Seriöses Kaufangebot für Tesla Model 3?

Hey TTF-Community,

ich bin neu hier im Forum und weiß auch gar nicht so richtig, ob mir hier jemand weiterhelfen kann.

Ich habe ein Kaufangebot bekommen für ein Tesla Model 3, jedoch bin ich mir unsicher, ob das Angebot wirklich seriös ist und ob für mich ggf. rechtliche Verpflichtungen bestehen.

Konkret geht es um Folgendes:

Der aktuelle Fahrzeughalter hat den Tesla per Home Delivery nach Nürnberg geschickt bekommen. Das Fahrzeug hat also 1KM Zählerstand. Beim Fahrzeug handelt es sich um ein

Tesla Model 3 2022
Zugelassen: 30.12.2022
Kaufpreis: 39.000€
Farbe: Grau

Der Kaufpreis liegt also nach der Preissenkung knapp 3000€ unter dem Neupreis, wenn ich die Konfiguration so abholen würde und die BAFA Prämie ausgezahlt bekomme nach 12 Monaten Laufzeit.

Wo ist der Haken?

Der Verkäufer gibt an, das der Wagen noch bis zum 30.06.2023 auf ihn zugelassen bleiben muss. Ich kann den Wagen zwar fahren und auch die Versicherung auf mich zulassen, jedoch möchte der Verkäufer sich die BAFA Prämie auszahlen lassen, bevor er den Wagen an mich übergibt. Soweit erstmal kein Problem.

Jedoch möchte ich mit der Übernahme und Schließung des Kaufvertrages natürlich auch den Fahrzeugbrief erhalten, sonst habe ich ja keine Sicherheit, dass das Auto nicht noch an jemand Anderes verkauft wird.

Der Verkäufer würde das grundsätzlich machen, macht sich jedoch sorgen, das ich den Wagen vor der Frist ummelde, sodass er die BAFA Prämie nicht erhält und wohl sogar einen Teil zurückzahlen müsste(?).

Auf eine vertragliche Vereinbarung möchte sich der Verkäufer nicht verlassen, da er keine Lust auf Anwaltsstress hat. Das ist natürlich auch verständlich. Eventuell bräuchte es einen unabhängigen Zwischendienstleister, der die Summe blockt, bis der Wagen auf mich zugelassen ist. Kennt da jemand ein solches Angebot?

Langer Text, hoffentlich kann mir jemand weiterhelfen von euch. Hier gibt es ja viele Experten rund um das Thema Tesla und BAFA.

Jeder Hinweis wird gerne genommen!

Vielen Dank und liebe Grüße

Lasse

Wo hast du das Angebot denn gefunden ?
Das kommt mir alles sehr Suspekt vor.

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Ich würde den nicht kaufen.
Die THG Quote für dieses Jahr hat er bestimmt auch schon beantragt, so das du für 2023 auch da leer ausgehst.

Ob das was du da mit der Versicherung vorhast so einfach geht, wage ich auch zu bezweifeln.
Ich würde meinen, du musst auch Halter sein, wenn die Versicherung über dich laufen soll.

Der gute Mann hat sich für Spass ein M3 gekauft, das er nicht unbedingt braucht.
Jetzt hat er Schiss, das er nach 6 Monaten Verlust macht.
Deshalb soll der Wagen weg.
Er hat bezahlt:
43+1,2+1-6-0,4-0,3=38,5k€ (LP+MSM+Überf.-BAFA-THG22-THG23)

Wenn du jetzt einen willst, dann kaufe einen Neuen, oder einen anderen Gebrauchten.
Aktuell könntest du innerhalb von ein bis zwei Monaten ein neues Einstiegsmodell bekommen.
Evtl. gibts sogar passende sofort Verfügbare.

M3 SR w/sw kostet 44k€, mit Überführung 45k€.
4,5k€ BAFA Förderung und 0,3k€ THG Quote 2023.
Summe 45-4,5-0,3=40,2k€
Da würde ich mir den Krampf den du da vor hast nicht antun.
Ausserdem bist du Erstbesitzer bei einem Neuwagen.

Ok, die Farbe MSM wäre noch on top mit 1.600€.
Den Wagen soll er mal im Juni verkaufen.
Er hat sogar noch die 10.000 Freikilometer bekommen.
Die sind aber nicht übertragbar, soweit ich weiss.

Warte noch ein paar Wochen.
Vielleicht geben die Gebrauchtpreise noch etwas nach.
Dann kaufst du einen 6 Monate alten für 38k€.

