Suboptimale Ladeplanung

Hallo TFFs!
Auf meiner ersten „richtigen“ Langstrecke hatte ich folgende Beobachtung gemacht:
Die Routenplanung von ABRP und Tesla Navi unterschieden sich signifikant.

ABRP: 2 Stops, 11 und 12 Minuten.
Tesla: 2 Stops, 25 und 45 Minuten

SOC bei Ankunft jeweils berechnet mit 20%.

Da das MY mein erstes E Auto ist, vertraute ich natürlich der Routenplanung von Tesla, nur um recht schnell festzustellen, dass sich Tesla beim SOC Ankunft SuC immer mindestens um knapp 15% verschätzte, sodass ich immer mit über 20-30% Ladestand am SuC ankam. Dementsprechend war dann auch die Ladeleistung.
Die Routenplanung ging allerdings starr vom bei Fahrtbeginn beschlossenen Ladeplan aus.

Auf dem Rückweg verfolgte ich die Ladestrategie von ABRP: es passte (fast) perfekt. Die Ladezeiten waren zwar minimal länger als berechnet, aber man konnte absolut damit arbeiten.

Diesen Umstand empfinde ich als sehr unbefriedigend, da ich von Tesla eine absolut präzise Ladeplanung erwarte und auch beim Model 3 (laut Forum) bekomme.
Ich schiebe es mal auf die „geringe“ Datenmenge von 5C Model Ys und die deshalb eher konservativ gestaltete Routenplanungssoftware und baue auf Präzisierung mit künftigen Softwareupdates, wenn Tesla mal etwas mehr Daten über Verbräuche, Ladeleistungen etc. von 5C Model Ys gesammelt hat.
Softwarestand war 2021.24

Habt ihr auch die Erfahrung der unpräzisen Ladeplanung gemacht? Lag es vlt. an der ersten Langstrecke bzgl. fehlender Fahrzeugdaten? Ist es ein generelles Model Y Problem derzeit?
Falls ja: habt ihr mit den neuen Updates Besserungen erlebt?
Würde mich über eure Erfahrungsberichte freuen!

VG

Strecken und Ladeplanung bei Tesla ist grauenhaft. Ist beim Model 3 nicht anders.
Aber im Umkehrschluss für mein Tempo super. Fahre gerne schnell :stuck_out_tongue:

Ich fahre mehrmals wöchentlich Bielefeld → Münster. Gefühlt jedes mal wird mir eine andere Strecke vorgeschlagen :smiley:

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punkt 1 hast du nicht die aktuellste software!
punkt 2 muss dein bms auch erstmal sich regulieren
punkt 3 nach deiner „ersten richtigen“ langstrecke und damit verbunde erfahrung solltest du ja auch in der lage sein einfach -10 bis -15% auf die im tesla angezeigte werte zu rechnen und damit deine stops zu planen (oder fixer fahren zu können je nach dem :wink: ).

Die Tesla Ladeplanung ist sehr konservativ. Aber sie funktioniert.

Ich persönlich finde es gut zu wissen im zweifel mit langsamer Fahrweise ins Ziel zu kommen.

ABRP ist super, verlangt aber auch einige weitere Parameter und ist daher eher ein Freak-Tool.
Bei sehr schlechtem Bedingungen kommst du im Zweifel mit Standardeinstellungen nicht mehr ans Ziel!

Ein Blick noch zur Konkurrenz:
Bei teilweise teureren Fahrzeugen werden Höhendifferenzen nicht berücksichtigt!

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Die Tesla-Ladeplanung ist nicht unpräzise sondern konservativ, da Tesla vorsichtsthalber von höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten ausgeht. Das ist besser, als mit leerem Akku liegen zu bleiben.

Nein, die Routenplanung kalkuliert unabhängig von deinem Fahrstil.

Die Ladeplanung ist für alle Fahrer gleich. Wer schneller fährt, für den wird die Abweichung geringer.

Nein, das ist für alle Tesla-Fahrzeuge gleich und kein Model-Y-spezifisches Problem.

