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Tesla - Grohmann Automation

Naja die IG Metall hatte das bei Grohmann ja wohl schon lange versucht, aber damals waren die Mitarbeiter wohl nicht so interessiert, wenn man jetzt älteren Nachrichten Artikeln glauben darf. Daher kann man jetzt finde ich nicht einfach sagen IG Metall böse…
Ich denke eher, dass Tesla sich hier sehr stark in die Karten hat schauen lassen und es jetzt deutlich ist wie sehr sie diese Firma brauchen und dadurch sind die Mitarbeiter halt in einer guten Verhandlungsposition.

Ja, aber dann kannst du dir jedes mal wenn du versuchst jemandem ein Model 3 schmackhaft zu machen anhören wie Tesla einen Deutschen Mittelstandbetrieb an die Wand gefahren hat und da spielen dann die genauen Fakten auch keine große Rolle mehr…

Grohmann war ja meines Wissens in den rund 40 Jahren seines Bestehens noch nie tarifgebunden und soweit ich hier im Forum gelesen habe, war die Stimmung im Unternehmen bis dato wohl ganz gut.

Ich habe aus dem Artikel nicht verstanden, ob das Mitarbeiter von Tesla/Grohmann waren die da demonstriert haben oder Gewerkschaftsmitglieder die nicht bei Tesla/Grohmann arbeiten.Ich finde es schade, dass man in den Meldungen zu Tesla/Grohmann wenig über die Hintergründe erfährt.

Haben die Mitarbeiter jetzt nach dem Eigentümerwechsel Sorge, dass sie untergebuttert werden und suchen von sich aus Unterstützung der Gewerkschaft oder will die IGM von außen in das Machtvakuum nach dem Weggang des Gründers stoßen und ihren Machtbereich ausdehnen?

Um mir selber ein Bild zu machen, wem ich hier den weissen und wem den schwarzen Hut aufsetzen würde oder welche Grauschattierungen mir angemessen erschienen, fehlen mir hier einfach die Infos.

Gruß Mathie

Naja wenn man diesem Kommentar glauben darf war es wohl nicht so rosig…

Leider wurde bei Grohmann immer nach dem Motto gelebt, „Arbeit kostet doch nichts“. Selbst bei einem hohen Mass an Überstunden war unsere Arbeit im Vergleich zu anderen Firmen, mit denen wir uns messen, oder die unsere Kunden waren, immer noch billiger.

Und da findet sich eben auch das was ich angesprochen hatte…

Tesla will in wenigen Jahren so viele Fahrzeuge ausliefern, wie z.B. BMW und Daimler mit ca. 2 Millionen Fahrzeugen in 2016. Dort und bei allen anderen Autoherstellern werden Tariflöhne gezahlt.

… so es keine Leiharbeiter oder - noch gruseliger - Werkarbeiter sind.
Bye Thomas

Die Premium-Hersteller sind ja gut darin, dass Werbebotschaft und Realität in keinem Zusammenhang stehen.

Es werden grüne, saubere Autos angepriesen, verkauft werden lärmende Todesmobile.
Es werden Tariflöhne angepriesen, tatsächlich… na ihr könnt es euch denken :slight_smile:

Also ich würde sagen denen bei Grohmann geht es gar nicht so schlecht im Vergleich zu den Zuständen in der hiesigen Autoproduktion.

Die Gewerkschaften hatten vor 100 Jahren ihre Berechtigung. Heute vernichten sie reihenweise Jobs. Die grösste Katastrophe findet in Frankreich statt. Kein Schwein will dort mehr investieren ausser Staatsbetriebe. Ich bin dann mal gespannt, wie sich die Umgestaltung der Automobilindustrie in den nächsten Jahren in Deutschland durchführen lässt. Ich ahne nichts Gutes ausser man ist zu grossen Kompromissen bereit.

Ich bin wahrlich kein Freund der Gewerkschaften, dafür habe ich viel zu häufig erlebt, dass deren Interessen am eigenen Tor enden. Aber ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass Tesla hier der Engel ist, nie und nimmer.

Sagt glaube ich auch keiner. Dass Tesla eine AG ist, die auf Quartalszahlen achtet und kein barmherziger Samariter, dürfte jedem hier bekannt sein. Aber auch auf Quartalszahlen angewiesene AGen sind oft fair zu Mitarbeitern, die sie brauchen. Aus ökonomischem Interesse, nicht weil die AG engelsgleiche Eigenschaften hätte.

Die einzige Tatsche, die ich aus all dem Rumoren bis dato entnehmen konnte, ist, dass Tesla eine Lohnerhöhung um 150€ angeboten hat, die Gewerkschaft den Betrieb aber gerne im Tarif sehen würde.

Ob die Mitarbeiter auch gerne einen IGM-kontrollierten Betriebsrat hätten, weiss ich nicht. Falls die Mitarbeiter das wollen ist es ihr gutes Recht einen entsprechenden Betriebsrat zu wählen.

Mich stört einfach, dass man in all der Berichterstattung nix darüber hört, ob die Gewerkschaft von den Mitarbeitern (oder zumindest einem nenneswerten Anteil davon) gerufen wurde oder ob mal schnell 100 betriebsfremde Gewerkschaftler vor dem Tor aufgestellt wurden, um eine von den Mitarbeitern gar nicht gewünschte Machtdemonstration abzuhalten.