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Bisher nicht gelesen, finde ich ungewöhnlich :thinking:

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Der Zwischendienstleister den du suchst nennt sich Treuhandservice. Für den würdest du aber auch etwas bezahlen, daher lieber das Geld nehmen und sich für wenig Aufpreis einen neuen kaufen.

Bei dem Angebot klingt einfach zu viel komisch / zu Lasten deines Risikos. Man könnte ja einfach einen wasserdichten Vertrag machen, aber auch da müsstest du Abweichungen nachher einklagen. Nicht umsonst geht beim Gebrauchtwagenkauf in der Regel alles Zug um Zug und oft noch mit klassischen Mitteln wie Bargeld/Sofortüberweisung gegen Fahrzeugbrief.

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Das Angebot habe ich auf AutoScout24 gefunden.

Mach es nicht und bestell selber. Die LZ ist aktuell so kurz und es wäre auch günstiger nach Abzug aller Dinge für dich!

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Vielen Dank für die ausführlichen Antworten! Das hilft mir sehr.

Ich habe tatsächlich vor, den Wagen längere Zeit zu fahren. Daher würde für mich der Vorbesitzer auch nicht zu stark ins Gewicht fallen (zumal aus dem Kaufvertrag ja auch hervorgeht, das ich den Wagen mit nahezu 0 KM übernommen habe). Der Vorbesitzer wäre aus meiner Sicht zu vernachlässigen.

Auf einen Treuhandservice werde ich mich (wie ihr mir auch ratet) nicht einlassen, das macht keinen Sinn wegen der Gebühren.

Das Angebot finde ich für mich persönlich aber super interessant, weil ich 3000€ spare im Vergleich zum Neukauf bei gleicher Konfiguration und den Betrag nicht im Voraus erstmal bezahlen muss, den ich später durch die BAFA zurück erhalte.

Das wären 7500€ die ich aktuell mehr zur Verfügung hätte für andere Zwecke. Finanziell rechnet sich das für mich schon.

Ich werde dem Verkäufer heute folgendes Angebot machen:

  1. Der Kaufpreis wird mit der Ummeldung und Erhalt des Fahrzeugbriefes geleistet (nach dem Stichtag für seine BAFA Prämie)

  2. Da ich den Wagen vorher bereits fahren möchte, braucht der Verkäufer eine Sicherheit, das ich den Wagen auch wirklich nehme und (auch wenn ich das für etwas übertrieben halte, ich möchte ja keinen Vertragsbruch begehen) nicht zurücktrete.

Hierfür schlage ich ihm vor, das wir vertraglich festhalten, das ich eine Anzahlung von bspw. 3000€ leiste. Sollte der Kaufvertrag von meiner Seite aus nicht zustande kommen, behält der Verkäufer die Summe und hat somit seinen Wertverlust ausgeglichen. Zusätzlich wird die KM-Leistung bis zur Ummeldung auf 7500km begrenzt.

  1. Ich fahre den Wagen (auf mich versichert, ob die Versicherung über ihn oder mich läuft spielt für mich erstmal keine Rolle) bis zum im Vertrag festgelegten Datum, dann findet die Übergabe zwischen Fahrzeugbrief und Kaufsumme statt.

  2. Ich melde den Wagen auf mich um und der Verkauf ist abgeschlossen.

Für mich klingt das nach einem guten Deal, der für mich recht wenig Risiko birgt. Im Zweifelsfall begeht er Vertragsbruch, das halte ich aber für unwahrscheinlich. Der Wagen steht ja dann bei mir. Sollte von meiner Seite aus irgendetwas sein, würde ich die 3000€ verlieren (wäre dann aber für mich immer noch eine verschmerzbare Summe auf die 5 Monate gerechnet.

Auf die TGH Quote werde ich ihn ansprechen, die 300-400€ machen den Braten aber für mich auch nicht fett. Dafür spare ich zu viel beim Kauf.

Seht ihr Probleme bei dieser Vorhergehensweise? Natürlich fahre ich den Wagen probe vor Schließung des Kaufvertrags. Ich werde den Verkäufer natürlich auch persönlich kennenlernen und mir vor Ort nochmal ein Bild machen können.

Das Risiko schätze ich für mich sehr gering.

Seht ihr Bedenken?

Vielen vielen Dank schonmal für die ganzen hilfreichen Antworten!

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Ich würde die Finger davon lassen, da gibt es ein gewisses Restrisiko dass es sich um einen Umgehungs-Tatbestand der BAFA Richtlinien handelt und Du Dich eventuell der Beihilfe schuldig machts, da Du ja den Hintergrund kennst, also nicht sagen kannst Du wusstest von nichts.

