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Oslo ab Dienstag Fahrverbot für Diesel

Ich habe gerade gehört, dass ab Dienstag in Oslo ein Fahrverbot für Diesel gilt. Zunächst wohl für 2 Tage.
Es soll zwar nicht mit hoher Priorität kontrolliert werden, aber so nach und nach zieht sich die Schlinge um den Diesel zu.
Hoffentlich kommt das auch in den deutschen Medien.

Sehr schön, hast Du eine Quelle zum amüsierten Nachlesen…?

Hat mir meine norwegische Lebensgefärtin gerade am Telefon erzählt.
Steht in den Norwegischen Medien. Einfach mal nach „Dieselforbud I Oslo“ googeln.

Z.B. hier: nrk.no/norge/dieselforbud-i … 1.13323723

Auf Focus.de wird darüber berichtet.

focus.de/auto/news/fahrverbo … 02251.html

Fahre selbst einen alten Diesel… würde mich sehr ärgern.

Aber eigentlich finde ich diese Maßnahme OK.

Leider nur vorübergehend. Aber es ist ein Anfang, das Tabu ist gebrochen.

Wenn ich vor zwei Jahren nicht auf die Idee gekommen wäre, mich mal im Bereich der alternativen Antriebe umzuschauen, dann würde ich heute mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit entweder einen 1,25 Jahre jungen oder einen 5,25 Jahre alten Diesel fahren.
In dem Fall würde ich mich auch extrem aufregen, wenn dieses oder nächstes Jahr die ersten Diesel-Fahrverbote in den Innenstädten ausgesprochen würden, wo die Autoindustrie doch noch vor 2 Jahren den Diesel so hoch gelobt hat.
Glücklicherweise hat mir mein gesunder Menschenverstand gesagt, dass das, was hinten aus dem Auspuff herauskommt, hochgiftig ist, egal ob Diesel, Benzin, CNG oder LPG.

Und ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie ich meinen knapp vier Jahre alten VW Touran 2,0 TDI einem VW-Händler verkauft hatte, und 2 Tage später wurde Diesel-Gate publik. (Meiner wäre sogar betroffen gewesen.)
Glücklicherweise hatte ich den verbindlichen Kaufvertrag schon in der Hand, so dass der Händler nicht mehr zurücktreten konnte.
Ich habe mich in dem Moment doppelt gefreut:
Einmal, weil ich meinen Schummel-Diesel noch vor Bekanntwerden erfolgreich verkauft hatte, und zum anderen, weil mein nächstes Auto gänzlich ohne lokale Emissionen fahren würde.

Die Verärgerung in der Bevölkerung über diese Maßnahme ist recht groß. Vor allem weil in Oslo vor einigen Jahren noch die Politik aktiv für den Kauf von Diesel PKW wegen seiner „Umweltfreundlichkeit“ geworben hat.
Deshalb fahren wir in Oslo noch einen damals angeschafften Volvo Diesel. Model 3 ist zwar bestellt, aber ärgerlich ist dieser Zick-Zack-Kurs schon. Der einzelne Bürger hat den Versprechungen geglaubt. Die Politiker haben der Autolobby geglaubt. Sie hätten kritischer sein müssen. Ich ahnte schon vor mehr als zehn Jahren was da mit dem Diesel abgeht.
Selbst der technische Laie hätte ja mal fragen können warum die „modenen“ Diesel so furchtbar stinken wenn man hinterher fährt. Ich wundere mich schon lange warum dass scheinbar niemanden stört, ein Nervengas direkt ins Gesicht geblasen zu bekommen.

Gilt das eigentlich auch für Diesel-PHEV (Volvo, Audi) oder nur für reine Diesel?

Da bleibt den Bürgern und betrogenen Dieselkäufern nur eines: Klagen auf volle Kaufpreisrückerstattung.
Das hat immer öfter Erfolg, wenn eben nicht auf Gewährleistung beim Händler geklagt wird, sondern auf Rückabwicklung des Kaufs wegen vorsätzlichen, sittenwidrigen Betrugs, wie in dem kürlich entschiedenen Fall vor dem LG Hildesheim:
VW muss deutschen Kläger entschädigen
Solche Klagen sind womöglich auch in anderen Staaten möglich?

