Sonstige Raketenstarts

Es ist immer die Frage, ob man etwas „zukaufen“ möchte, oder es „selbst produzieren“ möchte. Beides hat Vor- und Nachteile. Zukaufen (Aussourcen) ist zumeist billiger, aber man kommt dadurch auch in Abhängigkeit von anderen.
Praktisches Beispiel die Medikamentenproduktion, die alle wegen der Kosten nach China/Fernost/Indien ausgelagert war. Kaum kam die Pandemie, wurde Europa nur mehr als Drittstaat behandelt.

Das andere Problem ist die Technologie.
Jahrhunderte lang war Europa der Technologieprimus und eine Industriegroßmacht. Seit den 90er Jahren bröckelte diese Vorherrschaft, und nunmehr sind wir an wahrscheinlich vierter/fünfter Stelle (China-Indien-Amerika-[Japan/Süd-Korea] - Europa).
Sprich unsere Technologie ist veraltet, sieht man auch an der Elektromobilität. Der Grund ist der Bürokratische Überbau, der durch seine Vorschriften ein Technologielevel einzementiert und Weiterentwicklungen hemmt, wenn nicht sogar unmöglich macht.
Noch dazu ist der Haupttechnologieträger der ESA Frankreich.
Die Franzosen sind immer ein stolzes Volk gewesen, bei denen Geld wenig Rolle spielte,… nur technologisch waren die Franzosen nie an der Technologiespitze gewesen und ihre Erfindungen haben sich Letzen Endes nie durchgesetzt. (siehe der Schlachtschiffbau vor dem ersten Weltkrieg, Flugzeugbau vor dem zweiten Weltkrieg,…)
Und Deutschland, das technologisch besser sein könnte, ist durch die zögerliche Haltung diverser Regierungen, durch den Verlass auf den amerikanischen Partner, durch eine rigorose Einsparungspolitik und der genannten Bürokratie-Aufplusterung ebenso ins Hintertreffen gekommen.
Alle anderen Europäische Staaten (vielleicht mit Ausnahme von England, das aber nicht mehr der EU angehört) sind letzten Endes nur kleine Anhängsel der beiden genannten.

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Ja, aber mit der Randbedingung, dass es zu seinem persönlichen Vorteil ist.

Das „nur“ würde ich einschränken.
Zum einen wird auch die ESA zukünftig (wie bisher) auch andere Start-Dienstleister nutzen, die Ariane dient halt der Sicherheit, dass man eine heimische Möglichkeit hat.

Ein anderer Aspekt - und IMHO bei der Ariane 6 der entscheidende, ist, dass man auch das Entwicklungs-Know-How behalten wollte.
Ansonsten hätte man für viel, viel weniger Geld einfach die Ariane 5 weiter subventionieren können. Ja, die war pro Start nochmal erheblich teurer, aber für die ganzen Milliarden, die die Ariane 6 Entwicklung (und Bau der Infrastruktur) gekostet hat, hätte man da verdammt viele Flüge bezahlen können.

Aber alle beteiligten Organisationen (allen voran die CNES, aber auch DLR und die diversen Auftragnehmer) wollten halt auch ihre Ingenieure beschäftigen und die bleiben nicht, wenn es nix zu tun gibt.

Wenn es nur um wirtschaftliche Aspekte ginge, wäre es von Anfang an sinnvoller gewesen, das wie die USA damals unter Obama breit auszuschreiben und eine unabhängige Dienstleister-Branche aufzubauen, aber da hätte dann der ganze nationale Proporz nicht gegriffen.

Die ganze Struktur der ESA ist schon ziemlicher Irrsinn, das ist EU-Bürokratie und -Klüngel nochmal quadriert (sind ja noch ein paar mehr Länder mit bei).

Letztlich haben sie evtl. jetzt das Gegenteil von dem erreicht, was sie wollten: der unabhängige Zugang wird gefährdet, weil man mit dem ganzen verbrannten Geld die Geschäftsgrundlage gefährdet

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Weltraumtransportsysteme zu entwickeln und betreiben ist keine Staatsaufgabe.

Genauso wenig wie Lufttransportsysteme, Schienentransportsysteme, Strassentransportsysteme, Wassertransportsysteme. Das können private besser und billiger.

Das steht im ESA-Statut explizit anders.

Man darf auch nicht übersehen, dass das alles für europäische Firmen mangels geeigneter Standorte für Startrampen alles ein bisschen komplizierter ist als für amerikanische

Das kann sein. Und jetzt? Staatsaufgaben werden ja nicht durch die ESA definiert.

Jetzt haben sie einen Haufen Geld ins Klo geschmissen und werden jetzt nochmal ne Menge Geld an Startups zahlen, die in Europa aber halt nur für begrenzte Nutzlasten überhaupt starten können, dass jemand als Startup in Französisch Guayana alleine was aufbaut, da glaube ich ehrlich gesagt nicht dran.

OK, vielleicht haben die Antillen ja Lust auf sowas, schadet aber garantiert dem Tourismus

Es gibt rechtsgültige, internationale Verträge darüber. So ganz einfach kommt man da nun auch nicht raus.

Ist ja ein alter Trick der NASA: für alles, was länger als 4 Jahre dauert, macht man gerne mal eine internationale Kooperation, weil dann ist die nächste Administration durch einen internationalen Vertrag gebunden und kann nicht einfach die Arbeit der letzten Jahre über den Haufen werfen, bevor irgendwas fertig ist.

