Stromversorgungssicherheit

Also auch die Großverbraucher diesmal?

Die haben fetten Rabatt. Ich habe auch keine Hoffnung dass sich das kurzfristig ändert. Mit der Neuordnung wird ein Ausgleich insbesondere für die Anschlusskosten der großen Windparks geschaffen. Da müssen die norddeutschen VNBs hoch investieren um den Strom abzunehmen, der dann bundesweit verbraucht wird. Abgerechnet wird es aber nur bei den Kunden dieses VNB. Das führt dazu, dass die Verbraucher vor allem an der Küste die Infrastrukturkosten für den Windstrombedarf der ganzen Republik tragen.

Die haben außer EEG (dort tlw reduziert) eigentlich immer mit bezahlt. Hatten aber auch Möglichkeiten zumindest netzkosten teilweise zurück erstattet zu bekommen.
Siehe Paragraph 19 NEV.
Der Schwachsinnigste Teil überhaupt!
Wenn man die Industrie dafür belohnt hätte flexibel nach Angebot Strom zu verbrauchen und dafür dann netzgebühren zumindest teilweise erlassen hätte. Völlig in Ordnung, aber die Industrie ist dafür belohnt worden das sie egal wie knapp Strom ist immer einen konstanten Bedarf aufrecht erhält.
Das hat 2022 als viele große Verbraucher ihre Produktion gedrosselt haben weil Gas so teuer war dazu geführt das ohne Bedarf zu haben elektrische Energie „verschwendet“ wurde um später die Netzentgelte erstattet zu bekommen.
Da haben Industriebetriebe zwar kaum produziert aber trotzdem alles an elektrischen Verbrauchern betrieben was geht.
Da wurden tlw Öfen leer beheizt, sämtliche Lüfter und Klimaanlagen auf volle Leistung gestellt obwohl Büros oder Hallen leer waren.
Und das in einer Strommangellage bei exorbitant hohen Preisen :face_vomiting:

@M3-Rac es wird Zeit das sich das ändert. Die netzkosten von zb der Küste muss auch auf Verbraucher im Süden umgelegt werden, denn auch diese profitieren von den Erträgen

Also die richtig großen Windparks und die offshore-Parks werden in der Regel direkt an’s Übertragungsnetz geklemmt. Aber auch da hat die Bundesregierung eine Chance vertan, hat den Tennet-Kauf abgebrochen, jetzt wird wieder ein Großinvestor aus dem Ausland gesucht, der gar kein Interesse an niedrigen Netzentgelten hat.
Und warum wir in Deutschland über 800 VNB brauchen kann mir auch keiner erklären, 800 x Wasserkopf mit Vorstand und Geschäftsführung, die im Prinzip alle das Gleiche machen, sind nicht gerade kostendämpfend. Und eine Ursache für unterschiedlche Erfahrungen beim Anschluss von Wallboxen oder der Geschwindigkeit beim Anschluss von Schnellladestationen.

Von denen gehören knapp 50% zu EON… :wink:

Genau diese Änderung wird seit letztem Sommer angekündigt. Es hieß mal „diesen April“, ich hoffe wir warten nicht auf Godot.

Irgendwie wollen wir ja unsere Häuser in Zukunft CO2 neutral beheizen. Ist halt die Frage ob da dezentrale Heizungen in jedem Haus mit synthetischem Methan oder H2 besser funktionieren.

eher nicht. Kommt auf das Haus an. Gut gedämmte Häuser brauchen so wenig Heizenergie, dass die fixen Netzkosten die verbrauchsgebundenen Kosten übertreffen. Ein Netz, das für die paar kWh Heizenergie gebaut und/oder unterhalten werden muss ist halt teuer. Und H2 wird in der Gebäudeheizung keine Rolle spielen, viel zu teuer.

Eben. Was es hier bräuchte, ist vor allem eine steuerungsfähige Bundesnetzagentur. Die VNBs am Rockzipfel der großen Stromkonzerne arbeiten heutzutage stark an den Zielen des EEG vorbei. Beispielhaft: Nichteinhalten der verschlankten Prozesse für die PV-Einspeisezusage, Ignorieren von Fristen, verzögerter Tausch von Zählern, Aufblähen der Anträge um viele Informationen, die nach Gesetz und Schiedsstelle gar nicht nötig sind.

Und die BNetzA ist da komplett machtlos. Sie hat sich rausgezogen indem sie die VNB vergatterte sich auf ein einheitliches Antragsverfahren zu einigen. Klingt erstmal gut, nur wird das von den VNB nach dem Motto „was können wir noch fragen“ gestaltet, nicht nach „was müssen wir laut Gesetz wissen“. Das geht soweit, dass die EON-Tochter-VNBs z.B. trotz gesetzlicher Verpflichtung keinen Antrag auf Einspeisegenehmigung bearbeiten, wenn er vom Betreiber der Anlage gestellt wird. Die verweisen eiskalt auf das Portal für Installateure, obwohl der Antrag nicht vom Installateur, sondern formlos vom Betreiber zu stellen ist. Juristisch läuft dann eine Frist ab und es tritt eine Genehmigungsfiktion ein. Nützt dir aber nichts, weil nach der Frist der VNB tätig werden muss, und der tut halt nichts.

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