Nur weil etwas in der Vergangenheit legal war heißt das nicht, dass es das auch in Zukunft ist. Man kann nicht gegen alles klagen. Asbest war zum Beispiel so ein Baumaterial, das erst legal, und dann nicht mehr legal war. Ähnliches droht dem Diesel, und dann Benzin-Direkteinspritzern.

Bei uns in der Firma heißt es immer: „When you find yourself in a hole, stop digging!“ Wenn eine vermeintliche Lösung als Irrweg identifiziert wurde, muss man die Konsequenzen ziehen, auch wenn sie schmerzhaft sind.

Das schließt in keiner Weise aus, dass es Übergangsregelungen, Zuschüsse, Kompensationen geben kann bzw. sogar geben muss. Es schließt lediglich aus, das Diesel-Verbot (oder überhaupt das Verbot von Verbrennern) mit einem Tabu zu belegen, nur „weil wir es schon immer so gemacht haben“.

Ach, und der Betrug der Autohersteller mit den illegalen Abschaltungen der Abgasreinigung beim Diesel war also früher legal?

Man kann natürlich nicht gegen das Fahrverbot klagen. Aber man kann versuchen, seinen vor kurzem neu gekauften Diesel an den betrügenden Hersteller zurück zu geben und den Kaufpreis zurück zu bekommen. Siehe Urteil des LG Hildesheim. Würde mich wundern, wenn die Rechtslage in Norwegen sehr viel anders wäre.

Das geht vielleicht bei VW Dieseln (mal sehen, was nach der zweiten Instanz raus kommt). Aber was, wenn man einen BMW oder Toyota Diesel fährt? Geht klagen dann aus genanntem Grund auch?

Es gibt inzwischen Gutachten (die m.W. auch dem Untersuchungsausschuss des Bundestags vorgelegt wurden), die auch alle Temperaturfenster-Abschaltungen nach EU-Recht als illegal einstufen. Und diese Temperaturfenster verwenden alle Hersteller, soviel ich weiß. Auch die meisten anderen verwendeten Abschaltkriterien, wie Zeitfenster und Leistungsfenster etc., die sich „ganz zufällig“ offensichtlich am Prüfzyklus orientieren, dürften nicht legal sein.
Siehe auch das hier schon mal verlinkte Video: Software defined emissions
Es wird den Herstellern schwer fallen, eine glaubhafte technische Begründung dafür zu liefern.

Sowas müsste halt mal einer vor ein Gericht bringen, und zwar nicht wg. Gewährleistung gg. den Händler, sondern wg. Betrugs gg. den Hersteller BMW oder Mercedes oder Fiat oder wie sie alle heißen.
Das ist durchaus nicht hoffnungslos, denke ich.

Und bzgl. VW bin ich sehr zuversichtlich, dass VW in der Berufung gegen das Hildesheimer Urteil keine Chance hat. Die Sache ist einfach zu klar.
Es laufen wohl noch mehrere Verfahren dieser Art. Ich denke, die LGs werden reihenweise ähnlich entscheiden.

In DE tut sich weiterhin nichts: SZ Online: Feinstaub-Glocke über Deutschland

Naja allzu lange hat das Fahrverbot in Olso auch nicht gehalten - glaube das war doch nur 12h aktiv und da auch nur für einen sehr kleinen Teil der Dieselautos auf einem eher beschränkten Bereich.

Dass man gegen Fahrverbote nicht klagen kann ist sicher nicht so gegen jede Entscheidung der Executive kann jeder Bürger Rechtsmittel einlegen das hat halt nur nicht immer aufschiebenden Charackter. Die Zeiten die Exekutive entscheidet und der Bürger hat zu gehorchen sind doch längst vorbei.

Ein generelles Dieselverbot hat halt ein ganz zentrales Problem es ist sachlich kaum begründbar da auch zunehmend Downsize Benziner die Schadstoffwerte bei Realmessungen von SCR Diesel übertreffen - insbesondere im Stadtbetrieb - ein Fahrverbot bzw eine neue Umweltzone bedingt eine neue Plakette die Realemissionen berücksichtigt.