Studie Wuppertal Institut: Klimaneutral bis 2035

Geschätztes Forum,

Die GLS Bank hat eine von ihr mit finanzierte Studie des Wuppertal Instituts vorgestellt:

Die Studie wurde in einem Livestream vorgestellt und diskutiert.

Kernpunkt ist die Diskussion der Emissionspfade

Die Grafik ist aus dem FactSheet, auch kann man die gesamte Studie als PDF herunterladen (113 Seiten)

Ich möchte in diesem Thema gerne Anregungen sammeln und diskutieren, wie man sich als einzelner oder in einer Gruppe an der Erreichung dieses Ziels beteiligen kann.

Das Ziel ist NULL Emission.

Beispiel für eine 100% Substitution:

Gegenbeispiel: Wenn man durch Dämmung eines Hauses 33% Öl oder Gas bei der Heizung einspart, sind immer noch 67% übrig. Die Emissionen aus fossilen Treibstoffen müssen aber auf 0.

In dem Zusammenhang noch ein Artikel der mich gefreut hat:

Darin: Der PV-Zubau in Deutschland war mit 4,8GW der höchste in Europa.

DISCLAIMER
Mir ist bewusst, dass auch im Tesla-Forum viele den Gedanken an einen tiefgreifenden Umbau nicht gut finden. Meist wird die Notwendigkeit dazu in Zweifel gezogen. Diese Diskussion ist auch wichtig, aber bitte nicht in diesem Thread. Hier soll es um Handlungsoptionen für diejenigen gehen, die etwas verändern möchten.

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Nachtrag: Ich will auch nicht diskutieren, was die Inder, Chinesen oder Amerikaner tun, tun müssten oder zu lassen hätten, oder ob es nicht völlig sinnlos ist, überhaupt etwas zu tun, weil ja die anderen usw. usf. Es soll primär darum gehen, was jeder von uns tun kann im Sinne des Kategorischen Imperativs.

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Hier ein Video zur Stahlherstellung mit Wasserstoff statt Koks (aus Kohle): Die CO2-Emissionen werden um über 95% reduziert. Bei Minute 8 geht es um die Kosten: Das Verfahren ist wirtschaftlich ab einem CO2-Preis zwischen 34 und 68 Euro/Tonne.
-> Wir müssen alles tun, um den Zertifikate-Preis hoch zu treiben!

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Insbesondere die folgenden Punkte fallen mir ein, wo jeder von uns prüfen sollte, was er davon umsetzen kann, um die Ziele zu erreichen:

  • Soweit man eine Immobilie besitzt, diese mit einer möglichst großen Photovoltaik-Anlage ausstatten. Dank zinsgünstiger Photovoltaik-Kredite sollte eine Finanzierung in den meisten Fällen kein Problem sein. Laut meiner „Mini-Studie“ brauchen wir insgesamt ca. 12,9 kWp pro Einwohner. Hier sind also Dächer aller Gebäude wichtig. (Wohnhäuser, Fabriken, Gewerbe, Handel, Schulen usw.)
  • Soweit man geeignetes Land besitzt, über eine Doppelnutzung mit Photovoltaik nachdenken. Z.B. auf einer Kuhweide ließen sich hoch aufgeständerte, nicht zu dicht stehende Module aufstellen, die den Kühen zudem bei heißem Wetter Schatten spenden und einer Austrocknung des Bodens vorbeugen.
  • Soweit man geeignetes Land besitzt, Windkraftanlagen bauen. Die Finanzierung sollte auch hier üblicherweise kein Problem darstellen.
  • Wenn man neu baut, konsequent auf gute Dämmung, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Wärmepumpe, E-Auto-Ladestation, Photovoltaik, Akku und eine intelligente Steuerung setzen.
  • Bei bestehenden Immobilien energetische Sanierung durchführen, soweit diese nicht auf halbwegs aktuellem Stand sind (Dämmung, Fenster, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Wärmepumpe, E-Auto-Ladestation, Photovoltaik, Akku).
  • Wenn der Kauf eines neuen Autos ansteht, nur noch Elektroautos und keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr kaufen.
  • Soweit man eine geeignete Immobilie besitzt (Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage oder Stellplätzen, Firma oder Geschäft mit Parkplatz, Tiefgarage o.ä.) Lademöglichkeiten für E-Autos installieren, um die Nutzung von E-Mobilität möglichst einfach zu gestalten.
  • E-Auto-Ladestationen installieren, die bidirektional (Auto laden / Strom aus dem Auto-Akku ins Netz zurückspeisen) und netzdienlich steuerbar sind (z.B. Open Smart Charging Protocol).
  • Beim Kauf von Produkten und Dienstleistungen verstärkt darauf achten, ob diese insgesamt gesehen sinnvoll und verhältnismäßig (Ressourcenverbrauch zu Nutzen) sind.
  • Verstärkt hinterfragen, ob z.B. die Kinder für den Schulweg und die Eltern für Einkäufe und Besuche in der näheren Umgebung statt dem Auto nicht häufiger das Fahrrad nutzen könnten, was als positiver Nebeneffekt Fitness und Gesundheit fördert.
  • Soweit man im Beruf entsprechende Entscheidungsmöglichkeiten hat, bei Firmenphilsophie, Investitionen, Produktentwicklung, technologischen Entscheidungen, Ausstattung der Firmenimmobilien, Wahl der Dienstfahrzeuge, Wahl der Güter-Transportmittel (z.B. mehr Bahn, weniger LKW, kürzere Strecken), ggf. Umorientierung auf ganz andere Produkte usw. den Klimaschutz viel stärker berücksichtigen.
  • Mehr und kurzfristiger selbst „das richtige tun“, anstatt Ausreden zu suchen, warum man es nicht tut.
  • Die Sache selbst in die Hand nehmen, statt zu sagen, die anderen müssen dies oder jenes tun. Z.B. selbst genug Photovoltaik und Windkraft installieren, anstatt darauf zu setzen, dass andere Länder dies tun, und dann dort produzierten Wasserstoff und synthetischen Kraftstoff importieren zu wollen. Der Import dieser Stoffe ist der einzige Punkt, in dem ich der Studie des Wuppertal Institut unter anderem aus den hier im unteren Drittel der Seite 4 beschriebenen Gründen nicht zustimme, ansonsten stimme ich dieser Studie praktisch 100 % zu.
  • Die Parteien wählen, die die notwendigen Regularien schaffen, um möglichst schnell die Ziele zu erreichen.
  • Mit anderen Leuten über diese Themen sprechen, mit guten und wissenschaftlich korrekten Argumenten Überzeugungsarbeit leisten und andere dazu anregen, ebenfalls entsprechend zu handeln.

Ich bin gespannt was aus dem EEG Gesetz wird. Das kann zumindest für Häuslebauer sich lohnen aber für andere Bereiche keinesfalls irgend wie ausreichend.

danke erst einmal für das thema hier :exclamation:

@Niels: deine liste ist schon lang und gut.
was mir da noch fehlt - oder habe ich es übersehen? - sind ganze einfache dinge, die wir selbst in der hand haben:

  • einen der wenigen echten öklostrom-anbieter wählen (selbst eMobilisten sind da oft „dem billigsten“ hinterher).
  • eine grüne bank wählen, damit die gelder, die man hat/ bewegt, grün bewegt werden.
  • auch bei versicherungen schauen, dass sie grün(er) sind.
  • gut hinterfragen: ist ein auto zB nötig? auch nicht gebaute ev´s können hilfreich sein, weil ressourcenverbrauch reduziert wird.
  • dinge, die wir besitzen: teilen, lange am leben/ im gebrauch halten. weg von der wegwerf- konsummentalität.

der „club of rome“ (Club of Rome – Wikipedia) hat schon vor 20 jahren ein buch heraus gegeben, in demaufgezeigt wird, wie wir ohne große einschnitte/ verzichte nachhaltiger leben könnten.

das von mir für´s erste.

Ja, das stimmt, das sind noch sehr gute und wichtige weitere Punkte :slight_smile:

Das wirksamste ist seine Investitionen aus Öl und Gas zu de-investieren und massiv in echt ökologische Investments zu verschieben. Dazu muss man wahrscheinlich auch die klassischen Investment-Fonds verlassen, denn was dort als „öko“ erkauft wird ist ein reines Feigenblatt…

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