Strompreisentwicklung vs. Elektromobilität

Kommt auch auf den persönlichen Verbrauch am Tag/Nacht, Größe der Anlage, Speicher JA/NEIN an…

Bei unserer persönlichen aktuelle Kalkulation wären das ca. 10-12 Jahren.

Das wäre natürlich kurz ärgerlich, aber ich sehe solche Preise nicht langfristig. Allein die letzten Wochen ist der Preis deutlich gefallen. Verfolge seit einigen Wochen die jeweiligen Preise bei den Vergleichsportalen. Waren wir vor 6 Wochen noch bei 340€ für unsere 5500kWh waren es dann noch 300€, vor 2-3 Wochen dann noch 280€ und jetzt noch 230€-240€. Da sind wir schon wieder unter 50cent.

8% Rendite bei 30 Cent Opportunitätskosten für die kWh für Eigenverbrauch finde ich keine schlechte Anlage. Erst recht jetzt nach den extremenvStrompreiserhöhungen.

Bei mir werden die Strompreise ab Jan 23 von ca. 31 auf 52 Cent angehoben, der kommende Deckel, der die Preisentwicklung einfangen soll, repräsentiert jedoch nur den Stromverbrauch einer 3-köpfigen Familie und soll diesen bis 80% deckeln. So möchte man zum sparen anreizen. Der Tesla Fahrer der an der Wallbox lädt ist aber kein „Normalverbraucher“ für Strom.

Wäre der Strom, im Einkauf und/ oder Produktion tatsächlich so teuer wie er ist, wäre das ok für mich, ist er aber nicht. Die Preisberechnung des Stromes orientiert sich an der teuersten Form nämlich der durch Gas, welches momentan extrem teuer, aber nicht annähernd realistisch ist.

Das ist ein Paradoxon und damit geht es für mich auch ums Prinzip. Staatliche Anreize haben Bürger zu hohen Investitionen motiviert, da zählen für mich z.B. auch Wärmepumpenbetreiber (ohne das Thema zu sehr aufweichen zu wollen) zu. Die meisten die das getan haben, taten dies m.E. nicht aus ideologischen Gründen, sie nahmen den hohen Anschaffungspreis in Kauf, um langfristig von niedrigeren Betriebskosten, zu profitieren.

Ich bestehe nicht auf meine Sichtweise und lass mich auch gern eines Besseren belehren aber, die aus den o.g. Preiseerhöhungen resultierenden Konsequenzen, machen nicht nur Tesla Fahrer zu Betroffenen, sondern auch die, die die Investitionen die die Energiewende beschleunigen sollten bezahlt haben, nämlich wir Alle. Die hohen Strompreise wirken gegen alle guten Ambitionen kontraproduktiv und sind meines Erachtens vermeidbar.

Ich habe das mal an den ADAC geschrieben ob die sich nicht für E-Auto Fahrer ins Zeug legen können.

4 „Gefällt mir“

Ich sehe hier auch noch ein anderes mögliches Problem. Wenn die Hausstrompreise so stark steigen, dass die öffentlichen Ladepreise auf einmal niedriger sind (dank THG-Quotierung und/oder kurzfristigem Einkauf), treibt man auch die sonst daheim Ladenden an die ohnehin zu wenigen öffentlichen Säulen. Das Nachsehen haben dann die, die auf das öffentliche Laden angewiesen sind :frowning:

1 „Gefällt mir“

Habeck hat kürzlich bei Lanz zugegeben, dass der übertriebene Einkauf nach dem Motto „koste es was wolle“ von Gas auf dem Markt für massive Verwerfungen gesorgt hat und der Preis deshalb so extrem in die Höhe geschossen ist. Es war nicht die alleinige Ursache, aber auf jeden Fall eine Wesentliche. Das hat dann wegen des Merit-Order-Prinzips zu der Preisexplosion beim Strom geführt.

Mittlerweile hat sich die Lage aber wieder gebessert:

Das sieht man auch an den Strompreisen bei Tesla. Auch wenn es wahrscheinlich ist, dass der Strom mittelfristig teurer bleiben wird, so ist trotzdem anzunehmen, dass wir nicht bei >50 Cent für den Haushaltsstrom bleiben. Ich denke 35-40 Cent im Schnitt sind eher realistisch. Damit steht ein E-Auto immer noch gut da.
Ich zahle derzeit in der Grundversorgung noch 29 Cent für den normalen Haushaltsstrom (100% Öko) und 21 Cent für den Heizstrom (Wärmepumpe). Der Betreiber hat Preiserhöhungen zum November zwar angekündigt, diese aber dann doch nicht umgesetzt.

Damit könnte ich ohne den zugrunde liegenden 80% Stromverbrauch einer 3-köpfigen Familie ja gut leben, den haben wir aber schon im März 23 überschritten. Ich gehe davon aus, das ich den Wert zig Fache überschreiten werde. Was zu einem unbekannt hohen Delta führt und das treibt mich um. VG

Wie o.g. mir geht es im Schwerpunkt um das Prinzip, der paradoxen Preisberechnung, vom Auto fahren wird mich das auch nicht abhalten.

Das ganze Thema ist paradox, man könnte E-Autofahrer auch mit günstigen flexibleren Tarifen motivieren, nachts zu laden. Das würde sogar mehrere „Fliegen mit einer Klappe erwischen“. Das Laden Nachts würde die Netzbelastung reduzieren.
Grüne Energie haben wir bei uns in Schleswig Holstein teilweise im Überfluss, da diese Nachts durch reduzierte Abnahme nicht verbraucht werden kann, würde das spätere Laden zu günstigen Preisen eine Win Win Situation erzeugen. Leider halten die Anbieter an ihren starren Verträgen fest,… vermutlich weil sie so mehr verdienen.

