Powerwall nicht wirtschaftlich?

Hallo zusammen!
Da ich beabsichtige, in den nächsten Monaten auf ein Elektroauto (am liebsten das Model Y) umzusteigen, denke ich auch über eine Photovoltaikanlage mit Powerwall nach. Für die Anlage habe ich bereits ein Angebot von einem Tesla zertifiziertem Installateur vorliegen, allerdings rät dieser von einer Powerwall ab (viel teurer, 12 Monate Lieferzeit, nur 1-phasig…) und beantwortet meine Fragen zur Powerwall nicht bzw. ignoriert diese komplett. Auch wollte er kein Angebot mit einer Powerwall erstellen. Er hat einen anderen Speicher angeboten, der brutto 9,8 kWh und netto 8,8 kWh Kapazität hat.
Daher frage ich mich, ob die Powerwall für meine Anlage vielleicht zu viel Speicher hat bzw. ob diese unwirtschaftlich wäre? Stimmt die lange Lieferzeit oder sträubt sich der Installateur aus anderen Gründen?
Habe gelesen, dass die Lieferzeit im Januar weit unter 12 Monaten lag.
Der Stromverbrauch mit Elektroauto würde knapp über 9000 kWh liegen (haben auch eine Wärmepumpe).

Daten zur angebotenen Photovoltaikanlage:

  • 9,88 kWp
  • 8902 kWh prognostizierter Jahresertrag
  • Modulfäche 48,52 qm
  • 901 kWh pro kWp

Leider habe ich kaum Ahnung von der Materie, daher kann der Installateur mir alles erzählen… Werde jetzt aber noch andere Betriebe um Angebote bitten.

Sorry für den langen Text und vorab schon mal danke für die Antworten.

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Endlich mal ein vernünftiger Solarteur der die Wahrheit zu Akkus (nicht nur der PW) sagt! :heart_eyes:
Ich habe es diverse Male für mich durchgerechnet und der Rat kann nur sein: Lass den Akku weg. Egal ob PW oder 3rd-Party-Akku.
Im Sommer wirst Du auch ohne Akku eine hohe Autarkie haben, weil die Sonne früh auf- und spät untergeht. Im Sommer kaufe ich pro Tag im Schnitt nur um 1 kWh pro Tag zu. Da kannst Du dein Auto auch bequem ohne Akku laden.
Im Winter wirst Du aufgrund der geringen Anlagengröße eh nie genug Strom für Laden, Verbrauch und WP zusammenbekommen und massigst zukaufen müssen. Da ist ein Akku eh nur ein Tropfen auf den heissen Stein.
Lass Dich nicht von 9000 kWh prognostizierten Bezug blenden. Vermutlich kommen davon 80% von März bis Oktober zusammen und nur 20% von November bis Februar, während Du aber in den 4 Monaten 60 bis 70% des Stromverbrauchs aufgrund der WP hast. Soviel kannst Du garnicht speichern.

Akkus werden gerne mit dem Feeling vermarktet unabhängig zu sein, weil es sich halt bisher absolut nicht rechnet einen Akku zu installieren. Hinzu kommt noch die 60% Kappung der Anlage bei einem geförderten Akku. Da geht auch nochmal ordentlich Ertrag flöten.

Den Ertrag runtergebrochen auf die Einzelmonate kann Du hier errechnen lassen: JRC Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS) - European Commission

Ansonsten, wenn es um konkrete Planungen der PV-Anlage geht: https://www.photovoltaikforum.com/

Ich würde Dir ganz klar empfehlen bevor Du 25.000 Euro für eine PV-Anlage ausgibst Dich einzulesen. Hätte ich das vorher gemacht hätte ich mir ein Jahr Stress erspart.

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Meine Anlage hat nur 6.9 kWp.
Meine TPW hat 13,5 kWh und 95% davon reichen zur Zeit über Nacht bis zum nächsten Morgen.
Mit 8,8 kWh würde das nur im Hochsommer (kurze Nacht) reichen.
Aktuell steuere ich das Laden meines Teslas manuell so, dass die TPW Abends mind. 95% voll ist.

hmm, hast da nicht noch mehr Möglichkeit um Dächer sinnVOLL zu machen oder hast hier schon alle Dachflächen voll ausgenutzt?

Und Einlesen zur Planung der Anlage definitiv sinnvoll (oben bereits erwähnt mit PV-Forum).

