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Tipps für Elektro-LKW?

Hallo zusammen

Wir haben kürzlich in unserem Betrieb diskutiert, dass wir anstelle von Bahntransport zwei elektrische LKW auf auf immer derselben Tagsstrecke von ca. 180 km für Schüttguttransporte einsetzen könnten. Dazu wären 5-Achser mit Hakengerät erforderlich.

Ich bin für alle Tipps dankbar, die zu einem Projekt führen könnten. Ab Stange wird es ja wohl noch nichts geben?

Gruss
Peter

Ab Ende 2018 will MAN die kürzlich vorgestellten Vorserienmodelle, die noch dieses Jahr in den Test bei Kunden gehen sollen in Kleinserie ausliefern:

logistra.de/news-nachrichten … -ende-2017

Ob die zu Euren Anforderungen passen könnten, weiß ich nicht, dazu kenne ich mich mit LKW zu wenig aus.

Gruß Mathie

Ich hab mich da auch schon damit befasst. Aber bis jetzt in den Regionen nichts gefunden. Auch mit Verkäufern von Volvo etc geredet. Bis das für Spezialfahrzeuge kommt dauert das noch ne Weile. Zumal ihr den 5 Achserja wonl wegen der 40t habt, oder? Wäre es möglich wenn man da bei der Nutzlast auf 2 bis 3 t verzichten würde? Dann würde vielleicht jemand was basteln, aber bis jetzt gibt es da nur 2 Achser die fahren… Grösseres Gerät nirgendwo :frowning:
Aber mit entsprechendem Personal lässt sich auch so einiges an Abgasen und Sprit sparen. Leider fahren viele nicht so. Schon gar nicht die Hakengerät und Kipperjockeys…

Wie wärs damit? futuricum.ch/technik_de

Beruht auf Volvo Chassis. Federführend ist dabei das Designwerk Winterthur. Ich hab mir an der WAVE 2017 sagen lassen, dass bereits nach 5 Jahren die Mehrkosten Amortisiert sind, dies betraf allerdings ein Müllfahrzeug.

Danke für den Link :slight_smile: Das muss ich mal meinem Cheffe zeigen… wenn die noch 10t Nutzlast drauf packen und 200 - 300 km mehr Reichweite wär das durchaus was :smiley: Zumal erst am Freitag wieder einer unserer Lastwagen wies aussieht nen Motorschaden hat… entweder Kopf hin oder sonst was gröberes… Und das nach nicht mal 400.000km und 10 Jahren… (okay, Betriebsstunden hat er deutlich mehr… da kommen umgerechnet dann schon ne Million km hin…

Denke mal auch einen 5 Achser Hakengerät wird man umbauen können. Aber ich weiss halt nicht wie das dann mit der Nutzlast aussieht. Das müsste man halt abklären… Gibt’s in der CH ne Option dass e-Lastwagen ein paar t schwerer werden dürfen?

Also der e-Force (Iveco) ist doch auch nur 1t schwerer als sein Diesel Pendant, wenn ich nicht irre? (Allerdings nur Stückgut, 2 Achser, max 18t)

Man muss wohl im Schnitt mit 150 - 200 kWh/100 km rechnen. Mit Reserve für den Winter sind 250 km Minimum, d.h. 375 kWh - 500 kWh Batteriekapazität nötig.

Würde man das mit LiFePO4 realisieren wiegt das 4-5 t. Davon kann man bei einem normalen Umbau vielleicht 1-2 t einsparen. Es bleibt also auf jeden Fall ein erheblicher Gewichtsnachteil.

Wenn die Strecke weitgehend flach ist könnte man etwas mehr gewinnen, weil man noch das Getriebe einsparen kann. Es würde dann vielleicht ein Untersetzungsgetriebe mit 2-Gängen reichen.

Ich habe mir so einen ähnlichen Umbau schon mal für meinen Offroad 3-Achser überlegt.

Die Batterie würde wohl 150 - 200 TEUR, Motoren mit Leistungselektronik 100 - 150 TEUR, und Umbau nochmal 100 TEUR kosten. Ich würde für den ersten Protypen mit Minimum 300 TEUR Umbaukosten netto rechnen. Ob sich das rechnet ist offen.

180 km täglich kostet bei 50 l/100km Diesel etwa 90 € pro Tag. Die Stromkosten bei 200 KWh/100km und Stromkosten von 0,16 €/kWh etwa 58 €/Tag. Die Spritersparnis ist bei 250 Tagen etwa 14.000 €/Jahr. Hinzu kommt dann noch die Ersparnis bei den Wartungskosten, Steuer, usw. Allerdings braucht man auch eine Ladestation und einen starken Stromanschluss.