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Ja, würde ich als Verkäufer niemals so machen. Ich geb doch mein nagelneues Auto nicht an jemanden für 3tsd ab, damit er mir eventuell nach 6Monaten den rest Zahlt.
So blöd kann eigentlich Niemand sein.
Allerdings den Brief behalten bringt umgekehrt dem Verkäufer auch nichts, abmelden kann man auch nur mit dem Schein. Dann hätte er trotzdem das Bafa Problem.

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Ich würde auch davon abraten. Nur wegen den maximal 3k.

Und wer weiß ob es nicht noch Probleme gibt. Zb wenn du im Ausland mit fremden Auto aufgehalten wirst, oder wenn du tesla service beantragen willst …

Bafa bekommst ja wenn du Glück hast schon nach ein Par Wochen zurück. Evtl ein kurzzeitiger Kredit über die Par tausend mit kaum Gebühren?

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Ich hätte mit so etwas schon ein moralisches Problem, aber da tickt jeder anders.

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Warum vereinbart ihr nicht vertraglich, dass das Fahrzeug zum Datum xyz an dich verkauft wird und bis zum Übergabedatum nicht mehr von ihm genutzt wird. Alles andere birgt das Potenzial für Probleme und Streitigkeiten. Scheinbar mangelt es an beiden Seiten an etwas Geduld?

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Hallo @amtron,

ich müsste in diesem Fall 5 Monate auf das Fahrzeug warten. Da für mich aber bald ein Umzug ansteht, brauche ich das Auto bereits früher und kann leider nicht so lange darauf warten.

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

Ich lasse mir das ganze nochmal durch den Kopf gehen.

Ein moralisches Problem leuchtet mir ehrlich gesagt nicht ein. Ob ich die Prämie beantrage oder er, macht doch keinen Unterschied. Am Ende haben wir beide nicht mehr und nicht weniger Geld. Übersehe ich da etwas? Die alternative wäre, das er mir den Wagen für den Preis der Prämie verkauft und ich löse sie stattdessen ein. Das geht ja auch bei Gebrauchtwagen bis zu einer gewissen Laufleistung und 12 Monate nach Erstzulassung.

Die 3000€ Anzahlung würden natürlich mit der Schließung des Kaufvertrages einhergehen. Der Wagen ist zu dem Zeitpunkt also bereits verkauft. Nur der Austausch zwischen Summe und Fahrzeugbrief findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Das sehe ich auch so.

Zum ursprünglichen Post:
Wenn der Verkäufer sich auf deinen Vorschlag einlässt, dann kann das funktionieren.

Als Verkäufer würde ich mich schwer damit tun.
Der Wagen ist bis Ende Juni auf den Verkäufer zugelassen und auch versichert.
Auch wenn du ihm die Kosten für die Versicherung erstattest.
Wenn du jetzt einen Unfall mit dem Wagen hast oder sogar selber schuldhaft verursachst, dann wird das sicher fies.
Seine SF werden zurückgestuft.
Das Auto ist ein Unfallwagen, usw.
Als Verkäufer würde ich das nie und nimmer machen.

Oder kann man die Versicherung vollständig übernehmen, ohne das Fahrzeug umzumelden?

Und was ist, wenn du abspringst?
Dir ist ein Liter Milch im Auto ausgelaufen, und es riecht immer penetrant nach saurer Milch bzw. Molkerei.
Auch wenn du das vielleicht nicht machen würdest.
Lt. deiner Vereinbarung wärest du ja mit den 3000€ erstmal raus aus der Nummer.
Er könnte dir dann mit dem Vertrag in der Hand hinterher klagen.

Der Verkäufer wird ab Juli wahrscheinlich auch die 39k€ bekommen.
Als Verkäufer würde ich mich auf den von dir vorgeschlagenen Deal garnicht einlassen.

Und an deiner Stelle würde ich es auch lassen.

Poste hier mal, was du letztendlich gemacht hast.

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bei dem aktuellen Preis für ein neues M3 würde ich die Finger davon lassen, weil es bei Deinem vermeintlich gutem deal zu viele „was, wenn“ gibt. Auch Deinen Vorschlag bei Fahrzeugübergabe 3.000,-€ anzuzahlen und die restlichen 36.000,-€ erst in 5 Monaten würde ich an Stelle des Verkäufers ohne Diskussion ausschlagen.

