Roadtrip durch Süd- und West-Norwegen. Knapp 2500km mit Kind und Kegel

Vorwort:

So, wollte mal hier meine Erfahrungen zu unserem 1. richtigen Roadtrip im E-Auto teilen.

Werde das Ganze so ein bissl etappenmäßig aufbauen, geschmückt mit ein paar Bildern von den einzelnen Tagesabschnitten. Fangen wir mal mit der groben Routenplanung an. Mein Ziel war es eigentlich, so weit nördlich zu fahren wie nur irgend möglich um zumindest noch eine minimale Chance auf die Nordlichter zu bekommen. Da unsere Islandreise vor 1,5 Jahren leider durch coronabedingte Einreiseverschärfungen eine Woche vor Reiseantritt ins Wasser gefallen ist, wollten wir nun unbedingt raus. „Problem“ war nur, wir haben Nachwuchs bekommen. Die Kleine war bei Reiseantritt knapp 6 Monate alt. Im Vorhinein habe ich mich natürlich schon informiert wie so eine Route aussehen kann, was machbar ist und worauf zu achten ist. Eins gleich vorweg, weil ich selbst auch immer dachte, dass die Leute übertreiben, wenn sie sagen, dass man in Norwegen nur ganz schwer Strecke machen kann. Es stimmt wirklich. Man kommt abseits von Oslo nur sehr sehr langsam voran. Wem hohe Geldbußen egal sind schafft es auch etwas schneller, aber dennoch im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist es wirklich Schneckentempo und zum Teil super anstrengend.

Des Weiteren wurde mir gesagt, dass der November so mit der schlimmste Monat zum Reisen ist, den man sich aussuchen kann, da wohl regenreichste Zeit. Ich find solche Pauschalisierungen allerdings immer etwas daneben. Die Statistik mag das zwar hergeben und es ist auch ok Leute darauf hinzuweisen, aber man kann sowohl im Sommer, als auch im Winter richtig ins Klo greifen, daher habe ich mir aus dieser „Warnung“ nichts gemacht. Die Urlaubszeit ließ sich arbeitstechnisch eh nicht ändern. Ums Vorweg zu nehmen. Wir hatten wirklich Glück. Wenns geregnet hat, dann meist nur kurzzeitig beim Fahren und kurze Schauer zwischendurch, die meiste Zeit über war das Wetter vollkommen in Ordnung und ich finde einfach, dass auch das „gräuliche“ oder herbstliche Wetter mit seinen Nebelschwaden, einfach einen gewissen Charm bieten, im Gegensatz zu einem vollkommen blauen Himmel. Wir sind schon mal in Schottland gewesen, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als Nebel und dieses urige Gefühl, wenn man durch die Landschaft fährt. Das gehört einfach dazu. So genug geschwafelt.

Wie gesagt, wir wollten so weit hoch wie es die Zeit zulässt, also anfangs immer nur einen Tag Aufenthalt in den jeweiligen Orten und dann am höchstgelegen Ort ein paar Tage länger verweilen um die Wahrscheinlichkeit für etwaige Nordlichter zu steigern, auch wenn mir klar war, dass es wohl nichts werden wird, aber man kann ja hoffen =)

Für uns war definitiv der Weg das Ziel und das gilt wirklich insbesondere in Norwegen. Ich bin schon viel rumgekommen in der Welt habe mehrere Jahre in verschiedenen Ländern gelebt, aber diese Fahrten waren einfach der Hammer, ab und zu auch abenteuerlich, aber dennoch wunderschön.

Um in Norwegen zumindest etwas Geld zu sparen (haha^^), sollte man sich vorher sehr gut über das Maut- und Fährsystem informieren. Man sollte sich am besten schon zwei, drei Monate vorher um so einen Transponder bemühen, sowie einen Account für die Fähren, wo man vorab erstmal 300 EUR auf seinen Account überweisen muss, von dem es dann nach und nach abgebucht wird. Sollte dann noch etwas übrig sein, kann man sich das Geld danach erstatten lassen. Wir haben uns für den Transponder von Skyttelpass entschieden.

Hier einmal ein Bild der Routenplanung. Zu der Routenänderung bzw. -verkürzung sage ich dann später nochmal was. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Mal schauen wie viele Einträge ich heute noch schreibe.

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1. Tag Kristiansand nach Stavanger (Hotel Thon Partner Stavanger Forum - Familienzimmer)

Nach viel Recherche wollten wir die Fähre von Hirtshals (DK) nach Kristiansand (NO) nehmen bis ich dann ein paar Wochen vor Reisebeginn über einen Kommentar im Norwegen-Forum gestolpert bin, der auch eine andere Fährmöglichkeit aufzeigte, nämlich von Eemshaven (NL) nach Kristiansand (NO). Das sparte uns gute 7 Std. Anfahrt. Mit einem kleinen Baby, Gold wert!!! Die Fähre selbst war zwar etwas teurer, da wir uns aus platz- und komfortgründen eine größere Kabine gegönnt haben, aber das war es uns definitiv wert. Die MS Romantika ist ein tolles Schiff gewesen und uns hat die Überfahrt auch insgesamt sehr gut gefallen. Wir hatten sowohl das Abendessen im Buffetform, als auch das Frühstück gebucht. Beides war essbar, was bei uns schon viel heisst, da unsere höchsten Ausgaben im Urlaub eigentlich immer für Essen drauf gegangen sind. Im Urlaub denken wir ungern über Geld nach.
Gleich nach Ankunft in Kristiansand hatten wir tatsächlich erstmal sehr unschöne Gedanken, denn es hat wirklich geschüttet :smiley: Naja, November halt. Aber wir wollten ja eh erstmal Strecke machen, daher sind wir einfach losgefahren, westlich die Küste hinauf Richtung Stavanger wo wir dann übernachten wollten. Da es hier auf der Strecke tatsächlich noch nicht soviel zu sehen gab, was auch am Wetter gelegen haben könnte, sind wir so ziemlich in einem Ruck durchgefahren, bis auf eine kurze Windelpause. Angekommen sind wir dann so gegen 15 Uhr, Zimmer war schon fertig, perfekt getimed. Habe das Hotel gewählt, da mir die Aussicht und auch die Frühstücksrezensionen gefallen haben :smiley:


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Ich weiß…Geduld ist eine Tugend, aber…
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Ich bin schon gespannt auf den Erfahrungsbericht mit dem Baby. Meine ist jetzt ein Jahr geworden und unsere längste Strecke mit ihr waren bisher 3h. Das war schon recht angespannt :'D

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Wir hatten es mal für ein Wochenende vorher getestet mit einer 500km Strecke in den Süden und es lief überraschend reibungslos, daher haben wir uns auch getraut, aber ich werde am Schluss definitiv noch ein Fazit zu diesem Thema ziehen.

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Cool, freue mich auf weitere Berichte.
Wir sind letztes Jahr mit unserem Baby (damals 3 Monate alt) nach Mexiko geflogen, insg. 26h Reisezeit mit 3* Umsteigen. Auch das hat damals gut geklappt. Längste Autofahrt waren ca. 5 1/2h, das ging auch gut. Man merkt jetzt (ab 14, 15 Monaten) das die Autofahrten anstrengender werden, weil das Kind einfach einen krassen Bewegungsdrang hat und keine Lust hat im Autositz „eingesperrt“ zu werden. Gilt aber genauso für den Kinderwagen…

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2. Tag Stavanger nach Odda („Hotel“ Vikinghaug aus der Netflix-Serie Ragnarok)

Der Morgen des 2. Tages brach an und da wir eigentlich jeden Tag immer relativ viel fahren müssen, wollten wir auch meistens früh los. Es ist also definitiv kein Entspannungsurlaub gewesen, eher im Gegenteil, jedenfalls für mich als einzigen Fahrer. Meiner Frau, die gerade den Führerschein gemacht hat, wollte ich diese Straßen dann doch nur sehr ungern antun und unserem Tesla auch nicht :smiley:

In diesem Teil von Norwegen kommt man jedenfalls noch einigermaßen gut voran, man sollte aber bedenken, dass man je nachdem wo man hinfährt, einige Fähren zu nehmen hat, manche fahren gefühlt alle 20min., einige jede Stunde und wieder andere ein- oder zweimal am Tag. Hier sollte man also doch schon mal einen genaueren Blick riskieren. Je näher wir nach Odda kamen, desto spektakulärer wurde auch die Landschaft, gesäumt von unzähligen kleineren und größeren Wasserfällen, wie z.B. diesem her, dem Låtefossen:


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Die Landschaft selbst wurde auch immer nur schöner. Generell muss ich sagen war der November ein wirklicher Glücksgriff, da kaum Touristen und noch viel wichtiger, kaum Wohnmobile vorhanden waren, bei den Straßen ist das ein wichtiger Punkt.

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Mit den Fotos ist mir das hier doch etwas zu kompliziert, daher werde ich diese ein bisschen mehr aufteilen, anstatt den Beitrag immer wieder bearbeiten zu müssen um neue Fotos hinzuzufügen. Anscheinend kann man max. 5 gleichzeitig hochlad

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Der Ort Odda ist ein kleines beschauliches Örtchen, leider hatten wir wie gesagt nicht wirklich viel Zeit zum Erkunden, es war eher immer nur ein kurzer Sprint in den Orten. Das „Hotel“ hat aber definitiv einen eigenen Beitrag verdient^^
Odda liegt so gesehen zwischen zwei Fjorden, wenn man das so beschreiben kann und das Hotel selbst auf einem Hügel, dass den Ort und die beiden „Seen“ überschaut. Einfach nur einzigartig, da man von dem Penthouse-Apartment in beide Richtungen sehen kann, sowas ist definitiv Bucketlist-Material, aber seht selbst, habe auch mal die Drohne starten lassen:


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3. Tag Odda nach Bergen (Hotel Moxy)

Nachdem ich beim Bäcker eine Kleinigkeit zum Frühstück besorgte, zwei Croissants, so ne Zimtschnecke und zwei Mini-Kaffee und dafür irgendwie 15 EUR hinblättern musste, ging es weiter Richtung Bergen. Darauf freute sich meine Frau ungemein, weil es endlich frischen Fisch gab. Am Abend zuvor gab es leider nur Thai-Food zum Mitnehmen, kostete aber auch p.P. so um die 23 EUR. Aber zumindest hat es geschmeckt. Die Fahrt von Odda nach Bergen war diesmal nicht ganz so weit, hat uns dennoch ziemlich viel Zeit gekostet, für ca. 135km haben wir fast 3,5 Stunden gebraucht und das obwohl das Baby doch ziemlich gut durchgehalten hat. Eins muss man den Norwegern allerdings lassen, Tunnel können sie bauen und irgendwie sehen die viel schöner aus als unsere^^


Ich bin zwar Flachländer, aber ich meine mich entsinnen zu können, dass die bei uns nicht so „cool“ sind.
Zusätzlich musste wir auch wieder eine Fähre nehmen. Kurz vor der Ankunft wollte ich zumindest nochmal das Auto in so einer Waschbox etwas säubern. Hab ich leider schlecht gemacht und doch umgerechnet knapp 18 EUR für gezahlt, dass tat zugegebenermaßen ziemlich weh :smiley:

Nach dem Checkin im Hotel ging es dann einmal kurz in den Ort um beim Fischmarkt etwas zu essen. Da wirklich so gut wie niemand unterwegs war und man kaum Touristen gesehen hat, waren wir auch ziemlich ungestört, was mir wirklich gelegen kam, denn es ist mega stressig, wenn ein Lokal vollgepackt ist und das Baby anfängt zu schreien. Hier nun noch ein paar Impressionen aus Bergen und dem Fischmarkt:


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Zum Hotel sei eins gesagt, es ist sehr modern und ich glaube das war das einzige Mal, dass wir wirklich eine feste Matratze hatten. Mir kam es so vor, als hätten die Norweger eine Aversion gegen vernünftige Matratzen und nein, ich kenne auch „weiche“ Modelle, aber sowas wie in diesem Land, nee nee… Auch die AirBnBs waren doch eher auf der ungemütlichen Seite, man ist versunken, sowohl in den Betten, als auch auf den Sofas.

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4. Tag Bergen nach Stryn (AirBnB Roset Panorama)

Das Frühstück im Moxy war zwar in Ordnung, aber auch nicht der Brüller, dennoch haben wir uns gut gelaunt und nach einem kurzen Abstecher bei Starbucks auf den Weg gemacht. Es sollte ein langer, sehr langer Tag werden. Es ging um ca. 8 Uhr morgens los. Google sagte, für die ca. 300km bräuchten wir um die 5 Stunden. Wir lagen nachher bei ca. 7,5 Stunden, ohne Verkehr wohlgemerkt.
Aber das Baby wollte doch etwas öfter Essen und wir konnten es bei der langen Strecke diesmal leider nicht mit dem Laden oder dem Aufenthalt auf einer Fähre planen. Des Weiteren stellte sich heraus, dass unser Kind wohl gerade eine Abneigung gegenüber Tunneln entwickelt. Jedes Mal wenn es dunkel wurde, fing das Schreien an. Und es gab ne Menge Tunnel auf der Strecke. Und leider reden wir hier nicht von 1-2km, sondern eher so die Richtung zwischen 5-15km. Bei 70-80 km/h im Maximum eine endlose Strecke.
Auf die Fähre von Oppedal nach Lavik mussten wir dann nur kurz warten und in Lavik selbst haben wir dann eben zwischen geladen. Allgemein ist die niedrige Geschwindigkeit wirklich ein Segen für das E-Auto. Möchte ich das allerdings hier in DE sehen? Nein, ehrlich nicht^^

Die Temperaturen waren auch noch super human, hatten am schlimmsten Tag -2°C und die meiste Zeit eher zwischen 5-13°C.

Die Fahrt zur Unterkunft selbst ist auch sehr sehr abenteuerlich und definitiv nichts für Fahranfänger gewesen, zum Glück war es nicht glatt. Hier nun ein paar Bilder der Fahrt und von unserer Unterkunft:


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Morgen kommt dann der Rest =)

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Danke bis hierhin schon für den Bericht und die Bilder. Das Airbnb sieht toll aus :slight_smile: Ach, Norwegen ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Für mich geht’s Ende Dezember wieder hin.

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Vielen Dank für diesen tollen Bericht (bis hierhin)! Die Hauptstraße auf dem letzten (Drohnen?-)Bild bin ich wahrscheinlich schon hundertmal langgefahren… :smile:

Ich verstehe schon, dass du zur Ladesituation kein Wort verlierst, ich war ja selber schon zweimal mit Tesla in Norwegen (davor x-mal Verbrenner), aber so der Vollständigkeit halber… :wink:

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Wäre auch gerne zu der Zeit hin, aber die Fahrerei mit nem Kleinkind im Schnee wäre dann wohl doch nicht so die richtige Wahl gewesen^^ Man ist sowieso schon sehr eingeschränkt, kein wandern etc.
Wir planen als nächstes Island, wenn die Kleine dann laufen kann und man zumindest etwas „flexibler“ ist. Hatten eigentlich schon für Island geplant, aber die Idee dann doch verworfen, denn man würde somit die wichtigste Attraktion dort verpassen, nämlich die unzähligen natürlichen heissen Quellen :smiley: Das kann man mit einem Kleinkind einfach nicht machen, daher werden wir uns noch ein paar Jahre gedulden müssen.

Haha ja, also in Norwegen ist es nun mal so, dass es eigentlich keine Probleme gibt. Ich habe mir nie Sorgen gemacht, was mMn hauptsächlich daran liegt, dass die Reichweite überdurchschnittlich gut ist und man somit immer zu einem Lader kommt. Ich kenne zwar so gut wie jedes von Bjorns Videos, die auch sehr viel Ladestau zeigen, aber im November hat man da gar keine Probleme. Bis auf einen SuC war es die meiste Zeit über fast komplett leer. Ich konnte auch an einigen Hütten und Hotels laden und der Rest war größtenteils am SuC, außer mal in Odda oder zwischendrin mal beim Einkaufen, weil es mich einfach interessiert hat mal woanders zu laden und das Ganze auszuprobieren außerhalb vom Tesla-Netzwerk. Da merkt man dann doch schon was man daran hat, einstecken und los.
Diese ganzen verschiedenen Apps sind einfach nur lästig. Fortum, Bilkraft, Circle K und so weiter. Jedes mal musste man schauen. Nicht mal die Shell Recharge funktionierte. EnBW sowieso nicht. Das war dann doch schon ziemlich nervig. Auf elvah etc. hatte ich keine Lust, da für mich uninteressant. Das muss einfach noch viel besser und verständlicher werden, so dass es JEDER nutzen kann, europaweit, auch ohne zig Abos. Also meine Eltern wären da mit Sicherheit gestrandet^^

Genau, wenn man die Straße langfährt, dann sieht man diese Fluss-Wendungen so gar nicht, oder nimmt diese zumindest anders wahr. Hatte es aber mal in irgendeinem Reisebericht gesehen und wollte dann mal selber schauen.

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Die Farben der Bilder sind toll, sind die Original oder hast Du die Bilder nachbearbeitet?
Falls Original: Smartphone oder Kamera?

Hallo @Rukh . Die Bilder stammen alle vom Smartphone (iPhone 13 Pro) und sind größtenteils nachbearbeitet mit einer App, dazu schreibe ich später noch Genaueres, weil ich dazu schon gefragt wurde. Die Fotos so zu bearbeiten ist aber ein Kinderspiel und dauert ca. 15 Sekunden.

Hehe, ich frage nur weil bei uns auch in den nächsten ein, zwei Jahren ein Norwegentrip stattfinden soll, mit dem Tesla hoch bis zum Nordkap. Die Fähre ab NL habe ich auch gesehen gehabt.
Ich wäre nur ein klein wenig enttäuscht, wenn bei uns alles grau in grau aussehen würde. :sweat_smile:

Ich verstehe was du meinst. Ich bearbeite die Bilder immer nach meinem Belieben, für manche ist es vielleicht auch „too much“, wiederum andere würden noch knalligere Farben wählen. Um ehrlich zu sein bringen auch meine Bilder nicht ansatzweise das rüber, was man in natura sieht. Ihr werdet es mit Sicherheit nicht bereuen.

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5. Tag Stryn nach Sæbø, Møre og Romsdal (AirBnB Kapteinåsen)

An diesem Morgen konnten wir einigermaßen ausschlafen, da die nächste Etappe relativ kurz sein sollte. Es geht von Stryn nach Sæbø, also knappe 70km. Nach dem doch ziemlich schlechten Frühstück, Proviant war soweit aufgebraucht, was wir aus DE mitgebracht hatten, ging es erstmal in den Ort Stryn zum Aufladen am SuC und um etwas zum Essen zu finden. Haben uns dann im Supermarkt mit ein paar Sandwiches eingedeckt, Thunfisch, Egg&Bacon etc. Insgesamt 3 Packungen, dazu noch zwei kleine Tetra-Packs Kakao und zack, 20 EUR los :smiley: Auf dem Rückweg zum SuC haben wir dann noch ein Café entdeckt, die „Stryn Kaffebar & Vertshus“, welche wohl auch bei Tripadvisor sehr gute Bewertungen haben soll. Wir waren jedenfalls begeistert vom netten Service und haben uns dann nochmal zwei Warmgetränke, einen Cappuccino und eine heiße Schokolade mitgenommen. Wieder gute 10 EUR adé^^

Für die kurze Reise gestärkt ging es dann gegen Mittag los zur nächsten Unterkunft. Diese Strecke ging dann auch über eine Art Bergpass, viel einspurig mit tiefen Klippen. Keine Menschenseele weit und breit. Uns ist nicht ein Auto entgegen gekommen auf diesem Pass in über 40 Minuten haben wir niemanden gesehen. Die Serpentinen sind immer wieder ein Erlebnis, im tiefen Nebel oder bei Dämmerung oder wenn es schneit, ist das allerdings eine ziemlich anspruchsvolle Strecke und wirklich mit Vorsicht zu genießen. Google sagte uns etwas von 1 Std. Fahrzeit. Liegt daran, dass wohl theoretisch überall 80 erlaubt sind, aber die meiste Zeit fährt man dort mit durchschnittlich 40 km/h, wenn überhaupt. Haben also gute 2 Std. benötigt.

An der Unterkunft angekommen ging es dann ans Hochschleppen der Sachen. Dort habe ich dann auch gemerkt, dass ein Fitnessstudio vielleicht doch keine ganz schlechte Idee wäre. Der Parkplatz lag nämlich so ca. 15-20 Höhenmeter niedriger als das Haus und es gab keine vernünftigen Treppen, sondern nur einen kleinen Schotterpfad. Nachdem ich dort 4 Mal mit Sack und Pack hoch und runter gelaufen bin war ich doch ziemlich fertig und musste erst mal durchschnaufen.

