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These: Massen an DC-Schnelllader (wie Pilze aus dem Boden)

Du rechnest jetzt mit der kompletten Akkukapazität.
Ich gehe für die mittelfristige bis langfristige Zukunft eher von 10% oder sogar nur 1% aus.
Siehe auch hier:
de.wikipedia.org/wiki/Elektroau … mverbrauch

Das fällt bei den Zyklen kaum auf.
Ich gebe zu, aktuell ist das noch Zukunftsmusik. Aber auch ein Smartgrid, das nur den positiven Ladestrom steuert (Ladeleistung steuern und begrenzen, kein Entladen), würde schon enorm zur Entlastung und Stabilisierung der Netze beitragen, wenn möglichst viele BEVs über Stunden an AC angestöpselt sind.

Es ist schon richtig, daß die Mehreinnahmen über den Strom geringer sein werden, als die Verluste durch die Mindereinnahmen bei der Mineralölsteuer, allein deshalb, weil BEVs 2-3x sowenig Energiekosten haben.
Aber: Wenn dafür kaum noch Öl importiert werden muß, bleibt auf der anderen Seite Unmengen an Geld im Land, was aktuell ins Ausland abfließt. Das wird auch dem Staat als Ausgleich zugute kommen.
Wie das unter’m Strich sein wird, kann ich natürlich nicht sagen, aber auch der Staat wird indirekt nicht nur verlieren sondern auch gewinnen.
Ansonsten sehe ich es in etwa so wie Helmut (es wird wohl mehr Maut kommen etc.).

Entgegen dem Maut Ansatz wäre eine Besteuerung für DC Ladestationen auch ein Punkt der recht einfach umzusetzen ist.
Klar das direkt beim Endverbraucher sich das schwieriger gestaltet.
Traue ich der Politik aufjedenfall zu.
EAuto fahren ist aktuell ja eh zu günstig…

Ich stimme nicht zu, dass es „nur“ von VHS auf DVD geht. E-Mobilitaet ist - nach meiner Erfahrung - prinzipiell anders, als Verbrennungsmotorenmobilitaet. Und das wird sich bei der Ladeinfrastruktur zeigen. Als E-Autofahrere habe ich deutlich weniger Toleranz fuer versiffte Tankstellen, weil ich deutlich mehr Zeit zum „tanken“ brauche. Gleichzeitig lade ich nur im Ausnahmefall unterwegs. Das disrupted das Tankstellengeschaeft in meinen Augen fundamental.

Mit meinem Audi haette ich im Leben nicht daran gedacht, bei einem guten Restaurant zu tanken: das Tanken war zu schnell, die Transferkosten eine neue Tankstelle anzufahren waren fast nichts, gleichzeitig ist es weder legal, noch logistisch noch vom Image her denkbar fuer ein gutes Restaurant eine Tankstelle anzubieten. Schliesslich gibt es keinen Zeitvorteil: beim Tanken muss man dabei bleieben, bis alles erledigt ist und dann das Auto bewegen.

Das ist mit dem E-Auto fundamental anders. Und ja, die „physische Tanktransaktion“ kann nun „ueber Luft“ transportiert werden, weil das (sofern genug Zeit da ist) mit geringsten Kosten auf jedem Parkplatz passieren kann (3.7kW Ladepunkt kostet weniger, als einmal Parkplatz pflastern) und damit immer dort passieren kann, wo das Auto eh steht. D.h. es geht „old school/physisch“: ich stehe neben dem Auto bis es geladen ist oder es geht „new way/ueber die Luft“, wenn ich das Autoeinstoepsel, das tue, was ich eh machen will und wenn ich wiederkomme ist mein Auto voll (langfristig koennte das sogar voellig autonom passieren, ggf. muss ich nicht mal selbst einstoepseln).

Ergo: Die einzig logische Langszeitentwicklung ist, dass das Laden bei (notwendigen) Pausen nebenbei erledigt wird.

Hier sind meine Annahmen:

  1. Die Mehrheit der Autofahrer wird irgendwann E-Autos fahren
  2. So wie die Pfennigfuchser heute in die Nachbarstadt fahren um 1ct/Liter Sprit zu sparen, werden in Zukunft immer mehr E-Autofahrer dort handeln, parken, essen etc. wo sie (billigen) Strom bekommen
  3. Diese beiden Punkte werden einen Druck erzeugen, eine der Verweildauer angemessene Ladeinfrastruktur zu schaffen - zumindest fuer jedes Geschaeft, was Autofahrer als Kunden hat.
  4. Kein Mensch will an einer versifften Tankstelle mehr als absolut notwendig Zeit verbringen

Das wird in meinen Augen alles recht schnell gehen, sobald es genug E-Autos gibt.

