THG-Quote 3.0 – Treiber für die Elektromobilität? (Teil 1)

Woher kommt denn der von carbonify angezeigte Betrag? Werden die Quoten an einer Futures/Spot Börse gehandelt? Dann würde es fast keine Rolle spielen wer man ist, da es dann nicht nach Verhandlungsgeschick sondern nach Orderbuch ginge? Und wieso gibt es bei CO2 ein Netto? :thinking: Faktor 0.93458 klingt eher nach 7% Umsatzsteuer

Um so mehr bleibt für jeden der „mit-esser“ übrig.
Du hast da eher weniger :wink:
Aber diese Entscheidung muss jeder für sich treffen und muss sich auch nicht rechtfertigen.

Genau mein reden … jedem das seine :slight_smile:

Nein, diese gibt es da nicht. Werden direkt gehandelt.
Quotenanbieter->Unternehmen

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Neue Erkenntnisse zum maximalen Marktwert eines Elektroauto THG-Zertifikats:

Ein Elektroauto THG-Zertifikat beinhaltet 998,86 kg CO2-Äquivalent.

Um den maximalen Marktwert dieses Zertifikats zu ermitteln, reicht es nicht, die CO2-Tonnage mit der 600 €/t_CO2 Strafzahlung zu multiplizieren. Stattdessen müssen die Mechanismen hinter der THG-Bilanzierung und den THG-Strafzahlungen betrachtet werden. Eine detaillierte Anleitung ist beim Zoll und bei eQuota zu finden.

Nur für Masochisten

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Nehmen wir an wir seien ein Unternehmen, welches Treibstoffe (Biodiesel, Erdgas, Benzin…) vertreibt.

Im Jahr 2022 wurden von uns verkauft:

X [kWh] Treibstoff x

Y [kWh] Treibstoff y

Dann muss als Strafzahlung insgesamt geleistet werden:

[X*(ex - 94%eb) + Y(ey - 94%*eb) + …] *600 €/t_CO2

  • ex und ey sind Emissionsfaktoren der jeweiligen Treibstoffe (z.B. Diesel 95,1 kg_CO2/Gigajoule)
  • eb ist ein Basis-Emissionsfaktor, der für die maximal zulässigen Emissionen eines Treibstoffs steht
  • 94% ist ein Korrekturfaktor für eb (Gesetzlich vorgeschriebene THG-Minderung von 6%)

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Nun kann durch THG-Zertifikatehandel eine Strafzahlung vermieden werden. Durch den Kauf eines Zertifikats wird der nicht-öffentlich getankte Strom dem Mineralölunternehmen gutgeschrieben. Sprich: Es wird so bilanziert, als hätte z.B. British Petroleum unsere heimische Wallbox das Jahr über betrieben und unser Auto mit Strom versorgt.

Die Strafzahlungsformel sieht dann so aus:

[X*(ex - 94%eb) + Y(ey - 94%eb) – 3S*(94%*eb-es) – R] *600 €/t_CO2

  • 3 ist die dreifache Anrechnung des Privat geladenen Stroms
  • S ist die Menge an Strom in [kWh], die durch THG-Zertifikatekauf zugekauft wurde.
  • es ist der Emissionsfaktor von Haushaltsstrom. Der Zukauf von THG-Quoten mindert die Emissionsüberschreitungen des Mineralölunternehmens, da 94%*eb > es.
  • R sind alle restlichen Maßnahmen, die zur Minderung der THG-Überschreitung billiger waren, als der Kauf von Elektroauto-THG-Quoten.

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Nun kauft das Mineralölunternehmen exakt so viele Elektroauto THG-Quoten, dass keine Strafzahlungen entstehen:

S_opt = [X*(ex - 94%eb) + Y(ey - 94%eb) – R] / 3(94%*eb-es)

  • S_opt ist die Menge an zugekauftem Strom in [kWh], mit welcher gerade keine Strafzahlung erfolgt

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Für den maximal möglichen Preis in [€/kWh], den ein Verkäufer von Elektroauto THG-Quoten erzielen kann, werden die Strafzahlungen ohne zugekauften Strom (S=0, R=/=0) durch die Strommenge S_opt geteilt.

