Spuren / Riefen auf der Bremsscheibe

Na da haben wir ja schon den Grund.
Ich finde es allerdings merkwürdig, dass die Beläge nicht getauscht wurden. Meinem bescheidenen Nicht-Schrauber-Wissen nach müssen bei einem Scheibenwechsel immer die Beläge mit gewechselt werden, aber keine Ahnung, was die SeCs da so machen.
Ob man’s glaubt oder nicht, aber beim M3P sind die hinteren Beläge die teuerste Material-Komponente beim Bremsenersatz. Die kosten hier in D über 300 Euro brutto der Satz und derzeit gibt’s die noch nicht im freien Teilehandel, nur vereinzelt Billig-Kram, von dem ich die Finger lasse.

Nein, die Beläge wurden weder behandelt, noch getausscht. Behandeln soll auch gar nicht gut sein. Es wurden nur die Scheiben abgedreht und die Bremssättel nach Tesla Vorgabe gereinigt und geschmiert.

Die SeCs drehen keine Scheiben ab.

Meine LR Bremsanlage hat ebenfalls Riefen. Beginnend mit widrigen Wetter habe ich auf Kriechen umgeschaltet. Bremsenservice steht noch an.

Was bringt die Umstellung auf Kriechen?

Dass das Fahrzeug wie früher bei Automatik immer langsam losrollt, wenn man den Fuss von der Bremse nimmt. Kriechen bringt meiner bescheidenen Meinung nach überhaupt nichts gegen die Bremsriefen.

Besser Reku auf Niedrig stellen und eine Autobahnausfahrt ab und zu ein wenig zügiger nehmen und dort ordentlich runterbremsen.

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Hast du evtl. ein Foto davon ? Von der Schraube der Spindel mit dem 6er Torx ?

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Ist das die offizielle Anweisung von Tesla? Ich kenne das nur übers Diagnosegerät, bei Tesla habe ich keine Ahnung.

Nach fast einem Jahr M3P hier auch meine Erfahrung zum Thema:

Ich hatte schon nach wenig 100 km diese schönen Rillen auf den Bremsscheiben, ich bin am Anfang immer mit voller Rekuperation und „Stopmodus“ gefahren - meiner Meinung nach ein Fehler, gerade in der Anfangszeit bei kaltem Wetter.

Aus meiner Sicht ist das grundsätzlich ein Materialproblem der Performance-Bremsen, was wie folgt entsteht:

Gerade wenn die Bremsen neu sind und noch kein eigenes „Tragbild“ entwickelt haben, liegen im Stand die Beläge und Scheiben so dicht auf, dass sie besonders bei nasskaltem Wetter über Nacht festkleben. Daher haben Garagenfahrzeuge das Problem vermutlich eher seltener. Beim Anfahren war bei mir Anfangs auch immer deutlich das „Losbrechmoment“ zu hören, wobei sich vermutlich kleine Teile des Belags lösen, die dann zu diesen Rillen führen.

Daher sollte man aus meiner Sicht immer vor dem Abstellen schauen, dass die Scheiben trockengebremst sind (was natürlich nicht immer so einfach ist).

Zum Thema Kriechen vs. Stopp: das hat auch eine Auswirkung, weil die Anpresskraft der Bremse im Stoppmodus an der Ampel deutlich höher ist als im Kriechmodus, wenn man das Bremspedal nur leicht drückt. Auch hier kann man beim Anfahren im Stoppmodus deutlicher das „Knallen“ hören als beim Loslassen der Bremse, wenn man sie nur leicht gedrückt hatte. Wenn die Bremse warm ist, ist das kein Thema, aber halt im kalten Zustand bei niedrigen Temperaturen merkt man da einen deutlichen Unterschied.

Daher ist meine Lösung Kriechmodus, viel Bremsen und niedrige Rekuperation, gerade in den Wintermonaten.

