PV-Überschussladen: Überblick

Hi zusammen,

ich würde gerne in diesem Post einmal zusammentragen (regelmäßig updaten je nachdem, was hier noch gepostet wird, ich bin mir gerade nicht sicher, wie lange man Beiträge noch nach Erstellung aktualisieren kann hier, ich hoffe mal lange), welche Möglichkeiten es gibt, PV-Überschussladen zu realisieren. Interessant fände ich, wenn ihr mindestens zwei dieser Systeme kennt und verglichen habt bzw. wenn Ihr Möglichkeiten kennt, die ich hier noch nicht erwähnt habe und am besten noch die Vor- und Nachteile nennen könnt.

Ich weiß, dass es schon Threads zum Thema gibt in den einzelnen Modell-Unterforen (Beispiel: PV-Überschussladen eines Model 3 ). Zum Einen ist das ja ein Modell-übergreifendes Thema und zum Anderen sind die Threads teils sehr groß und unübersichtlich.

Grob würde ich das schonmal unterteilen in verschiedene Kategorien, bitte korrigiert das auch gerne, ich bin momentan noch dabei, mir alles etwas zusammenzureimen und bin erst dabei, da Wissen aufzubauen, meine PV wird auch erst noch angeschlossen, deswegen bin ich da momentan nur theoretisch unterwegs:
A) Software, die man selbst gehostet installiert. github-Kenntnisse sind Voraussetzung, am besten betreibt man einen Raspberry Pi als kleinen Server; teils gibt es auch noch Abhängigkeiten wie z.B. zu TeslaMate. Also in Summe schon etwas Informatik-Affinität und Willen, etwas zu „basteln“
B) Dienste im Internet, denen man seine Zugangsdaten zu Wechselrichter/Smartmeter + Wallbox/Tesla anvertraut. Einfacher für Laien.
C) Relativ teure Wallboxen wie OpenWB oder von Mennekes. Einfacher für Laien.
D) Steuerung per Smarthome. Ähnlich wie A), aber wer schon ein Smarthome hat und darin gebastelt, kommt mit dem Einbau vorhandener Skripte wahrscheinlich auch gut zurecht?
E) Hardware, die am Smart Meter angeschlossen wird(?) und die dann das PV-Überschussladen mit kompatiblen Wallboxen ermöglicht. Das ist evtl. auch keine wirkliche eigene Kategorie sondern ermöglicht das Überschussladen über eine der anderen o.g. Kategorien, wenn die Hardware, die man Zuhause hat, ansonsten nicht kompatibel ist?

Rund um das Thema scheint es auch teils schwerwiegende Probleme zu geben, bei denen nicht jede der o.g. Angebote eine gute Lösung zu sein scheint (bitte hier auch gerne korrigieren):

  • es ist schlecht, wenn die Lösung den Tesla nie einschlafen lässt → erhöhter Stromverbrauch
  • es ist schlecht, wenn permanent mit Minimalstrom (1400 Watt) geladen wird, hohe Ladeverluste und hoher Standby-Verbrauch
  • Phasenumschaltung ist ein Thema und nicht immer mal eben machbar. Bei kleineren PV-Anlagen wird wohl empfohlen, die Wallbox nur mit einem einphasigen Kabel zu betreiben?
  • Ständiges An/Aus des Ladevorgangs bzw. ständige Phasenwechsel sind für Auto und/oder Wallbox nicht gut?

Ich selbst tendiere erstmal zu Kategorie B) und würde mir da gern einen möglichst seriös scheinenden Anbieter suchen.

Hier dann der Überblick soweit ich da was bisher gefunden habe:

A)

TeslaSolarCharger

* keine Phasenumschaltung nötig * wie in der App wird über die Tesla-API die Stromstärke eingestellt, allerdings kann man per API im Gegensatz zur App unter 5 Ampere gehen * TeslaMate ist Voraussetzung (ebenfalls kostenlos) * funktioniert auch mit Tesla Wall Connector v3 (dieser ist nicht steuerbar)

EVCC

* steuert nicht direkt den Tesla über die API, sondern kompatible Wallboxen https://tff-forum.de/t/teslasolarcharger-laden-nach-pv-ueberschuss-mit-beliebiger-wallbox/170369 https://github.com/mark-sch/evcc

B)

