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Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

Autohersteller im Wandel – Porsche setzt auf Elektromobilität

(Hervorh. jeweils d. mich)

Meiner Meinung nach möchten VAG und andere insbesondere Arbeitnehmer mit alten gutdotierten Kollektivverträgen und gut abgesicherten Arbeitsplätzen loswerden.
Der Eigenleistungsanteil im Rahmen der Herstellung eines Pkws liegt bei VAG bei etwa 25%, bei den anderen Deutschen geht es zur Zeit noch in Richtung 30%. Und es wird versucht diesen Anteil weiter zu reduzieren. Im Gegenzug haben Zulieferer teils am Werksgelände Produktionsstätten aufzubauen und um etliches billiger zu liefern als würde es selbst produziert. Der Konkurrenzdruck zwischen den Zulieferern tut sein übriges. Gut möglich dass in naher Zukunft Arbeiter dasselbe Teil zum halben Lohn ein paar hundert Meter von ihrem ehemaligen Arbeitsplatz entfernt fertigen werden.
Das sich bestimmte Berufssparten, z.b. im Bereich Diesel, umorientieren müssen das ist der Lauf der Zeit. Bosch trifft dies besonders.
Im Gegenzug ist einer der großen Mitbewerber von Bosch enorm am Wachsen und direkt am Puls der Zeit, nämlich Magna. Ipace, bei Polstar die Finger drinnen, bei einem anderen Chinesen das Werk aufgebaut, BMW samt Mini vertraut immer mehr auf Magna-knowhow, und nebenbei brummt das eigene Autowerk in Graz. Gute Leute diverser Fachrichtungen werden händeringend gesucht.

ich sag mal so die E-Mobilität wird bestimmt Jobs kosten Motorenentwicklung etc. aber wenn man das nicht angeht und die Zukunft weiter verschläft. Siehe z.B. den neuen E-Tron der jetzt erst kommt und noch nicht mal besser ist als das Model X welches es schon 4 Jahre lang gebaut wird von einem deutschen Premiumhersteller.
Wird das noch mehr Jobs kosten als wenn man sich nun selber in den Arsch tritt und endlich die E-Mobilität mit allen Kräften angeht.

Ich hatte erwartet wenn unsere Premiummarken Mercedes, BMW, Audi einen Konkurrenten zu Tesla rausbringen, das dieser Wagen mindestens 1000km schafft. und nicht 400 km wie ein Model S das es schon seit 2012 gibt.

Armes Deutschland…

was wurde eigentlich aus den Kutschenbauern, Kameraherstellern, Analogtelefon/Tv-Geräteproduzenten oder Zigarrenherstellern in Deutschland? alles riesige Industriezweige - und trotzdem haben wir es irgendwie ausgleichen können, im Gegenteil: es herrscht heute flächendeckend Fachkräftemangel in Handwerk und IT!
Um die Autoindustrie mache ich mir größte Sorgen, die Arbeitsplätze wird es woanders wieder geben, Flexibilität vorrausgesetzt. Wird nicht einfach, aber es werden keine Elendviertel in den Standorten entstehen. Man kommt halt auch von einem sehr hohen Ross.

Die Kutschenbauer hatten damals relativ lange Zeit und mussten auf Schlosser oder Lackierer umlernen. Das schaffte ein durchschnittlicher Kutschenbauer oder konnte sich mit etwas Glück in die Rente retten.

Heute müsste ein Auspuffbieger auf Mikroelektroniker oder Software Engineer umschulen. Oder auf Hartz IV. Das ist das Problem vor dem wir heute im Vergleich zu den letzten paar industriellen Revolutionen stehen.

In D wird in jeder Branche händeringend nach Personal gesucht.
Ich sehe dieses „Problem“ nur als Rechtfertigung von Gewerkschaften Ihre Standesdünkel erhalten zu wollen.
Gewerkschaften sind ein Überbleibsel aus einer Zeit die wir heute nicht mehr haben. Die gehören nach meiner Meinung als aller erstes abgeschafft.

Und wer in D arbeit wirkljch haben will findet auch eine. 600.000 Arbeitsplätze sind für D eine Kleinigkeit in den 15-20 Jahren umgeschichtet zu werden.

