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Verbraucht Model 3 AWD weniger als RWD?

4% habe ich aus deinem Video entnommen. Geschätzt hatte er 2 aber es waren dann 4%.
Und je höher die Geschwindigkeit, desto mehr dürfte es ausmachen…

Wie jede Messung unterliegen auch diese hier einem Messfehler, insbesondere, wenn die Werte von verschiedenen „Messgeräten“ = Fahzeugen stammen. Ohne eine Absolutreferenz und ohne etwas Statistik (Mehrfachmessungen bzw. Kenntnis der Streuungen) ist es schwierig, eine Aussage zu treffen, wann Messunterschiede tatsächlich signifikant und nicht bloß Messrauschen sind.

Wenn die Messungen absolut auf 5 % genau sind, wäre das schon ziemlich gut. Entspricht bei 150 Wh/km knapp 8 Wh/km oder 0.8 kWh/100 km. Übrigens sind es nicht kW/h… hatten wir aber schon öfters diskutiert.

Alles innerhalb +/- 0.8 kWh/100 km würde ich innerhalb der Messtoleranzen als gleich ansehen.

wo kommt der MR her? im Video gab es nur LRs

Der gute Björn hat mittlerweile das Video vom Vergleich rausgehauen.

Hier mal das Ergebnis aus dem Video:

Stimmt - waren alles LR. Da es zu dem Zeitpunkt noch keine textuelle Zusammenfassung gab, waren die Daten schwer vollständig zu erheben. Ich hoffe zu verzeihst den schlechten Service.

Na, das klingt doch alles ziemlich gut, wie ich finde. Auch beim AWD.

Das wäre sensationell. Weisst du wie lange es gedauert hat, bis dieser Zustand beim S und X erreicht wurde?

Wahrscheinlich befinden wir uns auch in einem Bereich, wo Reifenfabrikat und Luftdruck einen ebenso großen Einfluss haben wie Reifendurchmesser und Caps on/off.

Ich finde die Werte auch alle sehr beruhigend.

Also ich fahre die Zoe im Jahresschnitt mit 16 Zoll Allwetterreifen bei 19.x kWh / 100km, da nehm ich die 15.3 fürs AWD mit 19 Zoll doch gerne :mrgreen:

Ich komme von einem i3 mit Langzeitmittel von 16,4 kWh. Wobei der Wert nur do niedrig ist, weil ich im Winter so langsam fahre um mein Ziel zu erreichen…

Meiner Meinung nach wird die Rolle des Felgendurchmessers in der Allgemeinheit eher unterschätzt. Wenn man sich mal vor Augen führt, wie sich der Luftwiderstand an einem sich drehenden Speichenrad entwickelt, ist leicht ersichtlich, dass der Einfluss auf den Gesamtverbrauch gerade bei hohen Geschwindigkeiten ziemlich groß sein kann.
Am drehenden Rad bewegt sich ja in der Grenzbetrachtung der obere Bereich des Rades mit doppelter Geschwindigkeit gegen den Fahrtwind, und der Luftwiderstand steigt ja quadratisch mit der Geschwindigkeit. Und wenn dann dort im Außenbereich des Rades, z.B. bei LM-Felgen mit niedrigem Reifenquerschnitt, irgendwelche Speichenartigen Gebilde am drehen sind, kostet das sehr viel Kraft. Darum bringen die Caps ja schon etwas, aber mehr Einfluss hat der Durchmesser und der Reifenquerschnitt… Kleinere Räder mit dickeren Reifen sind definitiv sparsamer als große mit flacheren Reifen - Das ist z.B. auch Teil des Geheimnisses beim niedrigen Verbrauch des IONIQ. Der wirkliche Rollwiderstand spielt dagegen bei Autobahngeschwindigkeit nur noch eine untergeordnete Rolle, darum hat auch das Gewicht des Fahrzeugs bei konstanter Geschwindigkeit nur einen relativ geringen Einfluss…

Wenn das so ist, werden die China-19" Aeros wahrscheinlich ein recht guter Kompromiss für den P3 sein. Mal schauen, ob Tesla diese Räder in der EU verkaufen wird.

Der obere Bereich des Rades bewegt sich aber bei gleicher Geschwindigkeit des Fahrzeugs unabhängig vom Raddurchmesser immer gleich schnell (doppelte Fahrzeuggeschwindigkeit) gegen die Fahrtrichtung. Außerdem ist der Teil im Radkasten vor dem Fahrtwind geschützt.

Der Wind der an den Seiten in die Felge rein kommt tut dies auch nur bei bestimmten Geschwindigkeiten, die Fahrzeugfront reißt ab einem gewissen Tempo eine Schockwelle die dann von der abgerundeten Nase einfach um die Räder herumgeführt wird (Grenzwertbetrachtung).

Die Speichen sorgen definitiv für Verwirbelungen, der Luftstrom neben den Radkästen ist aber eh immer unruhig, da es im Radkasten ja auch weitere von unten und den Seiten zugängige Hohlräume gibt die nicht stromlinienförmig ausgefüllt sind so dass ich nicht glaube dass die Verwirbelungen der Speichen mit dem Unterschied zwischen normal und Niederquerschnittsreifen mehr als die 2% Vorteil der aero Kappen ausmacht.

Meine Theorie warum größere bzw Niederquerschnittsreifen mehr Widerstand/Verbrauch haben ist, dass kleinere Unebenheiten und Vibrationen nicht einfach von dem dickeren Reifen weggefedert werden (Kraft für Verformung), sondern jedes Mal über Reifen und Felge an das Fahrwerk weiter gegeben werden müssen (Kraft für Verformung und Bewegung).
Was damit auch implizit schmalere (weniger Rollwiderstand, leichter) und kleinere/leichtere (weniger Trägheit im Fahrwerk zu bewegen) Räder bevorteilt.

Sorry dafür den Thread gerade weiter Richtung OT/Reifen-Felgenthread zu ziehen, das hat nicht wirklich etwas mit rwd/awd mehr zu tun.

Laut Homologation hat das M3 LR RWD die höchste Reichweite.

Hast du da genauere Info? Wo steht da jeweils die Reichweite?

Wenn ich mich recht erinnere, waren es 530/560/600km für P/AWD/RWD

Angeblich wurden diese Daten aber berechnet und nicht gemessen.
Laut EPA Datensatz (ich gucke da öfters rein) wurde nur das RWD und das AWD jeweils einmal vermessen.
Seitdem gab es angeblich Softwareupdates die was verbessert haben.
epa.gov/compliance-and-fuel-eco … el-economy

Die Tendenz sollte das aber nicht beeinflussen.

Was sind denn die WLTP Werte?

Warum wilde Spekulation betreiben und sich diversen Gerüchten hingeben, wenn man die Zusammenhänge doch mit einer etwas genaueren Betrachtung der technischen Hintergründe sehr leicht erklären kann?

Auch wenn das Argument der erhöhten Reku mit zwei Motoren dem Laien intuitiv richtig erscheint und daher gerne genannt wird, ist es in den meisten Fällen leider einfach Quatsch.

Wann würde ein zweiter Motor helfen? Naja, wenn einer hinsichtlich der Leistung oder der Traktion am Limit ist. Wann kommt das vor? So gut wie nie, die Model S Fahrer mit reinem Heckantrieb werden das bestätigen können. Max. 60 kW sind auch für einen Motor kein Problem und so wenig Traktion, dass 60 kW auf einer Achse zu viel Bremsleistung sind, hat man nur bei Schnee oder Eis. Auf den Verbrauch auf Langstrecke hat es darüber hinaus überhaupt keinen Einfluss und spielt deshalb erst recht keine Rolle.

Das M3 AWD wird durch Software Updates nicht signifikant besser werden und im Gegensatz zu Model S und X definitiv nie weniger verbrauchen als das M3 RWD. Betrachten wir zum besseren Verständnis die beiden Modellreihen separat:

Fall 1 - Model S/X

Sowohl vorne als auch hinten sind „normale“ Asynchronmotoren verbaut, deren Wirkungsgrad zwar gut, aber auch nicht herausragend ist. Die Motoren unterscheiden sich in ihren Kennfeldern und erreichen bei unterschiedlichen Drehzahl/Drehmoment-Kombinationen ihr Wirkungsgradmaximum. Erreicht wird dies meines Wissens nach durch unterschiedliche Übersetzungen, obwohl da letztens mal jemand widersprochen hat. Falls die Übersetzungen tatsächlich gleich sind, kann man die Kennfelder aber auch durch geringfügige Änderungen der Wicklungen variieren.

Tesla wird seine Motoren sicherlich sehr genau vermessen und daher genaue Daten zu den Kennfeldern haben, die man in der Software hinterlegen kann. Im normalen Fahrbetrieb wird dann immer derjenige Motor bevorzugt bestromt, welcher in der jeweiligen Fahrsituation den etwas höheren Wirkungsgrad aufweist. Dies kompensiert den Mehrverbrauch durch den etwas höheren Rollwiderstand sowie das höhere Gewicht über, so dass unter dem Strich eine erhöhte Reichweite verbleibt.

Fall 2 - Model 3

Der hintere Motor ist durch einige clevere technische Lösungen, die hier im Forum an verschiedenen Stellen bereits erläutert wurden, extrem effizient und gehört ganz offensichtlich zu den effizientesten Traktionsmotoren am Markt überhaupt. Der vordere Motor ist jedoch „nur“ ein mit dem Model S/X vergleichbarer Asynchronmotor. Dieser ist über das gesamte Kennfeld hinweg schlechter als der hintere Motor.

Das bedeutet dann im Klartext, dass es keine einzige Fahrsituation geben kann, in welcher der vordere Motor einen besseren Wirkungsgrad aufweist als der hintere. Egal wann ich den vorderen Motor zuschalte, er hat immer einen schlechteren Wirkungsgrad als der hintere und verschlechtert somit auch den Gesamtwirkungsgrad. Hinzu kommt dann noch zusätzliches Gewicht und der erhöhte Rollwiderstand.

Das M3 AWD kann und wird somit nie besser sein als das M3 RWD. Da bedarf es dann auch keiner weiteren Spekulation. Die von der EPA gemessenen Werte sprechen da ebenfalls eine recht deutliche Sprache. Das M3 RWD könnte eigentlich mit 340 Meilen beworben werden, statt nur der 310 die AWD und P erzielen.

Ich finde es schade, dass Tesla das M3 RWD eingestellt hat - es war der absolute Effizienz-, Reichweiten- und Langstreckenkönig. Vielleicht haben sie es machen müssen, weil selbst ein wesentlich teureres MS 100D dagegen alt aussieht.

Gruß Lennart