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Verhalten bei Gefahrenbremsung durch den AP (Kritik erwünscht)

Hallo liebes Forum,

hier ist mal wieder euer neuer Model Y Fahrer aus China.

Nach einer, durch den Autopilot durchgeführten, Gefahrenbremsung auf der Autobahn würde ich gerne eure Meinung/Kritik zu meiner Entscheidung hören.

Was ist passiert (bzw. zum Glück nicht passiert):

Chinesische Autobahn, Limit 120 km/h, mit aktivierten AP und Abstand zum Vordermann eingestellt auf 6 Wagenlängen, tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit ca. 100-110 km/h.

Das typische Gefahrenbremsung-Szenario: Stauende hinter einer Linkskurve, der Autopilot leitet sofort eine Vollbremsung ein, der Warnton springt an und ich bewege instinktiv schnell meinen Fuß vom Strompedal Richtung Bremspedal, aber (!) ich bremse nicht und überlasse alles dem Autopilot (eine letzte Sekunde Entscheidung)

Meine direkte Reaktion danach: „Bin ich den total bescheuert und vertraue blind der Technik!“

Beim nächsten Ladestopp Review der Dashcam:

Es ist klar zu erkennen wie der AP bevor die Bremsleuchten des Vordermannes aufleuchten bereits anfängt zu verzögern, direkt beim Aufleuchten der Bremsleuchten besagten Vordermannes leitet der AP dann eine maximale Vollbremsung ein. Ein Sekundenbruchteil später kann man jedoch anhand der Leitplanke erkennen wie er die Bremskraft anfängt zu senken und punktgenau eine Autolänge hinter dem Vordermann zum stehen kommt. Die Rückfahrkamera zeigte währenddessen wie mein Hintermann zwar ausreichend Abstand hielt, aber offensichtlich nicht ganz aufmerksam war. Er kommt im wahrsten Sinne des Wortes eine Handbreit hinter mir zum stehen.

Nun war das nicht meine erste Gefahrenbremsung und alle anderen liefen ab wie in der Fahrschule gelernt: Voll in die Eisen. Ich wäre mit Sicherheit mindestens 2-3 Autolängen vor dem Vordermann zum stehen gekommen, diese hätten dann natürlich meinem Hintermann gefehlt…der Autopilot hat also alles richtig gemacht.

Ich gehe davon aus, dass dieses „Bremskraft bei einer Gefahrenbremsung ständig anpassen“ nicht zum Einsatz kommt, wenn der Fahrer das Bremspedal durch das Bodenblech versucht zu drücken.

Nun frage ich mich, war ich wirklich so bescheuert dabei der Technik zu vertrauen? Schließlich wäre die Gefahr eine Auffahrunfalles bei meiner Mithilfe deutlich größer gewesen.

Wie habt oder würdet ihr euch Verhalten in solch einer Situation?

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Du meinst hoffentlich „hinter dem Vordermann“… :cowboy_hat_face:

Interessant, das du von deiner Erfahrung schreibst (hoffe, die stimmt), denn genau das ist meine frage, die mich seit kurzem bewegt und die ich nicht testen kann.

Ich bilde mir ein, dass der Tesla besser und schneller bremst als ich - auch weil ich mich ggf. nicht traue/ keine Gewohnheit habe, „VOLL in die Eisen zu gehen“?!

Schon rein zeitlich dürfte das Auto schneller sein, weil mein „Weg von Gaspedal zum Bremspedal fehlt“, was ja in so einer gefahren Situation gut ist!..

Was aber passiert (hier in D), wenn in Falle eines Unfalles (ich fahre doch auf) heraus kommt, dass ich keine Bremse betätigt habe, weil ich das dem Auto überlassen wollte?

Eine eindeutige Antwort meinerseits ist als zZt nicht möglich :wink:

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wenn man es geschafft hat, mit einem Model Y (das es auch in China noch nicht SOO lange gibt) schon MEHRERE Gefahrenbremsungen auf der Autobahn hinzulegen… sollte man eher darüber nachdenken wie man das verhindern kann, als wie man dann reagiert…

Kannst Du das Dashcam-Video zur Verfügung stellen?

Wenn jemand in deine Spur rüberzieht und bremst (z.B. weil er sich überlegt hat doch noch die Ausfahrt zu nehmen), hast Du bereits das Problem.
Meine China-Aufenthalte sind schon einige Jahre her, aber zum Glück hatten wir immer sehr gute & reaktionsschnelle Fahrer.

Danke fürs Teilen der Erfahrung! Ich hatte eine ähnliche Situation mal vor Jahren in einem dummen Auto ohne Assistenten und ABS.

Kolonne im Freitagabendverkehr aus Frankfurt die A5 nach Norden mit Tempo etwa 100. Es knallt auf der Gegenfahrbahn in Sichtweite, Autos vor mir bremsen sehr abrupt bis zum Stillstand, ich muss auch voll in die Eisen steigen und rutsche leicht schräg kommend auf den Wagen vor mir zu.

