Sommer der Sorglosigkeit - irrsinnige Preise an den Energiebörsen

Unsere Stadtwerke erhöhen den Gaspreis für Neukunden zum 01.10.2022. Für unser 2 Familienhaus mit 50.000kWh Verbrauch bedeutet das eine 6-fache Erhöhung der Heizkosten von etwa 2.750 Euro (bei 5,5cent) auf ganze 16.855 Euro (33,71ct). Der monatliche Abschlag beträgt dann 1.400 Euro. Wer soll sich das denn leisten können!?

Da wird mir doch gleich warm ums Herz… :face_vomiting:

Wow 50.000kWh finde ich schon viel.
Hast du Fußbodenheizung mit Außensensor?

Wir haben nämlich Heizkörper und Innenraumsensor (kann dafür nicht jeden Raum unabhängig temperieren) und kommen Heizung/WW im Einfamilienhaus gerade mal auf 6.000 kWh

Nein, es ist einfach eine Heizung vom Ende der 90er Jahre, vom Installateuer über Pi mal Daumen zu groß dimensioniert und daher ständig am Takten. Die Heizung regelt nicht runter sondern heizt „digital“ indem sie sich an oder aus schaltet. Allein durch dieses Takten verbrauchen wir gut 20% mehr, wenn das überhaupt reicht. Wohnfläche sind etwa 220qm und nur das Dach ist gedämmt.
Dieses Jahr wird sie durch einen Gasbrennwertkessel ersetzt. Hoffentlich…

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Das sind aktuell die normalen Preise. Die einzige Lösung…3 Monate Ersatzversorgung und dann in die deutlich günstigere Grundversorgung mit ca. 15 Cet/kwh. Aber es sind dann immer noch 750 Euro Abschlag pro Monat.

Das Problem wird sehr viele treffen, denn der Bestand ist wie bei euch. 90er Jahre ggf. 2000er, Gastherme (zu groß) und eher normales Heizverhalten.

Man kann euch nur raten auf 16-18 Grad Zimmertemperatur zu gehen und die Heizung bis Mitte Oktober aus zu lassen.

Der löst das Thema nur bedingt…haben wir… dann biste bei 40.000 kwh oder 35.000 kwh und 1.000 Euro Abschlag…

Wir haben 236 qm 80er Jahre /Gastherme 2010 und wollen nun auf 25.000 Kwh runter bzw. auf 5.000 kwh mit Kamin.

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OK, das erklärt es. Na hoffentlich kommt der bald.

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Das hört sich jetzt sehr nüchtern und emotionslos an, aber was man sich nicht leisten kann, kann man nun mal nicht kaufen.
Wir haben eine drastische Inflation. Das bedeutet wir werden ärmer. Inflation ist kein Naturereignis, sondern sie wurde in den letzten 2 Jahrzehnten von den jeweiligen Regierungen erarbeitet. Wir müssen ärmer werden, sonst funktioniert die Inflation nicht. Umverteilung hilft da in der Summe überhaupt nicht. Es lenkt nur ab.

Ich an Deiner Stelle würde mir überlegen wie ich den Energiebedarf drastisch senken könnte. Im Notfall nur noch einen Raum beheizen. Alternativ einen günstigeren Anbieter finden oder mehr liquide Mittel beschaffen. Oder aber auf Zuwendungen vom Staat hoffen. Dann müssten wir alle zahlen.

Ich habe sehr großes Verständnis für diese Situation. Zumal es viele Mitbürger gibt die überhaupt nicht betroffen sind. Viel Glück.

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An Dieser Stelle passt die Recherche von Correctiv zur Einflussnahme von Gazprom und vom Kreml auf unsere Landes-und Bundespolitik.
Das sollte uns nicht nochmal passieren.
correctiv.org/aktuelles/russland-ukraine-2/2022/09/20/gas-gazprom-lobby-deutschland/

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Der link funktioniert leider nicht

Zumindest wenn man dem Internet trauen darf, hat Gazprom schon seit Jahren keine Anteile mehr an der VNG. Die gehörten zuletzt der EWE und mittlerweile zu EnBW.

Link funktioniert nun…
Die Einflussnahme wurde immer verschleiert und vernebelt und wird heute geleugnet.
Dank freier Presse funktioniert das nicht in Gänze. Im Beitrag sind Roß und Reiter genannt. Die Redaktion bleibt dran.
Wir wohnen in Mecklenburg-Vorpommern und sehen den Einkauf der politischen Willensbildung durch den Kreml schon recht lange.
Der Sommer der Sorglosigkeit ist die Quittung.

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Die günstigen Preise haben dafür gesorgt, dass es funktioniert, ein schlechtes Heizsystem in einem schlecht gedämmten Haus mit einem Heizwärmbedarf von 227/m2 zu besitzen und 30 Jahre nichts dagegen zu machen.

Individuell natürlich eine schwierige Situation, du bist nicht zu beneiden, aber vermutlich ist das nicht ganz unüblich.

Ich fürchte darauf wird es bei vielen rauslaufen. Wenn immer alle gerettet werden gibt es keinen Lerneffekt. Und dann gehen sich locker nochmal 20 Jahre „Nichtstun“ aus. Aber ich schätze die nächste Krise kommt sowieso früher.

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Wer ist dein Grundversorger? Falls das nicht die Stadtwerke selbst sind schau dir mal dessen Grundversorgungspreise an.

Mein Grundversorger EVM ruft im „Preisblatt Grundversorgung“ ab dem 01.11.22 „nur“ (lol) 16,66 Cent die kWH auf (inkl. Umlage).

Grüße von jemandem, der letztes Jahr 60.000kWh rausgeballert hat.