EV-Autocharge

www.ev-autocharge.com - bei z.B. "go e-charger" steht "Leistungsregelung", aber bei Tesla(*) nur "Verbrauchsmessung", heißt das dann, dass da die Tesla-API zur Leistungsregelung gar nicht genutzt wird und die Steuerung schaltet nur An oder Aus? Seriösität: die Videos wirken auf mich einfach etwas "windig", da werden so komisch betonte Slogans rausgehauen, ist mir einfach etwas suspekt die Art. Kosten: 50€ / Jahr, wenn man mehr als einen Verbraucher und/oder 1 Minuten-Intervalle haben möchte, ein Verbraucher mit 10 Minuten-Intervall kostenlos

Clever-PV

https://www.clever-pv.com/features - keine Tesla-Anbindung, müsste man dann eine unterstützte Wallbox haben Phasenumschaltung: ja wenn die Wallbox das anbietet (z.B. Go-E Charger mit v3 Hardware) Kosten: momentan kostenlos, in Zukunft bei Erweiterung Funktionsumfang Kosten geplant https://play.google.com/store/apps/details?id=com.chk.go_elocal&hl=de&gl=US Kosten: 4,99€ für die App einmalig, ich finde die anderen Abokosten gerade leider nicht mehr, aber ich glaub es waren entweder 34€/Jahr oder 70€ für "lebenslang"

C)

Open WB

openwb.de * Einschlafen funktioniert

Zappi Wallbox + Harvi-Modul

https://shop.e-mobilio.de/products/myenergi-zappi-v2-22-kw-hub-app-harvi * keine Phasenumschaltung

D)

Loxone

https://www.loxforum.com/forum/mein-projekt/345311-pv-%C3%BCberschussladen-am-tesla-wall-connector-gen3#post345311 Home Assistant: https://www.teqqy.de/tesla-ueberschussladen-mit-home-assistant/

E)

PowerOpti

https://poweropti.powerfox.energy/

Shelly 3EM

https://www.shelly.cloud/products/shelly-3em-smart-home-automation-energy-meter/ ...

Ich selbst habe eine 20 kWp PV mit 10 kWh Speicher, ein Tesla Model 3 und als Wallboxen den v3 Wall Connector und eine go-E Charger V3 Wallbox. Ich tendiere aktuell zu clever-pv.com in Verbindung mit dem go-E Charger, weil es mir am einfachsten erscheint und der Funktionsumfang auch hoch ist (inkl. Phasenumschaltung v.a.). Klingt das vernünftig?

(*) EV-Autocharge schreibt zur Übergabe der Tesla-Daten:

Tesla does not officially support third-party applications. In order to access your account, we ask you to log into your Tesla account on Tesla's website via the link below. After you have logged in successfully, you will be redirected to an error page stating "Page not found". This is intended. Please copy and paste that page's URL from the browser's address bar into the "Auth code URL" field below. Please use this link to login: Tesla Login. We do not store your Tesla password in our database. We actually never learn your Tesla password in the first place. Instead, we store an encrypted form of a temporary access token in our database. 2-Factor-Authentication is not supported as of now.
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Teslasolarcharger (von mir) steuert nicht die Wallbox, sondern direkt die Ampere im Auto (bis minimal 1A, sodass eine Phasen Umschaltung nicht notwendig ist).

Meine Erfahrung: evcc und openWB können Tesla nicht direkt steuern, sondern nur eine kompatible Wallbox, openWB hatte ich mal zusammen mit einem go E im Einsatz (das war aber 2019 und meine Infos sind daher veraltet), war relativ buggy und hakelig zum einrichten. Ich wollte den Tesla WallConnector, wegen billig + Optik + dreiphasig mit <6A laden und hab mir deswegen die Software geschrieben.

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Nachdem mehrere Leute (z.B. @twiederh) trotz Homeassistant in Benutzung meine Software zum Tesla laden verwenden und ich auch an einige habe, die eine loxone Anbindung wollten, nehme ich an, dass meine Software mehr kann. Was genau kann ich allerdings nicht sagen.

