Nutzt Ihr erneuerbare Energien?

OK, ich kann die Skepsis verstehen, wenn man sich mit dem Thema noch nicht befasst hat. Der CO2-Gehalt verteilt sich in der Welt nahezu vollständig gleichmäßig. Quelle des nachfolgenden Bildes: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und DWD in ‚Die deutschen Klimabeobachtungssysteme‘ 2013

@FFF Ist die Frage damit geklärt?

Der Vulkan hat nicht wirklich was damit zu tun. Im Übrigen ist 2018 in Hawaii (Big Island) ziemlich viel Lava geflossen. Die hatte im Wesentlichen für hohe Stickoxid-Werte gesorgt.

Ach ja, im Nord-Sommer gibt es immer etwas weniger CO2-Gehalt in der Luft, weil die Bäume einiges aufnehmen und die meisten Bäume der Erde stehen auf der Nordhälfte der Erde. Deshalb ‚wackelt‘ der CO2-Gehalt im Jahresverlauf.

Jein :wink:
Meine zweite bleibt ja offen. Drei Meßpunkte als Beleg für „weltweit ähnliche“ Werte sind immer noch arg dünn.
Nicht mißverstehen, ich bezweifle ja nicht, daß das so ist. Aber argumentativ ist das einfach ungeschickt…

Na ja, man hat sich halt vor langer Zeit auf Hawaii und den Mauna Loa als wichtigste CO2-Messstelle der Welt geeinigt. Dort gibt es die Messungen für über 60 Jahre zurück. Die kann man alle unter dem Link abrufen, den ich angegeben hatte.

Natürlich haben auch viele andere Staaten Messwerte. In Deutschland wird auch an vielen Stellen gemessen. Die Abweichungen sind aber gering. Vielleicht in Städten mit viel Holzbrand etwas höher. Aber alles andere sind Stickoxide, Feinstaub, etc.

Der CO2-Gehalt in der Luft verteilt sich weltweit und ist im allgemeinen gleich, egal ob man im Outback von Australien, auf dem Mount Everest, am Südpol oder egal wo misst. Hawaii eignet sich gut, weil es geografisch fernab aller sonstigen Zivilisation liegt.

An den Daten der Messstellen lässt sich nicht wirklich rütteln. Es geht zur Zeit rasant aufwärts mit dem CO2-Gehalt der Luft.

Kleiner Scherz am Rande: Trump wollte die Messstation in Hawaii schließen. Denn wenn die nichts mehr misst, dann muss er nicht zur Kenntnis nehmen, das der CO2-Gehalt steigt. Internationale Verträge habe die Station dann vor Trumps Zugriff gerettet.

Und natürlich war der CO2-Gehalt in der Luft schon mal höher auf der Erde.

Quelle des Bildes: wiki.bildungsserver.de/klimawan … geschichte, dort nach einer amerikanischen Forschung.

Das Problem ist: Der Mensch ist erst vor etwas weniger als 3 Mio. Jahren entstanden. Da lag der CO2-Gehalt bei rund 300 ppm und darunter. Und im Augenblick fahren wir - in der Größenordnung der Weltgeschichte gedacht (wie auf diesem Bild) - den CO2-Gehalt der Luft senkrecht nach oben. Das hat die Welt so noch nie erlebt.
CO2_60Mio (1).jpg

Zitat:
„Kommt das CO2 aus Vulkanen?
Auch das ist ein Klimaskeptiker-Mythos, den ich seit Jahrzehnten immer wieder lese (und immer mal widerlege). Die gesamten vulkanischen Emissionen liegen zwischen 0,15 und 0,26 Gigatonnen CO2 pro Jahr, verglichen mit den anthropogenen Emissionen von 41 Gigatonnen in 2016. Die vulkanischen Emissionen sind wichtig für den langfristigen Kohlenstoffkreislauf über Jahrmillionen, aber nicht über hundert Jahre.“
Quelle: scilogs.spektrum.de/klimalounge … gertricks/

Der Autor dieses Berichts scheint sich schon lange mit CO2 in der Luft zu befassen. Persönlich nachgeprüft habe ich seine Zahlen nicht. Aber ich gehe mal davon aus, dass er sich hinsichtlich der Auswirkung von Vulkanen nicht grundlegend täuscht.

Wenn du mir eine valide Messwertreibe zeigen kannst die ein anderes Bild zeichnet, dann können wir darüber diskutieren ob die Messwerte aus Hawaii repräsentativ sind. Bis dahin streust du nur FUD.