Hier wieder ein paar Bilder:


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Kurzes Zwischenfazit zum Thema „Reisen mit Baby“
An diesem Ort (Sæbø) wollten wir nun eigentlich ganze 4 Nächte verweilen. Meine Nordlichter-App sagte sogar voraus, dass eine 10% Wahrscheinlichkeit besteht, was für diese Jahreszeit und diesen Breitengrad schon sehr gut ist. Letztendlich konnten wir aber leider keine sehen.
Dort kam dann auch einmal kurzzeitig der Gedanke auf, vielleicht im Winter mal zu den Lofoten zu fliegen. Denn ich hatte mir die Strecke nochmal bei Google angeschaut. Von unserem Punkt an dem wir uns jetzt befanden, wären die Lofoten nochmal 1200km entfernt! Reine Fahrtzeit bei Google über 18 Stunden. Realisitisch wahrscheinlich eher Richtung 24-26 Std. Mit einem Baby einfach nicht mach- bzw. zumutbar.
Nun komme ich auch so ein bisschen zum Fazit bezüglich der Reise mit einem Kleinkind und warum wir die anfängliche Route angepasst haben. Denn auch wenn wir an diesem wirklich verlassenen Örtchen einen Glasfaseranschluss mit ner 300er MBit-Leitung genießen konnten^^ (Grüße gehen raus an die EWE und unsere 50MBit-Leitung), ist mir nach der ersten Nacht durchaus bewusst geworden, dass es einfach GAR NICHTS in der Nähe gibt und dieser Ort sowas von der Zivilisation abgeschnitten ist, wie es ein Ort nur sein kann.
Als frisch gewordene Eltern kommen dann automatisch Gedanken auf wie… „hmm, was wäre, wenn das Kind jetzt krank wird, was dann?“.
Wir waren sowieso von der ganzen Fahrerei und dem Geschrei ab und an doch etwas genervt. Insgesamt hat sich die Kleine aber wirklich super gemacht, aber auch wir haben gemerkt, dass so langsam das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Aus dem Grund habe ich mich dann auch dazu entschlossen unsere letzten 2-3 AirBnBs zu stornieren und anstatt wieder ganz in den Süden nach Kristiansand fahren zu müssen, einfach nach Bergen zurückzufahren und dort dann eine andere Fähre direkt nach Hirtshals (DK) zu nehmen. Somit verlieren wir zwar 3-4 Nächte in Norwegen, aber die Rückfahrt wird somit um einiges kürzer und entspannter, da wir eh vor hatten nach Dänemark zu fahren um von dort dann als Zwischenstopp in Hamburg bei Bekannten für zwei Tage zu bleiben. So haben wir unsere Planung also etwas vorgezogen und geändert.
Im Nachhinein muss ich dann schon zugeben, mit nem Baby solch einen Marathon, definitiv nicht die beste Idee gewesen. Wenn etwas passiert wäre, würde man sich sowas wahrscheinlich nie verzeihen. Das muss man einfach bedenken bei so einem Roadtrip. Ich bin sicher, dass wenn wir dort den Notruf gewählt hätten, wahrscheinlich sofort ein Helikopter gestartet wäre, aber es ist halt etwas ganz anderes in einer Großstadt zu bleiben, wo ein Krankenwagen oder Krankenhaus keine 10min. entfernt ist, als irgendwo im Nirgendwo auf einen Helikopter warten zu müssen. Es ist ein reales Risiko, mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Uns ist es aber wirklich erst real geworden, ab dem Zeitpunkt wo man gemerkt hat… „ok, hier gibt es nichts, um hier her zu kommen muss man einen Bergpass überwinden und die nächste größere Stadt ist mit dem Auto fast ne Stunde entfernt“. Da waren wir doch etwas naiv. Letztendlich ist alles gut gegangen, aber man sollte es sich dennoch vorher überlegen. Mit dem jetzigen Wissen, hätte ich wohl anders geplant.

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6-8. Tag Sæbø, Standal, Trandal (AirBnB Kapteinåsen)
Die Zeit im AirBnB war wirklich schön, es gab alles was man brauchte, das Haus war super ausgestattet und der Eigentümer bot auch an, für Holznachschub zu sorgen, wenn man denn welchen bräuchte. Es war aber genügend vorhanden.
So zogen dann die 3 Tage doch relativ schnell vorbei. Während des Aufenthaltes haben wir noch einen kleinen Abstecher nach Standal und von dort mit der Fähre nach Trandal gemacht. Dort gibt es ein Restaurant, welches leider im Winter geschlossen ist, nennt sich Christian Gaard und soll hervorragend sein.
Aber allein die Aussicht von dem Ort entschädigte für das verpasste Essen. Zurück an der Unterkunft fiel auch langsam auf, dass sich das Wetter dem Winter zuneigt. Wo vorher noch ein komplett „kahler“ Berg zu sehen war (siehe Bilder weiter oben), war dieser nun schon leicht schneebedeckt. Abwechselnd ging es dann täglich in den Außen-Whirlpool, der ganzjährig durchgeheizt wird. Strom ist günstig und mit der dicken Thermoabdeckung drüber hält sich der Verbrauch auch einigermaßen in Grenzen.


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Vor der Abfahrt wurde dann noch mit Kabeltrommel+Verlängerungskabel+UMC nachgeladen^^
Allerdings habe ich dann um 23 Uhr einmal den Stecker in der Wohnung angefasst, er war ziemlich warm, sodass ich mich dazu entschied nicht weiter zu laden, besonders nicht über Nacht. Hatten auf 8A gestellt, und mit ca. 1,5 kW geladen.

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9. Tag Sæbø nach Bergen (Hotel Klosterhagen - Familienzimmer)
Nach der ganzen Umbuchung sind wir an diesem Morgen richtig früh losgefahren. Um 7.30 Uhr ging es los. Laut Maps 363km mit einer Fahrtzeit von 6 Std. Das war dann auch tatsächlich der erste Tag an dem wir richtigen Frost hatten. Der Tesla zeigte -2 Grad an, also erst mal vorheizen. Den ganzen Sack und Pack verstaut, Frau und Kind nicht vergessen und los ging es. Das war dann auch die längste Etappe auf dieser Reise und wirklich anstrengend. Da es nicht nur fror, sondern die Straßen auch anfangs noch mega glatt waren (hab mich fast abgepackt beim Einladen) und wir erst mal den Bergpass überwinden mussten, hieß es, Schneckentempo! Nach ner Stunde wurde es dann auch schon warm genug und die Straßen waren frei. Aber Respekt für Leute, die diese Strecken mit nem Wohnmobil oder allgemein im Winter fahren. Sehr enge Serpentinen, gepaart mit Nebel, Dunkelheit und Glätte, ist definitiv nicht die angenehmste Fahrweise.
Sind dann letztendlich um Punkt 15.13 Uhr in Bergen angekommen, haben also fast an die 8 Std. benötigt. Für das Hotel hatte ich mich aus mehreren Gründen entschieden, zum Einen hatte es eine Badewanne, versuchen wir meistens zu bekommen, wenn möglich. Zum Anderen lag es genau zwischen der Innenstadt und dem Fährhafen, beide nur um die 5min. entfernt, daher optimal gelegen. Ich will nicht lügen, die „Free Waffles“ zwischen 17-20 Uhr waren auch ein Argument warum ich unbedingt so früh losfahren wollte :smiley: Es ist ein wirklich nettes, familiäres Hotel, die Räume sind nicht luxuriös, aber die Badezimmer waren super modern und komfortabel, nochmal genau das Richtige zum Entspannen. Geschlafen haben wir die letzte Nacht vor der Abreise dann auch super, lag vielleicht auch am heftigen Regen bzw. Hagel und den tollen Velux-Schrägfenstern genau übern Bett. Zumindest hat dem Baby das Einschlafkonzert gut genug gefallen, sodass alle ausgeschlafen in den nächsten Tag gehen konnten.


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Vor der Abfahrt nochmal sehr günstig für um die 20 Cent/kWh AC (5kW) geladen. Luftlinie 50m vom Hotel entfernt, sehr praktisch, leider mit zeitlicher Einschränkung.

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