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Stromsparendes Fahren

Hey zusammen,

So als neuling mal ein paar Fragen zum Stromverbrauch. Auch wenn ich jetzt nicht immer umher schleichen will, macht es trotzdem Sinn zu wissen wie man mal wirklich Strom sparen kann, wenn man es mal weit hat :joy:

  • Ist der Verbrauch proportional zur Geschwindigkeit oder gibt es irgendwo eine ideale Geschwindigkeit?
  • Ist auch beim Elektroauto die Beschleunigung der Part, der am meisten „Strom“ kostet,
  • falls ja, ist dann langsame Beschleunigung sparende oder schnelle think (falls nein
 Auch)

Denke da kommen dann noch mehr Fragen im Laufe des Threads


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Nein. Ein Auto benötigt bei 100kmh ungefĂ€hr 15kw an Leistung, bei 150kmh ungefĂ€hr 40kw - und darĂŒber hĂ€ngt es stark an der Windschnittigkeit, wie viel Leistung ein Auto benötigt. Der M2 Competition von mir brauchte bei 210kmh um die 109kw Leistung und bei 250kmh ungefĂ€hr 177kw - der 981er Boxster S, den ich zuvor hatte, benötigte bei 210kmh um die 88kw und bei 250kmh ungefĂ€hr 142kw.
Das bedeutet, dass bei hypothetischen 100% Wirkungsgrad ein Auto bei 100kmh 15kwh/100km benötigt, bei 150kmh 26,7kwh/100km, bei 200kmh dann ungefÀhr 40kwh/100km.

Beim Verbrenner ist es effizient, mit viel Gas und wenig Drehzahl zu beschleunigen, also recht flott auf die gewĂŒnschte Geschwindigkeit zu beschleunigen - je nach verfĂŒgbarer Leistung. Beim E-Auto ist es so, dass ab einem bestimmten Punkt die Ineffizienz durch WĂ€rmeverluste wĂ€chst.
Unterm Strich ist es aber in meinen Augen „wurscht“. Der Stromverbrauch steigt dadurch sicherlich etwas an, aber 1kwh/100km - macht das das Kraut fett?

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Vielen vielen Dank fĂŒr deine ErklĂ€rungen!

Nope, war auch mehr interessehalber als jetzt dauerhaft so gĂŒnstig wie möglich zu fahren :stuck_out_tongue_winking_eye:

Ich muss ja sagen ich komme mit kw und dann kwh ein wenig durcheinander, hab mich aber auch nie wirklich mit beschÀftigt


Rein logisch wĂŒrde ich sagen:

Wenn ich eine Stunde lang 150 fahre (da es ja deiner Aussage nach 40kw braucht), verbrauche ich dann 40kwh des Akkus?

Ist dem so?

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So isses. kW = aktuelle Leistung, kWh = Energieverbrauch dieser Leistung ĂŒber die Zeit.

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Gott sei Dank nicht blamiert jetzt :speak_no_evil::joy::joy:

Allerdings sind die 40 kW bei 200 km/h :wink:
GrundsÀtzlich ist die ideale Reisegeschwindigkeit beim Tesla eher im Zusammenhang mit der Geschwindigkeit der genutzten Ladestationen zu berechnen.

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Nein, ganz so schlimm ist’s m.E.n. nicht beim M3. Gab mal Excel-Tabelle mit Werten im Thread.
Edit: Ich schĂ€tz mal so von 100 auf 50% beim LR fĂŒr 150km mit 150 km/h also ~23kWh/100km

Naja habe mich jetzt nur auf seine Werte bezogen!

Ach so, dann hat Zwinker-Smiley gefehlt? :smirk: :sweat_smile:

Ok, vielen lieben Dank fĂŒr die ganzen ErklĂ€rungen, fĂŒhle mich jetzt weniger unwissend
 Auch falls mal jemand fragt :speak_no_evil:

Hier noch eine Faustformel. In erster NĂ€herung ist der Verbrauch pro Strecke proportional zum Quadrat der Geschwindigkeit, also doppelte Geschwindigkeit bedeutet vierfacher Verbrauch je km.