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Sicher ist die Ladeleistung bei niedrigerem SoC höher. Trotzdem dürfte die Ladezeit bis z.B. 80% bei 15% SOC länger sein als wenn Du mit 30% startest. Die Ladekurve ändert sich ja nicht. Ich halte mich einfach and Das, was mit Tesla anzeigt. Wichtig ist auch zu beachten, wenn der Tesla meint Du kannst losfahren, egal was der aktuelle SOC aussagt. Das Einzigste, was beim Tesla nicht geht, ist die Vorgabe, mit welchem SOC man am Ziel ankommt.

Teilweise habe ich schon folgendes gemacht:
Ca. 10 km bevor ich einen SuC erreiche, für den ich nach meinem Geschmack noch einen hohen SoC habe, habe ich die Navigation zum Ziel abgebrochen und wieder neu gestartet. Teilweise wurden dann spätere SuC eingeplant.

Schade, dass Tesla dies nicht selbst aktualisiert.

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Stell dir vor du hast wechselnde Fahrer, mit extrem Unterschiedlichen Verbrauchsprofilen. So schön das im ersten Moment klingt, dass du eine „belastbare“ Aussage für deinen Fahrstil wünscht - so schlecht kann es für dich enden wenn mal zwei Wochen ein sparsamer Fahrer mit deinem Wagen unterwegs war dann würde ja nix mehr stimmen.
Solange das Schnellladenetz nicht ganz so dicht ist wie fossile Plörrespender finde ich es gut, wenn da etwas konservativer vorgegangen wird. Das ist der eMobilität viel zuträglicher als Horrorgeschichten mit - ich hab es fast nicht mehr zur Ladesäule geschafft.

Wenn Du zwischendrin feststellst dass der Akku noch extrem Voll ist bei ankunft am SuC, dann kannst Du ja prüfen ob Du nicht einfach den nächsten SuC nimmst. Einfach die Navigation beenden und neu rechnen lassen.

Richtig, da ist ein Interessenskonflikt…

Tesla liegen geblieben weil Tesla Routenplanung zu knapp → will keiner.

ABRP → geht schief sobald ich mich oberhalb der Parameter bewege, stichwort VMax, nach dem Stau gebe ich Gas…ich verpasse die Ladestation weil gerade sonstwas ist oder die Abfahrt gesperrt ist,etc.

Helfen würde hier sicher eine Dynamisierung des Tesla Planers, das er nicht nur zur Fahrtantritt und zwischen den Ladestops updated,sondern auch dazwischen. Als auch SoC bei Ankunft= 10%, das langt noch um zu Ersatzsäulen zu kommen, allerdings auch wieder nur bei Nutzern die noch eine EnBW Ladekarte,etc als Backup haben. Zum nächsten SuC kann es eng werden mit 10%.

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Die Routenplanung im Tesla ist super. Genug Reserve und wenn man möchte kann man auch einen SuC überspringen.

Überleg mal es wäre genau andersherum. Man lernt mit der Zeit sein Auto kennen, keine Angst.

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Ich fahre üblicherweise mit 130km/h und da passt es in meinem M3 perfekt. Allerdings hatte ich auf einer Strecke hin Rückenwind und damit rund 10% weniger Verbrauch. Auf dem Rückweg war es dann umgekehrt. Wenn dann noch Temperatur dazu kommt dann führt das zu weiteren Abweichungen…

Die Ladeplanung passt auch deshalb oft nicht, weil man langsamer unterwegs ist, als das was Tesla ansetzt (Stau, zähfließender Verkehr). Klar, dass man dann erheblich unter dem erwarteten Verbrauch liegen kann.

Ich gucke immer mal in die Energieanzeige, dann weiß ich ob es passt.

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Das stimmt in den meisten Fällen, aber nicht immer.

Wenn Du auf der Fahrt so viel mehr verbrauchst als kalkuliert, dass es nach der Berechnung nicht mehr zum geplanten SuC reichen würde, dann ändert das Navi manchmal auch während der Fahrt den nächsten vorgesehenen Supercharger. Dies gilt aber nach meiner Erfahrung nur für die aktuelle Teilstrecke. Nach dem nächsten Laden werden, soweit ich das mitbekommen habe, wieder die Standardwerte verwendet.