Auswirkung auf die Bremskraft hat das Ganze bei mir übrigens nicht, mal sehen was dann der TÜV sagt, wobei die Rillentiefe hier deutlich weniger als 1 mm ist.

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Nach langer Zeit und vielen gelittenen Nerven konnte ich dieses Thema endlich abschließen.

Insgesamt habe ich jetzt 400 Euro Lehrgeld bezahlt (200€ in der ersten Werkstatt für’s Abdrehen der Scheiben und nochmal 200€ in der zweiten für’s Aufbereiten der vorhandenen Beläge, sowie Reinigen und Schmieren der Bremssättel) und Einiges gelernt. Im Grunde genommen habe ich 400€ für ungefähr 1mm Scheibenmaterialabtrag ausgegeben. Das entspricht der Hälfte der Differenz zwischen Anfangsdicke und Verschleißgrenze. Die Beläge wurden angeschliffen und beschichtet, fragt mich aber nicht mit was genau.

Da sich die behandelten Beläge neu an die behandelten Scheiben anpassen müssen, sieht das Tragbild optisch noch nicht perfekt aus, aber die Scheiben sind wieder richtig glatt. Das aktuelle Wetter und das wenig-Fahren trägt auch seinen Teil dazu bei.

Hier ein Foto eines Teils der aufbereiteten Bremsbeläge.

Links vorher, rechts nachher. Die Beläge hatten durch die geringe Nutzung nahezu Originaldicke. Man sieht einen leicht herausgebrochenen Teil sowie Verglasung.

Das Problem: die M3P Bremse erhitzt sich recht schnell. Deswegen hat „ordentlich in die Eisen steigen“ um die Scheiben frei zu bremsen zu Verglasung der Beläge geführt.

Leider wurde bei der Demontage der Beläge auch noch festgestellt, dass auf einer Seite des elektrischen Anschlusses für die Feststellbremse beim ersten Werkstattaufenthalt ein Sicherungsclip (weiß) des Steckers abgerissen wurde. Dieser sitzt zwar auch ohne Clip sehr fest, aber ich werde dennoch mal beim SeC fragen, ob es hier ein Ersatz-/Reparaturkit gibt. Es bleibt „der fade Beigeschmack“ bei der 1. Werkstatt.

Zukünftig werde ich das Tragbild weiter genau im Auge behalten und die Scheibenbremsanlage im Winter regelmäßig warm bremsen, gemäßigt, aber nicht nur streicheln. Ich fahre schon seit Monaten auf niedriger Rekuperation und seit einiger Zeit auch wieder im Stopp-Modus. Da ich nie ein Automatikgetriebe hatte, ist Kriechen für mich keine Option. Die eingebaute Bremsscheibenenreinigung sollte auch ihren Dienst tun wie im Benutzerhandbuch beschrieben.

Da ich coronabedingt viel weniger unterwegs bin wie letztes Jahr, werde ich mir evtl. noch dieses Mittel zulegen und benutzen, wenn ich weiß, dass der Tesla die nächsten Tage im Nasskalten nur Rumstehen wird:

Meine Erkenntnisse:

  • Die Bremsanlage des M3P sollte man besonders im Winter gut „pflegen“, da Tesla hier offenbar recht korrosionsanfällige Scheiben verwendet und die Bremsen recht schnell heiß werden. Wirtschaftlich gesehen lohnt sich energieeffizientes Fahren nicht, wenn durch vergammelte Bremsen Unsummen an Reparaturkosten entstehen.
  • Von Usern, die wegen des Problems rechtlich gegen Tesla vorgehen wollten oder es gemacht haben, habe ich nichts mehr gehört. Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass das Vorgehen eher weniger von Erfolg gekrönt ist, weil Bremsen nunmal Verschleißteile sind.
  • Bremsscheibenabdreh-Angebote taugen nicht viel, wenn im Angebot nicht darauf hingewiesen wird, dass auch die Beläge ersetzt oder zumindest behandelt werden sollten. Sie locken nur mit einer günstigen Beseitigung des Problems im Vergleich zum Komplettersatz. Vom durchschnittlichen Autofahrer kann man nicht verlangen, dass er zu wissen hat, dass bei diesem Vorgang auch die Beläge behandelt oder ersetzt werden müssen. Will man seriös auftreten, weist man auf seinem Angebot darauf hin.
  • Die Reparaturkosten haben sich für mich trotzdem gelohnt, weil:
    • die Bremsleistung bei einer Vollbremsung nur geringer sein kann, wenn die Beläge bei Scheibenriefen nicht vollständig auf den Scheiben reiben. Das geht gar nicht. Bei einem Auto dieser Leistungsklasse sowieso nicht.
    • diesen sehr billigen A.B.S. Bremsbelägen traue ich nicht. Die Wechselarbeit ist sowieso die Gleiche wie mit den behandelten Belägen.
    • auf neue korrosionsbeständigere Bremsscheiben wie die brembo Greentive müssen wir wohl noch eine Weile warten. Die Zeit habe ich nicht. Ich brauchte jetzt voll funktionstüchtige Bremsen.
    • Die 400€ sind im Vergleich zum reinen Ersatzteilpreis vom Tesla SeC nur ein Bruchteil der Kosten. Insbesondere für die Beläge verlangt Tesla ordentlich Asche und im freien Teilemarkt gibt’s außer den A.B.S. Belägen noch nix für’s Model 3.
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Mit was um um Gottes willen wurde die Beläge beschichtet :question:
Und zur Verglasung kann ich dir nur sagen: Da hast du mal falsche gebremst da kommen die Verglasten Beläge her
Nicht nur „ Kalt Bremsen“ sondern auch auf die richte Temperatur achten was aber nur mit Sensoren an den Brensen geht
Macht nicht so ne Wissenschaft daraus
Es handelt sich um ein normale Straßenfahrzeug und hätte wenn es wirklich schlechte Verzögerungswerte hätte nie eine Zulassung hier bei uns im Öffentlichem Straßenverkehr gegeben

Nach Rückmeldung habe ich mich offensichtlich geirrt. Die Beläge wurden nicht beschichtet, nur gereinigt und geschmiert.

Keine Wissenschaft, nur meine Erfahrung, die ich als nicht-Schrauber hier zu dem Thema teile.

Ein straßenzugelassenes Fahrzeug muss jederzeit eine Vollbremsung ermöglichen, ohne dass gleich die Bremsen im Eimer sind. Wie Du selbst sagst: es ist ein für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassenes Fahrzeug, kein Rennauto, dessen Bremsen für volle Leistung warmgefahren werden müssen.

„Falsch gebremst“…bei der Begrifflichkeit rollt’s mir schon die Zehennägel hoch. Ich denke, dass so einige nicht-Autotechnik affine Verkehrsteilnehmer „falsch bremsen“. Erzähl mal dem/der 75+ Rentner/Rentnerin was von richtig bremsen, das hat der/die schon wieder vergessen, wenn er/sie die Werkstatttür hinter sich geschlossen hat…

Frag mich nicht woher das Verglasen genau kommt. Ich habe dieses Jahr im Urlaub einmal mehrere stärkere Bremsvorgänge durchgeführt um das Problem in den Griff zu kriegen (noch vor dem Abdrehen). Danach waren die Bremsen ordentlich heiß und ich bin danach noch etwas gefahren um sie abzukühlen. Die Riefen ließen sich aber schon lange davor nicht mehr wegbremsen, sonst hätte ich die Aktion gar nicht erst gemacht. Ich war eher der Meinung, dass ich zu wenig drauf getreten bin. ABS musste nie regeln. Wie gesagt: Lehrgeld

Volle Zustimmung.

