Rechner Model Y: Abo vs. Kredit vs. Leasing

Hallo,

ich habe mir mal eine kleine Tabelle gemacht, um die verschiedenen Möglichkeiten einer Anschaffung fürs Model Y zu vergleichen. Das Szenario war: Barkauf aus eigenen Mitteln entweder nicht gewollt (Liquidität sichern) oder nicht möglich (keine 60k rumliegen).

Annahmen bzw. Anmerkungen:

  • Model Y LR „Kasse“ (weiß, schwarz, 19"), Preisstand: 4. April 2022
  • Anzahlung (wo nötig) = BAFA i.H.v. €5k (beim Kredit (ING-Diba) entsprechend die benötigte Summe reduziert: 57.970 - 5.000 BAFA = 53.000 Kreditsumme)
  • Laufleistung 10tkm/Jahr
  • Reifen als Pauschale, 1x Winterreifensatz ohne Felgen inkl. Einlagerungen/Wechsel über die gesamte Laufzeit
  • Versicherungsprämie als Mittelwert (1.200,- VK pro Jahr)
  • Keine Ladekosten (zu individuell)
  • Keine Kosten für Anlieferung/Anreise bei Abholung (zu individuell)

Nicht alles ist wegen der verschiedenen Bedingungen zu 100% vergleichbar: So bieten einige Anbieter nicht alle Laufzeiten an (finn.auto nur 6 Monate), andere haben Mindestlaufzeiten, andere maximale Laufzeiten. Daher drei Laufzeiten verwendet, die ich dann der Vergleichbarkeit halber hoch- oder heruntergerechnet habe. Bei Teslanow war ich mir nicht ganz sicher, ob die hohe Anzahlung von der BAFA erstattet wird (ich glaube nicht). Bei like2drive ist keine Wahl der Farbe/Ausstattung möglich, so dass ich davon ausgehe, dass sie das Kassengestell anbieten. Beim Ballonkredit von Tesla steht nach 36 Monaten natürlich ein zu bezahlender Restwert da und der Kredit der ING-Diba läuft auf 96 Monate, da kommen also über die Laufzeit ordentlich Zinsen drauf.

Die Vergleichbarkeit hinkt natürlich auch dadurch, weil nur die Fixkosten über einen definierten Zeitraum einfließen und „weiche“ Faktoren wie persönliches Empfinden, eigene Lebenssituation oder schlichtweg Präferenzen keinen Einfluss nehmen können. Aber es gibt einen guten Überblick.

Für mich war selbst faszinierend, wie viel günstiger ein klassischer Kredit am Ende ist. Abgesehen vom Faktor, dass ich dadurch das Auto auch jederzeit (nach Ablauf der BAFA-Haltefrist) und mit wenig bis gar keinen Verlust abstoßen kann. Die Flexibilität der Abo-Anbieter und das Gefühl, alles aus einer Hand zu erhalten, kosten halt Geld. Am Ende eine Entscheidung abhängig von der jeweiligen Lebenssituation.

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Ich halte Leasing, selbst wenn es in der Firma noch diverse Steuervorteile hat, immer noch für viel zu teuer.

Bei Leasing erhält man einiges an Sicherheit und Komfort, bezahlt aber einen sehr hohen Preis dafür.

Sicherheit, einfach darin, dass man recht genau weiß, was das Auto kostet und sich keine Gedanken um Wertverlust machen muss.

Komfort, weil man das Auto am Ende der Laufzeit einfach abgibt und ggf. das neue schon da ist.

Bei der Rückgabe kann es aber noch zu teuren Überraschungen kommen, wenn der Wagen Beschädigungen hat, oder extrem genau geprüft wird, können da schnell ein paar Tausend Euro an Nachzahlungen zusammen kommen.

Selbst wenn bei Teslas der Wertverlust deutlich steigen sollte, kann ich mir nicht vorstellen, dass der Wertverlust auch nur in die Nähe der Kosten beim Leasing kommt.

Bei einem Kredit ist der Zinssatz das entscheidende Kriterium neben flexiblen Möglichkeiten wie Sondertilgung, vorzeitige Ablösung etc.

Die Rate ist völlig unwichtig während beim Leasing die Rate inkl. Einmal und Schlusszahlung entscheidend ist.

