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Reise in Norwegen

Wie einige schon wissen, lebe ich in Norwegen. Sowohl im letzten als auch in diesem Jahr wurde der Urlaub in Norwegen verbracht. Ich wollte einige Erfahrungen mit dier TFF-Community teilen, die vielleicht für den einen oder anderen von Nutzen sein könnte.
Ich fahre seit 2015 Elektroauto, und in diesem Jahr sind meine Frau und ich mit unserem Model S von Fredrikstad (liegt ganz im Süden Norwegens, 50 km von der schwedischen Grenze entfernt) in Richtung Norden gefahren. Das Nordkapp war für uns ein mögliches Ziel, aber wir waren uns gar nicht so sicher, wie weit wir fahren wollten.
Ich lade bei Teslas Superchargern, wenn es möglich ist, aber in diesem Jahr wollte ich eventuell die Küstenstrasse fahren (Küstenabschnitt von Bergen nach Bodö), und daher musste ich auch andere Ladeanbieter in Anspruch nehmen. Ionity ist mir zu teuer. Deshalb habe ich mich bei Plugsurfing, Fortum Charge & Drive, Mer, inCharge, CirkleK, Recharge und Charge365 registriert. Da hat man 99% aller möglichen Lademöglichkeiten in Norwegen abgedeckt.
Dann war wichtig zu wissen, dass die Haupturlaubszeit in Norwegen vom sich 20.6 bis 15.8. streckt, aber die meisten fangen ihren Urlaub Anfang Juli an. Daher hatte ich meine Reise vom 28.6.-7.7. geplant. Zudem wusste ich, dass die Norweger aus Nordnorwegen die E6 gegen Süden nehmen. Die Touristen (Norweger als auch Ausländer) nehmen gerne die Küstenstrassen gegen Norden. So plante ich die Reise „gegen den Strom“, welches bedeutete, rasch in Richtung Bodö (Mittelnorwegen) zu kommen, um dann langsam die Küstenstrasse wieder in Richtung Süden zu fahren. Und das ist genau das, was ich euch allen, die eine eventuelle Reise nach Norwegen planen, stark empfehle. Gegen den Strom zu fahren bedeutet, dass einem der ganze Verkehr entgegenkommt, die eigene Fahrbahn ist aber bleibt ziemlich frei, und die Wahrscheinlichkeit, hinter einem Wohnmobil hängenzubleiben, ist geringer. Zudem sind die Autoschlangen vor den Fähren sehr viel kürzer. Nur einmal mussten wir eine Fähre „überspringen“. Alle anderen Fähren (und es sind viele Fähren zu nehmen) waren problemlos, teilweise waren es nur sehr wenige Autos, die mit uns auf der Fähre standen.
Warteschlangen an den Ladern gab es kaum. Das Ladenetz ist jetzt schon recht gut ausgebaut. Die Preise für das Laden variieren. „Mer“ ist recht teuer, und das gilt auch für „Circle K“. Dagegen ist Fortum recht günstig, und auch Charge365 war billig, insbesondere, wenn man etwas Zeit mitbringt. Das billigste Laden erlebte ich, als ich abends beim Hotel bei Charge365 mit 16 kW (Schnarchlader) AC lud. Da kosteten mich 64 kW 21,- NOK.
Zum Verbrauch:
Wir sind 3400 km gefahren. Davon waren es ca 800 km Autobahn (da fahre ich um die 120 km/h), der Rest Landstrasse (60-80 km/h), aber diese mit Steigungen bis zu 12%. Ich bin kein „Langsamfahrer“. LKW und Wohnmobile will ich hinter mir haben. Sperren die Sicht, und das nervt. Bei zügiger Fahrweise lag der Verbrauch bei 170 Wh/km (Fahre ein Model S Performance Raven 2020). Ohne Probleme ist es möglich, einen Stromverbrauch von 160 Wh/km zu haben. Man muss einfach etwas vorsichtiger mit dem Gaspedal umgehen.
Auch wenn die Übernachtungen und auch das Essen hier einiges kosten, so ist das Laden billig, und daher auch ein Urlaub erschwinglich.

