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Verhalten bei Aquaplaning-Gefahr

Hallo zusammen,

wie verhält man sich denn richtig in einem Model S bei Aquaplaning-Gefahr? Vom Verbrenner kennt man das ja - runter vom Gas und gegebenenfalls auskuppeln.

Ein Bekannter ist unlängst mit dem Model S verunfallt, weil er genau das gemacht hat… runter vom Gas. Da kommt dann natürlich die Rekuperation und bei Kontaktverlust eines oder mehrerer Reifen ist der Schleuderunfall vorprogrammiert.

Ich habe dann erwidert, er könnte doch einfach auf N schalten. Daran hatte er gar nicht gedacht.

Wie seht ihr das?

LG
CasuaL

Bin mir relativ sicher, daß bei rutschenden Reifen die Reku reduziert wird. So wie die Bremswirkung bei ABS.

Ich würde gerade in allen irgendwie kritischen Situationen niemals auf N schalten (oder den Gang raus nehmen). Damit beraubt man sich unnötigerweise der Handlungsoptionen für den weiteren Verlauf der Situation.

Möglichst gleichmäßig durchfahren heißt die Devise. Also schön ruhig auf dem „Gas“ bleiben, aber nicht noch extra beschleunigen. Wenn man die Situation halbwegs überblickt, kann/sollte man vorsichtig vom Gas gehen – aber zuerst mal alles still halten und keine ruckartigen Bewegungen machen!

@Volker.Berlin: da hast du auch wieder recht. Da ich zu 95% Handschalter fahre, habe ich nicht daran gedacht, dass bei einer Automatik der Gang nicht so schnell wieder drin ist wie beim Treten/Loslassen des Kupplungspedals.

Stelle es mir allerdings schwierig vor, in so einer Situation mit dem Spaßpedal genau auf +/- 0 (Segeln) zu regulieren.

Beim „am Gas bleiben“ habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass dann bei Haftungsverlust der Motor hochzudrehen beginnt… auch nicht das Gelbe vom Ei.

Hallo,

wir waren letzte Woche bei dem Fahrsicherheitstraining von Tesla in Hockenheim. Da macht man genau diese Fälle in gesicherter Umgebung. Sehr zu empfehlen.

Das stimmt, und beim E-Auto kriegt man nicht mal akustische Rückmeldung. Allerdings müsste die Traktionskontrolle sehr schnell eingreifen, viel schneller und präziser, als es Dein oder mein Gasfuß jemals könnte. Wirklich gut evaluieren und ausprobieren lässt sich so eine Situation ja kaum, weil sie – so oder so – doch immer sehr schnell wieder vorbei ist.

Es gab hier auch schon mal eine Diskussion darüber, dass der Tempomat bei Aquaplaning extrem hochgedreht hat. Da hat die Traktionskontrolle merkwürdigerweise nicht eingegriffen. Es gab sogar Quellen, nach denen dieses Verhalten beabsichtigt sei, um das Wasser weg zu schleudern und möglichst schnell wieder Traktion zu bekommen. Klingt nach einer etwas abenteuerlichen Strategie… Ob dieses Verhalten in der Form mit der aktuellen Software immer noch besteht, weiß ich nicht.
:arrow_right: Tempomat & Aquaplaning

Also, bei unserem Training in Linthe gab es zwar Schneeflächen-Simulation, aber nicht das typische, plötzliche Aquaplaning. Was hast Du denn daraus gelernt? Wie ist das richtige Verhalten?

Das passiert im Tesla nicht, weil das Gaspedal die Frequenz und nicht die Leistung vorgibt. Deshalb braucht im Tesla die Pedalstellung nicht verändert werden, wenn eine Steigung kommt. Gleiches gilt bergab: Pedalstellung X produziert immer die gleiche Geschwindigkeit.

Anders beim Verbrenner, dessen Gaspedal die Leistung vorgibt. Gehts bergab, wird das Gefährt sofort viel zu schnell, weil die Leistung ja irgendwo hin muss. Bergauf bleibt er dafür fast stehen, weil die Leistung hier nicht mehr reicht.

Deshalb dreht beim Tesla nichts hoch, wenn die Räder den Kontakt verlieren.

@k11: würde mich auch interessieren.

Beim Handschalter ist das wirklich deppeneinfach: Kupplung treten und gleichmäßig durchrollen.

Ich werde mal Google bemühen, wie das bei einer Automatik funktionieren soll.

