Impressum / Datenschutz Forumsregeln
TFF FORUM TFF E.V. SUPERCHARGE-ME
TFF Forum

Verliere Batteriekapazität obwohl am Wall Connector

Hallo,

Ich habe folgende Situation und frage mich ob dies normal ist und falls ja warum Tesla das so macht:

  • Wagen steht in der Tiefgarage immer am Tesla Wall Connector angeschlossen
  • Habe das Laden konfiguriert, so dass es um 22:15 Uhr startet, wenn der Strom günstiger ist

Nun ist es so, dass in der ersten Nacht, nachdem ich tagsüber gefahren bin der Wagen auf die vollen 80% geladen wird. Allerdings verliert er dann in den nächsten Tagen jeweils ca. 1% so dass ich dann z.B. drei Tage später bei ca. 77% Prozent bin.

  1. Wofür braucht er die Energie? Er könnte das Fahrzeugmanagement doch über den angeschlossenen Strom betreiben?
  2. Warum lädt er nicht einfach jede Nacht wieder voll auf die 80% auf? Macht er das erst ab einem bestimmten Stand, also wenn es z.B unter 75% fällt oder so.

Vielen Dank für Eure Hilfe! Freue mich auch über einen Hinweis, falls dies bei Euch anders ist und hier etwas merkwürdiges passiert…

Florian

Alles gut, das ist normal.
Wenn der Ladevorgang abgeschlossen ist, wird erstmal nichts mehr vom Netz gezogen. Hintergrund ist, dass die Verluste viel höher wären, wenn die Ladegeräte die ganze Zeit mitlaufen müssten, auch wenn nur ein geringer Strom benötigt wird.
Den 1% Verlust, den Du siehst, entsteht, weil einige am 12V-Netz angeschlossenen Systeme einen Standbyverbrauch haben (Tipp für die Forensuche: Vampire Drain). Die 12V-Batterie wird dann zunächst aus der Hochvoltbatterie wieder mit einigen 100W nachgeladen.
Die Hochvoltbatterie wird erst nach 3-5% Differenz zum Sollwert wieder nachgeladen. Ich kann mir das auch nur damit erklären, dass vermieden werden soll, dass die Onboard-Ladegeräte allzu oft anspringen müssen.

Aha, vielen Dank! Das heisst also, dass wenn man nicht darauf achtet man unter Umstaenden mit 5% weniger Kapazität losfährt als eigentlich geplant. Hmm, nicht optimal, aber kann ich wohl mit leben. Unter 75% dürfte es aber nicht fallen, dann müsste er in der kommenden Nacht nachladen, oder? Hat das ganze irgendwas mit dem geplanten zeitlichen Laden zu tun oder passiert dieser Verlust genauso wenn man ihn einfach immer laden lässt?

Wenn ich mich richtig erinnere, kannst du die maximale Differenz von 5% zum von dir festgesetzten Limit nur für einen ganz kurzen Moment sehen: Nämlich dann, wenn der Wert im BMS von 75.51% auf 75.49% fällt und in der Anzeige somit die abgerundeten 75% stehen. Dann beginnt ein paar Minuten später der Nachladevorgang und schon kurz drauf stehen wieder 76%, 77%, … in der Anzeige.

Das ist gut und treffend ausgedrückt.

Dieses Phänomen tritt unabhängig von der geplanten Ladung auf. Ich würde aber vermuten (!), das Nachladen kann bei gesetztem Ladetimer etwas verzögert erfolgen, da natürlich auch für die Nachladung der entsprechende Zeitraum abgewartet wird.

Dir ist schon bewusst dass das ständige halten auf hohem Ladestand nicht optimal für die Lebensdauer der Batterie ist?

80 % ist zwar nicht so schlimm wie 100 %, aber schlechter als 50 %, was normal die optimale „Lagertemperatur“ von Lithium Akkus ist.

Optimal wäre es die Batterie erst kurz vor Abfahrt zu laden.

Informationen zu diesem Thema gibt es in den folgenden Threads:




Danke für den Hinweis! Ich dachte nicht, dass es einen drastischen Unterschied macht ob ich ihn auf 80% halte oder 50%.

Ich finde 50% schraengt den Komfort dann schon deutlich ein. Ich muss vorher wissen ob ich mehr benoetige, dann 1,2 Stunden vorher runter in die Tiefgarage und das Laden anstellen (habe keinen Internetzugang dort). Noch dazu bin ich dann vermutlich ausserhalb der guenstigen Ladezeiten. Ich ueberlege es mir mal, aber ich will mich ja auch nicht zu einem Sklaven von so einem Auto machen.

Die Threads sind sehr lange, gibt es denn einen Anhaltspunkt inwiefern sich das auf die Lebensdauer/Kapazitaet der Batterie auswirkt? Also ob man ihn meist auf 50% vs 80% hat?

80% sind kein Problem. Lass dich nicht verrückt machen.

Ist auch nicht richtig. Es spielt nur eine Rolle wie weit Du von der Ladeschlusspannung entfernt bist. Es gibt aber auch gar keinen Hinweis das permanent 80% oder selbst 90% Ladung ein Problem ist. Alles was ich über die Batteriechemie von Tesla gesehen habe ist das es selbst bei fast schon Missbrauch (100%, hohe Temperaturen, etc.) wenig Kapazitätsverluste gibt. Das BMS kümmert sich, wenn Du da im Bereich unter Trip bleibst lass’ Dir keinen Kopf machen. 80% ist absolut O.K. und Du wirst niemanden finden der Dir auch nur den Ansatz eines belastbaren Indizes liefern kann das Du unter 80% bleiben solltest. Es ist eben chemisch KEIN Laptop Akku und die stehen meist warm mit 100% rum, drum sind diese auch so schnell verschlissen. Genau das ist das Problem mit der Revolution in der Batteriechemie. Es reicht eben nicht mehr Kapazität zu erzeugen. Würde Tesla ein Fahrzeug auf den Markt werfen das 200 kWh am Anfang hat aber durch im GUI ganz normal und ohne Warnung (aktuell 80%) so verwendet werden könnte das es dann 10% Kapazität pro Jahr oder mehr verliert wäre dieser Akku nicht einsetzbar. Es gibt hier im Forum viele die ihr Schätzchen regelmäßig umsorgen wollen und ständig an allen Parametern rumschrauben weil es ihr teuerstes Spielzeug ist. Das ist völlig O.K. aber nötig ist es nicht. Einfach machen was das Auto sagt, Trip nur vor dem Trip laden und Du kannst ruhig schlafen.

Ich lade seit 2,5 Jahren und fast 100.000 km immer auf 90 %. Wenn ich überhaupt einen Verlust habe, dann in der Anzeige, maximal 5 km. Aber das hängt auch von der Temperatur ab.
LGH

Danke für die Beiträge. Falls es noch einen Unterschied macht, bei mir steht der Wagen in der Woche (fahre mit dem Rad zur Arbeit) und wird meist nur am Wochenende genutzt. Also schon deutlich mehr stehender Akku als jemand der sehr viel faehrt. 80% trotzdem ok?

Jawohl. Wenn Du 100% laden musst tue es, aber nur direkt vor dem Losfahren. Ohne schlechtes Gewissen.

Dann must Du ja nur einmal pro woche Sklave Deines Autos sein und in die Tiefgarage laufen um die Prozente einzustellen.

Ich würde nur 60-70% einstellen und vor der Fahrt auf 90%.

Ich lade täglich von ca. 30-70%

Auf electrek gab es im September einen Blogeintrag zu dem Thema:

Tesla battery expert recommends daily charging limit to optimize durability

Und Jeff Dahn, Batterieexperte der Dalhousie University und seit ca. einem Jahr bei Tesla sagte vor ein paar Monaten folgendes:

Quelle

Als Ergänzung zu den vorherigen Kommentaren:

Kannst du nicht über die App auf dem Handy das Laden auch manuell starten, falls der Ladestand zB von 80% auf 76% abgefallen ist und der Wagen noch angesteckt ist? Ich meine, im Lademenü gäbe es dann einen Button „Aufladen starten“ oder so ähnlich. Den gibt’s im Auto übrigens auch. Auf diese Weise kannst du nochmal „manuell“ vollladen, wenn du wirklich nachher die restlichen Prozent brauchst und der Wall Connector nicht selbst gerade nachlädt.

:wink:

Das Problem hatte ich auch schon Mal und mit einem Access Point in einem anderen Mobilfunknetz gelöst. Manchmal geht auch ein Power LAN AP wenn eine Schuko Steckdose am eigenen Wohnungszähler am Stellplatz ist.

Sonst halt umziehen :wink:

Die Indizien kannst Du in den von mir zitierten Threads nachlesen und zwar genau für die NCA Chemie der Tesla Zellen.

Nach kumulierten 10 Monaten Standzeit bei 80 % Ladestand hat die Batterie bei 25° C statt nur etwa 2,5 % Degradation schon rund 5 % Degradation.

Die zitierten Empfehlungen sagen nur darüber was aus bis wo hin man normalerweise laden sollte, aber nicht darüber in welchem Ladezustand man das Fahrzeug längere Zeit stehen lassen sollte. Da gibt es eben bei Lithiumzellen schon immer die Empfehlung dass der Ladestand möglichst bei etwa 50 % sein sollte. Viele Zellen von Herstellern werden auch mit 50 % Ladestand und darunter ausgeliefert.

Die Zeit zwischen der Nutzung des Fahrzeugs ist nichts anderes als Lagerzeit in der die chemischen Prozesse in der Zelle (Alterung) weiter laufen. Um diese zu minimieren bleibt nichts anderes übrig die Zellen bei möglichst niedrigen Ladestand und kühl zu halten.

Wenn jemand meint, dass 25° C hier bei uns sowieso kaum erreicht werden, sollte er bedenken dass gerade im Sommer und auch bei hoher Belastung die Zelltemperaturen auch 40° C deutlich überschreiten.

Wenn schon die Kühlwassertemperatur 45° C erreicht wie sieht es dann erst in der Zelle innen aus?

Da die Kühlung nach dem Abschalten stoppt bleiben die Zellen noch viele Stunden bei deutlich über 25° C. Diese Zeit trägt natürlich überproportional zur Alterung bei. Das schlimmste was man dann machen kann ist gleich noch bei diesen hohen Zelltemperaturen auf deutlich über 50 % zu laden und das Auto dann mehrere Tage bei diesen Ladestand stehen zu lassen.

Natürlich will das keiner der Hersteller so zugegeben, da eine strenge Einhaltung die Nutzung erheblich einschränken würde. Aber gerade die immer stärkeren Einschränkungen bei Tesla zeigen, dass hier was passiert auf das reagiert werden muss. Nur kann Tesla nicht die Nutzer offen dazu verdonnern, dass sie die Batterie halb leer lassen sollen und erst kurz vor der Nutzung aufladen sollen. Denn wie man immer wieder liest wollen viele E-Auto Fahrer am liebsten immer eine Batterie die 100 % voll ist, damit sie jederzeit die volle Reichweite zur Verfügung haben.

Ich will nur diesen Hinweis geben, entscheiden ob man darauf achtet muss jeder selbst.

Wenn es nicht ins Profil passt dann kann man halt nichts machen. Wenn das nicht glaubt, auch gut. Die Folgen wird man dann wohl erst nach 100.000 km irgendwann merken. Vielleicht auch dadurch dass man oberhalb von 0 km liegen bleibt, oder andere Batterieprobleme auftreten, wie schon in einigen Fällen geschehen. Es sind zwar schon Fahrzeuge 500.000 km gefahren, aber nich mit einer Batterie.

Und wenn man das Auto sowieso nach wenigen Jahren wieder verkauft, dann ist es ein Problem des Nachbesitzers. :unamused:

@egn: +1

Ich habe auch schon andere Diagramme für die Tesla Zellen gesehen. 5% Kapazität, wissen wir alle, ist absurd für 10 Monate. Also was soll das? Da hätte mein alter P85+ beim Wechsel bald 20% weniger haben müssen und es war mit gutem Willen möglich sich 3% einzubilden, die waren aber schon schnell am Anfang weg. Ich halte das, sorry, alles für Humbug.