Von Portugal mit dem M3 LR zurück ins Rheinland

Hallo zusammen,

dieser Reisebericht ist eine Ergänzung zu meinem Bericht von vor 4 Wochen.

Ich möchte nicht alles vom ersten Bericht wiederholen, sondern möglichst kurz erläutern, was mir auf der Rückfahrt von Vila Nova de Gaia nach Grevenbroich mit 2 Übernachtungen aufgefallen ist sowie Hinweise ein paar Hinweise zu den von mir benutzten 9 SuC geben.

Unterwegs war ich mit meiner Partnerin sowie 2 Kindern im Alter von 6 und 9 Jahren und einem prall gefüllten Kofferraum. Dafür, und dass ich dieses Mal nur Autobahn gefahren bin, bin ich mit dem Verbrauch ganz zufrieden:

Mein Model 3 hat kein EAP oder FSD und die 18’’ - Felgen mit Aero.
Der Softwarestand war die 2021.4.18.2, das Angebot zum Update auf die 2021.12.25.7 habe ich nicht wahrnehmen wollen.

Fahren im Model 3
Die reine Fahrzeit war weniger als 2h länger als auf der Hinfahrt, verursacht durch die 2.5h Zeit, die wir im Stau rund um Bordeaux zugebracht haben sowie ein paar kurzen Fahrten in der Normandie. Gespart habe ich sicher auch die eine oder andere Stunde, weil ich mit meinen Passagieren an Bord nur Autobahn gefahren bin.

Der längste Teil war die Fahrt am 2.Tag von Palencia in Spanien bis nach Caen in der Normandie über insgesamt fast 16h - unterbrochen lediglich von den nötigen Stops an den SuC und der einen oder anderen kurzen Bio-Pause.

Selbst diese Fahrt war an Bequemlichkeit kaum zu überbieten und auch die Kids haben den großzügigen Platz und die bei A.T.U. gekauften Taschen für die Rücklehnen der Vordersitze genossen, dazu wurden die beiden Tablets zuverlässig über die USB3 Stecker geladen.
Ein WLAN für alle im Auto hätte ich mir manchmal aber schon gewünscht.

Der Anteil des AP an der Fahrt war sicher mehr als 90% und speziell im Stau habe ich dessen Vorteile immer mehr zu schätzen gewusst, um mir das ewige Stop&Go etwas zu erleichtern.

Auffälligkeiten beim Fahren:

  • Das Überschreiten der maximal vom AP möglichen Geschwindigkeit von 150 km/h führt - wenn dieser eingeschaltet ist - zum Abschalten des Spurhalte-Assistenten, der erst nach dem Einlegen von „P“ wieder verwendet werden kann.
    Darüber wurde hier schon berichtet, aber warum das so sein muss erschließt sich mir nicht und ist höchst lästig

  • Beim Spurwechsel von der rechten über die mittlere Spur hinweg zur linken Spur hatte ich mehrfach die Warnung, dass der „Assistent“ eingreifen musste um das Auto in der Spur zu halten und es wurde die äußere Linie der linken Spur rot angezeigt obwohl ich noch zur hälft auf der mittleren Spur war.
    Sehr unnötig, die Warnung ist sehr laut und ging einher mit dem erschreckten Aufwecken der Kinder.

Der Fernlicht-Assistent
Dieser bekommt einen eigenen Abschnitt…
Da die Fahrt erst am Freitagnachmittag los ging, waren wir später in der Nacht auf teilweise unendlich langen und schnurgeraden Straßen durch die spanische Nacht unterwegs.
Das automatische Fernlicht hat dort auf „Feuerwerk“ umgestellt und es war wirklich kein Konzept zu erkennen, warum das Licht immer wieder ein- und ausgeschaltet wurde.
Es gab auf über 20 km keine Autos, keine Dörfer, keine Kurven, kaum Schilder und kaum Kreuzungen.
Aber WENN dann mal eine zum Teil enge Kurve kam, dann konnte man sicher sein, dass sich das Fernlicht GENAU in diesem Augenblick - wo man es am meisten brauchte - abgeschaltet hat und man buchstäblich im Dunkeln stand.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe die Automatik an diesem Abend abgeschaltet und das bleibt sie nun auch.

Klimatisierung
Ich habe die Empfehlung aus diesem Beitrag übernommen und wir haben diese Einstellung dann auch während der gesamten Fahrt beibehalten - wirklich gut!

