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Phantombremsung M3

Hallo,
ich weiß, dass es schon Fragen und Antworten zu diesem Thema hier gibt, möchte jedoch gern wissen, ob folgende Einstellungen, also die Abschaltung der eingreifenden Assistenzsysteme, dazu führen, dass ich eine normalen Tempomaten bekomme, der nicht mehr von alleine bremst, nie wieder, unter gar keinen Umständen!

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Vielen Dank für Eure Erfahrungen!

Nein, es gibt keine Einstellung die das dauerhaft bewirkt.

Kurzfassung: Nein.

Begründung:

  1. Der Tempomat ist adaptiv, der wird immer bremsen, wenn du ihn aktiviert hast. Einen „dummen“ Tempomaten kannst du daraus nicht machen, egal, was du einstellst…

  2. Die Spurhaltekorrektur ist für die Geschwindigkeit egal, genau wie die Auffahrwarnung.

  3. Die automatische Notbremsung kannst du zwar ausstellen, aber der Grund für die Phantombremsungen ist meiner Meinung nach ein anderer (bzw. zwei andere):
    3.a. Die Geschwindigkeit wird falsch erkannt oder aus unerfindlichen Gründen auf den falschen Wert gestellt. Dann bremst der Tempomat auf z.B. 50 runter, obwohl er gar nichts erkannt hat, einfach, weil er denkt, er müsse nun 50 fahren. Hat nichts mit einem Hindernis zu tun.
    3.b. Der Tempomat erkennt (falsch) ein Hindernis und passt die Geschwindigkeit daran an. Auch das hat nichts mit einer „Notbremsung“ (so mit Alarm und Gepiepe und so) zu tun, sondern ist einfach die normale Reaktion des adaptiven Tempomaten auf ein anderes Fahrzeug, was er glaubt, erkannt zu haben.

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Vielen Dank für die Antworten und die ausführliche Erläuterung.
So wie ich das sehe, habe ich dann wohl ein Auto ohne Tempomaten gekauft, wenn mir mein Leben lieb ist.

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Eine Frage noch: wenn ich das richtig verstehe ist Euch eine Phantombremsung bei ausgeschalteter Notbremsung auch schon passiert?

Magst Du vielleicht mal genauer beschreiben was genau passiert ist?

es soll ja - auch hier im Forum - Menschen geben, die benutzen den lebensgefährlichen Tempomaten beinahe bei jeder Fahrt und können immer noch davon berichten…

Mit anderen Worten: Ja, so eine Bremsung ist nicht cool, aber lebensgefährlich nun auch nicht gerade. Man muss das System halt überwachen und damit leben, dass er manchmal bremst, auch wenn nichts ist. Soooo häufig ist das aber auch nicht und es ist auch kein „Anker werfen“…

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Könnte es sein, dass Phantombremsungen häufiger in Linkskurven auftreten? Ich hatte eine auf der Autobahn, wo rechts daneben in einer Linkskurve eine hohe Betonwand war. Und weitere beim Überholen von LKWs in Linkskurven. Der Verdacht ist, dass der Tesla nicht immer korrekt vorhersieht, wie weit sich seine voraussichtliche Fahrspur nach links biegt. Oder vielleicht wird er durch Radar-Echos von vorne irritiert, weil er nicht realisiert, dass die Fahrspur links am Hindernis vorbeigeht.

Theoretisch könnte dasselbe in einer Rechtskurve passieren, wenn man rechts an LKWs vorbeifährt, aber das macht man ja nicht. Und Mauern links neben der linken Fahrspur gibt’s auch eher selten.

Außerdem habe ich den Verdacht, dass der Tesla bremst, wenn ein LKW, den man überholt, nach links driftet, selbst dann, wenn der LKW die Fahrspur des Tesla noch nicht berührt hat. Möglicherweise berechnet TACC, dass es zu einer Kollision kommen würde, wenn der LKW konstant so weiter nach links driften würde, also eine lineare Extrapolation.

Für definitive Aussagen habe ich das noch nicht oft genug und genau genug beobachtet, daher diese Frage.

Drei Situationen mit vermehrten Phantombremsungen

Phantombremsungen sind mit Abstand der grösste Negativpunkt eines sonst weitgehend genialen Autos. Eine Lösung für dieses Problem könnte aus meiner Sicht einzig ein «dummer Tempomat» bringen, so wie er bereits seit Jahrzehnten in Autos verbaut wird. Solche «dummen Tempomaten» haben mir bereits eine ganze Reihe von Geschwindigkeitsbussen erspart.
Drei Situationen in denen aus meiner Sicht vermehrt Phantombremsungen auftreten:

  1. Radfahrer am rechten Strassenrand – auch dann, wenn ich sie mit genügend Abstand überholen kann.
  2. Strassen ohne klare Leit- oder Sicherheitslinie sowie Gegenverkehr in Rechtskurven, wenn eine leichte Kuppe die Mittellinie für die Kameras unsichtbar macht.
  3. Bei Fahrten gegen die Sonne bei klarem Wetter. Dabei dürften die Kameras geblendet werden.
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Bei mir passieren Phantom Breaks am häufigsten in Tunneln.