Schaut mal nach Schweden, kennt ihr das hier?
youtube.com/watch?v=8QXo8TuvqQI

Das ist ganz klar ein Angriff von McD auf die existierenden Tankstellen.

Der „Gegenangriff“ ist hier: youtube.com/watch?v=TVO6vqGOfGk

Ich koennte mir vorstellen, dass man fuer sehr schnelle CCS Ladungen (>50kW) dann ggf. noch was Zahlen muss (Big Mac Menu mit Sandwich, Coke, Fries and high speed charging) aber ich glaube nicht, dass das extrem teuer sein wird, weil eben die Markteintrittsbarriere so niedrig ist (es sei denn die LSV wird so lange so verkompliziert, dass man de-facto keine Lademoeglichkeiten fuer Kunden anbieten darf, dass koennte ich mir in DE gut vorstellen, so als letzten Schildbuergerstreich einer scheiternden Autoindustrie… :smiling_imp: )

Langfristig glaube ich also nicht, dass es reine Ladenetzwerke (ausser B2B als z.B. Ausruester fuer McD, Starbucks, etc.) geben wird, die eigenstaendig versuchen mit Endkunden Geld zu verdienen.

Das halte ich schon für wesentlich interessanter. Zumal ja abzusehen ist, dass der jetzt schon vorhandene „Verbrauchsbuckel“ am Abend durch mehr E-Autos noch zunehmen wird. Ich vermute auch unabhängig vom E-Auto dürften variable Strompreise für den Endverbraucher eine gute Idee sein.
Andererseits ist das Leben schon mehr als kompliziert genug. Warum also den Bürger mit so etwas belästigen nur weil es technisch ganz elegant wäre? Eine richtig coole Sache wäre dagegen statt lokal durchoptimiertes Kleinklein eine Hochspannungsgleichstromübertragung zwischen Europa, Russland, China. Oder möglicherweise gleich als Supraleitung.
Na, jetzt wird es aber off topic.

Die Regelung von Last im Netz macht man ja heute schon bei WP und ist jetzt keine Raketen Wissenschaft. Die Frage wird nur sein ob der Kunde dazu bereit sein wird sich für solche Modelle auch zu begeistern. Und dass McDonalds oder Supermärkte zu den neuen Tankstellen werden habe ich schon vor langer Zeit in einem anderen Faden erwähnt. Ein großes Thema ist eben, dass viele Autos eben nicht zuhause laden können oder nur mit extremen Aufwand. Und viele Menschen haben keinen Bock ihr Auto stets einzustecken bei Wind und Wetter mit Kabeln rum zu fummeln.

Hallo SebastianR
Sehr interessante Ausführungen bringst du ein.
Je mehr ich lese was du und andere schreiben desto komplexer erscheint mir die Entwicklung im Detail. Womöglich ist es so unmöglich es klar über größeren Zeitraum vorherzusehen wie beim Wetter oder der biologischen Evolution.
Gruß Helmut

Ja absolut! Hier im Forum ist ja sogar zu lesen, dass einige zu Hause trotz ordentlicher Ladesituation nicht grundsätzlich anstöpseln.

Der Bürger kriegt das gar nicht mit. Er steckt sein Auto abends ein, und wie das dann wann wie stark zu welcher Zeit über die nächsten Stunden geladen wird, regelt das Smartgrid zusammen mit der Ladestation.

Es reicht ja schon ein minimaler finanzieller Anreiz, damit die Zusatzkosten, die so eine smarte Ladestation eventuell mehr kostet, wieder rein kommen + etwas on-top. Der Kunde schaltet nur noch um zwischen „so smart wie möglich“ (z.B. Default-Einstellung für Nachts) und „so schnell wie möglich“ (z.B. Default für tagsüber; nur eine Idee).

Es wird Zeit, daß auch AC-Ladesäulen ein angeschlagenes Kabel haben. Ich stimme Dir zu, Kabel aus dem Kofferraum kramen und hinterher wieder sauber einrollen, ist nervig. Daß viele AC-Ladepunkte (quasi alle außer den DeCs) traditionell kein eigenes Kabel haben, liegt neben der Kostenersparnis vielleicht auch daran, daß es früher noch BEVs mit Typ1 Ladebuchsen gab. Für meinen Ampera brauchte ich einen Adapter, der hatte auch nur Typ1.
Bei angeschlagenen Kabeln sehe ich in den zwei Sekunden, die man fürs Reinstecken benötigt, selbst bei Regen keinen Komfortverlust.

Bei den smarten Tarifen hat sich das aber kaum durchgesetzt. Es gab von der EnBW dazu ein Versuch und das spannende war dass am Ende kaum jemand seinen Verbrauch nach dem Preis gerichtet hat. Die Beträge sind dazu einfach zu nieder. Beim Auto geht es eben um was ganz anderes. Wenn ich heute Abend kein Netflix habe oder keine DVD dann ist mir das egal, wenn ich heute Abend ein leeres Handy habe oder kein 4G dann ist das auch nicht das Ende der Welt, wenn ich aber das Gefühl habe dass ich jetzt nicht los fahren kann wenn es sein muss eben ein anderes.