Die Temperatur musste ich trotzdem manchmal etwas nachregeln, aber nur im Bereich zwischen 20.5 und 22 Grad. Mir ist aber aufgefallen, dass bei hohen Außentemperaturen > 30 Grad viel Wärme von den Seitenscheiben abgestrahlt wird und ich von daher vielleicht eine andere Temperatur haben wollte…

Supercharger
Aufgrund der zweitägigen Reise und einer anderer Streckenführung war der SuC in Bayonne, Frankreich der einzige, den ich bereits von der Hinreise her kannte. Nötig war der Stop dort nicht - aber ich wusste, es gab ein McDonalds nebendran und wir waren hungrig :wink:

Ich habe diese Fahrt wieder nicht vorbereitet und mich von den notwendigen Pausen fürs Essen und dem Strombedarf des M3 von SuC zu SuC leiten lassen und es war so unkompliziert wie es nur sein kann.

Selten mussten wir aufs Auto warten, meistens war es anders herum und das obwohl die meisten SuC noch V2 sind.
Aber auch volle SuC habe ich im Gegensatz zur Hinreise zum ersten Mal gesehen - es ist Reisezeit in Frankreich.

Insgesamt haben wir 4h 50m an den Ladestellen zugebracht und hier ist die Übersicht - alle Daten sind aus TeslaFI:

  1. SuC Vila Real, Portugal - 106 Km - 208 Wh/Km - 0,40€
    Schöne Lage, tolles Hotel im Wald und Essen wird bei Bedarf geliefert :smiley: Sehr empfehlenswert!

  2. SuC Benavente, Spanien - 237 Km - 174 Wh/Km - 0,29€
    Truckstop, Restaurant mit Toiletten

  3. SuC Rivabellosa, Spanien - 273 Km - 158 Wh/Km - 0,29€
    Schönes, großes Restaurant mit Terrasse, großzügige Toiletten. Empfehlenswert!

  4. SuC Bayonne, Frankreich - 183 Km - 163 Wh/Km - 0,40€
    Hotelparkplatz, Toilette im Hotel, Hotelrestaurant, McDonalds zwischen 9 und 22 Uhr. Empfehlenswert!

  5. SuC Saintes, Frankreich - 200 Km - 180 Wh/Km - 0,40€
    4-Sterne Michelin Hotel in wirklich schöner Anlage mit kiesgestreuter Zufahrt durch ein schmiedeeisernes Tor, Restaurant aber keine weitere Essensmöglichkeit.
    Preisbeispiel: 2 Bier, 2 Espresso, 2 hausgemachte Eistee => 35,50€ - manchmal darf es eben etwas mehr sein :slight_smile: Trotzdem sehr empfehlenswert!

  6. SuC Tours, Frankreich - 240 Km - 180 Wh/Km - 0,36€
    Wieder ein Supercharger in einer schönen Hotel-Anlage mit beeindruckender Aussicht, die durch ein mit einem PIN - Code gesicherten Tor erreicht wird.
    Keine weiteren Essensmöglichkeiten und abends ist das Hotelrestaurant geschlossen.
    Und: das Hotel erlaubt den SuC - Benutzern NICHT die Benutzung der Toiletten. Einmalig bisher…NICHT empfehlenswert.

  7. SuC Caen, Frankreich - 280 Km - 192 Wh/Km - 0,37€
    Hotel und McDonalds sorgen für Toiletten und Essen.
    Hier waren wir zweimal am selben Tag, um nach einer kleinen Tour durch die Normandie noch einmal zu laden für die letzte Etappe nach Hause.

  8. SuC Amiens, Frankreich - 260 Km - 187 Wh/Km - 0,37€
    McDonalds und ein Einkaufszentrum. Empfehlenswert.

  9. SuC Namur, Belgien - 227 Km - 178 Wh/Km - 0,31€ - 15 V3 Stalls
    Hotelparkplatz, Restaurant, exklusive Toilettenbenutzung in einem neuem Hotel, welches erst noch eröffnet wird :slight_smile:

Wie immer sind die SuC oft nicht einfach zu finden.

Mein Fazit
Auch mit 4 Personen und viel Gepäck ist das Tesla Model 3 eine entspannte, zuverlässige und tolle Art, elektrisch zu fahren und zu verreisen.
Die Supercharger sind wirklich einzigartig in ihrem Konzept und ihrer Integration und ermöglichen überhaupt erst, ohne großartige Planung einfach loszufahren.

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Ich nehme dafür immer einen mobilen LTE-Hotspot (von Huawei gibt es verschiedene schöne Modelle) mit und hole mir in Frankreich eine Karte von Free. Nachteil: Man bekommt sie nur an speziellen Standorten am Automaten. Vorteil: Man hat (inzwischen) 150 GB für einen Monat und im Ausland 25 GB und zahlt dafür 30 Euro. Wenn man seine sonstigen Ausgaben im Urlaub so bedenkt, finde ich das ein faires Angebot für die Bequemlichkeit, immer und überall WLAN dabei zu haben. Der mobile Hotspot läuft mit dem eigenen Akku locker fünf Stunden oder mehr. Der liegt dann während der Fahrt in der Hecktür und alle Kinder sind glücklich mit Netflix.

