Vorstellung eines ich‘s aus NRW

Weil ich schon krumme Daumen vom Klimpern am Handy habe und dann am Ende grade lernen musste, dass im Profil - über mich - nur 3000 Zeichen erlaubt sind, so müsst Ihr das jetzt hier ertragen.

Oder auch nicht, wenns nicht interessiert, dann mach‘s zu :grin:

Wer das liest, der hat zu viel Zeit.

Und wer hier immer noch liest, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Aber komm gern her, setz Dich hin. Bring aber ein bisschen Popcorn und etwas zu trinken mit, denn meine Geschichte ist lang… sehr lang… langweilig… ein bisschen eintönig und irgendwie doch genau so wie bei vielen anderen.

Du sitzt bequem? - Gut.

Es begab sich einst vor nicht ganz vierzig Jahren. Vermutlich zur Zeit der Abendstunden, als das innige Gerange zweier Individuen ein Ende gleich des Urknalls nahm.

Nach anfangs recht starkem Gedränge auf dem Weg zur neuen Heimat, fand ich für ca. neun Monate ein mauscheliges Plätzchen. Anfangs zeichnete sich dies durch ein äußerst großzügiges Platzangebot aus. Es gab freie Verpflegung und gelegentlichen Besuch eines unbekannten.

Nach einiger Zeit jedoch stellte sich das kleine Fleckchen als unerwartet unflexibel bezüglich des gestiegenen Platzbedarfs heraus. So beschloss ich, dass es an der Zeit war meinen Kopf nach anderen erreichbaren Lebensräumen auszustrecken und in die weite Welt hinaus zu ziehen… ohnehin erschien mir das Interieur meiner Behausung mitunter arg abgenutzt.

Zum Auszug wurde ich nach besten Kräften von meiner Vermieterin unterstützt. Auch die Ausstattung meiner nun neuen Behausung wurde kostenfrei übernommen. So nutzte ich die erste Zeit um soweit wie möglich gechillt abzuhängen und harrte der Dinge die dort kommen mochten.

Genervt von der doch sehr einseitigen Ernährung, sowie der eigenen Unfähigkeit meine gesteckten Ziele selbstständig zu erreichen, wuchs in mir der Wunsch der eigenständigen Mobilität in Form von Krabbeln. Eine wesentliche Verbesserung an der Nahrungsfront konnte durch die Entdeckung der Möhre erzielt werden. So vergingen die folgenden Jahre wie im Flug. Als äußerst höchstbegabtes Kleinkind lernte ich außerdem äußerst schnell die feinen Unterschiede zwischen Ja & Nein, sowie Nein! Und Neeeeeeeiiiiinnnn!!! kennen. - Dieses schon damals erlangte Wissen, kommt mir selbst heute nach unzähligen Jahren noch in diversen Situationen zu Gute und hilft mir bei der Deutung der Aussagen meiner besseren Hälfte ungemein -

Unbeirrt der Meinung dritter beschloss ich das gestiegene Angebot an Platz und Nahrung durch weiteren Wachstum zu kompensieren. Ich lernte nach anfänglichen Schwierigkeiten den Umgang mit den komischen Löchern mit Wasser drin, welche sich wie Wasserfälle auf Knopfdruck verhielten, ebenso wie man Papier nicht nur zum Malen verwenden kann… so vergingen die Jahre und ich wuchs von einem wunderschönen Kleinkind zu einem überragenden Jüngling heran. Getrieben von außergewöhnlicher Neugier und immenser Intelligenz begann ich sodann mit meinem Siegeszug zur Eroberung der Weltherrschaft.

Recht kurzfristig nach dem Start meines Feldzugs begannen jedoch meine Zweifel ob der Erstrebsamkeit der Herrschaft. Schließlich ist mit der Herrschaft über nicht ganz so mit Intelligenz gepriesenen Individuen kein Ruhm verbunden. Ernüchterung machte sich breit und ich beschloss mich bei der Kreation von hoch komplexen Lego Technik Gebilden auszutoben. Nach ausufernden Projekten und hoch komplexen Bauwerken beschloss ich - getrieben von externen Faktoren - mein erlerntes Wissen der Grundschule auf einer weiterführenden Schule zu festigen. Leider - so muss ich rückblickend sagen - hielt ich mich wieder besseren Wissens im Hintergrund und wollte nicht durch das andauernde Korrigieren meiner Mitmenschen und Lehrkräfte auffallen. Ich entschloss mich - zur Wahrung der Tarnung - die Laufbahnen der Schulen als durchschnittlicher Schüler mit leichter Neigung zum Wahnsinn zu durchleben.