Meinst Du mich? Dann lies halt, was ich schreibe. Ich bezweifle den Co2 Anstieg und seine Ursachen NICHT. Aber es argumentiert sich halt besser, wenn man auf Meßwertreihen (Plural!) verweisen kann.

So, wie man Unfug zum E-Auto vorgehalten kriegt, erzählt mir jeder, dem ich sage, „unser CO2 steigt, Beweis: die Meßwerte EINER Meßstelle“, das sei Blödsinn. Deshalb hätte ich gerne von denen, die die Quellen kennen, diese benannt.

de.m.wikipedia.org/wiki/Keeling-Kurve

Danke für den wunderbaren Link. Es gibt So viele Beweise aus allen möglichen Ecken und trotzdem immer noch Zweifler, es ist zum Haare raufen. Also liebe Zweifler lest Euch das durch, vielleicht hilft dieses sehr große Puzzlestück um Euch die Augen zu öffnen.
LGH

Ich bin großer Befürworter erneuerbarer Energien und habe auch selber einen echten Ökostromvertrag. Leider habe ich das neulich alles genau durchdacht und fürchte, dass das zumindest in Deutschland nichts oder nur sehr wenig bringt.

Der Grund ist meiner Meinung nach, dass die Bundesregierung eine Zielwert für den Ausbau der erneuerbaren Energien hat (was ja prinzipiell auch zu befürworten ist). Vereinfacht gesagt wird immer, wenn weniger als geplant zugebaut wird, die EEG-Vergütung erhöht, und wenn mehr als geplant zugebaut wird, die EEG-Vergütung gesenkt.

Wenn jetzt beispielsweise 100.000 Haushalte von einem konventionellen Vertrag eines konventionellen Anbieters zu einem echten Ökostromanbieter wie Naturstrom wechseln, verpflichtet sich Naturstrom, so viel in neue EE-Anlagen zu investieren, dass diese neue Nachfrage gedeckt wird. Dies führt dann dazu, dass der Zielwert für den EE-Ausbau der Bundesregierung überschritten wird, was dazu führt, dass die EEG-Vergütung gesenkt wird, um den EE-Ausbau wieder auf den Zielwert zu bringen. Aufgrund der verringerten Vergütung wird weniger zugebaut. Es kann also längerfristig keine Abweichung von diesem Zielwert geben, da der Vergütungsmechanismus das verhindert.

Einen schnelleren Ausbau der EE gibt es daher nur, wenn der Zielwert für den Ausbau durch die Bundesregierung erhöht wird. Hier ist es dann vielleicht ein bisschen hilfreich, wenn die echten Ökostromanbieter viele Kunden haben; das zeigt das Interesse der Bevölkerung.

Man kann aber insbesondere mit einem Elektroauto doch etwas tun, um möglichst CO2-arm zu laden. Und zwar ist das immer dann der Fall, wenn Windräder abgeschaltet werden, weil die EE-Produktion höher als die Nachfrage ist, oder wenn Netzkapazitäten nicht ausreichen, um den Strom (insbesondere von Nord nach Süd) zu transportieren. Wenn man genau dann lädt in dem Teil des Netzes lädt, in dem abgeriegelt wird, dann lädt man wirklich komplett CO2-frei. Um die Wahrscheinlichkeit dafür zu maximieren, kann man nach dem Grünstromindex für seinen Wohnort laden. Wahrscheinlich ist dazu in der Praxis fast identisch, wenn man zu den Zeiten lädt, zu denen der Strompreis besonders niedrig ist (z.B. mit aWattar).

Das bedeutet, dass jede kurzfristige Erhöhung des Ausbaus durch eigenes Handeln kurz darauf durch eine Anpassung der EEG-Vergütung wieder zunichte gemacht wird. War für mich eine harte Erkenntnis, aber ich befürchte, dass es stimmt.

(Das hat übrigens nichts mit dem Stromsee-Modell zu tun; das ist prinzipiell schon richtig. Aber es zeigt eben nur eine kurzfristige Sicht und berücksichtigt nicht den Effekt von erhöhtem Ausbau auf die EEG-Vergütung. In anderen Ländern mit anderem regulatorischen Rahmen ist es wahrscheinlich schon so, dass der Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter etwas bringt.)