Wie man genau an die SIM von Free kommt, wird hier ganz gut beschrieben.

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Mal ne Frage.
In deinem Screen -
Watts used - das ist das, was das Auto angezeigt hat - Watts added - das, was du nachgeladen hast, richtig?
Wie hoch war die Abweichung vom angezeigten Wert und dem, was du an SC nachgeladen hast?
Thx :slight_smile:

Hi,

das weiß ich leider nicht mehr, weil ich mir die Anzeige im Auto nicht gemerkt habe.

Die Wahrheit liegt ja sowieso irgendwo drum herum, denn

  • ich bin bei bis zu 38 Grad die ganze Zeit mit Klimaanlage gefahren
  • ich habe beim Aufladen die Klimaanlage angelassen, weil ich nicht in einen aufgeheizten Innenraum einsteigen wollte

Was davon wann und wo gemessen und angezeigt wird, weiß ich nicht.

In meinem Screenshot bezieht sich

  • „Used“ auf die kWh, die ich laut TeslaFI beim Laden vom SuC bezogen habe
  • „Added“ auf die kWh, die ich laut TeslaFI der Batterie hinzugefügt habe

Demnach hätte ich im Auto Verluste von ca. 2% gehabt. Auf der Tesla-Abrechnung konnte ich aber sehen, dass die abgerechneten kWh noch einmal höher waren als „Used“.

Beantwortet das in etwa Deine Frage?

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Ja, das habe ich ganz früher auch so gemacht.
In meinem zuletzt gefahrenen Audi war das aber alles an Bord - wenn auch mit meiner eigenen SIM.

Das ist schon bequemer und diese Bequemlichkeit wünsche ich mir vom M3 auch noch in diesem Bereich.

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Danke für den ausführlichen Bericht!

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Danke für deinen ausführlichen Bericht!

Ich habe die letzten drei Tage in Summe auch weit über 20 Stunden im M3 verbracht, zu 98 % im AP-Modus, und deshalb einige Erfahrungen gesammelt. Wir haben ebenfalls keinen EAP oder FSD, sind aber wirklich fast immer im AP gefahren, selbst in allen Ortschaften, wo dies sinnvoll und sicher möglich war.

In Deutschland ist mir negativ aufgefallen, dass der AP bezüglich Fehlermeldung völlig ausrastet, wenn man die 150 km/h überschreitet.
Allerdings hat er sich bei mir so verhalten:

  • lautes Gebimmel und Meldung (rotes Lenkrad), dass man übernehmen soll
  • das Gebimmel hörte erst auf, wenn ich durch spürbares Einlenken meine Übernahme bestätigt habe (bei der Geschwindigkeit und Lenkung auf Sport ist das suboptimal). Der AP bzw. mindestens der Tempomat blieben bis dahin aktiviert.
  • ich konnte den AP sofort wieder aktivieren, sobald ich 150 gefahren bin

Mir ist das einige Male passiert, bevor ich dann gelernt habe ihn erst per rechtem Lenkstockhebel zu deaktivieren und dann aufs Strompedal zu drücken :wink:

Da wir den gleichen Software-Stand haben bin ich etwas verwundert, dass er sich bei dir offenbar anders verhält.
Hast du ggf. noch weiter beschleunigt als ich, wenn die Meldung kam? Ich bin dann gleich vom Strom runter und hab ihn ausgemacht.

Auch hatte ich mit dem Spurhalte-Assisten gar kein Problem, obwohl der aktiv ist. Vielleicht sollten wir mal die genauen Einstellungen vergleichen. Beim Klima hat es ja auch was gebracht :slight_smile:

Ich habe übrigens für die Seitenscheiben hinten diese dicke, stabile Tesamollfolie in passendem Zuschnitt und mit zwei Saugnäpfen versehen, so dass meine Kinder diese je nach Wärme-Empfinden selbstständig von der Hutablage nehmen und montieren können. Davon haben sie auch mehrmals Gebrauch gemacht, da sie nicht immer den direkten Luftstrom hinten an haben wollten.
Allerdings war es auf deiner Fahrt mit Sicherheit heißer als bei uns.
Hast du mittlerweile den Sonnenschutz für das vordere Glasdach? Den kann ich sehr empfehlen, denn damit spürt man keine Wärmestrahlung vom Dach mehr.