Körperlich glänzte ich hingegen durch überragende Leistungen mit Halbgottgleichen Fähigkeiten in den Fächern Sport und Kunst/Musik.

Zu dieser Zeit ergab es sich, dass ich meine unheilbaren Neigungen zu dem neuen Medium namens Computer entdeckte und sich ganz neue Welten bei der virtuellen Vernichtung meiner Mitmenschen und Lehrer ergab… interessanter Weise wurden schon damals die Bestrebungen zur Besiedlung des Mars mit allen möglichen Vor- und Nachteile durch den Menschen in diversen Videospielen behandelt. ( Ergo hat Musk hat seine Vision für SpaceX aus Doom )

Irgendwie blieb ich auch die folgenden Jahre, ja mittlerweile Jahrzehnte an der Technologie hängen und lernte meinen Lebensunterhalt, durch die Unterstützung EDV-geplagter Mitmenschen auf Grund von Mondstellung im Verhältnis zu Sonnenaktivität und Pegelstand des Rheins, zu verdienen.

Irgendwo zwischen drin erstrebte ich zudem den Erwerb eines Diploms, welches ich jedoch frühzeitig abbrach, da (ich zitiere den Mathe Prof) zu Trivial.

Irgendwo zu dieser Zeit ereignete sich ein gravierender Einschnitt in meinem Bisherigen Lebenswandel auf dieser Erde in Form von fleischlichen Gelüsten und dem Bedürfnis zur Schaffung einer längeren und nicht so oberflächlichen Bindung. So fand ich ein Weib, welches unvermeidlich meinem unwiderstehlichem Charme erlag. Aus Gründen war dies auch der Zeitpunkt nicht weiter in den Markt der Zigarrettenhersteller zu investieren, denn ich sah bereits damals, dass diese Industrie keine Zukunft hatte.

Ähnlich wie es sich mit den Zigaretten verhält, wird es mit den Verbrennern laufen. Keiner mag sie mehr so wirklich haben wollen. Wie sehr sie stinken merkt man dann, wenn man mal wieder einen in der Tiefgarage vorbei fahren sieht, doch einige wenige werden nicht drauf verzichten wollen, müssen dann allerdings zukünftig zum Rauchen, äh. Fahren draußen vor der Stadt bleiben… der Weg dahin kommt uns jetzt noch so lange vor, aber die Jahre rasen und 2050 haben einige von uns lange Eier und noch längere Bärte mit grauen Haaren. Und die Jugend glotzt uns dumm an, wenn wir von „Motorensound“, „Steuerketten“, „Kühlwasser“ oder einer „Ölwanne“ erzählen. Ähnlich den Kids von heute, wenn sie den USB Anschluss an der Kassette nicht finden. Einfach, weil es diese Dinge da schon seit 20 Jahren nicht mehr gibt.

Zurück zu mir. Schließlich geht es um mich und mein unverwechselbares Genie.

Durch die nun großen Finanziellen Einsparungen kamen wir - also mein holdes Weib und ich - in die Versuchung des Erwerbs eines eigenen Domizils. Zu jener Zeit befand sich ein Schlitten (Al Capone Car) ganz nach meinem Geschmack eines Amerikanischen Herstellers aus Mexikanischer Produktion in unserem Besitz. Man befand sich in einer kleinen eingefleischten Community in welcher man sich auch heute noch gegenseitig grüßt. So verbrachten wir einige gemeinsame Ausflüge und Saufgelage miteinander. Doch zog es uns nach einigen Jahren weiter. So nahm ich mein Weib zur holden Gemahlin und hatte lernen müssen, dass dies als eine Art Wendepunkt der männlichen Selbstbestimmung zu werten war. Die Bestrebungen zum Erwerb eines eigenen Nests wurden verstärkt und es erfolgte die intensive Suche in diversen Onlineportalen. Irgendwo zwischendurch zündeten auch die Bemühungen das Genie meiner selbst durch Vervielfältigung zu bewahren und wir waren nicht mehr nur zu zweit Unterwegs. Auch bei der Suche der neuen Behausung ergab sich durch einen Zufall und viel Vitamin B die Gelegenheit zum Erwerb eines passenden Objekts.