Das stimmt so nicht wirklich. Naturstrom müsste in so einem Fall die entsprechende Menge an Ökostrom einkaufen, nicht zwingend selber in neuen Anlagen erzeugen.
Sieht man auch im Geschäftsbericht von Naturstrom. Der Strom kommt aus Wasserkraft (in DE), aber Naturstrom investiert vor allem in Windkraft und PV.

Genau sowas versuche ich. Mit Hilfe einer selbst entwickelten Software stelle ich den gewünschten Ladezustand in Abhängigkeit des CO2 Gehalts im Strommix ein. Ist viel Ökostrom im Netz, lädt mein Auto höher auf. Allerdings steht und fällt das ganze natürlich mit der Verfügbarkeit der Daten.

P.S. Eine kleine 1kWp Solaranlage mit Batteriespeicher hab ich auch, mehr war auf der Dachterrasse nicht möglich :smiley:

Hallo,
z.Z.
PV Anlage 4,2 kWp Ost / West auf Flachdach.
Wird erweitert um 4,3 kWp Süd / West auf Walmdach.
Stromanbieter: Naturstrom
Warte sehnsüchtig auf Model 3 SR+ .
Fahre dann nur noch mit Sonne im Herzen und Akku.

Gruß

Kurt

Das würde bedeuten, dass der EE-Ausbau (in Deutschland) ausschließlich von der Höhe der EEG-Vergütung abhängt?
Ich behaupte, dass das nicht der Fall ist.

Fast alle Beiträge in diesem Thread belegen doch, dass viele hier z. T. erheblichen Aufwand (auch finanziell) betreiben um in die Nähe von 100% erneuerbarer Energie zu kommen. Ich selbst bin da keine Ausnahme. Bei Planung meiner PV-Anlage hab ich mich mit allen möglichen Details beschäftigt und versucht das Optimum herauszuholen. Die Höhe der EEG-Umlage hat mich dabei allerdings überhaupt nicht interessiert. Ich hätte die PV-Anlage auch ohne EEG-Umlage installiert.

Das mag ggf. für Privataushalte stimmen aber definitiv nicht für größere Investoren. Mein örtlicher Solarteur ist bis oben hin ausgelastet weil er nur noch Großanlagen bis 750 kWp baut. 750 kWp als Obergrenze für Anlagen die ohne Teilnahme an den komischen Auktionen errichtet werden können.
Wenn der Ausbaudeckel 2020 zuschlagen sollte werden wir m.M.n. folgendes sehen: Privat/Haus-Anlagen brechen komplett ein oder werden gänzlich auf Eigenverbrauch „optimiert“ Größere Anlagen bis 750 kWp werden immer noch gebaut, weil die sich auch ohne EEG lohnen.

Hier bitte nicht von ein ein paar „EMobilitätsspinnern“ und „PV-Hanseln“ (nicht böse gemeint, bin auch einer bzw. beide) die hier ode im PV-Forum rumtoben auf die breite Masse der Häuslebauer schließen.

Ich finde den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen gut, fördere ihn meiner Meinung nach aber schon genug über den normalen Strompreis, so dass ich nicht bereit bin, dafür noch mehr zu zahlen. Wenn es billigen Strom aus 100% Kernenergie gäbe, würde ich den bestellen. Mittelfristig werden Wind- und Solarenergie den Strombedarf in Kombination mit Speichern weitestgehend decken. Langfristig werden sie überflüssig, sobald Fusionsreaktoren kommerziell einsetzbar sind. Wird wohl noch zwei, drei Jahrzehnte dauern, aber dann haben wir alle keine Sorgen mehr.

Hier sind Daten, sogar mit Vorhersage:
energy-charts.de/power_de.htm

Generell ist am Wochenende der Anteil an Öko-Strom höher, weil dem Wind und der Sonne die Wochentage egal sind, aber am Wochenende ist der Gesamtverbrauch niedriger.

Und man sieht große Effekte, wenn im Norden viel Wind weht. Dann werden Steinkohlekraftwerke runter geregelt, manchmal auch Braunkohle, und noch seltener auch Kernkraftwerke.

Der ökologischste Strommix ist im Netz, wenn in der Nacht auf Sonntag oder Montag viel Wind weht, oder wenn Sonntag mittags viel Sonne scheint.

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Die Idee von Elon Musk war doch, die Autos so gut zu machen, dass ALLE sie kaufen, NICHT NUR DIE ÖKOS. Und jetzt melden sich hier nur Ökos.

Wo sind die Nicht-Ökos? Wie können wir die überzeugen, Elektro-Autos zu kaufen?

Über den Preis erreicht man die Masse, leider.