bis 8 Grad geheizt. Erst bei etwa 20 Grad aber gibt’s volle Leistung und Reku. Dazwischen muß „warm gefahren“ werden.

Seit August fahre ich ein M3 SR+ und beschäftige mich nun auch mit dem Thema „kalter Akku“. Ich denke, dass Thema ist typübergreifend.

Wenn ich das richtig verstanden habe, macht das Vorwärmen eigentlich nur Sinn, wenn ich eine lange Strecke fahre mit viel Rekuperation.
Wenn ich 30 Min mit 11 kW (ich lasse Eta mal beiseite) lade sind das … 5,5 kWh ! Wagen warm und Batterie u.U. auch. Bei mir wären das 10 % von der Ladekapazität des Akkus.
Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich über die Reku 5,5 kWh wieder zurück gewinne nur weil sie zu 100 % einsatzfähig ist. Sie ist ja bei kalten Bedingungen eingeschränkt, was nicht heißt das sie gar nichts zurück gewinnt.
Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, wenn ich im Flachland wohne und nicht jedes Mal von 2000 ü.n.N auf Meeresspiegelniveau runter fahre/rolle.

Hallo, seid diesem Herbst geht die Akku Heizung auch ohne Landstrom. Hab in der App die Temperatur auf „min“ reduziert um den Innenraum nicht unnötig zu beheizen, wenn nötig werden die Scheiben vorne und hinten aber trotzdem kurz beheizt.
Nach ca. einer Minute wird das rote Batterie Symbol in der App angezeigt. Hilft der Batterie Gesundheit auch bei Kurzstrecken und kann dadurch auch wirtschaftlich sein;)
Jetzt fehlt mir noch die Option AC per App auszuschalten.

Moin. Ist das temperaturabhängig? Ich habe das gerade versucht nachzuvollziehen aber bei mir kommt das Symbol nicht.
Das Auto steht bei 15 Grad Innen- und Außentemperatur in der Garage.

Moin, um die 8° oder 10° geht’s. Eine Garage ist natürlich für die Batterie super.

Absolut! Das begreifen nur leider die wenigsten.

Mich stört deshalb, dass Tesla das in die Automatik der App eingebaut hat, da werden sehr viele kWh in die Akkus geballert für sehr kleine Effekte und unter dem Strich resultiert m.M.n. in 9/10 der Fälle ein Mehrverbrauch.

Beim Model S konnte man noch den „Reichweitenmodus“ aktivieren. Eine Auswirkung davon war das Ausbleiben der Akkuheizung, ausser bei deutlich tieferen Schwellenwerten im arktischen Winter. Bei mir ist dieses Feature deshalb den ganzen Winter im Flachland aktiviert und wird nur in ganz seltenen Fällen bewusst deaktiviert.

Ganz idealistische Elon-ianer befürchten indes, dass der kalte Akku beim beschleunigen / Rekuperieren Schaden nehmen könnte und loben deshalb die Automatik. Das Fahrzeug begrenzt jedoch die effektive Leistung in Abhängigkeit der Temperatur (und anderer Faktoren) so oder so, da kann man also gar nichts falsch machen.

Den zusätzlichen Materialstress durch Erwärmung / Ausdehnung jedes Mal auch nur für eine 10km Strecke über den Akku ergehen zu lassen, das jedoch kann man aktiv vermeiden.

Deshalb nach wie vor ein klares „Gib uns den separaten Akkuheizbutton, Elon, wie du es dem Kanadier versprochen hast“.

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Wenn ich eine Kurzstrecke fahre versucht das hochgelobte Tesla BMS doch auch auf den ersten Kilometern die Batterie sofort mit maximaler Power zu temperieren. Ja, beginn der Kurzstrecke ist eigentlich schon zu spät für das Aufheizen, da das Ziel schneller erreicht als der Akku temperiert.
Richtig, die Wirtschaftlichkeit ist vom Strompreis abhängig bei Kurzstrecken eventuell blödsinnig.
Interessant, über einen Verschleiß wegen erwärmen hab ich noch nicht nachgedacht. Sollte ich diesbezüglich darauf verzichten, auch wenn die kWh vom Netz keine Rolle spielen? Vorwärmen läuft bei mir eigentlich immer über die 16 kw Leitung und eventuell irgendwann in extrem Situationen (Winter Urlaub ohne Steckdose) über die Batterie. Ich denke schon noch daß der Akku kalt sehr empfindlich auf große Ströme reagiert und wenn die Abfahrt absehbar ist auch vorgewärmt gehört. Daß die Batterie im kalten Zustand in der Leistungsabgabe begrenzt wird ist bei gewöhnlichem beschleunigen (sind ja schnell über 100kW Leistung) nicht merklich und dennoch ist jede Belastung bei idealer Temperatur besser, außer die kWh sind zu „wertvoll“. Vielleicht hab ich’s noch nicht verstanden aber wenn es „nur“ um’s kWh sparen geht ist mir auf Dauer eine möglichst geringe Akku degradation tatsächlich wichtiger.

Mir geht es primär um die Degradation / Langlebigkeit und für Kurzstrecke wird deshalb nie vorgewärmt, auch nicht auf den ersten Kilometern (da wie gesagt; Reichweitenmodus ein das ganze Winterhalbjahr).

Vorwärmen ab Steckdose (≥6 kW) ist definitiv schonender für den Akku als Vorwärmen ohne Stromanschluss, da die dafür notwendigen Zyklen entfallen.

Leistungsabgabe und -aufnahme stellen überdies für einen Akku keine symmetrische Belastung dar. So können 10 kW Laden und 100 kW Entladen durchaus gleichzeitig Sinn machen, um das Material nicht zu überbeanspruchen. Tesla ist hier sogar vorsichtiger als auch schon, denn zumindest die Ladekurve ist beim Model S deutlich temperatursensitiver als auch schon.

Ich hätte gerne: Innenraum, Sitzheizung, Akku; zusätzlich zur ach so intelligenten Automatik jedes davon separat in der App zum Vorwärmen anwählbar.

Die Formulierung „… und beheizt die Batterie.“ ist unvollständig (passiert ja schließlich nicht bei 35 Grad im Schatten), korrekt wäre „… und beheizt die Batterie, wenn Tesla es für sinnvoll hält.“. Bei plus 10 Grad ist das offensichtlich nicht der Fall, bei minus 10 Grad aber schon. Irgendwo dazwischen liegt der Schwellenwert, User daabm behauptet ja oben, dass dies bei plus 8 Grad ist - ich weiß es nicht.

Dass Tesla keinen separaten Schalter ‚Akku Heizung‘ anbietet, dürfte den Grund haben, dass dies zu etlichen Anfragen in den SeC „wann soll ich die Heizung denn einschalten?“ führen würde. Bei der Tesla-üblichen Fluktuation und der damit oft einhergehenden Ahnungslosigkeit mancher Mitarbeiter in den SeC würde es oft falsche / widersprüchliche Antworten geben, die nur zu noch mehr Konfusion führen.

Wenn die Funktion nicht zur Akku „pflege“ gedacht ist, :raising_hand_man: