Reisebericht und Ladeerfahrungen

1. Badeausflug (Else am See)
Wir kommen bei schönstem Wetter mittags an der Badestelle (inklusive Restauration) an: alle Parkplätze - wie befürchtet - weg. Wir fahren mit unserem Tesla an allen kreuz und quer parkenden Fahrzeugen vorbei und direkt zum Restaurant. Hier natürlich auch alles voll. Bis auf die zwei E-Ladestationen direkt am Restaurant. Geparkt, angesteckt und schon waren wir in der Mitte des Getümmels. Sowas kannte ich eigentlich nur von Fahrten mit dem Motorrad, mit dem man ja auch häufig bis an das Ziel seiner Begierde vorfahren und dort einfach parken kann.

2. Tiefgarage (Passau)
In der Nähe der City einen Parkplatz finden zu können, ist eins der Privilegien für E-Auto-Fahrer ( die dann natürlich auch gleichzeitig laden können). So auch in Passau in einer Tiefgarage. Nur: in einer Tiefgarage hat man selten Empfang, um per Handy die Ladestation auszuwählen und den Ladevorgang starten zu können. Die Karte wollte nicht funktionieren, also musste ich mit dem Handy gen Einfahrt zurücklaufen, bis ich Empfang hatte. Dort klappte alles: Ladestation auswählen und auf Zuruf („jetzt einstecken!“) den Ladevorgang beginnen lasse - (wie macht man das ohne Beifahrer?). Frage ich mich nur: wie kann man eine Ladesäule in einer Tiefgarage planen, die mit dem Smartphone zu aktivieren ist? Da lobe ich mir die Tesla-Methode: Hinfahren, einstecken, lädt!

3. Kotor (Montenegro)
Leider gibt es ja keine App, die alle Ladestationen anzeigen würde. Manche werden angezeigt, da ist dann aber keine - andere gibt es, von denen weiß man als Ortsunkundiger nichts. Nicht einmal die im Tourismusbüro konnten uns helfen. Also haben wir in Kotor einen Taxifahrer gefragt und an einer Tankstelle gehalten, um in Erfahrung zu bringen, ob es hier in der Nähe eine Lademöglichkeit gibt. Der Taxifahrer war sehr bemüht und telefonierte gleich seine Kumpels ab. Das Tankstellenpersonal wusste von nichts.

Ein Motorradfahrer aus Kotor hat dies mitbekommen und gleich seine Hilfe angeboten: er lotste uns zu der einzigen Station in Kotor, direkt an der die Altstadt umgebenden Mauer. Allerdings: Die beiden Stationen waren nicht zugänglich: da parkten Verbrenner. Wir wollten aber wenigstens wissen, ob wir dort laden könnten.

Und während wir die Station nach der Vorgehensweise erkundeten, kam ein junger Mann: „Ich habe vorhin gesehen, wie Sie mit ihrem Tesla Richtung Ladestation gefahren sind, da bin ich gleich umgekehrt und wollte Ihnen den Parkplatz frei machen.“ Die Leute hier sind wirklich sehr freundlich und zuvorkommend. So jedenfalls unser Eindruck nach etlichen Tagen in Montenegro.

Jedenfalls konnten wir also in der Nähe der Altstadt kostenfrei parken und obendrein kostenfrei laden.

4. Urlaubstage in Oberösterreich (Ardagger Markt)
Die Ferienwohnung hatte zwar keinen Destination-Charger, aber in Fußnähe (5 Minuten) hatte die Gemeinde eine Ladestation installiert, die man kostenfrei nutzen konnte: einen Schukostecker-Anschluss, an dem ein Twiggy „nuckelte“ und einen 11 KW-Typ2-Anschluss, den wir nutzen konnten. So waren weitere Ausflüge und eine Schlussladung vor der Weiterfahrt auf 90% völlig unproblematisch.

5. The Chedi Luštica Bay (Montenegro)
Eine noble durch Schranken abgesperrte Location, die wohl erst vor wenigen Jahren gebaut wurde, konnten wir unkompliziert erreichen, in dem wir an der Schranke ins Mikro sprachen: „Wir würden gerne unseren Tesla am Destination-Charger aufladen“ (natürlich auf Englisch), woraufhin sich die Schranke öffnete. Der Charger war zwar von einem Verbrenner blockiert, aber das Hotel-Personal organisierte schnell, dass der (hoteleigene) Wagen weggefahren wurde. Der Ladeplatz war zwar sehr eng, aber aussteigen ging gerade so. Wir haben es uns dann einige Stunden gut gehen lassen, beim Hotel getrunken und gespeist und konnten dann unsere Spritztour (mit wundervollen Ausblicken) wohlgeladen fortsetzen.

6. Mega Yacht Marina - Porto Montenegro
Am Destination-Charger angekommen, mussten wir feststellen, dass wir zu spät waren: Anstecken konnten wir zwar, aber die Säule war stromlos und nach 17:00 Uhr ist das Marina-Büro, wo man sich einen Chip kaufen kann, nicht mehr besetzt. Aber als wir uns mit dem Parkplatz-Wächter unterhielten, kam ein Marine-Angestellter vorbei, tätigte einen Anruf, sorgte dafür, dass unsere Ladesäule freigeschaltet wurde und vertraute darauf, dass wir in den nächsten Tagen vorbeikommen und die Rechnung begleichen würden. Der Strom war recht teuer (glaube 20€ für eine volle Ladung), aber eigentlich wurde uns nur der Stellplatz verkauft, denn in Montenegro darf niemand Strom verkaufen, außer dem lokalen Energieversorger. Das ist auch der Grund dafür, dass es in Montenegro zwar so manche Ladesäule gibt, aber „außer Funktion“ oder abgesperrt ist.

7. Senj (Supercharger auf dem Weg nach Montenegro)
Ein bisschen komisch war das schon: Auf den mit Schranken versehenen Parkplatz fahren? Und dann noch Parkgebühren entrichten? Egal - wir hatten ja keine Wahl. Also haben wir angestöpselt, sind zum paar Minuten entfernt gelegenen Restaurant gegangen (mit Meerblick) schnabuliert und dann zurück. An der beschrankten Parkplatzausfahrt saß der Pförtner - winkte uns bloß durch. Schöne Überraschung!

8. Wanderung (fast egal, wo)
Nach einer halben Stunde Wandern plötzlich die Idee: haben wir den Wagen überhaupt abgeschlossen? Nur um den Wagen sicher abgeschlossen zu haben, wieder zurückwandern? Nein! Blick in die Tesla-App: oh, Wagen ist noch offen! Dann auf „abschließen“ geklickt. Die Wanderung beruhigt fortgesetzt.

9. Nicht funktionierende Ladesäule (Ulcinj)
Auf den meisten Ladeapps gar nicht zu finden und bei Plugshare als „nicht funktionierend“ gekennzeichnet - das war ein kleiner Schockmoment als wir bei unserem Hotel in Ulcinj mit 40% ankamen - wo es doch hieß: Typ 2-Ladung in der Nähe des Hotels möglich. Aber „probieren geht über studieren“ heißt es doch. Wir also hin - unverständliche Hieroglyphen auf dem Display. Einfach mal den Tesla angesteckt - und siehe da: kostenloses Laden mit 11 KW! So lässt man sich gerne mal überraschen! Und: einen Tag später hatte das Hotel selber eine Wallbox! Das ergab dann stresslose Urlaubstage…

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