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Soll man Journalisten trauen?

Oh Graus! Ideologie aus der Gruft von anno dunemalz. :laughing:

Das sind die Schlimmsten! Leider in der Mehrzahl und verantwortlich für den gängigen Begriff „Lügenpresse“.
Als weniger schlimm empfinde ich persönlich die „korrupten Journalisten“, also die welche ihre Artikel in Hinblick auf Werbeeinnahmen abstimmen.

qui bono? (Wer profitiert?) Das sollte man sich in jeder Situation fragen, nicht nur bei Journalisten. Manch oberflächlich unverständliche Handlung wird plausibel, wenn man die Motivation dahinter erst verstanden hat.
Verallgemeinerte Vorverurteilungen halte ich für nicht angebracht… ebensowenig wie naiven Glauben an Gutmenschentum.
Wenn der Taxiunternehmer falsch oder im verdrehten Wortsinn zitiert worden sein sollte (habe den Artikel nicht gelesen), dann kann er eine Gegendarstellung durchsetzen. Übrigens ein Instrument gegenüber der sogenannten Lügenpresse, welches gegenüber den viel schlimmeren „sozialen Netzwerken“ (Fratzenbuch, Twitter & Co.) einen echten Unterschied bedeutet. Im Netz wird gelogen und verdreht, dass sich die Balken biegen und ich bin immer wieder entsetzt wieviel von diesem Müll für bare Münze genommen wird.

Gruß, tuna.

Dafür sind immernoch die „lieben“ besorgten Bürger verantwortlich.

Ohne Worte. :unamused:

Da gebe ich Dir nur sehr eingeschränkt recht. Ich würde keine Einzelperson angreifen nach dem Motto „Du bist Journalist, du bist nicht vertrauenswürdig“.
Ich denke aber dass unser System so ist dass >80% des Journalismus einfach nur bezahltes beschreiben eines von vornherein feststehenden Ergebnisses ist. 80% der „Journalisten“ sind Söldner die genau das schreiben was der Auftraggeber hören möchte. Sieht man ja im Bereich EV.

Gruß

Bernhard

Ich will Journalisten jetzt nicht pauschal verteidigen, obwohl meine Eltern beide von Beruf Journalisten waren. Fakt ist aber, dass sie ungewollt Opfer unseres Verhaltens sind. Im Zuge des Umsonst-Konsums über das Internet haben alle Verlage zu kämpfen und nur mit dem reinen Verkauf einer Zeitung oder eines Magazins konnten noch nie alle Kosten gedeckt werden. Somit bleibt kaum etwas anderes übrig als als so zu schreiben, dass man für seinen Artikel auch eine vernünftige Entlohnung erhält. Heute sind die allermeisten Journallisten auch noch selbständig und sind gezwungenermassen auf bezahlende Abmehmer ihrer Artikel angewiesen. Daher ist jeder Artikel immer im Zusammenhang des Auftraggebers zu bewerten - was die Sache nicht einfacher macht.
Generell sehe ich aber Artikel von Berusjournalisten immer noch um ein Vielfaches seriöser an als alles, was man so im Internet zu lesen findet.

Ich wurde vor einiger Zeit gefragt, ob ich eine Fernsehsendung bei Vox mitgestalte. Jetzt im Januar wird die Ausstrahlung stattfinden. Die zuständigen Journalisten waren aus meiner Sicht absolut fair und wollen eine saubere Berichterstattung, auch wenn es Tesla positiv trifft…[emoji6]

Einige Videos und Fotos zum Thema Notbremsassistent und Weiteres habe ich auf meinem Handy… Ich glaube aber nicht das Vox begeistert ist, wenn hier schon etwas an die Öffentlichkeit dringt…[emoji41]

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Schreib mal wenn klar ist wann gesendet wird.

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Oje, und ich hatte gehofft, wenigstens hier im Kreise progressiv denkender und reflektierter Menschen von dem unsäglichen „Lügenpresse“-Populismus verschont zu bleiben. Jedenfalls ist der höchstens da „gängig“, wo ihn die Leute auf der Strasse Montagabends skandieren. Und Übleres dazu.

Sendetermin ist der 22.1.17, 17.00 Uhr auf VOX

edit: Termin korrigiert.