→ Deine Rechnung sagt nichts aus. Die eigentlichen monatlichen Kosten kann man bei einer Finanzierung erst nach dem Verkauf berechnen. Einkaufspreis - Verkaufspreis - Zinsen. Auf das Monat umgelegt kann man dann im Nachgang mit Leasing vergleichen. Durch die hohen Verkaufserlöse wird Leasing immer schlechter abschneiden.
Z.B. mein Model 3 aktuell

  • Gekauft für 56 k€ - 6 k€ Förderung = 50 k€
  • WKDA-Angebot aktuell 48,4 k€ = 1,6 k€ Wertverlust seit 09/2020 also 19 Monate
    → 1,6 k€ / 19 = 30 € pro Monat Wertverlust + ca 12 € Zinsen pro Monat = 42 € pro Monat :smiley:

Ich habe jetzt bei meiner Hausbank für das Model Y einen weiteren Kredit aufgenommen.

  • Zinssatz: 2,2%
  • Sondertilgungsmöglichkeiten und Ablöse vorhanden
  • fester Zinssatz für 6 Jahre

Im Vergleich: Model 3 aus 2020 Kreditkonditionen

  • Zinssatz: 1,5%
  • Sondertilgungsmöglichkeiten und Ablöse vorhanden
  • flexibler Zinssatz (bisher unverändert)

Wie man sehen kann: Die Zinsen sind schon kräftig gestiegen. 2,2 ist aber immer noch gut. Weiter steigende Zinssätze sind anzunehmen → deshalb als fest garantierter Zinssatz abgeschlossen.

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Danke Dir für die Einordnung. Ich würde nicht sagen, dass meine Rechnung „nichts“ aussagt, sondern schon einen Überblick gibt, was an Kosten pro Monat auf einen zukommen.

Wie ich schon schrieb, sind die individuellen Optionen zu verschieden. Rein kaufmännisch hast Du natürlich recht, weil bei einem Kredit ja ein Gegenwert (das Auto selbst) in den Büchern steht, während fast alle anderen Optionen die reine Nutzung widerspiegeln. In der Vergangenheit ging die Rechnung mit dem Verkauf des Teslas nach 6, 12 oder 18 Monaten immer auf, weil der tatsächliche Wertverlust sehr viel geringer war, als Tesla es selbst durch die Leasingraten kalkuliert. Ich hielte es aber für unseriös, das auch pauschal für die Zukunft anzunehmen.

Und es gibt immer Menschen bzw. Lebenssituationen, in denen so ein Abo-Modell die bessere (nicht günstigere) Option sein kann.

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Da hast du natürlich recht. Es ist eine Prognose für die Zukunft. Leasing ist Sicherheit. Mit einem Kredit spekuliert man auf vorteilhafte Verkaufspreise in der Zukunft. Der Schuss kann also nach hinten losgehen. Aufgrund des extrem schlechten Leasingfaktors bei Tesla ist etwas Spekulation aber angesagt. :slight_smile:

Ich finde nur die Bezeichnung Kosten für die Tilgung eines Darlehens nicht richtig.

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So habe ich 2015 auch gedacht beim ersten Model S.
Bislang bin ich beim Verkauf aber nie enttäuscht worden und finanziere mittlerweile.
Halt das Risiko für unterdurchschnittlich, aber klar: Risiko gibt es immer…

Ich habe mich deshalb für das erste MY für eine Vario-Finanzierung über MeinAuto entschieden.
Ich entscheide mich dann nach 24 Monaten, ob ich das Auto übernehme bzw. anderweitig verkaufe oder es zurückgebe. Mal sehen, wie es läuft…

Ich habe auch hin und her gerechnet, das Angebot war dann letztlich das finanziell günstigste

  1. Danke für die Übersicht.

  2. Das hier:

zeigt einen Fehler, den 95% aller Menschen machen, selbst (schlechte) Banker und andere Menschen, die im Finanzsektor arbeiten.

Du hast die monatlichen Ausgaben verglichen. Die monatlichen Kosten kannst du davon aber (vor allem beim klassischen Kredit) nicht ableiten. Genauso gut könntest du ein endfälliges Darlehen vergleichen, bei dem die monatlichen „Kosten“ = Null sind. Oder du vergleichst ein Darlehen mit 12, 24 oder 36 Monaten Laufzeit. Oder einen Ballon. Da hast du selbst ja erkannt, dass das Schwierigkeiten bringt.
Deutlich wird das auch, wenn du den Barkauf nach den gleichen Maßstäben noch in die Tabelle dazuschreibst: Da stünden dann „Kosten“ von 53 T€ und zwar nach 6, 24 UND 36 Monaten.