Das Haus wurde mit einem KfW Kredit saniert. So gut wie es der Kredit und die Zeit damals eben zuließen. Üblicherweise bezahlt man den erstmal ab, bevor man sich an etwas Neues heran macht. Falls Du Hausbesitzer bist, kennst du das sicher: Das Haus ist nie „fertig“ sondern immer hast du hier und da Stellen die ausgebessert werden müssen. Das bindet Kapital und schiebt größere Investitionen nach hinten raus. Der KfW trägt auch dazu bei.
Mit anderen Worten: Die Kohle muss man erstmal haben und es wäre auch Quatsch nach 10 Jahren die Heizung schon wieder zu tauschen.
Was wir uns vorwerfen können: Wir haben Altbau gekauft und saniert statt komplett neu gebaut. Und das etwa 10-15 Jahre zu früh.

Als Alternative haben wir nun Elektro-Heizkörper bestellt (2x Ölradiatoren und 2x Konvektoren) die den Gasverbrauch senken sollen. Dafür steigt zwar Strom, aber der ist a) bezahlbarer und b) haben wir ne kleine PV Anlage auf dem Schuppendach. Die federt es etwas ab.

Das waren schon unsere Stadtwerke. In der Mittagspause war ich eben dort: Die alten Preise aus September (etwa 14,5ct/kWh) gelten nicht mehr. Seit September gilt komischer Weise die Preisliste von Oktober. Und da unser Vertrag zum 01.01. beginnen würde (bis 31.12. haben wir Preisgarantie bei enso-gas), wären das wohl auch Preise die im Januar gelten würden, also noch höher sein können. Ich glaube der Kerl da war auch nicht super informiert. Eigentlich gilt der Preis zum Tag der Unterzeichnung.
Na egal. Er wollte mir jedenfalls 33,71ct/kWh mit 12 Monatsbindung verkaufen. Das lehnte ich ab und frug nach der Ersatzversorgung: aktuell 45ct/kWh mit 1 Monat Bindung. Kann sich aber noch ändern.
Da nehme ich lieber das Risiko des evtl. höheren Preises in Kauf und spekuliere auf gesunkene Preise zum Frühjahr bevor ich mich 12 Monate an 33,71ct/kWh binde…

Schnäppchen! :wink:

Klar, kenne ich das. Ich habe auch ein Haus mit HWB 187 gekauft, auch nicht berrauschend. Ich habe auch seit dem Kauf nicht alle Renovierungen gemacht, die möglich wären, keine Frage. Das braucht alles Zeit & Geld.

Hmm, mir kommt es aber so vor, als gäbe es bei euren Investitionsentscheidungen noch Optimierungsmöglichkeiten… :wink:

Aber mir ginge es bei meinem Post im Grund weniger um deine individuelle Situation.
Aber sie zeigt exemplarisch schön auf, was passiert wenn die Politik Preisdeckel einführt (egal ob Gas oder Strom): Die Leuten reagieren darauf und tun: NICHTS was in der Zukunft helfen würde sondern maximal etwas, das kurzfristig weniger schadet (Elektro-Heizungen) aber langfristig keine Lösung ist.

Mit dem Geld, was du die nächsten 2 Winter an Gas sparst und dafür an Strom verballerst, hättest du dir vermutlich zuminest in 3 Zimmern Klima-Splitgeräte einbauen lassen können.

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Da kann ich IR Marmorheizkörper empfehlen.
Da wird der Stein aufgeheizt und gibt anschließend die Wärme länger gleichmäßig ab.
Haben wir bei meiner Großmutter im Holzhaus installiert (kein Gasanschluss)

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Sind nicht lieferbar und/oder völlig überteuert. Zudem alles keine Option im Dezember und Januar selbst mit PV.

Strom udn Gas müssen kalkulierbar bleiben sind sie aber nicht mehr. Das ist das Kernproblem…

Meinst du?

Also ich habe im Mai eine Anlage in meiner Firma erweitert. Lieferzeit war keine 10 Wochen, selber Preis im Vergleich zu 3 Jahren zuvor! :man_shrugging:
Mittlerweile sind die Lager wieder gut gefüllt.

Vom Wirkungsgrad beim Heizen ist ein Split-Klimagerät (also Luft/Luft) immer noch besser als eine Elektroheizung, inbesondere wenn es noch nicht so extrem kalt ist.

Aber wir hatten das ja weiter oben schon: Wer will, sucht Wege. Wer nicht will, sucht Gründe! :wink:

Wer beides nicht will, lässt sich vom Staat retten… :face_with_open_eyes_and_hand_over_mouth:

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Waren sie noch nie. Wir hatten schon sehr hohe Ölpreise, kann mich noch an 2012 erinnern, da waren wir auch schon bei fast einem Euro für Heizöl. Da gab es auch schon ähnliche Panik bei den Wärmeoumpen. Haben dann blos alle wieder vergessen, auf Gas gewechselt und ganz wenige wirklich was getan. Das sind die, die die Aufregung eher befremdlich finden.

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Brutal aber nichts als die Wahrheit!

Tut etwas.

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Das können doch die neuen Besitzer überhaupt nicht. Die sind meist eh schon überschuldet (wissen es nur noch nicht) und woher sollen dann die 50-100 TEuro für eine energetische Sanierung kommen.

Kaum einer von den neuen Besitzern hatte jemals diese Kosten auf dem Schirm denn wenn dann hätte man das Objekt niemals erworben.

Und den alten ist es egal…denn die sagen…solange wir noch leben zahlt sich das niemals aus :wink:

Somit das wird nun einfach eine reihe unervkäuflicher Objekte geben und das Thema Wohnraum noch mehr verstärken.

Ob das so sinnvoll ist!?