Tesla Dashcam - Letzte Minute vor Deaktivierung

Und da war es passiert…

Zumindest weiß ich jetzt wie die Sicherheitseinrichtungen im Tesla funktionieren und aussehen. Zugegeben, es ist schon beeindruckend wie viele „Polsterungen“ da auf einmal im Auto sind.

Mein Problem ist die Dashcamaufnahme, die ich schon furchtbar gerne gehabt hätte. Die entscheidende Minute vor der deaktivierung des kompletten Fahrzeuges wurde nämlich nicht auf die Festplatte geschrieben. -> Eher ungünstig, zumal es ja auch um eine Schuldfrage geht.

Ich habe mehrfach mit dem ServiceCenter telefoniert, und diverse eMails an Tesla (sogar bis nach Nordamerika) geschrieben. Leider ist die einzige (Telefonische) Auskunft: „Wir geben keine Daten raus!“

Ich meine irgendwo in den tiefen diese Blechhaufens muss doch die letzt Minute gespeichert sein…

So oder so glaube ich ohnehin, dass es schon zu spät ist, denn das Auto wurde wohl zwischenzeitlich durch die Leasingfirma an einen Verwerter abgegeben. Aber ich dachte mir, ich lass mal ein Posting da, vielleicht hat ja noch jemand eine Idee.

BG
DR31E

Ohoh…sieht schlimm aus! Du scheinst aber okay?
Was ist genau passiert?

Das mit der unzuverlässigen Dashcam nervt mich auch. Besonders wenn es ausgerechnet im wirklich wichtigen Moment versagt. So ist das eben bei Bastellösungen :roll_eyes:

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Na ja, OK ist relativ. Ich möchte nicht zu sehr in’s Detail gehen, aber ein Krankenhausaufenthalt war schon mit dabei.

Zum Glück sass ich alleine im Auto, meinem Beifahrer wäre es nicht so gut gegangen


…ja, das ist ein Stück Leitplanke, die sich da so dezent durch die Türe bohrt…
Diese Fotos sind übrigens später auf dem Hof des Abschleppdienstes gemacht worden.

Zum Unfall selbst:
Es besteht die Möglichkeit, dass ich einen Reaktionsfehler gemacht habe. Allerdings bräuchte ich, um hier Sicherheit zu haben besagt Aufnahmen. :neutral_face:

Genau darum geht es mir… Ich würde gerne für mich wissen ob der Fehler bei mir lag.

:scream:
Die Leitplanke in der Tür sieht ja wirklich schlimm aus! Gute Besserung!

Auch wenn es keine Videoaufnahmen mehr gibt…aus der Sequenz der anderen Steuergeräte wie z.b. Bremsen, Lenkwinkel etc. kann vielleicht ein Experte noch Rückschlüsse ziehen? Du als normalo kommst nicht an die Daten. Aber wenn es über die Polizei läuft? Ich weiß, dass die Behörden in bestimmten Fällen Anfragen der Telematikdaten bei den Herstellern machen in Form von: für Frzg mit VIN xyz bitte alle verfügbaren Daten im Zeitraum a bis z bereitstellen.
Viel Erfolg!

Aua…das ist echt heftig…von mir auch gute Besserung.

Anhand der Bilder kann man aber schon ein bisschen den Verlauf abschätzen, aber insgesamt sieht das schon etwas komisch aus.
Also die Reifenspuren denke ich sind von Dir. Du hattest auf der linken Spur durch irgendwas einen heftigen Seitwärtsimpuls bekommen, der gereicht hat um die Leitplanke zu seitlich in Fahrtichtung zu treffen (die Reifenspuren sind in etwa im Abstand des Radstands) und zu durchschlagen, die Beifahrertür hat sich in ein Stück Leitplanke verhakt und dsa Auto in die Endposition rumgerissen.

Da frage ich mich aber, wo dieser heftige plötzliche Seitwärtsimpuls herkommen soll.
Auch dürfte dann links nicht soviel kaputt sein.

Die Spuren an der inneren Betonbegrenzung dürften nicht von Dir sein. Das sieht eher so aus als wäre da noch ein anderer beteiligt gewesen bei einem Spurwechsel mit „Gegner“ im toten Winkel. Der müsste aber dann schon Dir einen echt heftigen Schubs gegeben haben, dass Du so steil Richtung Leitplanke driftest.

Evtl. war da noch eine Drehung gegen die Fahrtrichtung vor den im Bild sichtbaren Reifenspuren, aber die müsste selbst unmittelbar davor auch Spuren auf der Fahrbahn hinterlassen haben (evtl. verdeckt oder unscharf).

Oha, das ist schon eine der heftigeren Kategorien… Gut dass das M3 eines der sichersten Autos ist.
Mich würde der Unfallhergang auch interessieren. AP war aus? TACC?

Wie sieht es damit aus:

Keine Videos, aber Telemetrie. Man bräuchte wohl jemanden der das Kit hat und sich damit auskennt. Und ich bin nicht sicher ob es überhaupt bei EU Modellen funktioniert.

Ich hab mal den Tesla Hacker green auf Twitter geschrieben, er hat schon einige Videos aus verunfallten Model 3 gerettet. Hab ihn gefragt, ob er remote helfen kann, oder ob er vor Ort sein muss. Falls er helfen kann meld ich mich… Kommt halt aus den USA, also vorbeikommen wird er nicht können…

Wenn sich diese noch im RAM befand und der Strom ausgefallen ist, dann wird es technisch eher unmöglich sein diese noch zu retten.

Also, dann zum Unfallhergang:
Ich befand mich auf der mittleren Spur und wechselte, aufgrund eines Lastwagens vor mir auf die Linke. Meine Geschwindigkeit müsste dabei ca. 160 km/h betragen haben. Es kam ein Fahrzeug mit höherer Geschwindigkeit von hinten (Schätzungsweise 250 oder mehr km/h) und gab mir mit der Lichthupe zu verstehen, dass es schneller wäre. Ich wechselte darauf hin zurück auf die mittlere Spur. Mein M3 war an dieser Stelle noch stabil! Da ich nun die Situation hatte Lastwagen rechts, Lastwagen vor mir und anderes Fahrzeug links blieb mir nur zu Bremsen. An dieser Stelle wurde mein M3 instabil. Das M3 kam in’s Schlingern, ich konnte jedoch Berührungen mit anderen Fahrzeugen verhindern. Da es nicht möglich war das M3 auf eine Geschwindigkeit unterhalb der des vor mir fahrenden Lastwagens zu bremsen löste ich, nachdem besagtes Fahrzeug auf der linken Spur durchgefahren war die Bremse und wechselte auf diese Spur. Da mein M3 zu diesem Zeitpunkt bereits instabil war kollidierte ich mit der Mittelleitplanke (Schaden Links) und schleuderte quer über die Autobahn durch die Aussenleitplanke.

Mögliche Reaktionsfehler:

  • Der Spurwechsel zurück nach der Lichthupe. Eventuell hätte es gereicht noch einmal deutlich heftiger aufs Spasspedal zu treten.
  • Nach dem Spurwechsel zurück nach Links hätte ich das Fahrzeug eventuell mit mehr Geschwindigkeit stabilisieren können

Mögliche Fahrfehler:

  • Das übersehen des von hinten kommenden Wagens

Mögliche Schuldfrage:
Die Unfallstelle liet hinter einer Kuppel, es besteht durchaus die Möglichkeit, dass ich das andere Fahrzeug gar nicht hätte sehen können, weil es zum Zeitpunkt des Spurwechsels noch hinter der Kuppel war…

Es gibt eine Zeugin, die belegt, dass ich einen vorschriftsmässigen Spurwechsel gemacht habe. Sie kann jedoch nicht sagen in wie weit das andere Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt schon hätte gesehen werden können.

Ich bin der Meinung, dass der tiefe Schwerpunkt des Fahrzeuges verhindert hat, dass ich mich bei diesem Unfall überschlage und der festen Überzeugung mein M3 (R.I.P.) hat mir das Leben gerettet!
Der Unfall war am 8.5., ich habe am 9.6. wieder ein M3 bestellt, da ich von diesem Auto überzeugt bin! Auslieferung war gestern…

Wie sieht es damit aus:

https://edr.tesla.com/

Danke für den Tipp, allerdings:
We currently do not sell the Tesla EDR Kit outside of of North America. Tesla will not translate data from Tesla vehicles that were manufacturered outside of North America.

Ich hab mal den Tesla Hacker green auf Twitter geschrieben

Danke!

Wenn sich diese noch im RAM befand und der Strom ausgefallen ist, dann wird es technisch eher unmöglich sein diese noch zu retten.

Das ist jetzt die Frage, ist der Strom ausgefallen, oder hat das Fahrzeug aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Ich vermute letzteres…

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du hast jetzt aber sowieso nur mehr Zugriff auf den USB stick, und nicht mehr auf das Auto?
u.U: könntest eine „Datrenrettungssoftware“ über den USB-Stick laufen lassen
für den Fall, dass das Video zwar auf dem USB Stick ist, die Datei aber nicht „abgeschlossen“…

Unfälle sind immer eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände.
Objektiv betrachtet (ohne die Stresssituation) wäre vermutlich links bleiben, ohne zu beschleunigen das beste gewesen…

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Sorry das zu hören! Toitoitoi!

Damit hat dieser Verkehrsteilnehmer sehr wahrscheinlich zumindest eine Mitschuld - schon alleine durch die hohe Geschwindigkeit.

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Der USB-Stick bzw. die SSD liegt derzeit zwecks Analyse beim Heise Zeitschriftenverlag.

Generell weiß ich wer das Fahrzeug bzw. den „Restschrott“ aufgekauft hat und würde so möglicherweise noch einmal an alles ran kommen. Bringt mir aber nix, wenn ich nichts konkretes habe…

Objektiv betrachtet (ohne die Stresssituation) wäre vermutlich links bleiben, ohne zu beschleunigen das beste gewesen…

Absolut! Das wäre auch rein Formaljuristisch betrachtet das einfachste gewesen, denn wenn mir das andere Fahrzeug hinten drauf gefahren wäre ist die Schuldfrage meist relativ eindeutig.

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Respekt, wie gut Du nach diesem Horrorcrash den Unfallhergang rekonstruieren kannst!

Rückblickend gesehen - im nachhinein ist man immer schlauer und lässt sich gut reden - denke ich, dass Du instinktiv richtig gehandelt hast - jetzt mal komplett unabhängig von der Schuldfrage. Ich könnte mir vorstellen, dass der Unfall noch dramatischer ausgegangen wäre, wenn Dir der andere mit >250 Sachen in den Kofferraum gedonnert wäre und Du dann durch den Impuls möglicherweise auch noch gegen die fahrenden LKWs geflogen wärst. Alles Spekulation natürlich.

Der Aspekt beunruhigt mich am meisten. Deiner Schilderung nach hattest Du zum Schlingerzeitpunkt weit weniger als 160 drauf? Ich verstehe nicht, warum das ESP hier nicht die Stabilisierung bewirkt hat!? :astonished:

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Ahoi!

@DR31E - es freut mich immens dass du noch unter uns ist, und diese interessante Beiträge hast schreiben können!

Da haben wir wohl noch ein Beweis dafür dass diesen Unsinn ein Ende gesetzt werden sollte - mit 250 km/h über die Autobahn ohne genügend freie Sicht (Kuppe) ist grob fahrlässig.

Vielleicht ist dieser Rennfahrer über die Kuppe abgehoben und hat dadurch die Lichthupe aus Not bedient…

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Ich denke rein von der Physik her könnte das der Knackpunkt sein. Das Auto ist schon im Schlingern, und gerade dabei sich etwas zu stabilisieren. Dann wird eine (nicht die) Bremse gelöst. Die andere Bremse (Rekuperation weil Spaßpedal nicht gedrückt) wirkt aber noch. Dazu wird durch den Lenkeinschlag nach links eine Rotationsbewegung auf das gesamte Fahrzeug initiert, welche sich durch den niedrigen Schwerpunkt aber ziemlich parallel zur Straßenoberfläche auswirkt. Und das bei Reifen, die schon über der Haftungsgrenze sind. Bei höherem Schwerpunkt würde von dieser Rotation einiges an Energie in die Federn gehen.

Nach dem Einschlag in der Mittelleitplanke kann ich mir vorstellen, dass die Fahrzeugelektronik schon nicht mehr auf „Stabilisieren“ aus war sondern nur noch auf „Anhalten“.

Unabhängig von der Schuldfrage, befürchte ich, das du an dem Unfall psychisch noch einiger Jahre zu knabbern haben wirst.
Mir ist mal jemand mit 70km/h+ auf mein im Stand befindlichen Passat drauf gedonnert, hat uns auch noch auf den Vordermann gleich mit draufgeschoben.
Den Knall hatte ich noch locker 10 Jahre im Kopf.
Das Gute daran, außer das niemand wirklich verletzt war, ich weiß seitdem IMMER was hinter mir los ist und konnte so schon weitere viel schlimmere Unfälle verhindern.

Ich wünsche dir alles Gute!

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Wahrscheinlich kamen hier mehrere „Fehler“ zusammen. Der hinter Dir hätte dich nicht so wegbrezeln sollen, Du hast vielleicht nicht ideal reagiert. Der LKW hätte da vielleicht auch nicht sein sollen.
Solche Situationen passieren leider, ohne dass es einen echten Schuldigen gibt. Klar wär es interessant mehr details zu haben, und ich verstehe auch dass Du Dir von der Aufzeichnung Seelenfrieden erhoffst, nur bedenke dass es auch genau das Gegenteil sein kann.

Das allerwichtigste ist: Dein M3 hat Dich so gut es ging beschützt. Bei der Geschwindigkeit hätte das ganz leicht anders ausgehen können.

Alles gute für die vollständige Genesung!

Ich kann nicht sagen welche Geschwindigkeit ich hatte. (De facto war ich in dem Moment einfach mit anderen Dingen als dem Tacho beschäftigt. :wink: ) Was ich mit Sicherheit weiß ist, dass ich beim ansetzen des Überholvorgangs Strom gegeben habe. Es besteht also durchaus das Risiko, dass ich hier eine deutlich höhere Geschwindigkeit drauf hatte.

Ich kann dir dabei weder beipflichten, noch widersprechen. Letztlich bräuchte ich einen Videobeweis um hier mehr sagen zu können. (Offtopic)Weil mir so ist als würde ich es zwischen den Zeilen lesen… Ich bin gegen eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung, finde aber den Ansatz das nach Erfahrung zu staffeln (Frankreich) ganz interessant.(/Offtopic)

Finde ich ganz gut Analysiert… Deswegen auch meine Vermutung, dass ich mit einem gezielten übersteuern, sprich Strom geben eine Stabilisierung hätte herbeiführen können. Ich muss an der Stelle allerdings auch sagen, dass ich nicht mehr genau weiß was ich in dieser Situation gemacht habe. Es ist durchaus möglich, dass ich hier Strom gegeben habe. (Ich bilde mir auch ein, dass ich nach dem Crash an die Mittelleitplanke noch gegengelenkt habe.) IdR. sind meine Reaktionen hinterm Lenkrad richtig und Zielführend, da ich über entsprechende (Renn)Erfahrungen verfüge. …aber ein Stromer verhält sich durch die Rekuperation nicht unbedingt wie ein Verbrenner…

Die Frage ob ich hätte anders reagieren sollen hängt mir schon im Kopf und ich habe durchaus auch „permanente Andenken“ an meinem Körper davon getragen. Ich bin zwischenzeitlich noch mal an der Unfallstelle vorbei gefahren, das ging auch ganz gut. Mal sehen ob da noch was hoch kommt…

Primär geht es mir darum Wissenslücken zu füllen und aus der Situation zu lernen. Die Schuldfrage ist eigentlich sekundär.

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Danke, dass du das hier teilst und weiterhin alles Gute für dich.

Ich würde an der Stelle nochmal vorbeifahren, das dashcam video speichern.
Dann sieht man wie weit man zurück sieht.
„kuppen“ auf Autobahnen sind üblicherweise ja doch eher „flach“…