Versicherung zahlt nicht den kompletten Unfallschaden

Wie bereits hier erläutert, hatte ich letztes Jahr einen Unfallschaden mit dem Model 3.
Die Regulierung hat sich etwas hingezogen, aber immerhin ist die Versicherung des Unfallverursachers bereit zu zahlen.

Mich persönlich wundern jetzt nur zwei Dinge:

  1. Die Versicherung hat mit keinem Wort die Kosten des Unfallschadengutachtens erwähnt, ich dachte die übernehmen immer diese Kosten oder muss man die extra darum bitten?
  2. Es wurden ein paar Positionen abgezogen, weil lt. Versicherung eine Farbtonangleichung nicht erforderlich ist. Mir stellt sich dann die Frage, warum der Gutachter das überhaupt aufführt.

Versicherung:

Gutachten:

Mich würde da eure Meinung interessieren, bin froh über jeden Beitrag zur Klärung des Sachverhalts :slight_smile:

Die Versicherung hat die Kosten für das Gutachten zu übernehmen. Ggfls haben sie das schon, erinnern würde ich sie dennoch.
Die Versicherungen zicken immer wieder an einigen Positionen rum, die in Gutachten aufgeführt werden.
Lässt du das Fahrzeug sowieso in der Werkstatt reparieren, so kannst du nach der Reparatur die Rechnung an die Versicherung schicken. Wenn dadrauf auch die vorerst gekürzten Positionen enthalten sind, diese also bei der Reparatur genau so angefallen sind, sollte die Versicherung zahlen.

Moin!

Egal was im Gutachten steht, wenn die Versicherung auf Reparatur reguliert wird diese bezahlt. Wichtig ist aber dafür grds. eine Reparaturfreigabe zu haben - das wäre für die Angleichung jetzt nicht der Fall und sie würde auf einer finalen Rechnung abgezogen werden. Wenn der Gutachter feststellt, dass das notwendig ist, dann ist das so und kann nicht einfach ignoriert werden. Wende dich im Zweifel an einen Anwalt (Im Forum zB. User Teslaundrecht)!
Auch wenn es unnötig scheint und Kosten treibt, aber so ist das Procedere heute leider!

Viel Erfolg von einem ebenfalls Geschädigten, wo die Versicherung nur zu 75% leisten wollte trotz „Unschuld“!

Jonny

Mich würde interessieren, ob die das so machen können, wenn ich den Schaden nicht reparieren lasse.
Ich werde ihn natürlich schon reparieren, aber mich hat das einfach gewundert, dass die dem Gutachter irgendwelche Positionen raus streichen.

Unfallschäden IMMER mit Anwalt!
Hat mir mein Gutachter einst gesagt.
Der wird auch vom Unfallgegener übernommen.
Du siehst ja, warum.

Alles Gute/viel Erfolg!

Das scheint mittlerweile üblich zu sein. Bei mir war es mit einem anderen Auto so, dass die Versicherung erst nur 50% der Schadensumme beglich. Erst nach Klageandrohung würde der Rest bezahlt. Der Gutachter würde erst nach weiterer Klageandrohung nach 3 Monaten bezahlt. Obwohl ich mit schweren Schleudertrauma über 14 Tage krank geschrieben war würde ein Schmerzensgeld verwehrt. Dann würden wieder nur 50% gezahlt. Erst als wieder eine Klage angedroht würde wurden weitere 25% gezahlt. Es ging damals um insgesamt 4.500 Euro. Es zog sich trotz Anwalt drei Monate hin.
Der Anwalt hat mich noch Jahre später mit Handschlag gegrüßt.

Leider geht heutzutage ohne Anwalt gar nichts mehr. In meinem Fall ging das bis zum Gericht. Dieses bestellt dann ein nochmals einen Gutachter und das was der ermittelt wird dann übernommen. So ist es bei mir abgelaufen und hat über 7 Monate gedauert.

Ich hatte auch einen Schaden an meinem Auto mit dem gleichen Problem.

Der Gutachter hatte mir gesagt er mache das Seit 20 Jahren und er hat noch nie erlebt das die Versicherung das zahlt will was er berechnet. Gleichzeitig hat die Versicherung aber auch noch nie recht bekommen wenn es vor Gericht geht.

