Über Geschmack lässt sich sehr wohl streiten! – Designvergleichsthread

Da im i4-Thread bald OffTopic (zumal da ein 4h-Limit posten verhindert)
und weil es ja generell alle Autovergleiche betrifft, eröffne ich hiermit einen neuen Thread. :upside_down_face:

Hier soll es explizit um alle Fahrzeugmodellübergreifende Designdiskussionen gehen!

Perfektes Beispiel für meine generelle Aussage:

Und dann liest man danach wieder so einen nicht unverständig/ignoranten (nicht verstehen wollen oder können) Beitrag wie:

Aber das sagte ich ja schon zuvor:

Auf „Tradition“ zu „beharren“ ist schlußendlich einfach schlechter Geschmack, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Es gibt natürlich auch Traditionen, die aktueller denn je sind, aber dies ließe sich eben auch begründen.

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Ja, und über was möchtest du nun mit uns diskutieren…?

Stell´ doch einfach mal eine Frage oder stelle eine These auf, dann kann´s ja losgehen. So wie jetzt ist es ein wenig ohne Substanz.

madmax

Dann fange ich mal an:

Ein Auto mit Kühlergrill zu designen, obwohl es gar keinen Kühler hat, ist schlechtes Design

Richtig oder falsch?

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Sehe ich auch so. Aber ich bin auch Anhänger von Design follows function.

Gerade für Werbestrategen hat Design aber noch zahlreiche andere Bedeutungen.

In diesem Fall bedient es wohl eher konservative Kunden, die vom Verbrenner kommen und vorne einfach einen Kühlergrill erwarten. Offenbar denkt man bei BWM, dass das die Mehrheit ihrer Kunden sind. Außerdem hat BMW ja das Problem, dass ein wesentliches Merkmal ihrer Markenwiedererkennung eben die BMW-Niere ist. (Ein bisschen hübscher hätte man sie natürlich machen können…)

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Warum ist das so? Weil der Rest des Designs austauschbar ist und man BMW nicht von anderen Autos unterscheiden könnte. Bei Mercedes wird der Stern auch immer größer.

Für „Premium“ muss das Auto aber auffallen… auch wenn man blöd auffällt. Der BMW iX ist da die Krönung von BMW.

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Bei den Kühlergrills geht es doch gar nicht um Design, es geht darum, dass die Autos im Rückspiegel möglichst aggressiv wirken, damit der Vordermann Platz macht. Mir gehen diese Autos nur noch auf den Keks, einer der Gründe, weshalb ich zu Tesla gewechselt bin und auch weshalb auch für das nächste Auto meiner Frau, das gerade ansteht keines der üblichen Verdächtigen aus Deutschland in Frage kommt.

Gerade bei Elektroautos wäre eine windschnittige Front ein muss, die CW-Werte meisten deutschen Elektroautos (ich kenne nur eine Ausnahme) sind deswegen auch ziemlich schlecht.

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Durchaus, aber warum wirkt denn ein Kühlergrill überhaupt „aggressiv“.
Doch deswegen, weil er für symbolisch für einen großen, besonders viel Kühlung benötigenden Motor steht.
Das trifft aber nur auf Verbrenner(wgn Abwärme) zu.
In dieselbe Kerbe schlagen ja auch seitliche „aggressive“ Lufteinlässe; die braucht nur, wer viel (unnötig) bremsen will(und keine Reku nutzt/nutzen kann).

D.h. wer große Kühlergrille in Elektroautos baut, der beruft sich auf ein Klischee.
Das ist wie ein Symbol für „speichern“ – lange Zeit gerne eine Diskette.
Bei meinem letzten Android-Emailprogramm(nutze jetzt IPhone) wurde das Symbol nach Kritik ausgetauscht, weil viele jungen Leute es nicht verstanden haben.

Umgekehrt berufen sich „Traditionalisten“ darauf, alte Symbole für neue Dinge verwenden zu wollen, und nennen dass dann „Geschmackssache“.

Das ist keine Niere mehr, das sind zu dick geratene Biberzähne. :sweat_smile:

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Hat jemand Biberzahn gesagt?

biberzahn

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Ich finde, dass gerade BMW dieses Problem nicht hat. Ich erkenne einen BMW sofort am (meiner Meinung nach) ultrahässlichen Heckdesign, ebenso wie an den ganzen unnötigen Kanten im Auto. Für mich schaut jeder BMW mehr oder weniger gleich aus, es ist nichts neues seit Jahren.

Dass ich den Verein aufgrund meiner Nähe zu München ganz leidenschaftlich hasse steht auf einem anderen Blatt :slightly_smiling_face:

Auch bei Mercedes sieht gefühlt alles gleich aus. C E und S kann ich nicht mehr sofort Unterscheiden.