Dass der Routenplaner andersrum bei geringerem Verbrauch einen weiter entfernten Supercharger auswählen würde, habe ich glaube ich noch nicht erlebt. Da nutze ich dann auch gerne den von @supermatze genannten Workaround:

Ob ob man über oder unter dem von Routenplaner kalkulierten Verbrauch liegt, kann man bei meinem MS sehr schön in der Tripp-Ansicht der Energie-App sehen. Ob es die aus im MY gibt, weiß ich allerdings nicht, da ich noch kein MY gefahren bin.

Gruß Mathie

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Ja, die Trip Ansicht ist super.

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Ja, das kann sein. Den Fall hatte ich allerdings noch nie, da ich meist weniger verbrauche als berechnet und dann auch mal einen SuC überspringen kann. :slightly_smiling_face:

Beim M3 ist sie auch vorhanden und deshalb beim MY bestimmt auch. Sie ist auf alle Fälle sehr nützlich und präzise um den eigenen Fahrstil an die benötigte Reichweite anzupassen.

Die T Planung ist sehr konservativ.
Das mag man ungenau nennen.
Ich sehe das anders. Sie ist in ihrer konservativen Berechnung sehr berechenbar und damit schon wieder sehr genau.
Wenn T sagt Du kommst mit 15% am Ziel an dann weis sich das es bei meiner Fahrweise eher 25% sein werden. 30% kommen auch schnell mal zusammen. Mir gefällt das da ich wenn gewünscht auch mal drauftreten kann und komme trotzdem an. Oder ich lade einfach weniger auch wenn T meint ich komme noch nicht an. Aber das muss auch so anwenden wollen.
Genauer kann nur eine Kalkulation mit deiner eigenen Fahrweise sein. Das passt dann aber nicht mehr wenn ein Partner deinen Wagen fährt. Oder wenn deine Touren und Zeitvorgaben sich ändern. Um Liegenbleiber und das rumdiskuieren darum zu vermeiden hat sich T zum konservativen Berechnen entschlossen.
Schön wäre wenn ich als User selbst nachregeln könnte. Z.B. mit 3 Optionen. Ganz konservativ gerechnet, mittel und der ausgesprochene Fahrfuchs.
Nachtrag: früher haben wir uns gefreut wenn noch mehr drin geblieben ist. Heute möchte mancher eine digitale erscheinende Zahl als solche haben. Der Aufwand das so präzise umzusetzen ist sehr aufwendig. Bei aller Präszionlyrik: es ist und bleibt bis auf weiteres ein Schätzeisen.

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Genau. Diese Erfahrung habe ich auf meinen Österreich/Italien-Trips auch gemacht. Das passt es richtig gut.
In DE ist er bei mir alles andere als konservativ. Entsprechend meiner Fahrweise :wink:

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Danke für eure schnellen und detaillierten Antworten!

Ich wurde nur so stutzig, da ich bei einer M3 LR 82 kWh Probefahrt im Juli 2021 beim SoC 100% die gleiche Route zur Berechnung im Tesla Navi eingegeben hatte und das zu 99% mit ABRP übereingestimmt hatte.
Deshalb hatte ich mich auf eine realistischere Routenplanung auch beim MY gefreut.
Natürlich teile ich die Meinung, dass ich lieber mit zu viel im Akku ankomme, als dass es kritisch wird. Da verstehe ich Tesla voll und ganz.
Lediglich bin ich von der Aussage überrascht, dass Tesla den Fahrstil nicht in die Berechnung mit einfließen lässt, da die Erstellung von Fahrerprofilen und deren Anwendung ja eigentlich perfekt dafür geeignet wären Fahrgewohnheiten Benutzerspezifisch zu tracken.
Wie gesagt: getriggert hatte mich die 99%ige Deckung der Routenplanung in ABRP und dem M3 LR und dass es im MY auf einmal so gar nicht mehr zusammen passt.
Mit meiner aktuellen Software 2021.32.21 habe ich es noch nicht getestet.
VG

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Was für eine Durchschnittsgeschwindigkeit hattest Du den für ABPR eingegeben? Tesla rechnet auf BAB nun mal mit 130km/h.

130 km/h. Premium Version inkl Echtzeit Wetter und Verkehr. Das Ergebnis hat dann extrem genau die Realität widergespiegelt. Echt nützlich dieses Tool!

Dann ist das auch nicht mit dem Tesla vergleichbar, da Tesla weder Wetter noch Verkehr berücksichtigt. Ja, ja könnte er machen, macht er aber nun einmal nicht.

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