Ich selber arbeite im zuliefer betrieb für unsere Auto Industrie ( druckguss ). Die wollen sich nur rechtfertigen damit sie Jobs Kündigungen können. Weil selber bei uns alles verpennt wurde. Es wurde letztes jahr erst eine neue Halle zum bearbeiten gebaut für den neuen Diesel Motor.

Das ist aber genau die Denkweise der VW Beschützer und Diesel Lobby. Es soll 20 Jahre dauern um umschichten zu können. Hätte man vor 15 Jahren machen müssen. Die wollen alle sicherstellen das der Wandel nicht zu schnell kommt. Und stellen das über die Überlegungen zum Umweltschutz, etc.

Keine Entscheidung dieser Welt ist ohne Konsequenzen. Schnell Verbrenner jetzt verbieten wo Deutschland so weit zurückgefallen ist, mindestens die 6 Jahre die ich MS fahre, eher sind es 10 selbst wenn zum Jahresende ein kaufbares Modell käme (nicht der eGolf)? Ja, aber das kostet tatsächlich Arbeitsplätze die keine Zeit zum Wandel haben. Autos kommen dann aus China. Dafür sind Klimaziele so keine Utopie.

Leider ist die Welt komplex und nicht schwarz oder weiß. Und Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig in „the New“ der Automobilindustrie.

Dass Porsche Mitarbeiter aufbaut mag auch daran liegen, dass sie z.B. mit e-tron GT auch Leistungen für Audi übernehmen. Audi baut im Rahmen des Sparprogramms zumindest mittleres Management und wohl auch normale Mitarbeiter ab. Insgesamt verteilt sich dann in der Gruppe etwas anders, zumindest kann der Wandel zur E-Mobilität zumindest bis 2025 ohne Kündigungen erledigt werden. Es ist ja auch nicht so, dass alle Jobs wegfallen: Außerhalb der Motorenfertigung bleiben ja auch viele Bereiche. Karosserie, Lackieren, Montage, Inneneinrichtung, Softwareentwicklung, Qualitätskontrolle bleibt ja bei Elektroautos genauso.

Kritischer sehe ich es für Zuliefererbetriebe, die sich auf verbrennerspezifische Bauteile fokussiert haben. Die müssen sich dann tlw. radikal neuerfinden. Oder wenn das nicht realistisch möglich ist, akzeptieren, dass das eigene Geschäft kleiner wird.

Porsche karrt Leute aus Norddeutschland nach Stuttgart um ihnen die Stadt und die Gegend schmackhaft zu machen. Leiharbeiter die beim Daimler übrig sind werden gleich eingesammelt, alles für die Tayan Fertigung.

Quelle: BPK: „Scientists for Future“

Sorry, keine Ahnung in welchem Land Du die letzten 20 Jahre gewohnt hast. Aber um 2000 herum (eben jene 15 bis 20 Jahre Zeitraum die anmerkst), da hatten wir weit über 5 Mio Arbeitslose. Eher 7 oder 8 Mio. ohne die statistischen Tricks, welche uns auch heute Vollbeschäftigung bringen.

Man mus auch etwas über den Tellerrand schauen: Sicher, wenn man heute topp ausgebildet ist und noch dazu in einem Zukunftsbereich (IT, Ingenieurswesen, Medizin, Handwerker) da brauchst Du Dir eher keine Sorgen zu machen (Schwarzer-Schwan-Szeneraio explizit ausgenommen). Nur ist aber leider „Golf-am-Fließband-Bauer-bei-VW“ keine Ausbildungsjob und wohl auch nicht mehr die Qualifikation die man mit „Industrie 4.0“ braucht.

Meinetwegen mag auch „Schlecker-Frauen zu Pflegekräften“ irgendwie finanziell noch passen aber „VW-Fließbandarbeiter zu Pflegekräften“ ist schon eine deutliche finanzielle Verwerfung. Persönliche Eignung in beiden Beispielen ausdrücklich außen vor.