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Danke für deine Ausführungen👍.
In 4 Wochen geht es für uns auch nach Norwegen :smiley:. Wir sind zum ersten Mal in Norwegen und „trauen“ uns daher erstmal nur bis Kristiansund. Wir wollen aber auch irgendwann noch auf die Lofoten oder sogar bis zum Nordkap.
Mal schauen.
VG

würde es eigentlich sinn machen soviel wie möglich über schweden ans nordkap zu fahren ? keine maut in schweden und keine fähren oder tunnel zu bezahlen. norwegen ist auf dem weg nach da oben sowas von „zerklüftet“ :wink: reicht wohl wenn man dann weiter oben noch genug davon hat.

Wir planen Ende August an den Nordkap zu fahren - unsere nachgeholten Flitterwochen dann!

Freuen uns drauf, hoffe mit SuC und Lichtblick komme ich gut genug durch.

Wie sieht es derzeit mit den Einreisebestimmungen bezüglich Corona aus und kommt man problemlos durch Dänemark durch?

Danke - bezüglich der „Registrierung“ fürs Laden - beschränkt sich das auf eine App auf dem Smartphone oder bekommt man da Karten etc. zugeschickt? Abrechung über Kreditkarte?

Hast Du Dich auch für die Nutzung der Fähren registriert oder lohnt das nicht?

Hallo. Muss man in Norwegen die Hotels schon lange vorbuchen oder kann man kurzfristig buchen?
Danke für Deinen tollen Bericht.

Hallo.

Für Dänemark weiß ich es im Moment noch nicht genau.

Für Norwegen benötigst du das digital Corona-Zertifikat, oder du musst nachweisen, dass du aus einem „grünen“ Land kommst und dich dort mindestens die letzten 10 Tage aufgehalten hast.

Einreisebestimmungen Norwegen

VG

Es heißt wohl, dass die Norweger dieses Jahr „alle“ im Inland Urlaub machen. Desweiteren sind einige Hotels auch noch sogenannte Corona-/ Quarantänehotels. Deswegen stehen weniger Kapazitäten zur Verfügung.
Allerdings haben wir (übers Reisebüro) jetzt verschiedene Hotels für Mitte bis Ende August gebucht.
VG

Das klingt problematisch:

Wenn man über Dänemark+Schweden einreist (Transit durch ein nicht grünes Gebiet?) - und könnte Pech haben.

Das digitale Zertifikat ist ja schön - nur können es meine Kinder nicht bekommen, das sie ja nicht geimpft werden können?

Im Moment ist Dänemark und Schweden zum großen Teil grün und sollte kein Problem darstellen.
Wir nehmen die direkte Verbindung Kiel-Oslo :ferry:. Nur auf dem Rückweg fahren wir durch Dänemark.
Wie es sich mit Kindern verhält, weiß ich leider nicht.
VG

Liebe TFF-Freunde!
Ich sehe, es öffnen sich neue Fragen, und ich werde versuchen, diese so gut ich kann, zu beantworten. Einiges müsst ihr selbst in den Offiziellen Seiten der norwegischen Regierung heraussuchen, weil sich wöchentlich die Bestimmungen ändern.

  1. Die grösste Hürde ist ja die Pandemie, und der Status aller Länder verändert sich fortlaufend. Dänemark ist nun gelb geworden, und keiner Weiss, wie es sich weiter entwickeln wird. Alle, die im Ausland Ferien machen, sollten sich auf eine Art der Quarantäne in ihrem Land vorbereiten.
  2. Wer schnell zum Nordkapp will sollte sich tatsächlich die Reiseroute über Schweden ansehen. Die Strassen im Norden sind gut, und wer keinen “Waldkoller” kriegt, wird zufrieden sein. Als damals das 96-Stunden-Race von Gibraltar zum Nordkapp vom Stapel lief wurde auch von den meisten Teilnehmern die Reiseroute über Schweden gewählt.
  3. Corona-Hotels: Die wenigsten Hotels werden als Quarantäne-Hotels verwendet. Die Hotels, die die Pandemie bis jetzt überlebt haben, sid ganz normale Touristen-Hotels, aber es werden weniger Gäste untergebracht. Wenn man nur zu zweit ist, kann man mit grosser Wahrscheinlichkeit von Tag zu Tag buchen. Der Nachteil ist, dass man sich dann nicht unbedingt das Hotel aussuchen kann.
    Ich habe es so gemacht, dass ich einige Hotels vorgebucht hatte. Das waren entweder Hotels, die für die Reise “Schlüsselpositionen” hatten, oder es waren Hotels, wo rasch klar wurde, dass die schnell vollgebucht werden. Ansonsten habe ich Hotels fortlaufend gebucht, weil man ja nie Weiss, wie weit man am darauffolgenden Tag fahren will.
  4. Coronazertifikat ist immer zu empfehlen. In Deutschland sind viele geimpft, und die Empfehlung der norwegischen Regierung ist, dass die Einreisenden geimpft und einen negative Test vorweisen können. Ist man ersteinmal eingereist, so verlangt hier keiner ein erneutes Vorzeigen eines Zertifikates.
  5. Registrierung fürs Laden. Man kann sowohl mi tapp als auch mit RFID laden. RFID ist einfacher. Das geht ruckzuck, und insbesondere wenn es regnet, will man ungern vor dem Lader stehen, und im App den richtigen Lader finden. Habe RFID für Fortum C&D, Mer, Plugsurfing und InCharge (InCharge ist in Schweden weit verbreitet und hatt einige Lader weit im Norden). Alles andere läuft über ap pund funktioniert. Der Vorteil mit dem app ist dass man da in Echtzeit sehen kann, ob der gewünschte Lader, den man ansteuert, auch frei ist.
  6. Eine Reise nach Kristiansund hört sich super an. In der Nähe von Kristiansund ist ein Strassenabschnitt welcher im diesem Jahr zum schönsten Reiseabschnitt der Welt gekoren worden ist. In Google “Atlanterhavsveien” eingeben. Freut euch, aber hier wieder der Tipp: Ersteinmal rasch Richtung Norden, dann «Atlanterhavsveien» vom Norden her anfahren.
  7. Lofoten: Habe dort einige Jahre gelebt und kenne die Gegend recht gut. Die Lofoten sind gegen Mitte/Ende Juli von Touristen total überlaufen. Wer dorthin will, sollte im ersten Teil des Sommers anreisen. Auch Übernachtungen sollten früh gebucht werden.
  8. Nordkapp: Wie schon früher erwähnt ist es «arschweit” zum Nordkapp. Man sollte drei Wochen einplanen, wenn man erholt wieder in Deutschland ankommen ist. Man kann es auch in 14 Tagen schaffen, dann muss man aber anschliessend eine Woche Urlaub haben, um sich von der Fahrt zu erholen ;-). Und wer kleine Kinder hat soll meines erachtens nach eher nicht zum Nordkapp.

Denn mal gute Reise!!

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Ich bin es nochmal…
Habe gerade die ersten Berichte von Elektrofahrern, die auf den Lofoten waren. Alle sagen das gleiche: bis zu den Lofoten ist alles super, aber die Ladeinfrastruktur auf den Lofoten ist regelrecht scheisse. Wenige Lader, und überhöte Preise.
Daher scheint es wohl das beste zu sein, in diesem Jahr andere Ziele als die Lofoten anzusteuern.

Naja - wie wäre es mit Haushaltssteckdose über Nacht (meist kostenlos). EIn Supercharger ist vorhanden und überhaupt so riesig sind die Lofoten jetzt nicht (aber wem sag ich das), dass man da permanent laden müsste weil man tausende von km fährt. Da sollte man den Ball schon flach halten. Es gibt schon ein paar 22kW Säulen die man nutzen kann - ja billig sind die nicht, aber so what - für das bisserl was man dort typischerweise im Urlaub braucht.

