Verbrauchsmessung mit Wohnwagen

Hallo in die Runde,

mein Model 3 wird erst Anfang September geliefert werden und ich würde gerne schon heute wissen wie hoch der Verbrauch mit meinem Wohnwagen ist. Mein Kia Rio T-GDI 120 PS verbraucht ca. das Doppelte mit dem vollbeladenen Wohnwagen (ca. 10l Super mit Wohnwagen und Tempo 80). Das hoffe ich auch für das M3. Da wir das Model 3 als alleiniges Familienauto planen, ist der Verbrauch mit Wohnwagen ganz entscheidend für die Urlaubsfahrten. Leider habe ich bisher keine wirklich aussagekräftigen Informationen für das Model 3 mit Wohnwagen gefunden.

Es ist ein kleiner, schicker neuer Wohnwagen (Sterckeman Easy 390CP) der von den Daten geradezu ideal für das Model 3 ist. 1.000 kg Gesamtgewicht mit 75 kg Stützlast, kann also quasi mit Maximalgewicht gezogen werden. Leergewicht 757 kg. Der Wohnwagen ist allerdings 2,10m breit und 2,58m hoch, vorne ganz normal schräg, also nicht explizit Aerodynamisch.

Jetzt die Frage, wer hat ein Model 3 mit Anhängerkupplung und Interesse an einer Testfahrt zur Verbrauchsbestimmung? Ich wohne in Münster, Westfalen, einen Kaffee gibt es auch.

Die Ergebnisse würde ich hier natürlich allen zur Verfügung stellen, ich glaube das ist interessant für alle Camper.

Tesla Bjorn ist zuletzt mit einem kastigen Anhänger am Model 3 Long Range gefahren.

Ich vermute mal, Du landest bei 360-400 Wh/km, oder ca. 180-200km Reichweite.

Das geht, dank der immer dichter ausgebauten Schnellader. Man muss halt alle 2 h eine Pause machen.

Bei einer Strecke von 500 km müsste man also 3 mal zum Laden raus und bräuchte ca. 7h inkl. Ladepausen.

Fütter einfach mal den abetterrouteplanner.com mit „Reference Consumtion at 110km/h: 450 Wh/km“, dann bekommt man ein Gefühl dafür. (Wichtig: CCS mit auswählen - „show more settings“)

Bin mal gespannt, was dann live rauskommt.

Das Video habe ich gesehen und hoffe sehr das ich unter 40 Wh/km bleibe bei Tempo 80. Tempo 100 wäre auch nicht schlecht, aber das wird dann heftig mehr Verbrauch sein befürchte ich.

Der Anhänger in dem Video ist zwar schmaler und leichter, aber vorne senkrecht. Denke das macht viel aus. Und offensichtlich ist die Aerodynamik bei dem Easy 390 CP gar nicht so schlecht, da mein Verbrenner ja auch nur 100% mehr verbraucht.

Dein Verbrenner bekommt bei höherer Auslastung auch einen besseren Wirkungsgrad. Der Elektroantrieb neigt bei hoher Belastung zu einem etwas niedrigeren Wirkungsgrad, da die Verluste im Kupfer usw ansteigen. Der direkte Vergleich geht somit leider nicht auf…

Ich warte auch noch auf mein Model 3 mit Anhängerkupplung und kann also zum Verbrauch nichts sagen

Als maximale Zuglast ist allerdings für die Anhängerkupplung 910 kg angegeben.

Laut der Wohnwagen Werkstatt meines Vertrauens kann man trotzdem den Wohnwagen damit ziehen darf aber dann die 910 kg bei der Beladung/Ausstattung nicht überschreiten.

Ich werde damit meinen Eriba Troll ziehen wollen.

Für mein Std+ rechne ich mit Fahrten von einer Ladestation zur Nächsten

Die Stützlast wird aber mit zum Zugfahrzeug gerechnet, d.h. das Model 3 kann als Maximale Last 910 kg Achslast des Wohnwagens + 90 kg Stützlast = 1.000 kg ziehen. Allerdings hat mein Wohnwagen ( Sterckeman Easy 390cp) nur 75 kg Stützlast, macht also 985kg maximales Wohnwagengewicht bei 75 kg Stützlast.