Hinzu kommt: Nicht die Autobauer sind das Problem. Das Problem sind die Zulieferer. Möge sich jeder mal fragen wieviele Katalysatoren, Auspuffrohre, Wärmeschutzbleche etc. er in seinem Tesla, Zoe etc. verbaut hat

Dann zu den Werkstätten: Wie oft wart ihr als Teslafahrer beim Ölwechsel? Wann wart ihr übrerhaupt bei einer vorgeschriebenen Wartung alle 20.000 bis 30.000km weil sonst Euer eMotor Gefahr läuft dauerhaften Schaden zu nehmen.
Der Kundenbetreuer bei meiner freien Werkstatt des Vertrauens hat mir schon vor 2 Jahren schon erzählt, dass der Laden nur so richtig für 2x2 Monate pro Jahr brummt, nämlich dann wenn Reifen gewechselt werden müssen.

Arbeitsplatzverlust durch eMobilität? Wird kommen. Ganz massiv. Aber mit Hauptaufgenmerk auf den Zulirfereren. Und da hilft es nicht das unvermeidliche noch 5 Jahre herauszuzögern mit der Konsequenz, dass die Chinsen uns überholen.

Du glaubst doch nicht wirklich, dass die Jungs und Mädels, die bei VW am Band stehen, ungelernte Kräfte sind, oder?
Die haben alle mindestens eine IHK Ausbildung und sind über die Jahre auch weitergebildet worden.
Denn das was die da zusammenstecken sind keine Käfer mehr, das ist Hightec!
Jemand in meinem Alter, Anfang 40, sollte auch nach Jahren am Band keine Probleme haben als KFZ-Mechatroniker oder anders geartet einen Job zu finden, natürlich muss man flexibel sein, was der Arbeitsort angeht, aber die Qualifikation sehe ich nicht als Problem.
Klar sollte sein, dass man solche Leute in ähnlichen Jobs und nicht in der Pflege unterbringen kann und muss, wo ich aber trotzdem kein Problem sehe.
So ging es bei der Schließung des Opel Werks in Bochum:
wiwo.de/unternehmen/auto/op … 112-2.html

Bist Du aus dem Fach oder vermutest Du das nur?
Ich werde jetzt garantiert nicht sagen, dass die Motorenbauer aus Kassel alles ungelernte sind aber soviel öffentlichen Ärger wie sich z.B. der Daimler mit der massiven Ausweitung von Werk- und Leiharbeiterverträgen in der Automobilfertigung eingefangen hat, da hege ich doch schon massive Zweifel an dem Bild „IHK Ausbildung“ und „über die Jahre auch weitergebildet“.

Und auch Volkswagen hat scheinbar ein größeres öffentliches Problem mit seiner Hire & Fire-Politik von Leiharbeitern. Wo ich mich dann allerdings frage: Wieso feuert Volkswagen angeblich topp ausgebildete Leute, wenn es Fachkräftemangel gibt?

Wir werden auf jeden Fall einen starken Arbeitsplatzabbau in den nächsten Jahren erleben:

  • Die Produkte der Autominilindustrie werden einem starken Wettbewerb aus Fernost ausgesetzt sein. Durch reduzierte Komplexität werden verstärkt günstige Fahrzeuge importiert werden. Die deutsche Industrie wird entweder die. Preisspiraöe nach unten mitmachen oder schrumpfen. Beides wird die selbe Auswirkung auf Arbeitsplätze hier haben.

  • Auch die deutsche Industrie wird die Vorteile der gesunkenen Komplexität mitnehmen. Zudem wird der Fahrzeug Vertrieb sich umstellen müssen und im Aftermarket werden Dienstleistungen ersatzlos entfallen. Für ein Fahrteug werden üner den Lebenszyklus schlichtweg weniger Hände benötigt. Dies wird Einfluss auf das Arbeitsplatzangebot haben.

  • Wir werden einen starken Automatisierungsgrad erhalten. Per Machine Learning, AI etc. werden künftig auch Berufe von Maschinen erledigt bei denen das bislang undenkbar war. Wenn der Sutomatisierungsgrad schneller wächst, wie neue Arbeitsplätze geschaffen werden, dann hat das genau eine Folge.

  • Ich sehe nicht dass wir in Zukunft eine Wachstumsbranche haben werden über die Massenhaft neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Verlust von Arbeitsplätzen wird demzufolge nicht kompensiert.