Ich würde mich mal an BYD wenden. Die sind mit elektrischen Großfahrzeugen am weitesten.

http://eforce.ch/ zukünftig auch größer bis 44 t lt. Seite

Glaub ich muss mit denen mal Kontakt aufnehmen. Vielleicht machen sie in absehbarer Zeit auch noch anderes als Verteil-LKW. Eventuell lässt sich da was auch für uns umbauen. Wenn ich das bei uns durch bringen will muss ich mit einer brauchbaren Lösung kommen, nicht mit Gejammer und den Diesel beschimpfen… Einfach bitte kein Iveco als Basis… die Strafe hab ich nedd verdient :smiley:

Hab mir das eh mal angeguckt. Beim Umbau könnte man alles was rot ist entfernen und durch Motor/Akkus ersetzten. Reichweite wie gesagt 500km im Winter. Zumindest einmal Genf und zurück muss drin liegen. Das wäre dann so viel wie ich mit einem 150l Dieseltank brauche. Mit 300Liter komme ich wenn nicht zu viel Arbeitszeit dabei ist zwischen 1.000 und 1.200km weit… Solange es keine Ladeinfrastruktur gibt wo ich an jedem Stellplatz den es so gibt volle Leistung habe sind kleinere Reichweiten undenkbar.
Das Grün markierte sind Öltanks und Ölkühler, die können nicht weg, genauso wenig wie die Werkzeugkästen, die sind zwingend. Und da das gesamte Fahrzeug Luftgefedert ist braucht es auch entsprechend viele Luftkessel…

Wobei, Ladeinfrastruktur ist da auch so ne Sache, auch mit der Abrechnung. Viele Firmen haben eigene Tankstellen und wissen genau wie viel der Sprit kostet. Ladestationen mit variablen Preisen etc. sind da wohl für viele Firmen nichts das man gern sehen würde. Da muss der Preis fürs voll laden schon fix sein. LSVA Befreiung klingt gut.
Aber wie sieht es mit Service und Reparatur aus? Nen LKW muss laufen, wenn der wegen jedem kleinen Problemen gleich durch halbe Land fahren muss is das ebenfalls nicht so prickelnd…

EDIT: Wenn ich mir jetzt das Bild so ansehe und dann mit den Anforderungen des Themenstarters vergleiche… 5 Achs Hakengerät, wirklich viel Platz für Batterien hat so ein Fahrzeug nicht. Denke mal, für Verteilverkehr wird’s wohl was geben, für alles andere müssen die noch etwas an der Energiedichte basteln damit das auch noch geht… :cry:
1254_n.jpg

So sehr ich mir solche Fahrzeuge auf der Strasse wünschen würde, so unrealistisch sind leider die hier formulierten Anforderungen (Platz, Geld, Gewicht) im Moment noch. Die Entwicklung schreitet jedoch rasant voran, vielleicht schon für 2020 sieht die Sache wieder anders aus.

Beim Einsatzgebiet zu beachten gilt noch, dass der Verteilverkehr und seine Strecken bzw. Umschlagsorte viel berechenbarer sind als z.B. Schüttguttransporte. So hat Lidl z.B. bei der Filiale in Winterthur eine crOhm Box mit 43 kW AC installiert. Das gibt in einer halben Stunde immerhin pro Standort wieder 50-75 km dazu mit gerade mal 10 Sek Zusatzaufwand für den Fahrer (also im Regionalverkehr eine nahezu unendliche Reichweite).

Danke an die bisherigen Verfasser für die Infos!

Wir würden 2-3x täglich die gleiche Strecke mit Schlacke von einer Verbrennungsanlage zur Deponie fahren. Die erforderliche Ladeinfrastruktur könnten wir problemlos einrichten (genügend elektrische Leistung vorhanden, auch für schnelle Ladung). Bezüglich Kosten muss es im Vergleich zum Bahntransport gerechnet werden, da wäre man bei einer angenommenen Lebensdauer von 10 Jahren vermutlich bald einmal wirtschaftlich, auch wenn das Fahrzeug relativ teuer ist. Der (teure) Bahntransport ist eine politische Auflage. Daher auch die Idee mit Stromtransport auf der Strasse, das wäre dann sogar ökologischer als per Bahn.

@ cupra
Du hast ja schon ziemlich daran herumstudiert. Wäre es nicht denkbar, die Batterie vertikal zwischen Kabine und Mulde zu platzieren? Allenfalls könnten wir sogar mit etwas verkürzten Mulden fahren, Schlacke hat eine hohe Dichte und braucht nicht so viel Volumen. Und eine Austauschbarkeit der Mulden ist nicht unbedingt erforderlich.

Hier übrigens das erste vollelektrische Müllsammelfahrzeug:
http://www.haldimannag.ch/unser-e-lkw-auf-dem-flueela-pass/

Gruss
Peter

Ich bezweifle, dass die Vorlage des Bahntransports gleichzusetzen ist mit einem Transport via elektrischem LKW auf der Strasse. Selbst wenn die Klimabilanz positiv ausfällt, so hat man dennoch den Lärm durch Abrollgeräusche (beim LKW massgeblich) in der Dorfmitte, die X-fache Beanspruchung der Fahrbahn gegenüber einem PKW. Da werden dir die Verantwortlichen der Auflagen bestimmt einen Strick draus drehen :wink:

P.S: Das Fahrzeug von Haldimann ist übrigens exakt jenes, dass ich auf der WAVE 2017 genauer anschauen durfte. Es stammt von Futuricum und ist auf einem Volvo-Chassis aufgebaut. Hatte das ja weiter oben bereits mal verlinkt.

Edit: Nachtrag (Schweiz Aktuell), youtube.com/watch?v=bR2WG7u6BrU