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Teslasolarcharger ist vor allem leicht einzurichten, ich habe Homeassistant mit einem Python-Script versucht und mir auch Evcc angeschaut. Das Python-Script hat am Anfang funktioniert, dann nicht mehr (warum auch immer). Evcc habe ich als Docker Container überhaupt nicht zum Laufen bekommen, die Konfiguration über eine Konfigurationsdatei ist weder zeitgemäß noch gut dokumentiert, ich bin nicht einmal soweit gekommen, dass der Container überhaupt stabil gelaufen ist, der Community-Support war auch nicht hilfreich. Bei Teslasolarcharger ist der Support um Klassen besser und sobald es eingerichtet ist, kann man alle Einstellungen im laufenden Betrieb umstellen und direkt die Auswirkungen der Änderung sehen, das ist im Herbst, Winter und Frühling sehr hilfreich.
Ach ja, EV-Autocharge hatte ich auch mal in Betrieb - bis es Monate gedauert hat, ein Tesla-Login-Problem zu lösen.

Der Support von @Mane123 ist das, was den Unterschied macht, neben der Flexibilität und Bedienbarkeit der Software.

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Zappi und Harvi funktioniert ganz gut.
1P und 3P Umschalten geht nicht, will ich aber auch nicht. Gibts nicht genug Saft, dass die 3P bedient werden können, wäre für mich das Verhältnis Ladestrom und Verluste nicht mehr interessant.

Mag sein, dass man anders noch bessere, detailliertere Steuerungsmöglichkeiten hat, aber ich bin zufrieden und man ist Unabhängig von PV Anlage, Wechselrichter, Speicher, da hier keine direkte Kommunikation stattfindet.

Was dadurch fehlt:
Man kann das Laden nicht automatisch vom Speicherstand abhängig machen oder regeln, wieviel Strom aus dem Speicher fließen soll.
Wäre das noch möglich, wäre es perfekt. Kam aber bisher auch so klar und gewünscht gätte ich es mir ggf. an 5-10 Tagen dieses Jahr. Also verkraftbar, es nicht zh haben.

Ich habe Erfahrungen mit zwei go-eChargern und openWB (auf einem RPI4) in Zusammenarbeit mit einer RCT 10kWp PV Anlage. Unsere beiden Autos (Model 3 und BMW i3) funktionieren damit problemlos. Schlafen auch ein und wachen korrekt auf usw. 1-phasig und 3-phasig kann ich manuell umschalten (die neueren go-eCharger können das auch automatisch) - brauche ich bei unserer kleinen Anlage aber eigentlich eh nicht. Für PV Überschußladen reicht 1-phasig. openWB ist sehr flexibel was die Kommunikation mit aktuellen Wechselrichtern und Wallboxen betrifft und man kann recht viel einstellen und via MQTT auch fernsteuern (z.B. von IOBroker aus). Das Nachregeln des Überschußstromes funktioniert sehr zeitnah, so 1 bis 2 mal pro Minute und bei großen PV Sprüngen (Wolke) wird automatisch auch beim Ladestrom gesprungen. Einschalt- und Abschaltverzögerung und auch die Grenzwerte sind frei einstellbar. Man kann optional auch die SOC’s der Autos einbinden und z.B. Abschaltschwellen definieren. Wenn man 2 Ladepunkte betreibt gibt es aber auch einige Dinge die man beachten muss. Habe das gerade mal übersichtsweise in einem YT Video zusammengefasst. Hier im Forum sind YT Links leider nicht immer erwünscht. Bei Interesse auf YT einfach mal „AllElectrified“ suchen (PV Überschußladen mit openWB und 2 E-Autos). Gruß Thomas.

Ich nutze die sonnenBatterie mit dem SonnenCharger.
Funktioniert gut, hat aber drei Nachteile:

  • Modus „eigener Strom“ muss immer aktiviert werden, auch wenn die Wallbox auf „eco“ steht.
  • nach dem Anstecken wird eine gewisse Zeit kalibriert, was zum Bezug von 11 KW führt.
    Da ich die Performance Version der Batterie habe, kann die 7kw ausspeichern, so dass der Netzbezug an guten Tagen damit trotzdem 0 sein kann.
  • ich kann derzeit nich die Batterie vor das Auto priorisieren.

Gruß
Thias

Ich würde NIEMALS solchen Diensten meinen Fahrzeugschlüssel geben. Es gibt bei Tesla keine Möglichkeit die API Keys in dem Funktionsuimfang einzuschränken. Lässt man solche Dienste alles steuern wie das Fahrzeug (gibt ja einige die das so machen), haben die Vollzugriff incl. Schlüssel zum Fahrzeug. Das ist einfach nur ein No-Go und ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht wie sowas in Frage kommen kann.