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Kann nur ergänzen und wiederholen was schon im Vorfeld angesprochen wurde. Ich schalte für gewöhnlich die letzten Kreuzungen/Kreisverkehre etc auf N und gehe dann sanft bis mittelfest in die mech. Bremse. Drückt man während des Rollens wieder auf D geht die Reku gleich mit rein oder man steht schon wieder leicht auf dem Gas/Strompedal ohne mit der Reku mach stärker zu bremsen. Etwas Übung nötig aber damit bekommt man vorm Abstellen saubere und gut warme Scheiben. Tragbild ist wieder tippitoppi geworden.

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Der weiße Clip sorgt „nur“ dafür, dass die Rastnase nicht herunter gedrückt werden kann. Verrasten tut der Stecker auch ohne diesen Clip.

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heute erstes mal einen EQC live gesehen…
EQC hinten zum vergleich (scheinen den selben Bremsen Lieferanten zu haben, wie TESLA :wink: )

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Bei Model 3 ist vieles am Fahrwerk vom Stern, hatten ja mal Technologietransfer :wink: .

Auch der EQC Fahrer sollte sich bewusst sein, seine Scheibenbremsen im Winter öfter zu benutzen. Diese, im Falle Teslas, brembo-Serienbremsscheiben wird jeder KFZ-Hersteller, der brembo als Erstausrüster hat, verbauen. Leider sind es noch keine E-Auto optimierten Scheiben mit besserem Schutz vor Korrosion, weshalb sie bei wenig Nutzung vor allem bei den derzeitigen WItterungsverhältnissen halt so aussehen, analog zu den Scheibenbremsen am Kleinwagen der schleichenden Oma, die kaum die Fußbremse braucht. :wink:

Meine auf dem M3P sehen mit den abgedrehten Scheiben und den ein paar Wochen später abgezogenen Klötzen sowie meinem geänderten Bremsverhalten im Winter immer besser aus (warum ein paar Wochen später ist im Forum irgendwo nachzulesen). Weiterhin habe ich mir angewöhnt, gerade kurz vor dem Parken nochmal die Fußbremse leicht zu benutzen.

Für längere Standzeiten (Home Office) habe ich mir inzwischen ein Bremsscheibenschutzspray zugelegt. An dieser Stelle dürft Ihr jetzt gerne einen Lachanfall bekommen. :stuck_out_tongue_closed_eyes:

Spray klingt Interessant… Nur wie kommt man auf die Innenseite? Die rostet normalerweise noch viel mehr. Sieht man nur nicht…

Bitte sprüht das nicht auf eure Bremsen! Das Zeug hat seinen Ursprung bei der Bahn für schienen.

Auf diese schwachsinnige Idee kam einer der “tollen” Honda Händler in Wien vor Jahren schon um die rostenden Bremsen der Hybriden zu unterbinden.

Voll super wenn man das erste mal bremst und es passiert NICHTS.

Bernhard

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Diesen speziellen Bremstopf mit den Kühlrippen findest nur beim Stern und M3P. Bei BMW sehen diese Anders aus.

Das mag sein, dennoch ist Tesla nicht alleine mit dem Thema und Mercedes ist nicht gerade unbekannt. Gut, das macht das Problem nicht besser, was ich damit ausdrücken wollte ist, dass das eher ein generelles Problem vom zu wenig bremsen im Winter ist. Es fällt halt beim M3P besonders auf.

Den Vertrieb (Herstellung weiß ich nicht) ist der Hersteller von Bremsscheibenabdrehgeräten, die von diversen, nicht ganz unbekannten Werkstätten bzw. Reifenhändlern verwendet werden.

Das Spray wird wohl kaum an Privatkunden frei verkauft werden, wenn es so gefährlich wäre. Es ist in meinem Fall für „Notfälle“ gedacht, soll mit Bedacht verwendet werden und wenn ich das drauf haben sollte, weiß ich es auch und gehe die ersten Minuten dementsprechend mit der Bremse um.

Anständiger Wagenheber ansetzen, drunterkriechen, auf die saubere Bremsfläche sprühen, fertig.