Das stimmt erstens aus aerodynamischen GrĂŒnden nicht ganz genau—ist in Wirklichkeit ein bisschen komplizierter—und hauptsĂ€chlich kommt noch die Rollreibung der Reifen (und Reibung und Wirkungsgrad im Antriebsstrang) hinzu, die in erster NĂ€herung unabhĂ€ngig von der Geschwindigkeit ist.

Das bedeutet in der Praxis, dass es eine Geschwindigkeit mit dem niedrigsten Streckenverbrauch gibt, und das ist z.B. beim Model 3 ungefÀhr 40 km/h. Daraus ergibt sich auch, dass Strom-Sparen nicht die oberste PrioritÀt haben kann, sondern man sucht, wie auch beim Verbrenner, ein individuelles Optimum zwischen Kosten, Risiko, Bequemlichkeit und Zeitverbauch.

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Hier mal ein paar konkrete Zahlen am Beispiel des Model 3 Long Range Rear Wheel Drive, damit man ein GefĂŒhl bekommt, aus https://www.goingelectric.de/forum/viewtopic.php?t=30772 und einigen dort verlinkten Videos:

110 km/h: 143 Wh/km
120 km/h: 164 Wh/km
150 km/h: 229 Wh/km
200 km/h: 380 Wh/km

Man sieht, dass der Verbrauch etwas langsamer wÀchst als mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Das liegt daran, dass der Luftwiderstand mit seiner quadratischen AbhÀngigkeit zwar den Verbrauch bei hohen Geschwindigkeiten dominiert, es aber durchaus auch noch andere Anteile gibt, die ein völlig anderes Verhalten in AbhÀngigkeit zur Geschwindigkeit zeigen.

Die heute verkauften Model 3 LR AWD brauchen einen Ticken mehr, z.B. eher 150 Wh/km statt 143 bei 110 km/h.

Wo genau der niedrigste Verbrauch liegt, hĂ€ngt gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten stark von den eingeschalteten Verbrauchern wie Klimaanlage ab (hat man viel ĂŒber die Zeit konstanten Verbrauch, so steigt die optimale Geschwindigkeit). Am niedrigsten ist der Verbrauch aber in jedem Fall bei Geschwindigkeiten, die weit unter 100 km/h liegen.

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Um den Rahmen der Einflussfaktoren komplett zu sprengen:
Nehmen wir an, draußen sind 0°C und man möchte es gern im Auto warm haben. Da können wahrscheinlich durchaus 2 kW oder mehr bei draufgehen, denk ich mal. Bei einer geringen Geschwindigkeit wirkt sich diese geschwindigkeitsunabhĂ€ngige Heizleistung enorm auf den Verbrauch aus. In diesem Fall wĂ€re nicht mehr 40 km/h beispielsweise das Optimum, sondern schĂ€tzungsweise lĂ€ge es im Bereich 100 bis 120 km/h.
Lasset uns freuen, dass wir solche schönen Autos haben :grimacing:

Kurz ĂŒberlegen
 2kW zusĂ€tzlich bei 40km/h wĂ€ren ein Zusatzverbrauch von 50Wh/km :sneezing_face:

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Effizient fahren:

  • langsam beschleunigen
  • nicht zu schnell fahren, d.h. auf der Autobahn nicht brettern
  • nicht bremsen
  • nicht rekuperieren (mĂŒssen), sondern
  • segeln (rollen lassen)
  • Klimaanlage moderat nutzen (weniger kĂŒhlen, wenn heiss, weniger heizen, wenn kalt)
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Und dann noch der Tipp den man aber immer nur mit viel Vorsicht nutzen sollte: Windschattenfahren spart auf Autobahnen verdammt viel. Nicht nur beim Tesla.