[emoji106]

Da habe ich bei Bloch & Co. so meine Bedenken, aber man kann sich ja positiv überraschen lassen [emoji6]

Melde Dich schon mal krank wenn der Shitsturm hier losbricht[emoji12]

Hallo Bernhard,
hast du eine wissenschaftliche Studie, die deine Zahlen belegt oder mischst du hier einfach nur persönliche Gefühle mit Hörensagen und deinem Weltbild? Ich habe Publizitsikwissenschaft studiert, arbeite selbst journalistisch und gehe immer wieder die Wände hoch, wenn sich tumbe Stimmungen gegen ganze Berufs- oder Menschengruppen verbreiten, obwohl eine faktische Grundlage dafür fehlt. Stichwort „Postfaktisch“. Es ist eine Unverschämtheit sonders Gleichen, die Arroganz zu besitzen, die Arbeit von vielen tausend Journalistinnen und Journalisten in einem Satz zu diskreditieren.

Wir können hier gerne über einzelne Artikel und Beiträge diskutieren. Am konkreten Beispiel Kritik üben und handwerkliche und inhaltliche Fehler korrigieren. Dann kann man auf den oder die Autor*in zugehen und eine konstruktive Diskussion suchen. Wir können auch über einzelne Journalisten sprechen, die ihre Berufsbezeichnung nicht wert sind. Denn wie in jedem Berufsstand gibt es auch beim Journalismus - wie beim Klempner - Pfuscher. Das ist Medienkritik. „80 % aller Journalisten“ oder „Lügenpresse“ ist einfach nur populistische Rumgeplärre.

Du wirst überrascht sein, wie sich vieles im direkten Gespräch oder der Zusammenarbeit mit den Journalisten aufklärt.

Hier noch eine passende Karikatur aus der New York Times.

:smiley: sehr gut!

Ich würde eher sagen, dass eine Unverschämtheit ist das journalistische Problem abzustreiten.
Neben den eklatanten Bildungslücken bei Mehrzahl der Journalisten die eigentlich niemand haben dürfte der wenigstens einen mittleren Schulabschluss erreicht hat (z.B wenn es um physikalische Grundlagen wie Energie und Leistung geht), ist das Hauptproblem, dass es eine Ausnahme geworden ist bei Berichten sich streng an die Fakten zu halten. Stattdessen wird der Bericht sehr oft mit politisch korrekter Meinung garniert um erzieherisch zu wirken.
Z.B findet man in der Mainstream Presse praktisch nie einen Artikel wenn es um Wirtschaft geht ohne Ermahnung oder Hinweis Richtung „soziale Gerechtigkeit“.

Ich persönlich sehe gerade bei Herrn Vetter den Wunsch investigativen Journalismus gegen Tesla betreiben zu wollen, dass dabei oft reißerisch aufgemacht wird und auch gerne mal Fakten verdreht werden unterstützt aber eher meinen Eindruck von Boulevard-Journalismus.

Klingt irgendwie nach „Lügenpresse, Lügenpresse!“ :unamused:

Das ist nur mein persönlicher Eindruck. In 90% aller Themen stecke ich nicht tief genug drin - da hören sich Zeitungsartikel logisch und ehrlich an. Man glaubt was da steht und das sieht nach guter journalistischer Arbeit aus.
Interessant wird es dann bei Themen bei denen ich mich gut auskenne. Zum Beispiel Energiewende ist seit 20 Jahren mein Steckenpferd. Da merke ich aber regelmäßig wie schlecht und verlogen die Berichterstattung dazu erfolgt. Beim Thema EV ist das ähnlich.

Auch nach nochmaligem lesen was ich geschrieben habe kann ich den Vorwurf nicht nachvollziehen. Ich habe geschrieben dass meiner Meinung nach viele Journalisten systembedingt Auftragsschreiber sind. Was ist daran unverschämt und arrogant?

Das sehe ich nicht so. Wenn das System faul ist überträgt sich das auf die Beschäftigten. Egal in welcher Branche man arbeitet - die meisten Leute passen sich in ihrer Handlungs- und Denkweise an. Zumindest kenne ich das aus meinem Berufsleben so. Ich bin zur Zeit ebenfalls in einer Branche beschäftigt auf die ich im Moment nicht wirklich stolz bin. Und ich akzeptiere auch dass ich als angehöriger dieser Branche dann auch kritisiert werde.

Da habe ich keine Zweifel daran. Ist nur die Frage wie viele dieser Leute schreiben dann auch tatsächlich das was sie denken?
Findest Du das die Berichterstattung über EV objektiv und gut recherchiert ist? Ich meine natürlich nicht Deine Artikel - beim Thema EV gehörst Du zu „den Guten“ :slight_smile:

Gruß

Bernhard

Ja stimmt. Die kurze knackige Parole „Lügenpresse“ überspitzt zwar die Problematik (bewusste, absichtliche Lügen sind eher die Ausnahme) aber gibt für ein simples Wort allein doch eine ganz gute Beschreibung worum es geht.