Ja es gibt auch dienste die dann nur die Wallbox steuern, aber das wiederum ist genau wie Lösung C, D und E so limitiert, dass es nur bis minimal 6A runtergehen kann und sonst eine Phasenumschaltung braucht und zudem eine teurere steuerbare Wallbox, denn Typ2 als Protokoll kann nicht weniger als 6A signalisieren.

Das ist meine Meinung zu der Sache.

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Die OpenWB kann das. Klar, es gibt billigere WBs aber die OpenWB ist halt auch nicht nur eine Wallbox. Aus meiner Sicht ist bei der OpenWB eher das Problem, dass man soooo viele Funktionen und Einstellmöglichkeiten hat. Aber wenn das Teil mal läuft ist das echt gut.

Mein Beitrag bezog sich zu 100% auf meine Zappi.
Wie du jetzt darauf kommst, meinen konkreten Bezug aus dem Zusammenhang zu rupfen verstehe ich nicht. Dein Vergleich mit der OpenWB ändert nichts an meiner Aussage zur Zappi…

Moin!
Ich denke mit einer Wallbox von OpenWB hat man nicht nur eine Wallbox, sondern auch gleich den Grundstein für SmartHome.

Nachdem ich auch mehrere Wallboxen durch habe, war OpenWB nur die letzte Konsequenz. Jetzt bin ich am Ziel angekommen. Habe jetzt zwei Boxen von OpenWB in der Garage hängen. Da läuft also nicht nur das Überschußladen der PV drüber, sondern auch das Lastmanagement unter den Boxen. In die Software habe ich inzwischen auch mehrere Shelly eingebunden und kann nicht nur Messwerte und Temperaturen anzeigen lassen, auch eine Steuerung ist so über die Shelly möglich.
Das System kommt ja fertig lauffähig nach Hause, man muß im Prinzip nur die IP-Adressen der ganzen Dinge im Haus eingeben.
Wer das System erst einmal ausprobieren möchte, kann es mittels Raspi kostenlos ausprobieren. Zusammen mit einem Go-e funktioniert das auch recht gut, dürfte für viele auch der Einstieg in die Software gewesen sein.

Das hätte ich schon verstanden. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die OpenWB das im Gegensatz der dir genannte WBs kann. Und vom Preis her ist die OpenWB nicht weit weg von z.B. der Zappi.

hab hier 18 kWP, 12 kW batterie, 2 fronius wechselrichter, netztrennung und notsrom über die batterie und daher in der systemlogic die passende fronius wallbox installiert.

kommunikation über den fronius smartmeter, APP steuerung der wallbox, einstellung der bevorzugungene, der laderichtung, der überschussverteilung etc. per APP.
phasenumschaltung alles inklusive.
gerade jetzt für den kommenden winter super einstellmöglichkeiten für verbleibende batterieladung und verteilung zu wallbox und haus…

den tesla habe ich immer auf 16A stehen, ob da nun wenig oder mehr gelaen wird mit mehr oder weniger „verlusten“ ist mir bei PV ladung egal, hauptsache er ist geladen, wenn ich ihn brauche. hat bis jetzt noch zu 100% mit PV überschuss funktioniert.



Ich habe die Senec Lösung: V3 mit Technik Paket und WB. Das funktioniert zum nachführen des Sonnenstandes und großen Wetteränderungen gut, bei Wolkendurchzug nicht gut da die Zeitverzögerung 15 min beträgt. Ladestrom wird zwischen 6-11Kw geregelt.
Es ist ganz hübsch zu nutzen wenn man am nächsten Tag nicht unbedingt einen bestimmen Ladestand zum fahren braucht. Ansonsten muss ich eben abends nachsehen wieviel fehlt und dann manuell nachladen. Da hängt sich die Senec App Anzeige und Messung dann auf, da die WB selbst den Strom nicht messen kann und der Tesla Senec nicht meldet auf wieviel kw ich ihn eingestellt habe.

Ich habe dazu noch die Tesla WB die ich manchmal stattdessen nutze wenn ich den Tesla wirklich brauche. Mit Wetteronline den Verlauf der Sonneneinstrahlung schätzen, zur richtigen Zeit die Ladeleistung manuell abschätzen und gut ist. Eine Fehlabschätzung fängt die Cloud auf.
Ich habe auch alles mit OpenHAB verdrahtet. Traue mich aber noch nicht an die Steuerung da die Abfrage des Senec V3 nicht immer 100% klappt und die Fehler Abfrage und der Umgang damit mir zu aufwendig ist.
(30kwp/10kwh)