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US-Organisation ICCT macht Front gegen Diesel-Pkw

Quelle: bizzenergytoday

Jippie! Deutliche Worte - und derer haben wir viel zu wenig.

Finde ich zwar wenig überraschend, aber je mehr dazu publiziert wird, desto besser!

Gibt es das Papier irgendwo zum Download? Konnte leider nichts finden.

Der Vergleich Benzin und Diesel hinkt ein wenig. Da Benzin eine geringere Dichte hat als Diesel nämlich ca. 750g gegenüber von ca. 840g beim Diesel, entstehen beim Vergleich von 1l Benzin zu 1l Diesel signifigant weniger Emissionen beim Benzin. Aber 1l Benzin hat auch 10% weniger Energiegehalt. Daher u.a. auch der geringere Verbrauch beim Diesel.
Daher sollte man immer die Masserechnung machen und 1kg Benzin mit 1kg Diesel vergleichen. Die haben fast den gleichen Energieinhalt nur besteht Benzin aus kurzkettigen Kohlenwasserstoffen mit einem etwas höheren Wasserstoff/Kohlenstoff Verhältnis, während Diesel langkettige Kohlenwasserstoffketten mit geringeren Wasserstoff/Kohlenstoffanteil hat.

Wollte also der VDA wirklich weniger CO2 Ausstoß haben, dürften nur noch Fahrzeuge mit LPG=Autogas oder besser noch CNG=Erdgas propagiert werden.

Nein, Erdgas bringt punkto CO2 nichts:

heise.de/autos/artikel/Kontr … 50215.html

Doch. Die Verdichtung darf nicht auf Benzin Niveau bleiben.
Anscheinend nutzen die Hersteller das Potenzial nur unzureichend.
Der Motor muss neu ausgelegt werden.

Das wäre möglich, aber dann läuft er nicht mehr mit Benzin und kaum jemand würde sowas kaufen.

Mit einem Dieselmotor gehts hingegen sehr gut.
Dual Fuel Betrieb im Dieselmotor mit Diesel/Methan funktioniert einwandfrei und sehr emissionsarm.

Das verstehe ich auch so. Es soll ja keine Flüssigkeit mehr hinein.

Mit Erdgas könnte mittels eines Reformers eine Brennstoffzelle betrieben werden, damit wäre zumindest die Stickoxidproblematik entschärft.

Die Stickoxidproblematik ist bei Erdgas sowieso nicht besonders ausgeprägt.
Auch nicht im Dieselmotor.

Dem entgegen belehrt uns die „naturstrom AG“ auf. S. 37/38 des Kundenhefts #20 vom Sommer 2016, dass

  • ein Kompaktklasse Diesel-PKW angeblich repräsentative 3,8 Liter im Vergleich zu 5,1 Liter Benzin verbraucht, und damit inkl. Vorkette nur 121 g CO2/km im Vgl. zu 144 g CO2/km bei Benzin,

  • so dass ein Kompaktklasse Elektroauto mit angenommenen 16 kWh Verbrauch pro 100 km zzgl. angenommen 20% Ladeverlust (also 19,2 kWh/100 km ab Netz) bei bundesdeutschem Strommix auf ca. 100 g CO2/km braucht, so dass ca. 22.000 Jahreskilometern notwendig wären, um den Rucksack der Kompaktklasse Elektroauto-Herstellung von angeblich 11 t CO2-Aquivialent ggü. 6 t beim Kompaktklasse Diesel-PKW innerhalb von 12 Jahren „herauszufahren“.

Gibt es solche Serienmodelle? Oder umrüstbare Diesel?

Also 5t CO2 für ~20 kWh Akku? Das wären dann ca. 250 kg CO2 pro kWh, oder rund 40 - 60 kg CO2 pro kg Akku. Ich kenne aber nur Zahlen im bereich 5 bis 20 kg CO2 pro kg Akku - wie kommen die auf 2 - 12-fache?

Soll wahrscheinlich eindrücklicher wirken beim Anpreisen des Ökostroms. Denn selbst das von naturstrom zitierte IFEU nimmt für ein E-Auto der „Kompaktklasse“ mit 26,7 kWh Batterie ja „nur“ 9,4 to. CO2-Äquivalent an, die Differenz zum „Golf-ähnlichen“ Vergleichsfahrzeug verringert sich damit auf 3,4 to. CO2-Äquivalent.

Andere Länder, andere Studienergebnisse (Union of Concerned Scientists, Nov. 2015):

Under the average U.S. electricity grid mix, we found that producing a midsize, midrange (84 miles per charge) BEV typically adds a little over 1 ton of emissions to the total manufacturing emissions, resulting in 15 percent greater emissions than in manufacturing a similar gasoline vehicle.

Hier basiert das Model auf einen Nissan Leaf ähnlichem Fahrzeug mit 28 kWh Batteriekapazität. Je nachdem, ob „ton“ metrisch ist oder nicht, ergäbe sich für so ein Fahrzeug ein CO2-Äquivalent-Rucksack für die Batterie (kompletter Lebenszyklus ohne evtl. positive Effekte eines „Second Life“), der das „Umsetzen“ von ca. 300 Litern Dieselkraftstoff entspricht, oder vielleicht 7.000 km Fahrstrecke insgesamt.

Dass die naturstrom AG (Autor: Philip Schwieger) hier mit unbelegt ungünstigen Zahlen hantiert, um das Firmenprodukt auf Kosten der Glaubwürdigkeit von Elektromobilität anzupreisen, finde ich nicht gut.

Ich glaube nicht.
Das war aus rein technischer Sicht.
Bei Grossmotoren kenne ich mich aus. Dort gibts Serienmotoren, die fix fertig mit Dual Fuel System erhältlich sind.
Bei diesen Motoren wird dazu ein zweites Dieseleinspritzsystem verbaut, das eine sehr kleine Menge Diesel für die Zündung des Gasgemischs einspritzt.
Bei PKWs könnte dies vielleicht durch Absenkung des Einspritzdrucks und mit einem einzigen ganz kurzen Injektorbestromungspuls auch erreicht werden. Ob man so weit genug runter kommt, weiss ich aber nicht. Vielleicht bräuchte man doch noch ein zweites Einspritzsystem mit kleineren Düsen.

Da geht mir wieder die Hutschnur hoch. Beim Diesel/Benziner wird Normverbrauch angenommen, beim Elektroauto hingegen der Realverbrauch. Und der Mist kommt von einem Ökostromanbieter? Ein Kompaktklasse-Elektroauto hat deutlich geringere Normverbräuche als 19,2kWh (Normverbrauch enthält bereits Ladeverluste). Selbst Tesla gibt geringere Normverbräuche an.

spritmonitor.de/de/die_spars … autos.html

Wie wir hier sehen, gibt es lediglich zwei Dieselfahrzeuge und zwei Benziner, die diese Verbrauchswerte tatsächlich erreichen oder unterbieten.
Gerade die beiden Diesel sind bekannt dafür, dass sie von ihren Besitzern sehr sparsam gefahren und teilweise sogar noch dahingehend optimiert werden.
Bei einem Vergleich solche Zahlen zu verwenden, ist hochgradig lächerlich.

Da würfelt mal wieder einer :frowning:
Dass es gerade Naturstrom ist stimmt mich etwas traurig!

Gruss
Mario