Also: Um die monatliche Belastung zu rechen, macht deine Tabelle durchaus Sinn. Den eigentlichen Punkt, der für ein Leasing spricht, deckst du damit aber nicht ab: Die im Leasing enthaltene „Restwertversicherung“ (im Moment deutlich zu Lasten des Leasingnehmers, klar). Aus Gründen des hohen Restwerts macht ein Leasing (Miete, …) im Moment keinen Sinn. Um Risikominimierung zu betreiben, kann das aber durchaus trotzdem interessant sein. Und man sieht an deiner Tabelle auch sehr schön, dass auch die verschiedenen Anbieter von Miete/Leasing sich im Preis DEUTLICH unterscheiden. Auf einmal schneidet das von vielen so verteufelte Tesla-Leasing gar nicht mehr so schlecht ab :wink:

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Ja, Du hast schon recht. Der „Denkfehler“, dass hier (betriebswirtschaftlich) Äpfel mit Birnen verglichen werden, war mir schon klar. Die Kalkulation eines Restwertes ist und bleibt Glaskugel. Wenn der Gebrauchtwagenmarkt für Tesla irgendwann in das Niveau kommt, das wir alle seit Jahrzehnten kennen, bekommt diese Rechnung ein anderes Gewicht. Wegen BAFA und der Einkaufssituation in Dänemark, Finnland & Co. hat das eine Unwucht.

Und nicht falsch verstehen: Ich bin selbst ein großer Freund des Leasings, habe die letzten 10 Jahre aus Prinzip nur geleast. Mein aktuelles Model 3 habe ich tatsächlich gekauft (über Kredit bei der ING) … im Wissen, dass ich den Wagen nicht die volle Länge des Darlehens über fahren werde.

Am Ende entscheiden sich viele doch übers Bauchgefühl. Beispiel: Wenn ich den Wagen kaufe (ob bar oder vollfinanziert), kann ich ab Tag eins Modifikationen vornehmen, wie ich will (Fahrwerk & Co.), beim Leasing überlege ich mir das. Gleiches gilt für die Kilometerbegrenzung. Das sind aber Faktoren, die so individuell sind, dass man sie kaum in eine Kosten-Übersicht packen kann, weil sie subjektiven Wert haben. Aber man braucht ja mal eine Baseline :wink:

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Meine favorisierte Finanzierung eines Neuwagens? Das wäre dann diejenigen, die mir über die anvisierte Haltedauer gerechnet die geringsten Kosten verursacht :slight_smile:.

Das war nicht selten Leasing, bis vor nicht allzulanger Zeit war es ja gar kein großes Problem, ein Auto mit 60k Listenpreis für 2 Jahre für unter 200€ im Monat zu leasen -brutto versteht sich.

Aber beim Tesla scheidet Leasing eigentlich für alle, denen sich die Wahl stellt, aus, wenn man auch nur einen Funken Risiko in Kauf nimmt.

Ich prognostizierte den Restwert eines gepflegten MY „Kassengestells“ bei Verkauf von Privat nach 4 Jahren und 80.000km auf 60% des aktuellen Listenpreises. Das wären 34.200€ Restwert, und damit ca. 390€ / Monat nach Abzug der Umweltprämie und Berücksichtigung der Kosten für die Auslieferung. Beim Privatleasing werden dafür bei 5.000€ Anzahlung 611€ / Monat aufgerufen. Das sind über 10.000€ Unterschied (auf 4 Jahre gerechnet). Da muss beim Restwert irgendwas richtig schief gehen, bevor Leasing in Führung geht.

Oh, und ich komme bei einer Finanzierung über Tesla jederzeit aus dem Stunt wieder raus, und zahle neben dem offenen Betrag „nur“ 1% Vorfälligkeitsentschädigung.

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So ist es!
Das Ganze noch liquiditätsfreundlich in einem Ballonkredit verpackt und kann man immer wieder aktuelle Modelle fahren, „ohne das man es finanziell merkt“.