Gruß Mathie

Top Stimmung in Prüm… (Leserbrief!!!) :confused:

Wie das weitergeht? Nun, vermutlich werden Patente und Know-how in absehbarer Zukunft an den Mutterkonzern in den USA übertragen werden. Die Produktion wird in ein Billiglohn-Land ausgelagert, und in Prüm gehen die Lichter aus. Wieder einmal zeigt sich, wie einfach solche Geschäfte zu durchschauen sind.

Hast Du mal gelesen, wer den Leserbrief geschrieben hat? Das ist jemand, der mal 5€ für den Flughafen Hahn geboten hat, um dort einen Energiepark zu errichten:

volksfreund.de/nachrichten/r … 06,4516726

Gruß Mathie

Ich finde es halt lustig wie jemand der von Grohmann keine Ahnung hat, so einen Brief schreiben kann.

Können kann jeder, wie erst man das nehmen sollte sei jedem selbst überlassen…:wink:

Das ist halt so, die letzten Jahrzehnte hat sich keiner von extern für die Belange der Belegschaft interessiert und jetzt wo Grohmann wegen Tesla im Fokus steht, da kommen die Ratten aus ihren Löchern gekrochen und versuchen etwas Aufmerksamkeit zu erhaschen.

IGM

Naja das Hauptanliegen scheint mir da weniger die Belegschaft an sich, sondern das Deutsche Unternehmen von ausländischen Investoren aufgekauft werden, was sich oft nicht gerade positiv auf diese auswirkt und klar spielt dann auch wieder die Belegschaft mit rein. Und vor der Übernehme durch Tesla war das halt kein Thema. Die 5€ Aktion mit dem Flughafen war ja auch wegen diesen Chinesischen Investoren soweit ich das verstehe.

Mit der Streikandrohung ist das Thema jetzt auch in den Hauptmedien angekommen.

swr.de/swraktuell/rp/gewerks … 2/1crz6eu/
handelsblatt.com/unternehmen … 75638.html
welt.de/wirtschaft/article1 … hland.html
faz.net/aktuell/wirtschaft/u … 74298.html

Wie dumm stellt sich Tesla PR bezogen im Moment eigentlich an, daß sie wegen momentan ~3 mio €/Jahr (angenommene 630 Mitarbeiter erhalten im Monat € 400,- mehr) derart in die Defensive geraten.
Das stemmen sie doch aus der Portokasse.
Erreichen würden sie damit motivierte Mitarbeiter und einen top Standort.
Unbezahlbar.
War es nicht Ziel, die besten Ingenieure zu bekommen?
Nun bekommen sie den Malus des harten US Unternehmens, Mitarbeiter gehen weg und parallel kappen sie die Seile zu den anderen vielleicht zukünftigen Supercharger (oder auch mehr) Partnern.
Da geht es dann schnell mal ums Prinzip und nicht um Zahlen. Das elefantöse Gedächtnis ist seit Piech guter Ton in der Autobranche.

Musk muß schnell nach Prüm. Und vor die Kameras. Alles andere ist fahrlässig und zerstört wichtige strategische Investitionen.

PR GAU. :imp:

Wenn ich mir die Diskussionen in englischsprachigen Foren so ansehe, dann wird das hier echt zu einem Clash werden: Die US-Amerikaner scheinen nicht ganz zu verstehen, wie in Deutschland Gewerkschaften und Arbeitnehmerschutz funktionieren.

Wie gesagt: Ich kenne die Hintergründe nicht und Gewerkschaften sind mir nicht unbedingt als das bekannt, was sie vorgeben zu sein.

Dennoch muss man als US-Unternehmen doch zumindest ein wenig die lokale Kultur verstehen, sonst wird das schwierig. Aber, und hier wiederhole ich mich: Da kommt Tesla mit einem anderen Background, der ja augenscheinlich (auch) funktioniert(e).

PR Desaster ist es zwar, aber wie man an Amazon sieht: Solange das Angebot gut ist, werden die Produkte dennoch angenommen.

Unter einem GAU verstehe ich das bei der Risikobewertung größte anzunehmende Schadensereignis.

Ein PR Gau ist vielleicht das, was United sich mit dem Rauswurf des Passagiers aus der übernachten Maschine geleistet hat und wie das Management dann darauf reagiert hat.

Da ist das Problem das Tesla mit der IGM hat um Größenordnungen kleiner. Auch Tesla hatte sowohl global als auch in DE viel größere PR Herausforderungen zu bewältigen, etwa den tödlichen Unfall von Joshua Brown mit AP1, die Batteriebrände nach dem Überfahren von Metallgegenständen.

Ob bei Grohmann das Eingehen auf die Forderungen der IGM sinnvoll ist oder nicht, kann man aus der Ferne nur mit Medieninformationen nicht beurteilen.

Gruß Mathie

Sehe da jetzt auch erstmal keinen PR GAU. Wenn jeder Streik für die Unternehmen ein PR GAU wäre, dann müssten Firmen wie die Lufthansa extrem verhasst sein.