Meine Lösung was das ich die Rechnung über die Werkstadt eingereicht wurde. Der Chef hat mir gesagt er würde die Reparatur wie im Gutachten beschrieben machen und sollte die Versicherung sich weiger zu zahlen läuft das über die Rechtsschutzversicherung der Werkstadt. Angeblich machen die das immer so. Vielleicht einfach mal in der Werkstadt fragen.

Hat alles ohne Probleme geklappt.

Danke euch für die Erfahrungsberichte!
Bei mir bleibt noch die Frage offen, ob der Punkt „Farbtonabgleichung nicht erforderlich“ berechtigt ist oder nicht. Ich werde da wohl nochmal mit dem Gutachter reden müssen und wenn er meint, dass der Punkt unberechtigt ist, dann soll er mir auch entsprechende Argumente liefern.

Da die Versicherung grundsätzlich kooperativ zu sein scheint und die Schadenssumme gering ist, möchte ich da nicht mit Anwälten anfangen, das halte ich für unnötig. Aber grundsätzlich kann ich jedem empfehlen bei einem Neufahrzeug eine Rechtsschutzversicherung dazu zu buchen, wenigstens für die ersten Jahre. Die Kosten (bei mir etwa 50 Euro p.a.) sind im Vergleich zum potentiellen Nutzen vernachlässigbar.

@Dringi:
Mit welcher Argumentation wurde bei dir die Zahlung des Gutachters verweigert?

Bei Haftpflichtschäden würde ich zustimmen. Der Anwalt wird on der HP übernommen.

Ich hatte kurz vor Weihnachten einen HP Schaden und wollte das zunächst ohne Anwalt abwickeln. Nachdem ich eine Gutachter gewählt hatte, wollte die HP noch ihren eigenen Gutachter schicken. Dem habe ich zugestimmt, habe aber zeitgleich meinen Anwalt beantragt.

Selbst wenn es am Ende wegen unterschiedlichen Gutachten ein Streitfall um 500 Euro ist, macht es schon einen Unterschied ob Du die 500 Euro aus eigener Tasche bezahlst oder ob sich der Anwalt (für Dich kostenlos) für die 500 Euro einsetzt.

Einen Anwalt hinterher zu beauftragen könnte schwierig werden, weil es sich für den Anwalt u.U. kaum lohnt (mehr Arbeit, weniger Verdient).

Moment: Es gibt ein Gutachten (hoffentlich öffentlich bestellt und vereidigt) und du als Laie musst erstmal von dessen Richtigkeit ausgehen. Eine Entscheidung was da rechtens und nötig ist und was nicht geht dann nur wie bereits geschrieben mit weiterem Gutachten mit einem von Gericht bestellten Gutachter. Eine Farbtonangleichung wird hier für die Umliegenden Bauteile verstanden. Es kann aber sein, dass der Farbton selbst an den vorhandenen angeglichen werden muss. Aber da bin ich blank was das Thema angeht.
Ich weiss nur, dass man das weiß kaum beilackieren kann und es immer etwas anders aussieht wenn was nachlackiert wird…

Ich denke, dass dieser Punkt bereits überschritten ist. Ist das Fahrzeug per Definition z.B. ein Unfallfahrzeug? (Wertminderung des gesamten Fahrzeugs! Das ist viel!) Im Zweifel ist da ein Profi immer hilfreich. Ausßerdem kosten Anwälte keine tausende Euro bei dem Briefwechsel mit der Versicherung! Bei meinem Totalschaden war das mit den ersten Schreiben ca. 300€!

Anmerkung: Legitimerweise wird auch nur das übernommen, was auch nötig ist, um den Zustand wieder herszustellen. Das hatte ich mal bei einem anderen Unfall. Dort wurde „Fahrwerk vermessen“ und „Fahrwek einstellen“ im Gutachten aufgeführt und die Versicherung hat dann das Einstellen kassiert mit der Begründung, dass man das ja erst weiß, wenn man es vermessen hat. Richtig! Ich habe damals aber fiktiv abgerechnet, insofern war das i.O.

VG
Jonny