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Hier die genaue Schilderung dessen was passiert ist:

  • Autobahn mittlere Spur, Tempomat bei 120 eingestellt, Schattenwurf durch Bäume bei sonnigem, klarem Wetter
  • unvermitteltes Abbremsen und Ausweichen nach rechts

Tesla sagt, dass ich die Notbremsung ausschalten soll und das Problem dann neu bewerten soll.

War das eine echte Notbremsung, also mit Gebimmel und Geblinke auf dem Monitor? Nur dann würde es helfen den Notbremsassistenten auszuschalten.

Falls es „nur“ der Autopilot war, hilft es bei Schlagschatten auf der Fahrbahn, Tunneleinfahrten und anderen Stellen, wo der Kleine sich fürchten könnte, den Fuß am Strompedal zu haben, um bei Fehlern mit leichtem Pedaldruck übersteuern zu können.

Gruß Mathie

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Jupp - eben all die Situationen, in denen es u.a. laut Handbuch für die Kameras/Sensoren problematisch werden könnte. Ich fahre extrem viel AP, bin aber in Situationen wie oben genannt immer bereit sofort einzugreifen bzw. verlasse kurz den AP und mach ihn dann wieder rein.
Das ist für mich auch kein reines Tesla-Thema, sondern etwas was ich bei jedem Auto mit Abstandstempomat mache.

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Meine Erfahrung mit dem Model 3 zum Thema Phantombremsungen ist, dass nur sehr wenige der allgemein als „Phantombremsung“ bezeichneten plötzlichen Bremsvorgänge wirklich Phantombremsungen in dem Sinne sind, dass sie tatsächlich grund- bzw. sinnlos stattfinden.

Normalerweise gibt es in den Fällen, die ich erlebe, fast immer einen Auslöser, der eine plötzliche Bremsung auch bei einem übervorsichtigen menschlichen Fahrer gerechtfertigt hätte. das sind bei mir vor allem folgende Fälle:

  1. Fahrt auf der rechten Spur der Autobahn, rechts befindet sich eine Einfahrt mit Beschleunigungsstreifen. In dem Moment, in dem ich mich der Einfahrt auf der durchgehenden Fahrbahn nähere, kommt von rechts ein Auto, das auf dem Beschleunigungsstreifen einfahren will -> AP macht Vollbremsung, um den Einfahrenden reinzulassen.

  2. Fahrt auf der Überholspur, Überholen eines Fahrzeuges, das auf der nächst-rechten Spur fährt. Sobald dieses Fahrzeug aus Nachlässigkeit die Fahrstreifenmarkierung in meine Richtung etwas überfährt -> Vollbremsung, da der AP von einem Spurwechsel des anderen Autos ausgeht.

  3. Vorausfahrendes Auto bremst stark und bleibt stehen -> Alarmton und Vollbremsung, obwohl auch noch genug Bremsweg zur manuellen Reaktion übrig wäre.

All diese Dinge sind zwar nicht schön, aber dennoch nachvollziehbar, und stellen auch kein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar. Darum halte ich es für völlig übertrieben, den AP als „lebensgefährlich“ zu bezeichnen.

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Wenn ich an die hupenden, nachfolgenden Autofahrer denke, die es grad nochmal geschafft haben, mir nicht hinten rein zu knallen, ist das sehr wohl ein Sicherheitsrisiko. Ich hatte bisher Glück, aber es gibt sicher auch Situationen, bei denen es nicht mehr gereicht hat.

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Mal zum Verständnis, wie stark bremst der AP in diesen Situationen? Volle Gefahrenbremsung? Unterscheidet sich die Stärke je nach Situation? Hab das bisher „leider“ noch nicht erlebt (hab aber auch kein eigenes M3).

Wer haftet eigentlich für so einen Schaden? Wenn das Auto ruckartig bremst, ist ein manuelles Eingreifen nicht mehr möglich. Hat jemand schon so einen Fall gehabt? Das geht doch Richtung - „technisches Versagen“

Grundsätzlich haftet der Fahrer! Immer!

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Es haftet der Sicherheitsabstand. Ist der nicht da, einer oder beide der Fahrer.

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Er steigt voll in die Eisen und man muss wieder schnell aufs Strompedal treten, damit es keinen Unfall gibt. Bei mir wurde im Tunnel an einer nassen Stelle einmal stark gebremst. Der Brummi hinter mir musste auch bremsen …