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Lohnen sich die Ladekarten dort denn? In der Lichtblick-App kann ich dort als Kunde für 29 Cent pro kWh laden AC…Wollte nicht unbedingt mir was anderes besorgen.

Dort == Lofoten? Also ich habe nur an Schuko und Supercharger geladen in den paar Tagen die wir dort waren. Eben recht voll geladen auf die Fähre.

In Reine soll ja dieses Jahr der zweite SUC für die Lofoten kommen.

Allgemein in Norwegen. Ich plane die Lofoten vom Norden aus anzufahren. Habe dort auf die Fähre keine Lust, finde ich ziemlich überteuert. Da fahre ich lieber zweimal die Strecke :blush:

Ich bin immer mit Laden am Hotel/Unterkunft und SuC ausgekommen - Ladekarten nur für Notfälle oder falls wirklich genau dort, wo das Auto geparkt wird, eine LS war (hatten wir glaube ich nie wirklich) oder eben nur um zu testen und GE zu aktualilieren (ich habe alle möglichen Ladekarten schon seit Jahren und probiere dann einfach durch).
Außer zwischen Norkapp und Kirkenes (dort eine App gebraucht die recht scxhwer zu bekommen war, da nicht im store von apple oder android für DE Gäste), aber mittlerweile gibt es da ja auch mehrere SuCs.

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Über Schweden geht es schnell in den Norden, aber es ist SEHR eintönig. Es gibt nur Wald und Wald und Wald und Seen und rote Häuser. Die Abwechslung liegt in der Reihenfolge :blush:. Autobahn ist im Süden gut ausgebaut, im Norden nur noch eine Spur je Richtung und dazu alle 2 Kilometer eine Möglichkeit zum Überholen.

Wir sind im August 2020 von Stuttgart über Schweden ans Nordkap und über die Lofoten wieder zurück (16 Tage). Verkehr hatten wir nur rund um Stockholm und Oslo. Alles andere war wie ausgestorben.

Nachdem es nun in Alta, Skaidi und Honningvag Supercharger gibt, sollte man nichts anderes mehr brauchen. Die hatten letztes Jahr noch gefehlt. Da wars dort oben doch recht dünn mit Strom. Trotzdem hatten wir nur einmal in Schweden und einmal in Norwegen an einer anderen Ladesäule geladen. Alles andere am SuC oder in Hotels. Tip: Die Hotels in Olderfjord und Honningsvag haben Lader und die sind wohl kostenlos.

Wir haben uns zwar auch Fortun und GronnKontakt (heute Mer) Karten bestellt, die kamen aber erst nach der Reise per Post an (zu kurzfristig bestellt). Für die zwei Ladungen haben wir einfach spontan die jeweilige App heruntergeladen. Das dauert dann zwei Minuten länger und gut. Wenn es in einem Land keine Probleme mit Elektrofahrzeugen gibt, dann ist es in Norwegen.

Man sollte auch bedenken, dass bei den erlaubten Geschwindigkeiten der Verbrauch extrem niedrig ist und damit oft über Nacht Laden im Hotel völlig ausreicht (400 km am Tag sind auf diesen Straßen schon viel).

Zu Corona: prüft bevor ihr nach Schweden oder Finnland fahrt, ob ihr von dort weiter nach Norwegen kommt. Wir hatten im August 2020 den Fehler gemacht nach Schweden zu fahren und nicht bedacht, dass da der größte Teil des Landes rot war. Nach Finnland konnten wir dann nicht einreisen und um nach Norwegen zu kommen mussten wir wieder zurück in die Mitte von Schweden fahren (>1.000 km Umweg). Damit hatten wir dann das Vergnügen noch mehr Wald zu sehen :frowning: .

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Ich habe gestern die ersten Berichte von Teslafahrern hier in Norwegen lesen können, und die Berichte waren für die Lofoten nicht gerade ermunternt. Lofoten ist eben die norwegische „Lade-Diaspora“, und das sollte man wissen, bevor man dorthin fährt.