Tesla Ladesäulen, Eichrecht, Zugang, Abrechnung

Tesla kann seine Ladesäulen, zumindest in Deutschland, nicht so einfach der Allgemeinheit zugänglich machen. Die Ladesäulen von Tesla entsprechen nicht der deutschen Ladesäulenverordnung, speziell in Sachen der Bezahlsysteme. Ich denke, dass ist auch der Grund, warum Tesla bis jetzt seine Ladeäulen in Deutschland der Allgemeinheit auch noch nicht zugänglich gemacht hat.

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Woran scheitert es denn?
Ladesäulenverordnung §4.pdf (69,1 KB)

Ich glaube nicht, dass es an der LSV scheitert, sondern am Eichrecht.

Zwar ist der „Zugang zum webbasierten System“, also mit der Tesla-App, nicht wirklich kostenlos, wenn Tesla kein eigenes WLAN am Standort anbietet - es fallen ja Gebühren für mobile Datenverbindungen an. Aber bei anderen Betreibern wird das auch als „Punktuelle Zahlungsmöglichkeit“ akzeptiert.

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Das mit dem Eichrecht (deutsches?) verstehe ich nicht so recht. Das hieße ja, dass die SuC zum einen ungenaue Strommengen abgeben und/oder berechnen und dass man in den anderen europäischen Ländern, wo bereits die SuC teilweise geöffnet sind diese Länder keine Eichungen vornehmen und dort der Kunde „ein wenig betrogen“ wird?

Nee im Moment bedeutet es nur der Kunde kann es nicht kontrollieren

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Jein, das Vorgehen ist mal wieder typisch Deutsch, man muss dem Ladenden einen gut sichtbaren, einfachen Weg ermöglichen, den Verbrauch an der Säule direkt und später auf der Rechnung abzulesen.
Dafür werden entweder sichtbare Zähler eingebaut, bei den AC Säulen oder im Display die Ständer der geeichten Zähler eingeblendet. Zusätzlich werden die Daten noch mit kryptografischen Schlüsseln versehen und an den Dienstleister gesendet.
Da müßte sich Tesla halt überlegen, wie sie es technisch umsetzen.

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Die Anzeige in der Tesla-App genügt nicht?

Vermutlich nicht, weil keine Plombe dran. :wink:
Das Ärgerliche an dem ganzen Thema ist, ich kann NICHT darauf verzichten, „beschützt“ zu werden. Warum ich nicht selbst entscheiden können darf, ob ich mich ggf. bescheißen lassen will, erschließt sich mir nicht.

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Nein, das was @FFF sagt.
Und da sind die Eichämter mittlerweile wohl sehr hinterher.
Halt typisch deutsch.

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Und behindern in allen Entwicklungen.

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Ein wenig nervig ist es schon, aber halt Gesetz…

Das hat nichts mit „Glauben“ zutun.

Wenn das die Kosten des ohnehin schon teuren Stroms nicht wesentlich erhöht soll es mir Recht sein, sonst reicht es evtl. wenn sie an jedem Standort erstmal einen Stall mit geeichtem Zähler installieren (kostet dann halt extra) und an den anderen kostet es halt weniger - dann kann der Kunde selber entscheiden ob es unbedingt mit zusätzlichem Stromzähler sein muß oder nicht.

Bei der Akribie wie sie hier betrieben wird, dürfte auch dem Kunden dann nicht entgehen, wenn der Strom am geeichten Zähler dann tatsächlich günstiger ist, weil der am ungenauen Zähler zu viel anzeigt (und der Bürger dann evtl. auch zuviel kwh-basierte Steuern bezahlt), am Ende zählt aber nur wieviel €/100km.

Das Problem beim deutschen Eichrecht ist, dass die Zähler nach einem sehr detailliert vorgeschriebenen Verfahren geeicht werden müssen und diese Eichung dann außerdem nur ein paar Jahre gilt. Danach muss dann - ebenfalls detailliert vorgeschrieben und extrem aufwendig - jede einzelne Messstelle neu geeicht werden.

