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Schuko/CEE nach WEG vom Verwalter untersagbar?!

Hallo TFF-Forum,

wir leben in einem Mehrfamilienhaus bestehend aus 8 Parteien, von denen alle Eigentümer sind. Zu diesen Eigentumswohnungen kommt jeweils eine Garage hinzu, die alle über einen Stromzähler (Zwischenzähler) samt eigener Absicherung (10A) verfügen. Die meisten, aber nicht alle, dieser Garagen haben ein elektrisches Tor und Licht verbaut sowie eine Schuko-Steckdose und sonst sind auch keine dauerhaften Verbraucher, wie Kühltruhen o.Ä. bekannt.

Bevor wir unser Model 3 bestellt haben, haben wir von unserem Elektriker die Leitung darauf prüfen lassen, ob es möglich wäre, unseren Tesla ausschließlich über die Schuko-Steckdose zu laden. Der Elektriker gab uns das OK, solange wir zur Sicherheit die 10A nicht überschreiten. Er wies uns außerdem daraufhin, dass die gesamte Garagenanlage über einen Hauptanschluss im Wohngebäude (Hauptzähler) mit 16A angeschlossen und abgesichert ist.

Nach einigen Monaten fröhlichen Ladens und keinerlei Problemen, ist einem Nachbar aufgefallen, dass wir unser Auto in der Garage laden. Ohne das Gespräch mit uns zu suchen, ging dieser direkt auf die Hausverwaltung zu, um Beschwerde einzureichen.

Die Hausverwaltung kontaktiere uns daraufhin und bat uns darum, einen Elektriker (diesmal der „Hauseigene“) einzubestellen, der die Leitungen überprüfen und eine Wallbox einbauen sollte. Nachdem dieser da war, stellte auch er uns aus, dass die gegenwärtigen Leitungen ausreichen und eine Wallbox zumindest aus technischer Sicht nicht notwendig sei.

Daraufhin bat uns die Hausverwaltung Kontakt mit den örtlichen Stadtwerken aufzunehmen, um mit uns das Thema im Detail zu besprechen. Das Gespräch verlief relativ fruchtlos, lediglich war die Empfehlung zur Sicherheit eine CEE-Steckdose einbauen zu lassen und dass man im besten Fall eine neue Leitung legen sollte, wenn sich ein weiterer Nachbar für das Aufladen eines E-Fahrzeugs in seiner Garage entscheide. Mit Beidem hätte ich absolut kein Problem.

Im darauffolgenden Gespräch mit der Hausverwaltung wurde mir mit großer Vehemenz gesagt, dass ich das Auto nicht mehr in der Garage laden dürfe, da höchste Brandgefahr und Beschädigungen drohten. Alle Klärversuche wurden im Gespräch abgeblockt, auch versuchte ich Lösungen vorzuschlagen, wie das Laden zu festen Zeiten in der Nacht oder das herunterregeln der Amperezahl im Auto - selbes Ergebnis; die Nachbarn würden sich täglich beschweren.

Am Folgetag erhielt ich in Form einer E-Mail den Hinweis, dass uns das Laden in der Garage untersagt ist und wir uns einen Anwalt (Termin ist gemacht) heranziehen sollten. Man wolle sämtliche Eigentümer auf dem Postweg informieren und ihre Zustimmung einholen, ob die gemeinsame Leitung zum Laden eines E-Fahrzeugs genutzt werden darf.

Habt ihr selber solche Erfahrungen gemacht bzw. ist euch schon einmal so eine Situation zu Ohren gekommen? Habt ihr Ideen wie man am besten mit solch einer Situation umgeht? Ich bin für jeden Rat wirklich sehr dankbar, da ich selbst nicht so recht weiß, wie ich damit umgehen soll.

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Ich würde erstmal freundlich auf den neuen Paragraphen im WEG verweisen, der dir das Recht auf eine solche Lademöglichkeit zusichert, sofern technisch möglich. Wenn also ein Elektriker und der Versorger ihr ok gegeben haben, müsste die Verwaltung aus meiner Sicht erstmal handfeste Fakten liefern, warum das problematisch oder gar gefährlich sein soll.

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Alle auf 16A? Dann sehe ich schwarz. Und ist auch nicht zukunftsfähig. Sobald noch einer dazukommt (und wenn es nur Schuko ist) geht das Gestreite noch mehr los.

Die Gemeinschaft will sich halt nicht deine Kosten teilen…!

Ohne eigene Leitung wirst du da nicht in Frieden laden können.

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Sowas hört sich nicht gut an - aber @siggy hat Recht: Da muß am Hauptanschluß etwas gemacht werden.

Das Problem bleibt bei der Widerstand der einzelnen Nachbarn. Wir haben aktuell ein ähnliches Problem in unsere (abseits der eigenen Wohnung unterhalb ein anderes Mehrfamilienhaus gelegene) Garagenanlage in Italien.

Da gibt’s Licht in sämtlichen ± 25 Garagen, und in 2 davon genehmigten Schuko-Steckdosen, unsere und eine als Lagerraum für ein nahegelegenes Restaurant umfunktionierte, wo eine Uralt-Tiefkühltruhe 24/24 werkelt. Es hat Probleme mit Stromausfälle gegeben, und als wir freundlich den Restaurantbetreiber danach gefragt hatte ob wir den Typenschild der Tiefkühltruhe sehen dürften, damit WIR unser Tesla-Leistung entsprechend herunterregeln könnten wurde es sehr, sehr unangenehm :fist_left: . So unangenehm, das wir seitdem auf Besuche in dieses sont oft von uns besuchte Lokal verzichten :sob:.

Aktuell warten wir auf ein Gutachten des Feuerwehrs, ob wir dazu gezwungen werden die Steckdose zu entfernen. Katastrofal ist die Sache zwar nicht, denn im Dorf ist seit einigen Wochen eine ENEL-X-Säule aufgestellt worden, aber die Bequemlichkeit des "zu Hause laden" (wenn auch nur LAAAANGSAM) geht eben flöten.

Ich bin fassungslos. Was ist zur Hölle ist in Deutschland los? Alleine schon gleich an die Hausverwaltung zu gehen, ohne dich selbst anzusprechen. Wer maßt sich das Recht an, zu verbieten, was an den Stromanschluss kommt, solange es zertifiziert und einwandfrei ist? Jetzt sollen sich Gerichte mit dieser Trivalität auseinander setzten?
Ich vermute, da hat jemand in den Qualitätsmedien mal wieder zu viel über Brandgefahr usw. gesehen.

Wenn du einen Kühlschrank in der Garage hättest, würde sich auch keiner beschweren. Genauso, wenn du im Winter die Starterbatterie eines Verbrenners laden würdest.

Zum technischen: Die beste Lösung wäre natürlich die Leitung zu verstärken und so auszulegen, dass auch mehrere Nachbarn gleichzeitig laden können. In der aktuellen Situation sehe ich aber überhaupt kein Problem über den Anschluss zu laden. Gerade wenn man sich auf die Nachtzeiten beschränkt.

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Naja wenn 22kW für 60 eAutos reichen dann sollten 11kW doch auch für zwei Reichen oder? :wink:

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Die Gesetzeslage (§20 WEG):

(1) Maßnahmen, die über die ordnungsmäßige Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums hinausgehen (bauliche Veränderungen), können beschlossen oder einem Wohnungseigentümer durch Beschluss gestattet werden.
(2) Jeder Wohnungseigentümer kann angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die
1.
dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen,
2.
dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge,

3.
dem Einbruchsschutz und
4.
dem Anschluss an ein Telekommunikationsnetz mit sehr hoher Kapazität
dienen. Über die Durchführung ist im Rahmen ordnungsmäßiger Verwaltung zu beschließen.
(3) Unbeschadet des Absatzes 2 kann jeder Wohnungseigentümer verlangen, dass ihm eine bauliche Veränderung gestattet wird, wenn alle Wohnungseigentümer, deren Rechte durch die bauliche Veränderung über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigt werden, einverstanden sind.
(4) Bauliche Veränderungen, die die Wohnanlage grundlegend umgestalten oder einen Wohnungseigentümer ohne sein Einverständnis gegenüber anderen unbillig benachteiligen, dürfen nicht beschlossen und gestattet werden; sie können auch nicht verlangt werden.

Daraus leiten sich zwei Punkte ab:

  1. gibt es eine gesetzliche Anspruchsgrundlage gem. o. g. Paragraphen auf Gemeinschafsteigentum eine Ladeeinrichtung zu installieren, solange keine triftigen Gründe (Baurecht, Brandschutz, etc.) dagegen sprechen.
  2. brauchst du zur Durchsetzung dieses Anspruchs einen Beschluss der WEG (meist gefasst in der jährlichen Sitzung, welche im Moment bei uns leider schon das zweite Jahr nicht stattfindet)

Der Anschluss darf natürlich nicht auf eine Gemeinschaftsleitung gelegt werden (zumindest nicht ohne entsprechenden Zähler dazwischen). Bin in der gleichen Situation… habe ein fertiges Angebot des Elektrikers auf dem Tisch liegen, kann die Installation ohne WEG-Beschluss allerdings nicht durchführen lassen.

Das was du Beschreibst (alle Miteigentümer anschreiben) ist das Sogenannte Umlaufverfahren. Dieses birgt einige Nachteile. Zum einen ist es teuer (ich hätte dafür 300 EUR zahlen müssen) und außerdem muss jeder Eigentümer Rückmeldung geben, sonst kommt kein gültiger Beschluss zustande.

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Unsere Verwaltung teilte uns mit: „Aus § 21 Abs.5 Nr. 6 WEG folgt kein Anspruch auf den Stromanschluss für ein E-Auto“. Ich weiß allerdings nicht, was genau mir das in unserem Fall sagen soll… Denn eine bauliche Veränderungen nehmen wir bislang weder vor noch ist sie geplant.

Was mich bezüglich des Gesetzes wundert, ist dass dabei zweierlei Faktoren gelten:

  1. Unsere Garage verfügt über eine geteilte Leitung, wenn wir hier einen 11KW-Anschluss legen wollen würde, müssten alle Parteien die sich zwischen uns und dem Anschluss befinden, dennoch ihre Zustimmung geben. Dummerweise ist unsere Garage in der Mitte und damit sind mindestens 3 Zustimmungen einzuholen.
  2. Vor dem Haus befinden sich 12 gemeinschaftliche Parkplätze. Wenn ich das Gesetz richtig deute, dürften wir an dieser Stelle (auf eigene Kosten) eine Ladestation+Anschluss legen lassen.

Du hast damit natürlich nicht ganz unrecht. Ich muss dazu allerdings sagen, dass 6/8 Parteien bereits Rentner sind, die entweder gar nicht mehr fahrfähig sind oder ihr Fahrzeug nur einige wenige Kilometer in der Woche bewegen. Ich würde niemanden ein E-Fahrzeug und das Laden verwehren, aber warum jetzt Probleme machen, wenn nicht absehbar ist, wann ein weitere Fahrzeug hinzukommt?

Zumal es wesentlich besser wäre, wenn man sich dann die Kosten durch mehrere Parteien teilen könnte und die Anschaffung sich dann wirklich lohnt.

Dem würde ich schon allein aus dem Grund widersprechen, dass es diese Nummer im Gesetz gar nicht gibt… :smiley:

(1) Die Kosten einer baulichen Veränderung, die einem Wohnungseigentümer gestattet oder die auf sein Verlangen nach § 20 Absatz 2 durch die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer durchgeführt wurde, hat dieser Wohnungseigentümer zu tragen. Nur ihm gebühren die Nutzungen.
(2) Vorbehaltlich des Absatzes 1 haben alle Wohnungseigentümer die Kosten einer baulichen Veränderung nach dem Verhältnis ihrer Anteile (§ 16 Absatz 1 Satz 2) zu tragen,
1.
die mit mehr als zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen und der Hälfte aller Miteigentumsanteile beschlossen wurde, es sei denn, die bauliche Veränderung ist mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden, oder
2.
deren Kosten sich innerhalb eines angemessenen Zeitraums amortisieren.
Für die Nutzungen gilt § 16 Absatz 1.
(3) Die Kosten anderer als der in den Absätzen 1 und 2 bezeichneten baulichen Veränderungen haben die Wohnungseigentümer, die sie beschlossen haben, nach dem Verhältnis ihrer Anteile (§ 16 Absatz 1 Satz 2) zu tragen. Ihnen gebühren die Nutzungen entsprechend § 16 Absatz 1.
(4) Ein Wohnungseigentümer, der nicht berechtigt ist, Nutzungen zu ziehen, kann verlangen, dass ihm dies nach billigem Ermessen gegen angemessenen Ausgleich gestattet wird. Für seine Beteiligung an den Nutzungen und Kosten gilt Absatz 3 entsprechend.
(5) Die Wohnungseigentümer können eine abweichende Verteilung der Kosten und Nutzungen beschließen. Durch einen solchen Beschluss dürfen einem Wohnungseigentümer, der nach den vorstehenden Absätzen Kosten nicht zu tragen hat, keine Kosten auferlegt werden.
§21 WEG

Der Knackpunkt - und auf den wollen die wahrscheinlich auch hinaus - ist, dass der Strom von deinem eigenen Hausanschluss abgegriffen wird.

Die Herrschaften haben wohl hier nachgelesen.

Ein (lösbares) Problem sehe ich darin, daß die Stromversorgung aller Garagen über nur eine Leitung geschieht und so die Kosten für das Laden eines BEV - derzeit - von allen zu tragen sind.
Kann man aber ja ändern.

Dann sollten sie vielleicht die neuste Auflage des Gesetzes nehmen, so wie ich auch… :wink: 2018 ist schon ein paar Tage her.

Zu der Stromversorgung: sehe ich ja genauso… Eine Leitung direkt an den eigentlichen Zähler legen lassen und gut is. Kostet ein paar Euro mehr, aber dafür hat man Ruhe.

EDIT:

WEG

Ausfertigungsdatum: 15.03.1951

Vollzitat:

„Wohnungseigentumsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Januar 2021 (BGBl. I S. 34)“

Stand: Neugefasst durch Bek. v. 12.1.2021 I 34

Ich muss nochmal nachfragen, von welchen Kosten ist hier die Rede? Beim Beziehen unserer Wohnung haben wir uns an den Kosten zum Einbau der Stromversorgung (die weit zurück lag) beteiligen müssen. Auch den Zwischenzähler haben wir auf eigene Kosten einbauen müssen.

Die Abrechnung des Stromverbrauchs selbst wurde vorher über den Hauptzähler entrichtet und anhand der Zwischenzähler der jeweilige Verbrauch der einzelnen Parteien verrechnet. Jetzt haben wir allerdings einen seperaten Stromvertrag ausschließlich für unseren Zwischenzähler.

Aber ist das denn so einfach möglich? Müsste dazu nicht alles aufgegraben usw. werden? Das summiert sich doch schnell auf eine größere Summe…

Reden wir von Tiefgarage oder Freiluftstellplatz? Wo hast du denn derzeit den nächsten Abgriffspunkt für Stromversorgung?

Ah jetzt… du willst gar keine Wallbox…

Also Zusammenfassung:

  • du hast eine Garage
  • Strom liegt schon drin
  • du hast bisher über AC geladen
  • ein Nachbar versucht dir ans Bein zu pinkeln
  • der Abgegriffene Strom wird über einen eigenen Zähler genau abgerechnet

Ist das so korrekt?

Ich habe mich mal künstlerisch ausgetobt und eine Zeichnung angefertigt.
1
G = Garage
P = Gemeinschaftliche Parkplätze
H = Mehrfamilienhaus
Rot = Stromleitung

Genau, der Wunsch ist auf die Wallbox wenn möglich zu verzichten, da wir momentan nicht die Absicht haben hier wohnen zu bleiben. Für uns sind das Kosten, die wir zur Zeit nicht tragen wollen.

Genau es sind überall geeichte Zähler verbaut.

Hast du die Aussage von deren Elektriker schriftlich, dass die Leitung ausreichend abgesichert ist?

Eventuell kann man noch ein Gutachten zum Thema Brandschutz einholen.

Dann würde ich mich auf diese beiden Expertisen und den §20 WEG stützen (der zitierte §21 ist wie gesagt nicht mehr einschlägig, zumindest in der zitierten Form).

Wenn das nicht fruchtet, bleibt dir wohl nur der Rechtsweg, bzw. die Thematik nochmals über einen Anwalt platzieren zu lassen. Klappt diese Drohkulisse auch nicht, musst du entscheiden, ob du gegen deine WEG wirklich vor Gericht ziehen willst Traurig…

Sehe ich das richtig, du bist auch Eigentümer und bereits zwei Elektriker haben dir bestätigt das die Leitungen vorm Querschnitt passen?

Sprich es liegt keine Brandgefahr vor und du machst das in DEINER Garage. Ergo würde ich mir einfach NIX verbieten lassen und fertig.

GGF noch eine Blaue CEE Dose anschrauben oder einen Ladeziegel mit Temp Überwachung nutzen (wie der JB2)

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Rein aus technischer, verbohrter Sicht, würde ich empfehlen, einfach beim Tesla 5A maximale Stromstärke einzustellen (Schnarchladen). Falls dann die Sicherung mal fliegen sollte, bist du sicher nicht der Hauptverursacher. Dieser Fall sollte allerdings sowieso nie eintreten. Das wäre sowas wie Wasserkocher + Laden + Tore aufmachen. Wegen Brandgefahr würde ich mir gar keine Gedanken machen, wenn zwei Elektriker sagen, dass die Leitung ausreichend dimensioniert ist.

Was ich damit meine, aus technischer Sicht solltest du dir gar keine Gedanken machen. Es geht nur darum, ob man sich mit den Nachbarn/Hausverwaltung weiter streiten will.

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