  • Der Arbeitsplätzemangel ist ein Fachkräftemangel. Fachkräfte schafft man nicht von heute auf Morgen. Ein Monteur wird nicht per Bewerbung zum IT-Spezialist. Zumal es fraglich ist ob der komplette Arbeitsmarkt zum Fachkräftemarkt werfen kann. Dabei soll nicht unterschätzt werfen dass in China und Indien Fachkräfte auf hohem Niveau ausgebildet werden und der Nachwuchs nach meiner Erfahrung dort deutlich motivierter ist. Die kommen aus der Armut und wollen was reissen, wir sind satt.

Also ich sehe schwarz.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an das Projekt „Auto 5000“. Damals wurden große Gruppen von Arbeitslosen und Quereinsteigern durch die Produktionshallen von VW getrieben. Einziges Ziel ist es dabei, die hohen Lohnkosten der alten Tarifgruppen zu umgehen. Die Vorbildung ist auch nicht wirklich entscheidend, wenn Du nur Bleche nachlegen mußt für den Roboter.

Schon von jeher haben die Automobilhersteller Ihre Mitarbeiter quer durch die Bank rekrutiert. Seit über 50 Jahren kämpfen gerade Handwerksbetriebe gegen die hohen Löhne in der Industrie an. Dank 35h-Woche kann man da auch im Freundeskreis gute Hilfe leisten. Denn am Band stehen quasi alle Handwerksberufe nebeneinander. Vom Automechaniker über Bäcker bis zu diversen Bau-Berufen.

Natürlich werden jetzt die Unternehmen auch wieder gucken, das die Effizienz gesteigert werden kann. Alleine die Ankündigung des Arbeitsplatzabbaus dürfte den einen oder anderen zu höheren Leistungen antreiben.

Da ist das E-Auto aber ein Punkt der dafür spricht dass Arbeitsplätze NICHT verloren gehen. Wir haben das S und X jetzt 15 bzw. 12 Monate und waren zusammen in der Zeit öfter in der Werkstatt als mit den 9 Verbrennern in den 15 Jahren zuvor zusammen… Das S war 8 Mal dort, das X 4 mal und geht am Montag zum 5. Mal für einen Tag ins Sec… Der Mazda hat in 8 Jahren die Werkstatt 1 Mal gesehen, Ölwechsel gabs 2 x zu Hause selber :wink: Die Opel waren je 2 x in ihrer Lebenszeit dort… Werkstatt bzw. SeC. kennen wir seit dem E-Auto besser denn je :laughing:

Also dort braucht es in Zukunft definitiv genug Personal :wink:

Bitte auf die Details achten, Du redest von dem Mitarbeiter, der im Presswerk die Bleche wechselt, eine Position, die es wahrscheinlich heute gar nicht mehr gibt und ich von den Leuten, die die Fahrzeuge montieren.
Das sind alles gewerkschaftlich hochorganisierte Betriebe von daher sind so Sachen, wie Auto5000 eher Nebenschauplätze.
Wenn ich mir anschaue, wie bei ThyssenKrupp Rohkarossen montiert werden, dann läuft da niemand mehr rum, das ist vollautomatisiert und das war schon vor 15 Jahren so. Da kannst Du niemanden einsetzen, der Klatschen und Tanzen in der Schule hatte…

Gegenargument: Ich war mit meinen letzten 3 Verbrennern binnen 1,5 Jahren 35 oder 36x in der Werkstatt.

Und überhaupt: Du möchtest doch ein Qualitäts-Auto von Volkswagen, BMW oder dem Daimler nicht mit einem zusammengedengelten Tesla aus den USA vergleichen, oder? :mrgreen: duckundweg

Bei Werkstätten würde ich eine Verschiebung der Mitarbeiter von freien Werkstätten zu Vertragswerkstätten erwarten. Reifen & Karosserie können weiterhin von freien Werkstätten abgedeckt werden. Probleme mit z.B. Türgriffen, 12V-Batterien, Klimanlagen evtl auch weiterhin.
Motor, Batterie und andere Hochvoltthemen gehen zu den Vertragswerkstätten. Probleme mit Elektronik & Sensoren werden wohl auch eher zunehmen und von den Vertragswerkstätten repariert werden.