Wenn man nicht zuhause laden kann, wird es teuer meiner Meinung nach.

Habs mir angesehen, Danke :+1:

Die Strompreise gehen rauf und runter, genauso wie die Spritpreise. Darauf basierend die Entscheidung „Verbrenner oder BEV“ zu machen, ist sinnlos. Vollkommen klar ist, dass sich keine Regierung ansehen wird, wie BEVs von Dieselfahrzeugen aufgrund einer besseren Wirtschaftlichkeit wieder verdrängt werden. Der Staat wird hier definitiv „nachhelfen“, etwa durch höhere Steuern auf Benzin und Diesel.

Viel entscheidender sind die Lademöglichkeiten. Man sollte im Alltag irgendwo eine garantierte, praktikable Lademöglichkeit haben, z.B. zuhause oder beim Arbeitgeber. Ich habe einen Zeitwohnsitz im Münchener Stadtzentrum ohne Lademöglichkeit, und da ist es schon ziemlich nervig, regelmäßig eine freie (und funktionierende) Station zu finden. AC Stationen kommen nur dann in Frage, wenn sie nahe am Wohnort sind. Sobald sie weiter weg sind, ist die Nutzung sehr unpraktisch. DC Station sind innerhalb städtischer Gebiete aber leider die Ausnahme. Z.B. in München kann man die DC Schnellladestationen innerhalb des mittleren Rings an einer Hand abzählen. Und wer will schon im Feierabendverkehr ein paar km zur DC Station fahren…

Abgesehen davon werden BEVs mittelfristig günstiger werden. Der Vergleich Golf gehen ID.3 mag (noch) zugunsten des Golfs ausgehen, aber welches vergleichbare Verbrennerfahrzeug würde denn den Kostenvergleich zu einem MY gewinnen? Mir fällt keines ein. Zumindest keins, welches hinsichtlich Komfort und Qualitätslevel auf dem selben Niveau ist wie das MY.

3 „Gefällt mir“

Dafuer wollen die dann erstmal einen getrennten Zaehler fuer viel Geld und Aufwand weil in D alles korrekt laufen muss :slight_smile:

Warum? Ich kann doch mein Auto normal über den Discovergy mit nem Tibber Vertrag laden, da brauch ich doch keinen zusätzlichen Zähler für.

Nein. Ich hatte tibber. Ohne getrennten Stromzähler bekommt man keinen vergünstigten Strom Tarif

Ein „getrennter“ (also separater, zweiter) Stromzähler? Wozu?
Den brauchte man bisher bei keinem der beiden Anbieter, die stundenweise Börsenpreise anbieten.

Es geht ja NICHT darum, einen separaten Tarif abzurechnen, wie es z.B. bei Wärmepumpen früher gerne gemacht wurde, in Verbindung mit Abschaltbarkeit.

Es geht bei Tibber zu den günstigen Zeiten zu laden. Dafür braucht man entweder ein Pulse oder einen anderes SMG. Aber keinen zusätzlichen Zähler.

Die Schweiz bereitet schon Einschränkungen vor…

Vielleicht macht es Sinn gemeinschaftlich, den ADAC als stärksten deutschen Autofahrer Interessenvertreter einzuschalten, so würde das Gesamtthema dieser Diskussion eine „Bühne“ erhalten. Wenn dann sollte eine gemeinsame Aktion so zeitnah wie mgl. erfolgen, denn die Zeit arbeitet egal wie so ein Unterfangen ausgeht, für oder gegen uns. Das würde einiges an organisatorischer Vorarbeit erfordern. Ich würde mit einer allgemeinen Interessenbekundung von ADAC Mitgliedern anfangen. Was denkst Du?

Hatte ich auch, wobei es Ende letzten Jahres zu teuer geworden ist. Aber ich redete konkret von AutoStrom Tarifen die nur gingen mit Extra Zaehler. Ich habe hier auch keine Ladestation sondern lade mit blauer Steckdose und somit sehr langsam. (Kein Elektriker will hier eine richtige Stromleitung die schon vorliegt durch einen vertikalen Schacht abnehmen oder was auch immer).

keine Ahnung ob das am ehesten hierher passt und was am Ende daraus wird…
Habe mal den Spiegel-Artikel verlinkt, welcher die Bild als Quelle hat (wird aus Prinzip nicht verlinkt).

Das müsste nach meinem Verständnis letztlich auch Auswirkungen auf geplante Erhöhungen an Ladesäulen für 2023 haben (zB EnBW begründet die Erhöhung mit gestiegenen „Beschaffungskosten“) - abgesehen von den geplanten Erhöhungen beim privaten Stromanbieter zu Hause?

Die Bundesregierung will Strom- und Gasversorgern einem Zeitungsbericht zufolge Preiserhöhungen für 2023 generell untersagen. Dies gehe aus dem vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf zu den Preisbremsen hervor, berichtet die »Bild«-Zeitung am Samstag. Hunderte bereits beschlossene Erhöhungen zum Jahreswechsel seien demnach illegal. Der Versorger müsse im Streitfall dem Bundeskartellamt beweisen, dass die Börsenpreise die Erhöhung rechtfertigten, berichtet das Blatt unter Berufung auf eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums.
Solange der Versorger das nicht könne, bleibe die Erhöhung verboten. Hintergrund sei der Erstattungsanspruch, der für Gaslieferanten aus den von der Regierung beschlossenen Energiepreisbremsen gegen den Staat erwachse.