Das ganze Thema ist einfach viel zu theoretisch von daher glaube ich schon dass der TS den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen hat. Der massenhafte Umstieg auf BEVs braucht eine verlässliche einfache Mobilität ohne Gefummel und zig verschiedenen Ladeleistungen. Was für uns so einfach erscheint sind halt für die allermeisten Böhmische Dörfer.

Klappt das denn bei den Wärmepumpen auch nicht, dass sich die smarte Netznutzung verbreitet? Ich denk, da ist das auch keine Raketenwissenschaft?

Ich habe sogar 2 HT/NT Zähler für WP und Haushalt - inzwischen wäre ich froh ich hätte nur 1 normalen Zähler.
Der Preisunterschied ist im Verhältnis zur unverschämten Grundgebühr zu gering und die Auswahl an Stromversorgern stark eingeschränkt.
(Es gibt Anbieter die berechnen ganztags HT für die WP und andere berechnen ganztags NT, verstehe wer will)

Und die Leute werden wohl oder übel auch weiterhin MIttags kochen und nicht wenn der Strom günstiger ist.

Allerdings dürfte der Preisunterschied HT/NT in einem reinen EE-Netz doch wieder deutlich größer werden und vielleicht…

Nein bei WP werden nur Sperrzeiten vorgegeben aber keine negative Regelenergie. Das gibt es schon tausendfach, ich frage mich daher warum es dann beim E-Auto anders sein soll.

Da sprichst Du ein tolles Thema an. Ich habe so viele Interessenten im Neubau und die haben weder eine Ahnung davon wie viele kWh ihr Haus und die WP im Jahr verbrauchen noch ob sie einen oder zwei Zähler haben werden, ob sich das lohnt oder nicht. Das interessiert einfach keinen wegen 200€

Ist hart, ist aber leider sol

Ich glaube, wir haben den „perfekten“ Testkandidaten in Norwegen. Wir muessen nur sehen, was dort passiert und wissen dann wie das bei uns 10 Jahre spaeter (ja, das war gemein :wink: ) laufen koennte.

Wissen wir wie erfolgreich aWATTar ist? Das sollte ein Indikator sein. Sobald man einen zweiten Zaehler braucht, kann man das in meinen Augen allerdings vergessen. Das muss anders geregelt werden. Bei uns in DK haben nun alle ein Smartmeter - damit sollte sich (ausserhalb Deutschlands, wo das Eichamt nicht seine ueblichen Sildbuergersreiche spielt) das rein mit Software abbilden lassen.

Sehr gut, dann sind wir uns einig? Ich denke halt, dass sich das langfristig auch auf „Fernreiseladepunkte“ ausdehnen wird.

Ja, da ist in der Tat noch ne Menge zu tun.

Ich weiß nicht!
In Norwegen ist der Strom viel billiger als bei uns. Noch einflussreicher dürfte bei verschieden Ländern die „Stromorganisationsstruktur“ sein. Also wem gehört das Netz, wer verkauft Strom und darf man den weiterverkaufen. Zu wem ist ein Stromanschluss zu geordnet, dem Grundstückeigner oder dem darauf Gewerbebetreibenden uswusf.
In Californien USA gibt es den Strom für häusliche Kleinverbraucher günstiger als für Gewerbetreibende. In Italien haben selbst protzige Häuser als Anschlussleistung unglaublich mickerige 16A einphasig und es soll bizarr teuer sein mehr zu bekommen.

Bei so unterschiedlichen Ausgangslagen dürfte auch die Entwicklung in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich laufen.

Nicht schon wieder Norwegen. Das Land verkauft mit rund 5Mio Menschen entspannt 2% der weltweiten Rohölförderung. Was die da machen ist Greenwashing nicht mehr und nicht weniger. Es wäre in etwa so, als würden wir unsere Braunkohlekraftwerke voll aufdrehen und ein paar BEVs massiv fördern.

@Helmut1
Hängt zwar von der Gegend ab, aber um Verona kostet der Aufpreis von 16A auf 32A (einphasig…) einmalig 2500€.
Da wird Lastmanagement gleich wieder richtig interessant.

Tja, verwaltete Armut bis in alle Ewigkeit in Italien. Schnelles warmes Wasser ist mit 32A einphasig auch noch lange nicht möglich. :unamused:
Mir ist völlig schleierhaft warum die Italiener sich solchen technologischen Masochismus kollektiv antun.

In den Niederlanden sind in Häusern 1phasig 25A Standard. Die machen halt alles energieintensive mit Gas.