Generell PV zu haben ist sinnvoll, denn wir brauchen erneuerbare Energie (Solar, Wind, Wasser) jetzt mehr denn je.

der Kreuzzug gegen Hausspeicher :rofl: Ich lach mich schlapp.

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PV Anlage so groß wie möglich, also das Dach vollmachen.

Akku sparen. PV und Akku bringen im Winter nichts für die Wärmepumpe.

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Tatsächlich muss man den Einzelfall immer nachrechnen. Allerdings höre ich auch hier wieder die auf mich nicht zutreffende Aussage, man solle sein Auto aufladen, wenn die Sonne scheint. Ja, wenn es daheim sinnlos in der Garage steht. :man_shrugging: Unsere beiden Elektroautos sind aber tagsüber unterwegs, mindestens eins davon auch am Wochenende. Wann genau sollten wir denn dann unseren Hauptstromverbraucher, den Fahrzeugakku, an der PV laden ohne Puffer? Da wir beide berufstätig sind, laufen Waschmaschine, Herd, Fernseher, Sauna etc. auch fast immer abends und nachts - ohne Sonne.

Weitere Gesichtspunkte sind, dass man a) fürs Einspeisen inzwischen weniger erhält als die eigene Kosten betragen, und b) die Stromkosten offenkundig nicht stabil bleiben. Wer an dauerhaft sinkende(*) Energiepreise in Deutschland in den nächsten Jahren glaubt, ich hätte da noch ein Grundstück mit Meeresblick in Oberbayern zu verkaufen. :wink: Eine Rechnung die bei 28 Cent/kWh korrekt ist, kann bei 48 oder mehr Cent / kWh ganz anders aussehen.

(*) Das mag eines Tages auch in Deutschland wieder passieren, aber nur nach einen deutlichen Ideologiewechsel der Regierung und der Bevölkerung hin zu Atomkraft (aus dem Ausland natürlich) und möglichen technischen Durchbrüchen z.B. in der Kernfusion (auch im Ausland – falls Deutschland ingenieurtechnisch jemals wieder oben mitspielen kann vergehen Generationen. Wir laufen jetzt noch mit der Ingenieurs-Generation der Baby-Boomer – an den Hebeln sind schon lange die, die von technologischen und wissenschaftlichen Wissens-Vorräten leben - „Das Netz speichert den Strom“ :crazy_face:.)

Also ja, man muss rechnen, aber eben spezifisch für die eigenen Umstände, die zu erwartende Preisentwicklung (Kristallkugel jetzt zücken), die eigenen Möglichkeiten (Dachgrösse, Finanzen etc.) und die eigenen Wünsche. Es gibt ja noch softe Faktoren, wie: Was will ich meine Kinder hinterlassen, möchte ich autark sein etc. Im Grenzfall würde ich mich immer für eine PV mit Akku entscheiden. Anders ist das für mich technisch gar nicht sinnvoll, solange ich nicht mindestens kostendeckend einspeisen kann oder besser noch pro eingespeister kWh so viel erhalte wie für jede entnommene kWh (nur dann würde ich auf einen Akku verzichten -„Das Netz speicher den Strom“ :clown_face:). Von fetten Gewinnen wie es früher mal war ganz zu schweigen. Ein Akkupuffer war ja damals gar nicht nötig als man idiotischerweise (**) mehr Geld fürs Einspeisen bekam als fürs Entnehmen.

(**) An dieser Stelle bitte keine Ideologie zu Subventionen etc. Ich bin Wirtschaftsingenieur und man wird mich nicht von im volkswirtschaftlichen Gesamtbild gesehener Sinnhaftigkeit solch kurzsichtigen Tuns überzeugen können. :expressionless:

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Muss man halt je nach Fall auch individuell berechnen. Je nach Strompreis lohnt es sich oder auch nicht. Wir erweitern auch die PV jetzt und haben mal wegen Speicher geschaut… absolut nicht wirtschaftlich. Bis da mal ne schwarze 0 da steht ist die Analge 2 x kaputt. Mit dem Geld kann man deutlich besseres machen als es den Herstellern in den Rachen zu werfen.