Leider konnte ich auf Grund der Lage der neuen Behausung meine zutiefst verehrte Königin nicht davon überzeugen weiterhin mit nur einem Gefährt zu leben und so mussten wir uns für einen passenden Zweitwagen entscheiden. Schon damals frohlockten die Neuigkeiten des Herstellers Tesla mit dem Model S, oder aber den Roadster. Doch wurden meine frohlockend und jauchzend vorgetragenen Ideen von meiner hochheiligen königlichen Gemahlin abgeschmettert, da für sie ein Leben unter einer Brücke, jedoch mit tollem Auto nicht in Frage kam.

Auch fand ich zu jener Zeit heraus, dass der Hersteller Renault als elektrischer Pionier mit einigen neuen Modellen den Markt zu erobern versuchte. Doch auch hier wurde ich mit Entzug von körperlicher Liebe und Zärtlichkeiten schnell - wenn nicht instantan - überzeugt, dass auch ein Smart ein toller Zweitwagen ist. Der kleine Herr Sohnemann wollte nach einer Probefahrt auch nicht mehr aussteigen und so entschlossen wir uns eines der kleinen Spaßmobile zu erwerben. Im Verlaufe der glücklichen Jahre konnte ich lernen, dass in einem Smart durchaus auch eine 1,75 Meter lange Leiter transportiert werden kann, ohne irgendwelche geöffneten Fenster…

Mit der Zeit wurde der nun 10 Jährige Amerikanische Wagen mit deutschem 220er Dieselherz durch einen 318er Touring ersetzt, da es als Erstwagen noch keine wirkliche elektrische Alternative gab und das Freiluftschlafen im Tausch für ein Model S noch immer von der Regierung abgelehnt wurde.

Da unser Nachwuchs mit der Zeit einen eigenen Willen Entwickelte und wir uns dazu entschlossen haben, dass 4 eine grade Zahl ist, mussten wir den lieb gewonnenen Smart durch ein Zweitmobil mit mehr Platz ersetzen.

So begab ich mich erneut auf die Suche nach einer schönen Alternative und fand günstige und gut eingefahrene Elektroschleudern eines französischen Herstellers in den gängigen online Plattformen. Kurzentschlossen fuhren wir also an einem Freitag Nachmittag ca. 50 km zu einem Autohaus und beschauten uns dort ein Objekt, welches für uns passend erschien. Leider war es nur möglich den Wagen anzusehen, nicht jedoch Probe zu fahren. Wir fanden ihn allerdings geil und kauften das Fahrzeug. Weil, warum nicht.

Zur Abholung dann fuhren wir ca. 80 km vom Autohaus zu einer Ladesäule in der Nähe unseres Domizils, da wir natürlich über keine Lademöglichkeit an trauten Heim verfügten. - Eine Garage mit Steckdose war vorhanden, aber auch mit viel drücken wollte sich das Typ 2 Kabel nicht kooperativ erweisen und zur Schukodose Kompatibilität aufweisen.

Das erste Laden an der öffentlichen Säule hat zu unserer Überraschung nicht lange genug benötigt, um uns ein Eis zu bestellen und dies auch auf essen zu können, was uns direkt als äußerst negativ bei dieser Elektromobilität auffiel.

Leider musste ich mangels Lademöglichkeit nun häufiger in die nächst gelegene Stadt fahren und die ca. 40 minütliche Ladezeit jeweils mit dem Erwerb von Zeitschriften überbrücken.

Aus Gründen der Convenience entschieden wir uns nach einigen Monaten einen dieser optionalen Ladeziegel zu erwerben und laden seither die Elektrokutsche in der heimischen Garage oder vor dem Haus. Die theoretisch möglichen 43 kW an einer Schnelladesäule kann das Gefährt sicherlich auch. Benötigt haben wir es jedoch bisher noch nie.