Da ist ING über 96 Monate mit der Option jederzeit auszusteigen oder abzulösen deutlich günstiger als der Tesla-Ballonkredit. Der Ballonkredit ist nur interessant wenn Tesla das Auto garantiert für die Schlussrate zurücknimmt. Das wäre die Ideallösung für Angsthasen. So funktionieren die Ballonkredite aller anderen Hersteller. Man hat eine garantierte Rücknahme.

Kann man bei Tesla auch bekommen, die verbriefte Rücknahmegarantie.
Da habe ich im Falle meines Model X dankbar Abstand von genommen, da der Preis auf dem Gebrauchtwagenmarkt deutlich höher war.

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Krass, bei uns in der Schweiz gibt es keine Privatkredite unter 3.5% (eher in Richtung 4.5 - 5%).

3-5%: Das ist übel!

Bei mir: Auch für D sind meine Zinssätze top. Ich bekomme diese bei „meine Volkbank Raiffeisenbank“ und weiß, dass die örtlichen Sparkassen ihren Kunden vergleichbare Angebote machen.

→ Ein Wunder, dass bis heute Internet-Anbieter hier keinen Stich machen können! Dort geht es oft erst bei 2,99% los.

@Muelforther, danke für den tollen Vergleich! War selbst zu faul und hab das nur überschlagen, kam aber auch zum selben Ergebnis.

Was Leasing aber überhaupt nicht berücksichtigt, ist eine Anschlusslösung. Der Leasingeber zieht dir nach vereinbarter Laufzeit von z. B. 24 Monaten das Fahrzeug ab. Ob du dann schon ein Neues hast oder nicht ist ihm völlig egal.

Nehmen wir mal ein total unrealistisches Beispiel. Angenommen man hat im Januar 2020 ein Fahrzeug geleast und bekommt es Ende Q1 2020. Das fährt man dann zwei Jahre und bestellt passend zu Q1 2022 ein Neues. Es wäre ja völlig unrealistisch, dass eine Pandemie ausbricht und Lieferketten zusammenbrechen und alle Hersteller bis auf einer nicht mehr liefern können und der eine einfach mal den Preis von einem Tag auf den anderen um 7.000 € erhöht. Wie gesagt, völlig unrealistisch, würde ja niemals passieren. Aber trotzdem säße man dann ohne Auto da.

Kurzum, ein völlig unterschätzter Faktor beim Leasing ist die Anschlusslösung und auch stark variable Kilometerleistungen. Bei einem Eigentumserwerb kann man bis auf Anpassung der Kilometer einfach so viel fahren, wie man möchte und das Fahrzeug abgeben, wenn man ein Neues hat. Das ist bei Leasing nicht möglich.

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Das kommt auf den Anbieter an. Händler vor Ort…

  • bieten Übergangslösungen z.B. Leasing-Verlängerung bis das neue Fahrzeug da ist an,
  • oder nach Leasing-Ende das Fahrzeug zum Restwert zu kaufen.

Bei den günstigen (aber nicht immer günstigeren) Internet-Anbietern a leasingmarkt.de gibt es das natürlich nicht.

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Man kann das sicherlich aus vielen Blickwinkeln betrachten. Aber mir fehlt hier auch das Risiko des Technologiefortschrittes.
Die Elektromobilität wird sich durchsetzen und wir werden hier ( so denke ich) bald große Sprünge in Reichweite, Ladeleistung und Modellpaletten sehen. Wer aber will dann einen „altes“ E Auto ? Ich bin mir bei der Fragestellung sehr unsicher gewesen und habe daher ganz bewusst Leasing gewählt. Ich möchte mir nach 36 oder 48 Monaten darüber keine Gedanken machen müssen. Und das dieser „Komfort“ auch etwas kostet ist mir auch bewusst.

Allerdings bin ich auch (noch) Dieselfahrer. Da kommen ja aller 2-3 Jahre neue Probleme auf einen zu.

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Diese „Befürchtung“ gibt es bereits seit den ersten Model S.
Es stimmt ja auch, dass die Entwicklung voran geht.
Innerhalb des üblichen „Zyklus“ von 2 bis zu 4 Jahren hat das aber bei mir bis jetzt immer gut funktioniert, sehr gut sogar.
Und das ist der relevante Zeitraum für Berechnungen dieser Art.

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Wie du schreibst….“bisher“ jetzt haben wir aber mehrere Player am Markt. Die Zyklen werden kürzer und die Veränderungen größer. Wie gesagt es gibt für jeden Topf einen Grund ihn zu füllen .