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Ich denke, dass das der springende Punkt ist: Die Wärmepumpe und die Größe des BEV-Akkus brauchen soviel Strom, dass das 1.) mit einer (also in Zahl: 1) PW nicht zu schaffen ist. 2.) Braucht man eine massiv größere PV-Anlage um den Stromverbrauch im Winter erst einmal in der PW zwischenspeichern zu können.
Deswegen sollte man es schlicht realistisch betrachten: WP & BEV mit nur einer PW und einer kleinen 10 kWp-PV-Anlage geht im Winter nicht und im Sommer braucht man die PW nicht wirklich.

Vielen Dank für die Links und Deine Antwort! Da werde ich mich auf jeden Fall einlesen müssen. Der Akku ist schon ein heftiger Kostenfaktor…

Der Solarteur hat aber nicht von Akkus generell abgeraten, er scheint nur was gegen die PW zu haben. Hat sogar gesagt, dass ein Akku momentan wichtiger denn je ist, da man nur 6,5 Cent pro kWh beim Einspeisen erhält. Handel scheint das ja anheben zu wollen :slight_smile:
Mein Gedanke dabei ist, dass die WP ja meistens benötigt wird, wenn die Sonne nicht scheint. Auch wollen wir das Elektroauto so gut wie jeden Tag nutzen, so dass es tagsüber auf der Arbeit steht (da können wir nicht laden). Daher hab ich an den Stromspeicher gedacht…
VG

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Das spricht ja eher wieder für mehr Speicherplatz und damit für die PW…

Leider ist nicht mehr Platz vorhanden. Die andere Dachseite zeigt nach Norden und das lohnt sich ja nicht

Tagsüber ist das Elektroauto bei uns auch unterwegs. Teils sind wie abwechselnd im Homeoffice aber es ist halt geplant, das Elektroauto so oft wie möglich zu bewegen und den Verbrenner stehen zu lassen.

Ab 10 kWp ist auch der selbst-verbrauchte Strom immer einkommensteuerpflichtig.
Unter 10kWp muss nicht.

Der Solarteur meinte schon, dass man zur Not die Anlage drosselt um unter 10 zu bleiben

Vielen dank für die vielen Antworten!

Weiss jemand was zur Lieferzeit der PW?

Ich sehe das Thema PV mit/ohne Speicher gar nicht so verbissen. Spätestens nächstes Jahr will ich auch in das Thema einsteigen, da ich eine schöne Dachfläche exakt nach Süden ausgerichtet habe, ohne Verschattungen und dergleichen. Für mich kommt in der Stufe 1 auch erstmal nur PV auf’s Dach weil ich es im Moment genau so sehe, dass der Speicher im Kosten-Nutzen-Verhältnis im Moment nicht attraktiv ist. Das heisst ja aber nicht, dass man den nicht nachrüsten kann, im Gegenteil. Die Komponenten wie Wechselrichter würde ich direkt so kaufen, dass eine Erweiterung um einen Speicher problemlos möglich ist.

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Evtl. verdient er bei mit anderen Produkt einfach mehr? Würde zwei weitere Angebote einholen. Man lernt mit jedem Angebot dazu.

Wir haben knapp 27 kWp (Ost/West) und 2 PowerWalls. In Betrieb seit 6 Wochen, ob sich dieser ganze Öko-Hokuspokus wirklich rechnet muss sich noch zeigen :wink:

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das wurde doch auf 30kWp erhöht mit der letzten Reform ?

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Dazu zwei Gedanken, die meinen Erfahrungen entsprechen:

  • Wenn die Sonne nicht scheint, dann lädst du entweder den Speicher nicht, oder du lädst ihn, was bedeutet, dass du genug Strom produzierst um zu laden und um den Hausverbrauch zu erzeugen. Die nicht scheinende Sonne legitimiert also nicht den Einsatz eines Speichers, der Zusammenhang ist schlicht falsch.
  • Wenn du den Speicher zum Laden des E Autos verwenden willst, dann macht alles unter 40 kWh keinen Sinn. Dazu brauchst du aber auch >25kWp. Ein E Auto laden mit einer Anlage mit Speicher und knapp 9kWp bringt nur in wenigen Monaten im Jahr etwas. Dazu brauchst du deutlich mehr PV Leistung oder keinen Speicher. Der frisst dem Auto in vielen Monaten die überschüssige Energie weg (die du mit einem Speicher ja nächtens verbrauchen willst).

Zur Diskussion PW oder anderer Speicher:
Ich habe bewusst keine PW, da mir der einphasige Betrieb mehr als unverständlich ist. Zudem hat die offenbar mehr Verluste als andere Produkte.

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