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Wie gut das funktioniert sieht man ja in anderen Ländern. Schau Dir mal an warum bei Euch die Bahn so gut funktioniert. :wink:

Unsere Züge werden auch von Privaten gebaut und am freien Markt ausgeschrieben, Stadler, Bombardier, etc… Das käme nicht gut wenn der Bund die selber baut.

Das Shuttle hatte Notlandeplätze in Frankreich und Spanien. Mit der hohen Zuverlässigkeit von wiederverwendbaren Systeme wird man da umdenken können. Flugzeuge starten ja auch über bewohntes Gebiet und das wäre auch nicht lustig, wenn das Ding mit vollen Tanks runterkommt.

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Aktueller Bericht zur Ariane:

„Ariane 6 taumelt unkontrolliert im Orbit“

https://www.golem.de/news/raumfahrt-ariane-6-taumelt-unkontrolliert-im-orbit-2407-186954.html

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Ach so ein Nonsens mit Verlaub gesagt.

Zunächst einmal wird Trump (du hast damit angefangen, also @ mods bitte nicht MEINE Mail unsichtbar machten weil irgendein Trumpphobiker „melden muss“ :roll_eyes:) gar nix an kommerziellen Aufträgen für eine US Firma ändern.

Zweitens hat AUSSCHLIESSLICH SpaceX den Markt aufgerollt.

Drittens hat die ESA laut gelacht als Musk ankündigte was er machen würde - und wieder für Jahrzehnte auf eine teure Wegwerfrakete gesetzt.

Viertens: Das allerletzte was man braucht ist eine Firma wie Arianespace, die sagt, ihr MÜSST die Starts bei uns kaufen. Das gab und gibt ihnen einen Freibrief alles zu machen was sie machen wollen, kosten- und zeitmässig. Und es ist dein Steuergeld, das hier in großem Umfang verbraten wird. Deswegen sage ich Bravo zu Eumetsat, die ihren nächsten Wettersatelliten zu 20 % der Kosten von Arianespace mit SpaceX starten, auch wenn ein Herr Aschbacher deswegen im Dreieck hüpft.

Fünftens und letztens: der Grund, dass die anderen Launch Provider wie zb ULA noch existieren ist, dass Space X nicht alle Nutzlasten und speziell time slots bedienen kann. Transporter Flüge sind zwar billig, fliegen aber für zeitkritische Missionen ggf. zur falsche Zeit, üblicherweise dann zu spät. Das liegt oft an den Investoren, die einen schnellen ROI sehen wollen. Gerade auch die USA will auch nicht alles auf eine Karte setzen, speziell für militärische Nutzlasten und auch Flüge zu ISS, was völlig ok ist.

Arianespace ist das europäische Pendant zu ULAs „Assured access to space“ Das ist natürlich wichtig. Nur: Meine Firma hat 2016 einen Satelliten mit ULA gestartet (starten müssen) für 250 mio $. Im Mai 2024 haben wir 2 Satelliten (auf einer Rakete) mit SpaceX gestartet (20. Flug des Boosters) für 50 mio $. Macht nach meiner Rechnung 1/5 der Kosten von vor 8 Jahren. Und das auch noch ohne Inflationsbereinigung. Da auch die Satelliten kleiner und billiger wurden können wir 2024 nun 6 Stück auf drei Falcons starten für weniger als vor 8 Jahren 1 Satelliten auf einer ULA Atlas.

Das beste was Arianespace jetzt machen kann ist, ihren Fehler von vor 10 Jahren zu korrigieren und unverzüglich mit der Entwicklung einer „Ariane 7“ zu beginnen. Ariane 6 bleibt uns ja sowieso 20+ Jahre erhalten :roll_eyes: und wird dann irgendwann mal pro Jahr so oft fliegen wie die Falcon 9 jetzt in der Woche.

Ich durfte bis zur weißen Linie gehen:

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Der Falcon 9 orbit insertion failure von heute Nacht zeigt, wie wichtig es ist, mehr als einen Provider im Spiel zu halten, auch wenn der zweite teurer ist

Ich schau gerade das Launch-Video. Da hat sich während des Feuerns der Oberstufe Eis gebildet wo’s nicht hingehört - offenbar ein Leck in einer Treibstoff- oder Sauerstoffleitung.

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Bei 2. Zünden der Oberstuffe zur Orbitkorrektur gab’s dann ein RUD, sprich die Stufe hat’s wohl zerrissen.

Je nach Aufwand der Fehleranalyse kann es jetzt bei Space X zu Startverzögerungen zwischen 0 und mehreren Monaten kommen - wovon wir auch betroffen wären, Unser 2. Start des Jahres wäre im August (gewesen?):

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Ich glaube die Falcon ist jetzt 9 Jahre und weit über 300 Missionen hintereinander ohne größere Probleme geflogen. Irgendwann musste es sie ja erwischen :frowning:

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nix los bei uns:

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Passt doch gut ins Bild. Wir befinden uns am Anfang der Deindustrialisierung Deutschlands. Demnächst fahren wir alle Lastenrad, verdienen unser Geld in Beratungsunternehmen oder betreiben Ackerbau.

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Das ist total unrealistisch. Nicht die Sache mit der Deindustrialisierung, aber weder hat 95% der Bevölkerung Ahnung von Ackerbau, noch gibt es in Deutschland freie Flächen damit da jemand drauf rumspielen kann :wink:

Btw so nen Raketenstart von der Nordsee aus ist auch alles andere als Optimal, weil viel zu weit entfernt vom Äquator.

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