Durch kürzen von Zähler und Nenner entsteht folgende Formel:

Max.Preis = 3*(94%*eb – es)*600 [€/t_CO2]

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Für den Elektroautofahrer interessant —
Maximaler Preis für das THG-Zertifikat seines Elektroautos:

3*[(100% – Q%)*eb – es] *S_lad *Strafzahlung

  • 3 ist die dreifache Anrechnung der privat geladenen Strommenge (gilt ab 2022)
  • Q% ist die gesetzlich vorgeschriebene Reduzierung der THG-Belastung von Treibstoffen. In 2022 ist Q%=6%
  • eb ist der Basis-Emissionsfaktor, mit welchem die THG-Grenzwerte für Treibstoffe festgelegt werden. In 2022 ist eb=94,1 [kg_CO2/Gigajoule]
  • es ist der Emissionsfaktor für Treibstoff in Elektroautos. Mit dem Antriebsfaktor 0,4 gilt in 2022: es=0,4*119=47,6 [kg_CO2/Gigajoule]
  • S_lad ist die (pauschale) Lademenge für das private Laden. In 2022 gilt S_lad=1.943 [kWh]
  • Strafzahlung beträgt in 2022: 600 €/t_CO2

Schmeißt man die Zahlen in den Taschenrechner, ergibt sich ein maximaler Wert für ein Elektroauto THG-Zertifikat von 514,38 €. Schade.

Die Formel kann in Zukunft noch gebraucht werden, das UBA passt regelmäßig irgendwelche Faktoren an (z.B. dieses Jahr dreifache Anrechnung und den Faktor es).

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Geht dieser Quotenhandel Europaweit, oder ist das nur in Deutschland möglich?

In der Form mW deutsche Regelung. EU-weit gibt es aber insgesamt Handel mit co2 Zertifikaten. Aber halt nicht mit Einbindung von Privatpersonen

verbraucher info post:

wer bei geldfürmeinauto nen fahrzeug hat

geht mal auf die 3 punkte

gibt „irgend“ nen bonus den man wieder manuell „beantragen“ muss!

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Gerade zufällig entdeckt:
Geld-fuer-eauto.de gibt nochmal 50€ „Weihnachtsbonus“ obendrauf. Im Profil in der Fahrzeugübersicht auf die 3 Punkte klicken, dann erscheint „Weihnachtsbonus erhalten“. Für Neuanmeldungen beträgt der Betrag nun 300€. Mit den 50€ Werbebonus kommt man somit auf 350€.

Edit: ninja @Memphis_MG war schneller :grin:

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Taucht bei mir noch nicht auf.

Schön weiter nach oben :grinning:

So muss das :wink: :+1:
…ziehen die anderen sicher die Tage auch wieder nach :grinning:

Bin echt gespannt, wo wir im Endeffekt landen werden :wink:

Nun ja, maximal bei 412€ denke ich.
Das wären 80% von dem maximal möglichen Verkaufspreis von 515€ für die THG-Quote.

Etwas realistischer betrachtet werden Mineralölkonzerne wohl ~480€ für unsere THG-Quoten bieten. (da es sich ab einer bestimmten Einsparung ggü. Strafzahlung nicht lohnt, den Aufwand mit dem THG-Handel zu treiben & es noch weitere Möglichkeiten gibt THG-Quoten zu kaufen → Wasserstoff, Methanol…)

Wenn man 20% Abschlag vom Dienstleister annimmt, sind das 384€ für den Elektroautofahrer. (Wobei der Abschlag noch kleiner werden kann als 20%, dann können die 400€ für den Elektroautofahrer geknackt werden)

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Hat sich jemand von euch schon mal Gedanken darüber gemacht wie sich der Verkauf des Fahrzeugs jetzt im Dezember und der Erhalt des Geldes für die THG-Quote für 2022 vertragen?

Ist man damit dann nicht mehr berechtigt für die Auszahlung in 2022?

Nein, bist nicht mehr berechtigt.

Es wird ja Anfang des Jahres der Nachweis verlangt dass du noch im Besitz des Wagens bist.

Ok mir war das in den AGBs von geld-fuer-eauto.de nicht eindeutig genau beschrieben.
Da hatte ich gelesen wenn man seine Daten bis 31.12. hochlädt, dann bekommt man die Zahlung in 01/22.

Ich glaube nicht, daß irgendwer im Januar schon Geld bekommt.

Rein von der Logik her.

Anfang 2022 können die Daten erst beim Bund hochgeladen werden.
Dann erfolgt eine Prüfung und Ausstellung der Zertifikate.

Erst danach können die Quoten angeboten und verkauft werden.

Erst wenn Shell und Co gezahlt haben kann die Auszahlung erfolgen.

Vor Mitte/Ende Februar wird das nicht gehen.

Wo genau ist das? finde ich nicht.

Das klingt sehr plausibel, denn auch emobia schreibt selbst, dass die Auszahlung „Ende Februar 2022“ erfolgt.

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Wenn man bei manchem die Firma sich mal ansieht und da 10 Firmen und Leute sich in einer GmbH zusammentun und noch nicht mal ein ordentliches Impressum mit Umsatzsteuer immer usw. haben werde ich immer hellhörig.

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