Es gibt einige Internetseiten die das ganz gut erklären, man braucht immer die zulässigen Achslasten für den Wohnwagen und das Auto sowie die Stützlasten, das niedrigere Gewicht zählt natürlich. Man muss auch aufpassen daß die Hinterachse des Model 3 nicht überlastet wird, könnte bei maximaler Stützlast und voller Belastung schnell überlastet werden.

Da wir (so wie wahrscheinlich alle Menschen auf der Welt) leider aktuell nicht in unseren geplanten Campingurlaub fahren können, habe ich gestern Abend meine lang ersehnte erste Test-Fahrt zur Verbrauchsmessung durchgeführt.

Hier die Randbedingungen:

M3 LR AWD, 18 Zoll-Aero-Felgen, original Michelin Sommerreifen, 3,1 bar, FSD
Fahrstrecke: Münster (Westfalen) nach Lohne (Supercharger) über die A1, Höhenunterschied ca. 6m, eine Strecke ca. 93 km, davon ca. 5 km innerstädtisch, 10 km Landstraße, 78 km Autobahn.
Auf der Autobahn habe ich den Anhängermodus deaktiviert um entspannt mit Autopilot auf der rechten Fahrspur fahren zu können.

Sitzheizung vorne Fahrer + Beifahrer an,
Wohnwagen Sterckeman Easy 390CP, Gewicht bei Abfahrt selbst gemessen: 374 + 416 + 80 = 870 kg,
auf dem Dach sind 2 * 100 W Solarplatten (die normalen mit 5 cm hohen Rahmen) angebracht welche für die Aerodynamik sicher nicht von Vorteil sind,
Geschwindigkeit Landstraße und Autobahn ohne Windschatten: 84 km/h
Geschwindigkeit Autobahn mit Windschatten: ca. 90 km/h mit minimalem Abstand „1“ zwischen den LKWs wann immer möglich versucht.

Hinfahrt (93 km):
Batterie Start: 89 %
Wind schräg von vorne (also Gegenwind), 6m Bergauffahrt
11° C, Wagen/Batterie komplett kalt, Heizung 18,5° C,
Durchschnittsverbrauch bei 52,9 km: 344 Wh/km
Durchschnittsverbrauch am Supercharger bei 93,4 km : 312 Wh/km (29 kWh)
Batterie Ankunft: 48 %

Rückfahrt (100 km, da ich an der Autobahnausfahrt falsch abgebogen war und deshalb einen Umweg fahren musste:-))):
geladen laut Tesla-Konto-Abrechnung: 34 kWh
Batterie Start: 90 %
Wind schräg von hinten (also Rückenwind), 6m Bergabfahrt
8° C, Wagen/Batterie warm, Heizung 18,5° C, Licht eingeschaltet
Durchschnittsverbrauch Rückfahrt (100 km): 287 Wh/km (29 kWh)
Batterie Ankunft: 49 %

Verbrauch Gesamtstrecke hin und zurück: 193,4 km : 299 Wh/km : 58 kWh

Fazit:
Das Model 3 ist auch mit einem großen Wohnwagen (damit meine ich den vom Gewicht her maximal zulässigen Wohnwagen) zumindest für uns als Familie mit 2 Kindern langstreckentauglich. Die realistische durchschnittliche Reichweite (100 % Batterieverlust) beträgt 246 km, damit sollten Etappen von ± 200 km möglich sein. Dies entspricht einer Fahrzeit von über 2 h, da sind Pausen für die Familie sowieso notwendig und das Model 3 kann gleichzeitig nachladen.

Eines ist aber auch deutlich geworden: Gegenwind, Fahrgeschwindigkeit und vermutlich Höhenunterschiede (konnte ich hier nicht einzeln testen) haben einen erheblichen Einfluss auf den aktuellen Verbrauch. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei der Kombination (Gegenwind und zügige Fahrweise) ein durchschnittlicher Verbrauch von 400 Wh/km schnell erreicht wird. Damit wäre bei Batterielevel 90 % auf 10 % = 80 % nutzbar = 0,8 * 74 kWh = 59,2 kWh = 148 km Fahrstrecke nur noch möglich. Auf der Rückfahrt würde sich der höhere Verbrauch vermutlich wieder ausgleichen.