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Wobei Verbrenner bei Windschattennutzung ineffizienter arbeiten. Die sparen dabei deutlich weniger als ein E-Auto ein. Was beim Model 3 bis zu 30% Einsparung fĂŒhren kann, schafft beim Verbrenner vielleicht nur 10%.

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Das merkst Du aber nur bei wirklich hohen Leistungen, also wenn Du hohe Leistungen im Vergleich zur Maximalleistung abrufst. Und mit 250 eng hinter einem anderen Auto herfahren
 in der Formel 1 relevant, aber bei 150 auf der Autobahn mit anstĂ€ndig großem Motor merkst Du da an der Effizienz noch nix.

So beim normalen „mit 150 hinter nem SUV her“ kannst Du auch beim Verbrenner >20% sparen.

Und wenn Du beim Tesla dann halt Angst hast, es noch bis zum nĂ€chsten SuC zu schaffen: hinter den Flixbus hĂ€ngen und immer schön langsam


Vebrenner-VerbrĂ€uche bei verschiedenen Geschwindigkeiten kann man mit E-VerbrĂ€uchen nicht vergleichen. Der Verbrenner ist bei Teillast dermaßen ineffizient, daß man den Mehrverbrauch bei höheren Geschwindigkeiten nur als „moderat“ empfindet, weil er dann endlich mal seine optimale Effizienz von vielleich 35% erreicht (lol
). Beim E-Auto haut das bei jeder Lastsituation direkt rein.

Und zum Thema Mehrverbrauch: Es gibt lineare und quadratische MehrverbrĂ€uche. Die linearen kriegt man raus, wenn man mal mit konstant 40 bis 60 km/h (nicht mehr!) dahinrollt, das kann man dann von 50 auf 100 einfach verdoppeln und rausrechnen. Oder auf 150 verdreifachen. DarĂŒber sind die quadratischen in der Überhand. Und da sieht’s von 80 auf 120 schon bitter aus, von 150 gar nicht zu reden.

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Teillast ist gar nicht so das ganz große Problem, Lastwechsel sind es, weil Du da beim Verbrenner erst mal jede Menge Energie in Dinge reinsteckst, die Du nie wieder zurĂŒck bekommst.

Die Probleme hast Du beim E-Antrieb halt nicht. Da geht starke Beschleunigung auch etwas auf den Wirkungsgrad aber nicht annĂ€hernd so wie beim Verbrenner. Insofern hĂ€tte ich da nicht gabz so viel Angst vor, solange es nicht Vollgas ist und nicht in den Bereich geht, wo Du massiv kĂŒhlen musst.

Bremsen hingegen, also insbesondere „richtiges“ Bremsen, das tut weh


Wieso? Die ursprĂŒngliche Aussage stimmt doch. Bei 40kw Leistung und eine Stunde Fahrt, werden 40kwh Energie verbraucht. Man kommt halt auch 150km weit in dieser Stunde Fahrt - weshalb das dann die von mir genannten 26,7kwh/100km wĂ€ren.

Je nach Modell ist das sicherlich auch realistisch. Unterstellt man dem Model 3 einen guten cW*A von 0,529, dann ergeben sich ein Leistungsbedarf !nur fĂŒr den Vortrieb! von 34,6kw bei 150kmh und 79,34kw bei 210kmh - bei grob gerechneten 1900kg Gewicht.
Das wĂŒrde bedeuten, dass das Model 3 bei 150kmh also 23,1kwh/100km benötigen wĂŒrde bei 100% Wirkungsgrad - den es nicht gibt, mit 10% Verlusten bei der Entnahme im Akku, Wechselrichter und den E-Motoren muss man bei niedrigen Geschwindigkeiten immer rechnen - und ohne BerĂŒcksichtigung von Klima, Heizung, Bordsystem, Pumpen.

Und bei 210kmh wĂ€ren das dann 37,8kwh/100km - und da wird der oben genannte Verlust höher liegen und die E-Motoren und der Akku mĂŒssen gekĂŒhlt werden, was auch zusĂ€tzlich Energie benötigt.

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