:open_mouth: Echt? Das ist mir in 30.000km nicht aufgefallen. Ich habe zwar bemerkt, dass das Pedal nicht direkt die Leistung vorgibt, sondern etwas komplizierteres macht. Aber dass es ausschließlich die Frequenz vorgibt ist mir nie aufgefallen. Muss ich heute Abend auf dem Heimweg direkt mal ausprobieren, hoffentlich ist an den passenden Stellen niemand hinter mir. :blush:

Es ist in der Tat etwas komplexer. Es kursierte mal – kurz bevor das Model S auf die Straße kam – eine Präsentation (ich glaube von Tesla für potentielle Investoren) in der unter anderem die Top-Prioritäten bei der Entwicklung des Model S aufgeführt waren. Nummer 1 war natürlich Akku und Nummer 2 war Antrieb – so weit so klar. Nummer 3 war aber das Mapping des Pedalstellung auf das Verhalten des Fahrzeugs. Die hatten ein komplettes eigenes Team nur für die Gaspedalkennlinie, und dieses Team war Prio 3 bei der Fahrzeugentwicklung!

Mir persönlich genügt es zu wissen, dass es sehr gut funktioniert. Ich kann das Fahrzeug bei 2-3 km/h genauso gut steuern wie bei 203 km/h. Konstantfahrt, Beschleunigung, Rekuperation – alles mit demselben Pedal, bei allen Geschwindigkeiten, und ohne abgestufte Gänge. Ich denke, die Gaspedalkennlinie im Model S ist eines der Probleme, denen man die Komplexität nicht mehr ansieht, wenn man eine gute Lösung hat.

Laut Öamtc weg vom Gas und das Lenkrad gerade halten. (Ich weiß das so genau da ich seit Jahren nur Automatikautos bewege)

Durch die reduzierte Geschwindigkeit bekommt der Wagen wieder Grip.

Ja nicht lenken !

Dann kommt man womöglich ins Schleudern.

Danke für diesen Beitrag. Thema verfehlt, setzen. Vielleicht einfach nochmal den ersten Beitrag lesen und dann darauf antworten.

Spannend! Mit Frequenz meinst du die Motor- bzw. Raddrehzahl, korrekt? Das bedeutet, bei Haftungsverlust würde die Raddrehzahl konstant gehalten, aber die Leistungszufuhr stark abfallen?

@redvienna: Das habe ich mir mittlerweile auch ergooglet, gut, dass ich das jetzt auch weiß. Beim Tesla gilt das aber insofern nur eingeschränkt, als dass bei „Gas wegnehmen“ (= Spaßpedal loslassen) die Rekuperation einsetzt. Ergo: Spaßpedal in „Segelstellung“?

Den Bremseffekt hast Du bei jedem Automatikauto auch.

Halt schwächer.

Also vielleicht eher etwas langsamer vom Strompedal weggehen.

@redvienna: Motorbremse bei der Automatik (quasi nicht vorhanden) und Rekuperation zu vergleichen, halte ich für sehr gewagt. Um genau diesen Punkt geht’s hier aber: Wie verhält sich das Model S bei Aquaplaning (mit/ohne Tempomat) und wie habe ich mich als Fahrer konsequenterweise zu verhalten?

Wenn man die Rekuperation reduzieren möchte kann man vermutlich nur auf N stellen.

Bei „Aquaplaning-Gefahr“ wie bei jedem anderen Auto auch: langsamer fahren!

Hier nur ein kurzer Senf von mir…
bei aktuellen Verbrennern der letzten 10 Jahre wird mit dem Gaspedal nicht die Leistung sondern das Drehmoment vorgewählt.
Genauer gesagt das WunschRadMoment. (vor Getriebe).

Und ich denke das das beim Tesla durchaus auch so ähnlich ist… zumindest im Bereich des Beschleunigens.
Bei gleichmässiger Fahrt entsteht durch die Drehmoment-Vorgabe des Pedals genau der Effekt der gleichmässigen Fahrt… daraus resultierend auch das „Hochdrehen“ bei Reibungsverlust.
Wenn ein Tesla das herausrechnet… dann sicherlich auf ähnliche Art und wiese wie die Antischlupfregelungen heutiger ABS die einfach einen Momenteneingriff von Motor und Getriebe anfragen.
Gilt im übrigen für Schalter und Automatik gleichermassen nur mit etwas unterscheidlichen Kennlinien um unterscheidliche Schwungmassenmomente auszugleichen.

Also mit ist auch noch nicht aufgefallen, dass der Tesla bei gleicher Pedalstellung die Geschwindigkeit bergauf bei behält…ich meine immer mehr Strom geben zu müssen…