Ich hoffe das hilft dem einen oder anderen bei den weiteren Planungen.





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Hallo,
danke für diesen Beitrag. Das Thema Gespannbetrieb ist momentan das einzige, was mich noch vom Kauf eines M3abhält.
Schön wäre eine etwas erhöhte Anhängelast, z.B. 1200 kg bei 8% Steigung.
Vielleicht gibt es ja mal eine Batterie mit 100 kWh.

Vielen Dank für Deinen Test. Mein Touring 530 wartet auch schon auf die Aftermarket AHK.

Allerdings würde ich jetzt nicht behaupten, dass Deine Testreihe besonders Mut macht. Für, z.B. die Fahrt an die Adria hätten wir mit dem Alpen ja eine ordentliche Steigung zu überwinden.

Alle 2 Stunden Pause ist mit Familien richtig, da stimme ich Dir zu. Allerdings wird dieses Pausenintervall mit AHK zum Zwang und dann sind das ja auch längere Pausen da man die Batterie ordentlich Laden sollte. Ich kann mir kaum vorstellen da nut zwischen 20% und 80% zu pendeln.

Für mich ht das schon wider was von Reichweitenangst. Oder sehe ich was falsch?

auf Langstrecke würd ich sogar eher zwischen 5-10% und 65-70% pendeln - einfach weil da die Ladegeschwindigkeit höher ist. Dank dichtem SuC Netz (und sogar immer mehr andere Schnelllader) überhaupt kein Thema, bei <5% sollte man halt besser die Autobahnausfahrt nicht verpassen :laughing:

was meinst du mit „ordentlich laden“? Eine Vollladung auf 100% ist deutlich mehr Stress für die Batterie als viele kleine Ladehübe.

Bei 240 km Reichweite, die sich je nach Verkehr (Stop und Go), Topologie (Alpen) und Wetter (Regen) ggf. nochmal spürbar verringert würde ich mindestens auf 90% gehen oder sogar höher um Schnarchladerstopps zu vermeiden.

Genau das Risiko sehe ich ja gerade beim Wohnwagenbetrieb

Zusätzlich berücksichtigen sollte man auch, dass viele HPC-Lader nicht für Anhänger geeignet sind. D. h. Parkplatz suchen, Ww abkoppeln, zum Lader fahren (kann auf Rastplätzen schon mal „schwierig“ sein), laden und dann die Bude wieder ankoppeln. Häufiges (z. B. alle 150km :wink:) laden kann da schon mal lästig werden. Aber wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel :wink:

Bye Thomas

Ich habe heute aus Interesse auch mal eine „Verbrauchsfahrt“ mit Wohnwagen, [email protected] 320, ca. 720KG, gemacht, vielleicht ist das ja für den ein oder anderen interessant.

Ich habe mein Model 3 LR aus 06/2021 (Panasonic Akku - 614 WLTP) auf 100% vollgeladen, bei der Abfahrt war der Akkustand durch die Klimaanlage bereits auf 99% gesunken. Klimaanlage war anfangs auf 20 Grad, danach habe ich sie auf 22Grad gestellt.

Gefahren bin ich bei schwülwarmen 26-27 Grad mit Tempomat anfangs 90KM/H, dann habe ich auf 86KM/H gedrosselt, da es so wegen der LKW angenehmer zu fahren war.

Gefahren bin ich die A43 zwischen Recklinghausen und Münster.

Akkustände:
99% bei 0 KM - Start
91% nach 19,8 KM
83% nach 43,1 KM
80% nach 48,9 KM

75% nach 63 KM
70% nach 76,4 KM
65% nach 89,1 KM

61% bei 100KM

50% nach 130,6 KM

47% nach 137,5 KM - hier habe ich eine Pause gemacht.

39% nach 159,4 KM - Ankunft

Wie oben schon geschrieben war diese Fahrt „just for fun“ und ist aus reinem Interesse entstanden. Also nicht wissenschaftlich :sweat_smile:

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Na das passt doch sehr gut zu meinen Werten :grinning: :+1:, siehe oben und:

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Dein Beitrag ist richtig gut und respekt das Du mit Deiner Familie so weit mit Wohnwagen gefahren bist. :slightly_smiling_face: :+1: