Tempolimit auf deutschen Autobahnen Ja/Nein?

Und das ist eben unwahr. Es kommt zu keiner nennenswerten Verlagerung wenn ein Tempolimit auf der Autobahn eingeführt wird.

Die LKW bleiben dort. Die fernreisenden Familien bleiben dort, der Berufspendler bleibt dort, die Geschäftsmann bleibt dort.
Warum?
Weil die Autobahn auch bei einem Tempolimit immer noch die schnellere Verbindung und beste Kombination aus Infrastruktur und Fahrkomfort ist.

Wenn ich von Hamburg nach Berlin, fahre ich weiter die Autobahn.
Will ich aus Bayern zum Urlaub nach Dänemark, nehme ich die Autobahn.
Der LKW aus Tschechien der Ware nach Holland bringt, nimmt die Autobahn. Die Touristen aus den Nachbarländern, nehmen weiterhin die Autobahn, weil sie es aus ihrem lang gar nicht ohne Tempolimit kennen.
Wer vorher zum täglichen Pendeln die Autobahn genommen hat, wird diese weiterhin nehmen.

Würde es zu einer signifikanten Verlagerung kommen, müsste es dazu Daten aus den nächsten Nachbarländern geben, und deren Autobahnen ab Einführung des Tempolimits quasi leergefegt worden sein.
Dem ist aber nicht so.

Der Mythos der Verlagerung hält sich durch eine Umfrage, dabei passen gesagtes und gelebtes nicht immer zusammen.
Der Mensch ist faul und ein Gewohnheitstier.
Wer vorher die Autobahn genutzt hat wird dies aus weiterhin tun, eben aus der Bequemlichkeit verändern im eignen Verhalten zu scheuen.

Es bleibt dabei, dass ein Tempolimit auf der Autobahn dutzende Menschenleben pro Jahr retten wird und das lässt sich meiner Auffassung nach gegen kein Argument aufwiegen.

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Möchtest Du diese Erörterung nicht Deinen Kollegen aus den Fachbereichen überlassen. Alleine Durchschnittswerte über eventuelle Ausgleichsbewegungen zu legen ist doch schon mehr als Zweifelhaft. Zumal die Verlagerung des Verkehrs auf Ausweichstrecken wohl kaum Signifikant sein wird.

Ausweichstrecken, das sind üblicherweise bauartbedingt anders beschaffen. Selbst wenn keine anderen Ausgleichsereignisse eintreffen ist kann ganz sicher nicht der Durchschnittswert der Straßenart angesetzt werden.

Ein Beispiel: Ich lebe an einer solchen Umleitungsstrecke. Wenn die Autobahn dicht ist, passiert hier viel, aber die Anzahl der Unfälle mit Personenschäden geht nicht hoch. Das geht nicht, weil die Strecke eben sicher ausgebaut ist und durch das höhere Verkehrsaufkommen die Geschwindigkeit runter geht.

Das muss jetzt nicht überall passieren, das System hat aber viele Parameter und da traue ich dann schon eher Forschern die Ahnung haben als irgendwelchen anonymen Forumsteilnehmern die wissen wie man Googelt und Bilder einfügen können.

Ausgleichswirkung könnte übrigens haben:

  • Einrichten von TL wenn wiederholt Unfälle passieren - so machen das die Verkehrsbehörden
  • Anpassung des generellen TL auf Straßen ausserorts auf z.B. 80 km/h und innerorts auf 30 km/h (das würde was Kosten)
  • Ausgleichswirkung der Autobahn, weil diese durch höhere Kapazität und harmonischerem Verkehr wieder attraktiver wird (Sicher schon in der Studie des UBA eingepreist)

Erinnert sich noch jemand an das Argument, dass die Anschnallpflicht zu mehr toten führt, weil man im Brandfall ja nicht mehr rechtzeitig rauskommt und deshalb elendig verbrennt? Ich schon!

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Also kommt es zu einer Verlagerung.
„Euer“ heiliges Umweltbundesamt hat in einer anfangs von den Tempolimit-Befürwortern gefeierten Studie doch explizit auf die Routenwahleffekte hingewiesen.

Möchte man die Anzahl der Verkehrstoten minimieren, muss man den Bürgern eine leistungsfähige und schnelle Autobahn Infrastruktur anbieten. Nicht nur, um eine Verlagerung auf Landstrassen und durch Städte zu verhindern. Sondern auch, um mehr Verkehr von den gefährlicheren Landstrassen und Städten aufzunehmen. Damit wäre ein geringer Anstieg von Verkehrstoten auf der Autobahn bei überproportionaler Senkung auf den anderen Strecken sogar eine Verbesserung.

Wie auch in der letzten Studie aufgezeigt wurde, ist die Fahrzeit entscheidender als die Streckenlänge. Wenn das autonome Fahren kommt, wird es den meisten Menschen egal sein, wo sie fahren werden. Bei Elons Frage (ja, im 3D HUD :slight_smile: ), ob die zeitlich kürzeste Strecke genommen werden soll, wird fast jeder „Ja“ sagen. Auch mit Blick auf das autonome Fahren und die Verlagerung von der Schiene auf Kleinbusse und PKW muss das Autobahnnetz weiter ausgebaut werden.

Wie inkonsequent die Politik mit den Verkehrstoten argumentiert, sehen wir gerade bei der von einigen Landesregierungen ausbleibenden Meldung von Engstellen und Stauschwerpunkten, wodurch ein beschleunigter Ausbau vereitelt wird.
Durch zügigen Ausbau der Autobahnen würde die Abwanderung des Verkehres auf gefährlichere Landstrassen und Städte verhindert (siehe Routenwahleffekte laut UBA), und Menschenleben gerettet. Aber plötzlich drängt die Reduzierung der Unfallzahlen und die Rettung von Menschenleben anscheinend nicht mehr.

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Siehe mein Posting „weiter oben“. Ich habe beim besten Willen keine Lust so aggressiven Quereinsteigern wie dir dieselben Links wieder und wieder zu posten. Bemühe dich bitte selbst ein wenig mehr.

Und nein, in meinen Augen sind Volkswirtschaftler keine Wissenschaftler, was H. Prof. Dr. Unsinn nun schon mehrfach bewiesen hat.

Sieht man auch gut an den mathematischen Fähigkeiten mancher Volkswirtschaftler. Für H. Prof. Dr. Unsinn wäre z.B. bei 4% EE aus mehreren Gründen Schluss gewesen, und für andere sind 50% weniger Tote, und noch weniger Schwer- und Schwerstverletzte nur ein Quäntchen.

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Eventuell. Womöglich in völlig irrelevantem und nicht messbarem Ausmaß.

Persönlich hab ich in den letzten 20 Jahren bei der Diskussion um das Tempolimit noch niemanden sagen hören „dann meide ich die Autobahn“ oder „dann fahr ich Landstraße.“ Eher noch ein „mir egal, ich fahr trotzdem 200km/h“, so wie ein Süchtiger eben reagiert.
Stattdessen kenne ich aber Autofahrer/innen die bei einem Tempolimit auch die Autobahn nutzen würden/ sie vermehrt nutzen würden, weil man dann dort den Stress mit den Rasern nicht mehr hat. (lapidar formuliert, nicht immer so wortwörtlich geäußert).

Insofern halte ich die Theorie mit den angeblich steigenden Verkehrstoten auf der Landstraße weil sich ja dort angeblich so viel hinverlagern würde für eine konstruierte Scheindebatte.

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Wie hoch ist denn der Anteil der Verkehrstoten

  • auf deutschen Autobahnen
  • in nicht geschwindigkeitsbeschränkten Bereichen
  • durch Unfälle, die bei höheren Geschwindigkeiten als 130 km/h passiert sind?
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Auch wenn es viele meinen das ausweichstrecken genutzt werden wenn ein Tempolimit auf BAB eingeführt wird, dem ist nicht so. Denn auf allen alternativen gibt es Kreuzungen und Ampeln, also selbst wenn diese kürzer sind wird man schon heute länger für die Abkürzung brauchen wie bei einem Tempolimit auf der BAB.
Ich selbst nutze oft die Route über Bundes und Landstraßen statt die BAB zu nehmen. Die Strecke ist etwa 42 zu 52km. Trotzdem dauert es etwa 15 Minuten länger als wenn ich auf der BAB mit 110-120 fahre.
Da wir keine Maut haben lohnt das doppelt nicht. Und hier haben ja die meisten mit Argumenten gegen ein generelles Tempolimit ja das zeitliche Argument das man Stunden oder Tage länger brauchen würde :wink:
Zum Thema kosten. In NL gibt es fast keine Schilder auf denen eine Höchstgeschwindigkeit angegeben wird (ja die gibt es, aber max 10% von dem was wir in D aufgebaut haben).
Das spart also massiv Kosten für Kontrolle und Reinigung der Beschilderung. Zusätzlich können diese riesigen schilderbrücken eingespart werden…hätte zudem den Vorteil das Transporte mit Übergrößen weniger Aufwand und damit schneller und kostengünstiger durchgeführt werden können.

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Meine Hoffnung an „diese riesigen Schilderbrücken“ ist, das damit der Verkehrsfluss intelligenter gelöst werden kann.
Denn dann wäre das generelle Tempolimit aus diesem Grund hinfällig.
Und von mir aus mehr Blitzer. :sweat_smile:

Tja, irgendwie will das dir und deiner Fraktion nicht so recht gelingen.

War eines eurer Top-Argumente gegen ein generelles Tempolimit nicht immerzu, dass man auf deutschen Autobahnen sowieso kaum mehr irgendwo unlimitiert fahren könne/ dürfe ?
War ein anderes vielfach vorgebrachtes Argument nicht, dass sowieso nur noch Vereinzelte schneller als 140km/h fahren ?

Und zugleich soll es jetzt aber mit Einführung eines Tempolimits zu massiven Verlagerungen auf die Landstraßen kommen und damit die Zahl der Unfalltoten stark zunehmen ?

Come on, macht es einem doch bitte nicht so verdammt schwer euch und eure Argumente noch irgendwie ernst zu nehmen.

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Zur Frage im Titel: JA

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Also würdest du zustimmen, dass diese Verlagerung nicht kommt und somit die gesamte UBA Studie quatsch ist mit ihren 6,x Mio Co2 Einsparungen?

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…uns zack sind Sie wieder da - die Peanuts-CO2 Diskussion. Weil alle andere gegen-TL-Argumente so langsam aber sicher sich irgendwo in Nirvana verabschiedet hat.

Krampfhaft an was festzuhalten, obwohl die Zeichen an der Wand es mehr als deutlich zeigen, erinnert ein bisschen an die aktuelle Diskussion über „technologieoffen“, weil man nicht wahrhaben will dass zb. E-autos sich vorerst durchgesetzt hat.

die frage, OB es einen Tempolimit geben wird, stellt sich doch gar nicht mehr. Es geht nur noch um das „wann“. Der limit durfte ziemlich sicher bei 130 km/h liegen dürfen - alleine weil das der aktuelle Richtgeschwindigkeit ist.

…und ja - die Verlagerung ist doch Quatsch. Oder ist nur einer hier von der Autobahn mal runtergefahren, weil auf einmal Tempo 100 anstatt FFFFB galt. Nein - dachte ich mir…

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Ich würde eher sagen, dass das nicht erforscht ist. In der UBA wird das ja erwähnt, aber quantitativ nicht hinreichend Untersucht. (Ich müsste jetzt nachschauen. Aber ehrlich gesagt, habe ich keinen Bock das Debunking für die Leute zu machen, die zu bequem für ordentliche Quellen und Fact-Checking sind.)