Schlimmer ist hier nur Tesla mit Model 3 und Model Y :rofl:

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BMW nennt diese unsinnige und grässlich-grottig verblendete Niere beim i4 ja „Intelligenzfläche“.

In dem Fall ist das Kennzeichen, das da ja mittig davor angebracht wird, dann das „Brett vor dem Kopf“.

BMW schafft es ja nichtmal, trotz wahnsinnig hoher Motorhaube, einen Frunk drunter unterzubringen.

Der i4 ist von der verblendeten Niere bis zu den Auspuff-Diffusor-Blenden ein (außen wie innen) derartig lieblos umgebauter 4er Gran Coupé Verbrenner, dass das das Wort „Design“ kaum verdient.

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So einfach ist das in meinen Augen nicht.

Die Moderne hat seit Beginn des 20 Jahrhunderts eine Desiglehre verfolgt, die man ganz knapp mit „form follows function“ einem Leitsatz, der von Adler & Sullivan im Chicago der 1890er in Umlauf gebracht wurde wurde, zusammenfassen kann. Nach diesen Designprinzipien ist ein funktionsloser Kühlergrill schlechtes Design.

Es gibt aber auch andere Designschulen. Die Postmoderne hält den „decorated Shed“ bei dem funktionale Struktur von aufgesetzten Dekor getrennt sind durchaus für erstrebenswert. Robert Venturi und Denise Scott Brown die den Begriff vom decorated Shed zusammen mit Steve Izenour in den 1970ern in Learning from Las Vegas geprägt haben, hielten einen dekorativen aber funktionslosen Kühlergrill auf einem darunter funktional gestalteten Auto vermutlich für gutes Design …

Ich halte nichts vom decorated Shed und halte die monströsen Kühlergrills etwa bei BWM für peinliche Kompensationsmassnahmen für Leute die anderswo zu kurz gekommen sind, aber das ist halt wieder mein Geschmack.

Die Unterschiede zwischen gutem und schlechtem Design erkennt man meiner Meinung nicht daran, welchen Designprinzipien ein Design folgt, sondern wie die Umsetzung der Designprinzipien erfolgt.

Es gibt deshalb durchaus decorated Sheds, die ich potthässlich finde, aber anerkenne, dass es trotzdem unter den Gesichtspunkten nach denen designed wurde, ein gutes Design ist …

Gruß Mathie

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Am Heck ist natürlich nochmal seperat zu sehen.
Aus meiner Sicht wirkt es wie ein freundlich formuliert „knackiger, zusammengekniffener Männerpo“.

Aber ein BMW ohne Niere verliert von vorne wirklich deutlich an Widererkennungswert.
Das ist natürlich ein Problem, wenn man als Hersteller ein solches Element als Symbol auserkoren hat.
Aber es ist natürlich ganz klar ein Fehler gewesen diesem Symbol immer mehr Raum zu geben, wo es absehbar war, dass es irgendwann veraltet sein wird.

Zum Thema Geschmack muß man dann festhalten:
Entweder man mag Verbrenner(mit entsprechend üppigem Kühlergrill) oder man mag Elektroautos (ohne diesen).
Wer aber ein Elektroauto mit Kühlergrill mag, der leidet unter Geschmacksverirrung.

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Interessanter Punkt.

Werde ich drüber nachdenken!

Im ersten Moment, intuitiv würde ich diese Designphilosophie als prinzipiell weniger überzeugend bewerten. Aber es kann natürlich insich stimmig argumentiert sein.

Bullshit. Der i4 ist ein liebloser Verbrenner-Umbau. Der trägt kein beabsichtigtes „Design“.

Die räumliche Nähe ist der Grund zum Hass?

Jep. Ich weiß ja nicht woher du kommst, aber BMWs fahren in München so geschätzt 70% und die fahren idR so rücksichtslos als würde Ihnen die ganze Stadt gehören. Viele sind vermutlich Mitarbeiter von BMW. Ist auch im Umland einfach eine ultranervige Marke. Erlkönige fahren hier auch überall aber die sind nicht so schlimm.

EDIT: In deinem Profil steht auch München, dann solltest du das Problem ja eigentlich kennen.

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Früher hatten die noch zwei getrennte Scheinwerfer. Das war ein Erkennungsmerkmal.

Porsche finde ich macht das gut mit dem vier Lichtern im Scheinwerfer.

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Interessant ist in dem Zusammenhang, dass Porsche hier eine neue Lösung gesucht und für sich gefunden hat auf Basis der aktuellen Technik.

Ich persönlich hätte mir zwar eine ungerade Anordnung gewünscht (Dreieck, Fünfeck o.ä.) aber das ist dann ein Detail; die grundsätzliche Designentscheidung ist gut zu bewerten.

Sinnlos wäre indes gewesen, eine Kreisform zu wählen, weil alte Funzeln ja auch rund waren.