Sehe irgendwie im Rückspiegel, dass der Fahrer hinter mir gepennt hat und näher kommt. Da mein Abstand nach vorne ausreicht, gehe ich leicht von der Bremse, damit ich etwas nach links ziehen kann und komme knapp hinter dem Wagen vor mir am linken Fahrbahnrand zum stehen. Der Wagen neben mir steht schließlich rechts versetzt mit der Motorhaube etwa auf Höhe meiner B-Säule.

Die Entscheidung des AP erst voll zu bremsen und dann nachzulassen um eine Wagenlänge hinter dem Vorausfahrenden zum Stehen zu kommen, erscheint mir aus dieser Erfahrung sehr sinnvoll.

Ich hätte wahrscheinlich trotzdem das Pedal selbst voll durchgetreten und dann ggf. auch selbst die Bremse nachgelassen, einfach weil ich die Kontrolle behalten will, da der AP manchmal auch seltsame Sachen macht und der reine Notbremsassistent sogar nur darauf ausgelegt ist, die Schwere eines Unfalls zu vermindern.

Finde es interessant, dass Du in so einer Schrecksekunde noch die Entscheidung treffen konntest, den Assistenten machen zu lassen.

Ich hab mich nach meinem Beinaheunfall öfters gefragt, wie ich während ich leicht schräg auf das andere Fahrzeug zu rutschend überhaupt die Gefahr von hinten wahrnehmen und mich entscheiden konnte, die Bremse etwas zu lösen und danach links rüber zu ziehen, die ganze Situation dauerte ja nur vielleicht drei Sekunden und so richtig sortiert hat sich das Ganze dann in meiner Erinnerung auch erst im Nachhinein, als das andere Auto versetzt halb neben mir stand. Offenbar funktioniert das Hirn in so Extremsituationen ziemlich schnell.

Freut mich jedenfalls, dass bei Dir wie bei mir damals nix passiert ist und wünsche Dir weiterhin unfallfreie Fahrt.

Gruß Mathie

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Wo liest Du, dass die Gefahrbremsungen alle mit dem Model Y waren und kennst Du die Verkehrssituation in China?

Gruß Mathie

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Zum einem ist der Chinesische Verkehr deutlich chaotischer und oft wäre die einzige Möglichkeit etwas zu verhindern überhaupt nicht Auto zu fahren, zum anderen sprach ich von „seit der Fahrschule“, was schon über 15 Jahre und deutlich über 250.000km auf der Straße entspricht.

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naja, er sprach von einem Stauende…
Gefahrenbremsungen gehören nicht zu meinem Alltag, und ein paar 100000km bin ich auch schongefahren…

aber um zum Thema auch was zu schreiben: ich denke, sobald man selber am Bremsbedal steht (und das wird man in einer Notsituation), schaltet die automatische Gefahrenbremsung sowieso ab (oder wenn man auf das Fahrbedal drücken würde)
damit kann man dann die Bremsung selber so gestalten, dass man eben möglichst den Platz ausnutzt, wenn der dann doch vorhanden sein sollte…

So steht es in der Anleitung. Heisst das jetzt wenn AP eingeschaltet ist macht er eine Vollbremsung und beim Notbremsassistent lässt er dich „reinrasseln“?

Ich hätte selber gebremst, soviel Vertrauen in die Technik hätte ich nicht gehabt.

Ich habe es noch nicht ausprobiert und will es auch nicht :wink:

Deshalb bin ich froh, die Erfahrung hier lesen zu dürfen.

Gruß Mathie

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Freiwilliger vortreten! :rofl:

Leider nein. War gerade bei meinem Auto und habe geguckt. Hatte weder die Hupe noch den DashCam Button betätigt, der Vorfall lag beim Ladestop nur 20 Minuten zurück und war noch in der normalen Schleife vorhanden.

Wie es wp-qwertz erwähnt hat, scheint hier der rechtliche Aspekt wichtig zu sein. Vor kurzem gab es hier in China den „Shanghai Motor-Show“ Vorfall (eine Kundin behauptete die Bremsen ihres Teslas hätten versagt). Öffentlichkeitswirksam wurde dies am Ende durch die Daten ihres Tesla´s aufgeklärt (zu hohe Geschwindigkeit und zu geringer Abstand hatten zu dem Unfall geführt, die Bremsen haben perfekt funktioniert).

Ich werde zukünftig wieder wie gehabt voll „in die Eisen gehen“ und versuchen mein bestmögliches zu tuen meinem Hintermann möglichst viele „Schnarch-Sekunden“ zu geben. Hauptsache wenn es dann kracht habe ich eine weiße Weste.

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Du meinst hier auf Stufe 6? Das sind nicht Wagenlängen. Ich fahre meist mit 5 und das entspricht ca. 2 Sekunden oder „halber Tacho“ so wie es gelehrt wird.
Meiner Erfahrung nach bremst der AP erst stark um nichts zu verschenken(?). Er hat auch schon nach dem Bremsen zwar nur kurz aber stark beschleunigt.

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Sorry für OT, aber als unser Korrespondent in China, hast Du dazu mehr Infos? Hier kam es so rüber, als hätte Tesla in den Chinesischen Medien da ziemlich was abbekommen aber fand das Ende nach der ersten Aufregung hab ich zumindest in den deutschen Medien nicht mehr mitbekommen.

Gruß Mathie

Das kommt ja sehr auf die Situation an. Wenn das wirklich überraschend kommt, also kaum Zeit ist darüber zu sinnieren, würde ich voll auf die Bremse latschen - dabei pulsieren die Bremsleuchten dann ja auch hübsch, um alle nachfolgenden Fahrer zu warnen, und es sollten auch die Warnblicker automatisch angehen (?).

Wenn aber genug Zeit ist, aktiviere ich die Warnblicker manuell und bremse nach Bedarf. Dem Assistenten komplett das Bremsen überlassen würde ich wahrscheinlich eher nicht…

Bin zwar nicht die China Korrespondentin, aber meinst du das hier?

https://www.teslarati.com/tesla-protestor-brake-failure-vandalized-third-party-testing-refused/

Anmerkung: vorhin falschen Link gepostet.

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Ja, Tesla hat hier sowohl in den Medien als auch in den sozialen Medien ziemlich was abbekommen.

Zuerst einmal was ist passiert: Auf der Shanghai AutoShow ist eine erboste Tesla-Besitzerin auf ein M3 gestiegen und behauptete lautstark bei ihrem M3 hätten die Bremsen versagt, was zu einem Auffahrunfall auf der Autobahn geführt hat. Das ganze Endete mit unschönen Szenen bei der die Polizei besagte Frau vom Auto runter holte und für 5 Tage ins Gefängnis steckte (Erregung öffentlichen Ärgernisses). Darauffolgenden entstand ein typischer Shitstorm in den sozialen Medien, bei dem schon auffällig war, wie frei sich dieser verbreiten konnte. (Frei in einem Internet was nicht frei ist)

Was laut dem offiziellen Bericht von Tesla und der Regierung passiert ist:
Der Vater besagter Frau ist mit dem M3 seiner Tochter mit stark überhöhter Geschwindigkeit über die Autobahn gefahren und hat dabei einige gefährliche Situation ausgelöst. Er wurde auch nach dem Auffahrunfall, bei dem die Bremse angeblich versagt haben sollen, wegen gefährlicher Fahrweise verurteilt (wohl auf Basis von Verkehrsüberwachungs-Kameras). Laut Teslas Datenlog hat besagter Vater kurz vor dem Aufprall die Bremse betätigt und diese haben auch einwandfrei funktioniert. Die Kombination aus Geschwindigkeit und Abstand hat eine Verhinderung des Unfalles jedoch unmöglich gemacht. Anschließend wurde das M3 zum Tesla Händler transportiert. Dort verlangte die Frau ein neues Auto auf kosten Teslas. Als Tesla dies verneinte und einen externen Gutachter einschalten wollte, verweigerte dies die Kundin und brachte anschließend ein selbstgebasteltes „Siegel“ an den Türen ihres M3 an. Zusätzliche besprühte sie ihr eigenes Auto mit Farbe.

Was Tesla falsch gemacht hat (eigene Meinung): Solch ein Verhalten von Kunden, die zwar offensichtlich im Unrecht sind aber es nicht einsehen wollen, gibt es hier öfters, da spielt das Kulturelle „Gesicht verlieren“ wohl eine Rolle. In diesen Fällen ist die Vorgehensweise jedoch ganz klar: Man geht als Firma vor diesen Kunden auf die Knie und entschuldigt sich solange bis genug Beweise vorliegen um die Vorwürfe gekonnt auszuhebeln. Man wartet quasi ab, bis der Bumerang von selbst zurück kommt. Tesla ist jedoch direkt nach westlicher Machart in die Offensive gegangen und hat dadurch den Zorn des chinesischen Internet auf sich gezogen. Da Teslas von Seiten der Regierung, berechtigterweise, bereits unter Beschuss stand (Qualitätsprobleme, Kommunikationsproblem und vor allem: sich weigern mit der Regierung zu sprechen!!!) ist diese Tesla nicht zur Seite gesprungen und hat sogar selbst etwas Öl ins Feuer gegossen.

Um das nochmal näher zu beleuchten: In China findet die Kommunikation mit Regierungsstellen mündlich statt, die entscheidenden Politiker setzen keine Schriftstücke auf mit ihren Vorstellungen, sondern laden zu so genannten „Hinterzimmer-Gesprächen“ ein und erörtern dort was sie vom privaten Firmen erwarten. Tesla hat bewusst nicht an solchen Treffen teilgenommen und damit den Zorn der Regierung auf sich gezogen.

Ob jetzt eine Frau auf ein M3 gestiegen ist oder irgendwas anderes, die Regierung hat einfach nur auf eine Gelegenheit gewartet Tesla in der Not nicht zur Seite zu springen und damit einen Denkzettel zu verpassen.

(Genau das gleich ist übrigens vor ca. 2,5 Jahren Apple passiert)

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Herzlichen Dank für diesen Blick über den Tellerrand!

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