Die Ausweicheffekte halte ich für nicht signifikant, weil ich sie mit meiner kleinen Stichprobe empirisch nicht nachvollziehen kann.
Ohne Studie könnte man auch behaupten, es wird mehr Verkehr auf die Autobahn verlagert, weil diese mit Tempolimit attraktiver wird (noch sicherer, noch angenehmer zu fahren, weniger Staus und damit schneller, etc.)

Bringt doch nix hier mit Stammtisch-Argumenten durchzupflügen.

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Genau, es muss erforscht werden das man bei um 110-130 kontinuierlich langsamer unterwegs ist als bei 30-100 mit Ampeln, Kreuzungen, Fahrzeugen die man nicht überholen kann weil Gegenverkehr ist usw…
Wie wäre es denn wenn du dir einfach mal einen Kollegen, den Nachwuchs, den Partner zu einem Versuch rannimmst.
Beide fahrt ihr von zuhause oder einer ausgewählten Stelle zu einem Ziel. Zb Arbeitsplatz, ein Ausflugsziel oder was auch immer.
Dann schaut ihr mal wer schneller ist wenn der auf der BAB bei Max 130 fährt und der andere sich an die Geschwindigkeit auf der Alternativen Route hält.
Du musst mir ja nicht glauben das die Autobahn schneller ist obwohl der Weg sogar weiter ist….erlebe ich auf meiner jetzigen Strecke ja auch erst seit etwa 22 Jahren täglich live. Dabei ist die Alternative sogar ein paar Kilometer kürzer….
52km über BAB und 43km Landstraße/Bundesstraße….trotzdem 2 Minuten kürzer…und das im Berufsverkehr….wer die A40-A57 auch LKW line genannt kennt weiß vermutlich was ich meine. Überholen im Überholverbot rausziehen von Schleichern usw…abends wird auf der Route eine Zeitersparnis von 5-7 Minuten zusätzlich erreicht…und wenn es einen Unfall gab muss man sich auskennen um auf beiden Routen nicht stundenlang festzustecken :sleepy:
Daher empfehlen die meisten auch Alternative Routen erst ab mind. 10 Minuten Zeitersparnis weil diese meist bei Stau auf der BAB ebenfalls überfüllt sind.
Bei Einführung der LKW Maut damals auch live erlebt das man auf der Alternativen Route plötzlich 5-10 Minuten länger gebraucht hat weil viele Lkw Maut sparen wollten….

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Der Knackpunkt bei all diesen Studien ist doch, dass niemand weiß, wie schnell tatsächlich auf Autobahnen gefahren wird. Bin am Wochenende insgesamt 1200 km gefahren, Tempomat auf 140. ich habe gefühlt deutlich mehr Autos überholt als dass ich überholt wurde.
Trotzdem bin ich für ein allgemeines Tempolimit, weil es sich entspannter fährt, wenn die Geschwindigkeitsunterschiede geringer sind.

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So sicher finde ich das nicht. Das hängt absolut an den Regierungsparteien, bei diversen Konstellationen gibt es auch nach der nächsten Bundestagswahl kein Tempolimit. Selbst wenn, so wie jetzt 2021 die Gelben es von vornherein ausgeschlossen hatten, so werden sich auch die Grünen damit arrangieren, sofern das der einzige Grund gegen eine neue Regierungsbeteiligung, in welcher Konstellation auch immer, ist.

Abgesehen davon ist es einfach, alle 4 Jahre ein Gesetz wieder durch die Nachfolgeregierung zu kippen, was jedoch zu mehr Chaos auf den BAB führen würde.

Die Argumente werden abstrus.

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Trotzdem ein interessanter Artikel.

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Ähnlich abstrus wie z.B., dass es mit Tempolimit keine guten deutschen Autos mehr gäbe…

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Oder so abstrus wie die angedachte Abschaffung von Vater- und Muttertag zugunsten eines Familientages… :thinking:

Wann und wo soll ich denn sonst ungehemmt meine im Nationalsozialismus historisch begründete Männlichkeit ausleben dürfen? :triumph::sunglasses:

madmax

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