Der Aufwand ist so hoch, dass eigentlich niemand so vorgeht, sondern stattdessen die Zähler als separates Modul auslegt, das dann nach den x Jahren (x=8 für elektronische Stromzähler, glaube ich) einfach getauscht wird. Wobei das halt auch mindestens bedeutet, dass jemand vorbeikommen und den Austausch vornehmen muss.

Einfache Verfahren wie z.B. jeden Tag den vom Zähler gemessenen Strom mit den in den Autos gemessenen abzugleichen und deshalb vernünftigerweise nie etwas tauschen zu müssen, was nicht defekt ist, kommen im Eichrecht nicht vor. Deshalb ist ein Zähler, der nicht speziell für das deutsche Eichrecht in Deutschland designed wurde i.d.R. dazu inkompatibel.

Zweck des Eichrechts ist es, die Kunden vor falschen Abrechnungen zu ihren Ungunsten zu schützen. Ein hehres Ziel, aber das Recht schießt m.E. kilometerweit darüber hinaus. Ich sehe es in erster Linie als Verhinderer effizienter, moderner Messverfahren und Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

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Meines Wissens gibt es auch die Möglichkeit, besonders bei Stromzählern, die Möglichkeit eine Baumusterprüfung durchzuführen. Dann müßte man eigentlich nichts tauschen.
Aber das ist hier eher OT.

Aktuell finde ich die 1,50€ für die erste Stunde noch vertretbar. Aber man weiß natürlich nicht, wie sich die Parkgebühren in Zukunft entwickeln. Ich glaube, vor geraumer Zeit war die erste Stunde im Alexa auch noch kostenlos.
Ich denke aber, man hat kaum Gelegenheit, einmal durchs Alexa zu rennen in der kurzen Ladezeit, die einem zur Verfügung steht. Da zahlt man ja dann schonwieder Blockiergebühren. So richtig durchdacht finde ich das noch nicht. Aber trotzdem begrüße ich die zusätzliche Lademöglichkeit.

Nach meinem Stand ist das keine Möglichkeit, sondern eine Pflicht. Die Baumusterprüfung muss man sowieso durchführen, und die so hergestellten Teile müssen dann außerdem zu den entsprechenden Fristen einzeln geeicht werden.

Wenn die Debatte darüber überhand nimmt, bitte gerne in neuen Thread auslagern. Du bist ja Admin. :slight_smile:

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Ich glaube das nicht, ich weiss das!!

Ich habe berufliche Erfahrungen in dieser Branche und kenne mich daher durchaus mit diesem Thema aus.

Ich kenne viele Dinge die bei den EVUs dringend verbesserungswürdig sind, aber das Unbundling wird von EnBW und auch den anderen grossen Unternehmen sehr genau eingehalten. Da gibt es keine „konzerninternen“ Preise.

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Ja, aber deswegen muss nicht jeder Zähler neu geeicht werden. Sonst müßten ja alle Zähler in den Wohnungen regelmäßig getauscht werden.
Mein Ferrari war von 1977 bevor ich ihn durch den Discovergy ersetzt habe.

Stromzähler haben eine Eichfrist von 16 bzw. 8 Jahren.
Die Zählen werden je Bau/Installationsjahr in sogenannte Lose zusammengefasst. Für jedes Los wird dann vor Erreichen der Eichfrist eine Stichprobe gezogen. Diese Stichprobenzähler werden ausgetauscht und geprüft. Wenn diese Prüfung eine bestimmte Prozentzahl an Fehlern NICHT erreicht wird die Eichfrist für das Los (also alle Zähler in diesem Los) um 5 Jahre verlängert.

Die Zähler eines solch verlängerten Loses werden nicht „besucht“ und deshalb auch nicht mit der verlängerten Eichfrist versehen und deshalb kann man als Kunde eines alten Zählers nicht erkennen wann die Eichfrist abläuft.

Nähere Infos dazu siehe hier: Eichung - Stromnetz Berlin

Ich selber habe Lose gesehen die 5mal nach erfolgreicher Stichprobenbearbeitung verlängert wurden.

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