Zum Fernlicht kann ich wenig sagen, mir ist das Licht bei Autos generell immer zu wenig, weshalb ich Nachts selten und nur sehr ungerne fahre.
Übrigens ist auch Ionity ein guter Ersatz zum Laden, da zahle ich bei den Stadtwerken München 38 Cent pro kWh und die Aktivierung hat nicht länger gedauert als am Supercharger. Dennoch ist das Original von Tesla natürlich immer noch die erste Wahl.

Den AP zu deaktivieren fehlte mir die Zeit, da ich auf der linken Spur fahrend einem von rechts ausscherenden Fahrzeug durch Flucht nach vorne entkommen wollte - ich habe dann bis ca. 170 km/h weiter beschleunigt, das ging einfach zu schnell :wink:
An der nächsten Maut-Station konnte ich durch Einlegen von „P“ das System wieder aktivieren.

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Zubehör in Portugal zu bekommen, gestaltet sich als etwas schwierig für mich. Sollte ich diese Reise noch einmal machen, dann werde ich die Teile vorher in D organisieren.

Ich werde die Einstellungen morgen mal notieren!

Im Moment ist das M3 bei nem Kollegen, der vielleicht demnächst eins bestellen möchte, und ich fahre MB GLC 250d.

Ohne eine Diskussion darüber starten zu wollen ist mir nach der intensiven und langen Fahrt im M3 beim Umstieg in den GLC aufgefallen, dass

  • es viel zu dunkel darin ist. Ich liebe die weiße Innenausstattung und die großen Glasflächen wirklich sehr

  • ich das Headup-Display im M3 gar nicht vermisst habe

  • es im MB viel, viel zu viele Knöpfe gibt

  • die Burmester-Anlage mit dem Soundsystem im M3 nicht mithalten kann

  • die Klimaanlage im MB völlig zugfrei und geräuschlos arbeitet

  • der automatische Scheibenwischer im MB nahezu perfekt funktioniert

  • ich die spontane Leistungsabgabe im M3 sehr vermisse

Das Model 3 verdirbt mir aus vielfältigen Gründen den Spaß am Fahren mit anderen Autos.
Das reduzierte, klare Konzept und die immense Kraft sind zu einer tollen Einheit kombiniert, die mir beim direkten Umstieg noch mal ganz besonders aufgefallen sind.

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Na ja, das ist schon sehr subjektiv. Bei MB kann man feststellen, dass gut funktionierende Assistenten (Fernlicht, Abstandstempomat, Spurhalter etc) längst Stand der Technik sind, wo Tesla schon seit Jahren verspricht, das über die Zeit per OTA nachzureichen.

Das M3 verdirbt eher den „Spaß“ am Verbrenner, wobei Spaß vermutlich das falsche Wort für einen lärmenden, vibrierenden, erdölvernichtenden Antrieb aus der Steinzeit ist.
Ein Elektroauto hingegen kann MB bestimmt auch so bauen, dass es viele Fans dafür gibt.

Wobei gerade der Tesla-Autopilot schon echt der Hammer ist. Ich bin damit die Tage 3.500 Kilometer ohne nennenswerte Probleme gefahren. Einzig in ganz schlecht gebauten Kurven fährt er etwas unsicher, aber gepackt hat er wirklich alles. Selbst Straßen ohne Markierung der Mittelspur packt er souverän. Was er nicht mag sind Autobahn-Ausfahrten, wo die Spur überbreit ist (gibt es zum Glück extrem selten), da kann er sich nicht so recht entscheiden auf welcher Seite er entlang soll. Dort wo aufgrund einer Baustelle die erkannte Geschwindigkeit nicht passt, da regle ich schnell nach, indem ich ihn im Modus nutze, wo er die aktuell gefahrene Geschwindigkeit übernimmt. Die automatische Anpassung auf Landstraßen funktioniert dann trotzdem noch.
Der „Lenkassistent“ von einem nagelneuen VW Passat, den ich ein Jahr zuvor auf den gleichen Strecken testen durfte, der ist ein absoluter Witz im Vergleich.

Die FSD Beta muss unfassbar sein, wenn die so viel mehr kann als unser einfacher AP, der einem bereits derart viel Arbeit abnimmt.

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Hab meinen Beitrag editiert damit klarer ist, dass es lediglich meine Meinung ist.

So habe ich’s ja auch geschrieben. Die Systeme im MB arbeiten genauso gut, wie sie es in meinem Audi getan haben.

Andererseits macht es mir mit dem M3 deutlich mehr Spaß zu fahren und dafür nehme ich die Schwächen gerne in Kauf und lächle über das eine oder andere Verhalten.
Ich bin aber sehr glücklich über dieses Forum hier, denn so wusste ich schon vor dem Kauf worauf ich mich einlasse. Meine Erwartung an Tesla war da vorher eine andere.

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Sehr interessanter Bericht. Danke dafür

Schöne Grüße aus Gustorf

Schwarzzenti

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