Die Zeit verging. Der noch willenlose Nachwuchs nummero zwei erblickte das Licht der Welt und fährt von Geburt an elektrisch. Was Tanken ist, ist höchstens von Urlaubsfahrten mit dem Verbrenner bekannt… der 318d wurde von einem 320 GT abgelöst, da dieser einfach unfassbar viel Platz bietet für allen möglichen Gedönse, welches man schon mitnehmen muss, wenn man alleine mit den Kurzen einmal einkaufen geht. Doch kurze Menschen werden in der Regel größer. Und Junge Menschen werden älter… und Papas lernen Lohntüten zu lesen und mit allen 10 Fingern zu rechnen… irgendwann kam dann die Einsicht: Warum Zahle ich für diesen (zugegeben total geilen Karren) da draußen eigentlich ca. 690€ / Monat und der gehört später dann nicht einmal mir? Und so begann die Suche nach Alternativen. Zwischenzeitig hatte dieser Hersteller - Tesla - Der mit dem Mann, der auch gutes Haarwachsmittel hat - auch ein top Auto auf den Markt gebracht, welches zu Preisen verfügbar ist, die unter der Brücke dann auch eine Isomatte und Schlafsack ermöglichen. Dann kam auch noch Corona, Homeoffice, doppelte Förderung für Elektroschleudern… 3% weniger Mehrwertsteuer… und ein Bestellprozess mit irgendwie 4 Fragen später grinste mich ein Igel an. Am schwersten war hier die Frage nach meinem Geburtsdatum.

Es kam so, wie es kommen musste… der 320 GT ist noch immer ein tolles Auto, aber nicht mehr mit mir als überaus Sexy Fahrer. Dafür steht im Carport nun seit September 2020 ein Model 3 - Gottseidank mit ohne Cloudy White - wir haben noch immer keine eigene Wallbox, aber sie kommt… wenn kein neuer Schnee mehr fällt, kann der Buddeltrupp bestimmt auch im März Löcher machen… und wenn, ja wenn … ja was weiß ich denn…

Ach. Übrigens. Moin, Servus und Olé

Ich bin der Stefan und düse durch NRW

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Schreibst du sonst Gesetze oder Betriebsanleitungen?

Der letzte große Absatz ist wichtig für Leute mit wenig Zeit zum Lesen…!

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Sehr geil geschriebene Vorstellung! Amüsant zu lesen, ich erkenne mich darin selbst ein wenig wieder :smile: Deiner Schilderung nach solltest du aber aufpassen, dass dein „Weib“ das hier nicht liest, aus Erfahrung könnte die Nummer knapp werden :wink:

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Ach verdammt, ich möchte doch eigentlich nur gerne das T haben :grin:

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Stimmt, da steht drin, dass ich gut aussehe :joy:

Schreiben kann ich nur kompliziert. Also für Anleitungen… ja… könnte interessant werden für diejenigen, welche Anleitungen auch wirklich lesen… warte… moment… Du meinst doch nicht etwa, das ich immer viel schreibe, was keinen interessie… sowas… :stuck_out_tongue_closed_eyes:

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Danke danke.
Mein Frauchen hat recht früh gelernt mich durch die sanfte Anwendung von Gewalt nach ihren Wünschen zu lenken. Ich denke sie wird mir vergeben und meinen manchmal fragwürdigen Humor verstehen :grin:

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schön, dass du zum model 3 gefunden hast und jetzt spaß daran hast.

aber ich will die mir gerade gestohlenen 5 minuten lebenszeit wieder haben! :expressionless:
ich hoffe, du drückst dich im alltag nicht so geschwollen aus…sonst wäre das schwer erträglich.
manchmal ist weniger doch mehr. :star_struck:

von deinem model 3 z.b. erfahren wir nur, dass es weiß ist.
aber wenn du spaß damit hast, dann ist es ok. :smirk:

madmax

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Sehr unterhaltsame Vorstellung, auch ohne Poppkorn :rofl:

@zslic
Ich schiebe dich mal in die richtige Kategorie „Benutzervorstellung“.
Dann bitte noch ein, zwei „private“ Außen-Fotos von deinem Auto und dann steht deinem „T“ nichts im Weg :grinning:

Hui. Skusi. Das hab ich wohl verbockt mit der richtigen Ecke. Besten Dank dafür!

Fotos hab ich auch.


Ich wollte das erst gar nicht lesen, hat mich aber trotzdem nicht losgelassen. Sehr amüsant!!

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Na dann gibt es auch ein „T“…

Danke für die kurzweilige Vorstellung.
Weiterhin viel Spaß mit dem M3 und natürlich hier mit uns… :wink:

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