Wenn Du jetzt einen Neuwagen kaufts, bist du doch, wenn MSM unbedingt sein muss, bei 46.570,-€ für das Fahrzeug. Die Rechnung erhältst und bezahlst Du erst, wenn Tesla Dir eine VIN zugewiesen hat. Nach wenigen Tagen hast Du dann die Fahrzeugpapiere in der Hand und kannst das Auto sofort anmelden und auch die BAFA und THG-Quote fürs 2023 beantragen. Die BAFA-Prämie wurde im Q4 2022 nach ziemlich genau 4 Wochen positiv beschieden und ausbezahlt. THG-Quotte dauert wesentlich länger, ist dann aber „nur“ ein 3-stelliger betrag (350,-€?). Effektiv zahlst Du also 41.720,-€ für ein nagelneues Auto, was keinen Vorbesitzer hat. So bist Du beim Kauf auf der rechtlich wesentlich sichereren Seite, auch Tesla gegenüber, weil Du im Fall der Fälle das Widerrufsrecht hast und die Garantien erst ab Auslieferungsdatum „laufen“, was mir diese knapp 3.000,-€ wert sein würde. Wenn Du auch mit einem weißen M3 leben kannst, dann ist die Differenz bei nur noch 1.120,-€.

Vergleiche auch die Versicherungsprämie beim abweichenden, nicht verwandtem Halter. Kann sein, dass es auch hierbei Abweichung gibt, wenn es überhaupt jetzt noch möglich ist, ohne den Halterwechsel, was ich stark bezweifle.

Zum anderen, was ist mit der Tesla App. Über welches Konto soll das Fahrzeug bis zum Ablauf der Haltefrist laufen? Mit welchen Konsequenzen?

Dass Du für ein bereits in D zugelassenes BEV die Gebrauchtwagen-BAFA-Prämie bekommst, kannst sofort wieder vergessen. So gut wie jeder Erstbesitzer hat die Neuwagen-Prämie beantragt und auch erhalten, und „doppelte“ Prämie nicht zulässig und nicht vorgesehen ist.

Letztendlich ist es Dein Geld und auch Deine Entscheidung, was Du damit machst. So ein Verkaufsangebot würde ich allerdings nicht in Erwägung ziehen. Es ist kein gutes Zeichen, wenn der Verkäufer „ungeduldig“ ist.

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Ich hab mir gerade mal die Gebrauchtpreise des M3 SR angeschaut.
Die Preise der jungen Gebrauchten liegen gleichauf mit den aktuellen Neupreisen nach Förderung.
Entweder werden die Fahrzeuge alle exportiert, oder die Preise müssen deutlich sinken um sie in DE verkaufen zu können.

Warte mal 2-4 Wochen.
Bis dahin werden sich die Preise weiter setzen.
Und dann entscheidest du nochmal neu.

Ein M3 SR Einstiegsmodell könnte dann durchaus 2k€ tiefer liegen als aktuell.

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Laut der Aussage des Verkäufers hat seine Versicherung ihm schon bestätigt, das ich auf den Wagen versichert werde anstelle von ihm. Das lasse ich mir natürlich schriftlich von seiner Versicherung bestätigen.

Ehrlicherweise sind die 3000€ auch nur als Sicherheit für ihn gedacht, welche durch den bestehenden Kaufvertrag sowieso nochmal abgesichert sein sollte. Mir geht es nur darum, ihm entgegenzukommen, damit er sich keine Sorgen macht und ich nochmals deutlich mein Kaufinteresse bezeuge. Mit der Schließung des Kaufvertrages gibt es für mich kein Zurückziehen mehr, außer es ist von beiden Seiten aus vereinbart. Das muss auch dem Verkäufer klar sein.

Für ihn geht es denke ich vielmehr darum, das der Preis für ihn nicht noch weiter fällt, wenn er den Wagen in einem halben Jahr verkauft. Das kann ich nachvollziehen.

Wann wird denn die BAFA Prämie ausgezahlt? Mein aktueller Stand ist, das ich den Wagen (wenn nach 1.1. zugelassen) für 12 Monate auf mich zugelassen haben muss, um die Prämie zu erhalten. Bekomme ich die nach 12 Monaten ausgezahlt? Oder bereits früher und muss sie ggf. zurückzahlen, wenn ich gegen die Bedingungen verstoße?

Ich mache meine Entscheidung letztendlich davon abhängig, ob ich den Verkäufer für vertrauenswürdig halte, und ob alles rechtlich sauber abgewickelt werden kann.

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie ich mich entscheide. Vielen vielen Dank für die netten und ausführlichen Antworten. Das hilft mir sehr!

Die Versicherung wirst du ohne Haltewechsel nicht ändern, kündigen können.

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